Megazoom mit kleinen Schwächen
16.12.2008
Pro:
7x Zoom mit Weitwinkel, Bedienung
Kontra:
Nachtbilder nicht einfach, Bildqualität allgemein
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 RGTech
Über sich:
Wie man sieht, bin ich vor allem technisch interessiert -> Berufskrankheit (IT-Systemelektroniker...
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Mein Bericht zur
Ricoh R8 (Nein, sie heißt nicht mehr Caplio. Ich hab das nicht vergessen ;)) Die R8 sollte als Geschenk dienen, zu Weihnachten 2008. Gefragt war eine Kamera als Ersatz für eine betagte Nikon 2100 (Akkudeckel lose, Selbstentladung der Akkus, kleines Display, ständig verstelltes Modusdrehrad). Außerdem sollte ein gescheiter Zoom ran. Die Nikon S10 gab's nun nicht mehr, einen direkten Nachfolger auch nicht. Im Preisbereich bis 200 Euro lagen schließlich die Modelle Nikon S550/560 und Ricoh R7/R8 gleichauf.
Ausstattung
Trotz meiner guten Erfahrungen mit Nikon gab der 7fache Weitwinkelzoom der R8 den Ausschlag, nicht zuletzt aufgrund eines identischen Preises mit der S560 bei einem lokalen Anbieter. Zusätzlich wurde noch eine SDHC-Karte 4GB beschafft (der interne Speicher ist ein Witz und reicht gerade für Probeaufnahmen im Laden). Optischer Verwacklungsschutz, ein Gehäuse mit Aluteilen und gummiertem Griff, ein versenktes 2,7" Display, ein versenkter Betriebsartenregler - alles nicht zu verachtende Argumente. AV-Kabel für Anschluss an einen Fernseher, kompaktes Akkuladegerät, USB-Kabel und Handschlaufe sind sowieso schon dabei, ebenso wie eine umfassende Bedienungsanleitung auf Deutsch (die Schnellanleitung und den Zettelkram für Akku und Ladegerät las ich nicht durch, das wichtigste steht auch nochmal im dicken Heft).
Zoom, Geschwindigkeit
Der Zoom ist mit 7x-Stufe nicht schlecht. Gut, verglichen mit einem 10fachen fällt die Weitenleistung geringfügig ab, aber schon für die Unterbringung eines 7x-Zoom in einem so schlanken Gehäuse gehört was dazu! Ebenso ist der Weitwinkel eine hervorragende Sache. Ich hatte in der Vergangenheit schon einige Fotos, wo man einfach nicht mehr weiter nach hinten gehen konnte (und das, obwohl ich dank Schwenkobjektiv die Kamera ganz an die Wand drücken kann) - Weitwinkel ist eine geniale Erfindung. Nachteilig ist höchstens, dass man je nach Motiv leichte Verzerrungen an den Bildrändern erahnen kann. Hierfür bietet Ricoh aber einen 1:1-Modus an, wo ein quadratisches Bild gespeichert wird. Was auffällt und empfildlichere Naturen auch stören kann: Der Zoom arbeitet nicht geräuschfrei. Ein mechanisches Rappeln ist deutlich hörbar. Auch der Auslöser macht Geräusche, was man auf den Videos am Schluss noch hören kann. Sei's drum, die elektronischen Geräusche/Sounds sind immerhin aus- und stummschaltbar; schon ein Nervfaktor weniger.
Bildqualität Wie ich es schon von meiner Nikon S10 kannte, sind die Bilder bei vollautomatischem Bild gern etwas zu hell. Eine Belichtungskorrektur um 0,3 oder 0,7 gleicht das aus (sollte man sich gleich als My1 oder My2 speichern). Die Schärfe ist trotz (oder wegen?) der 10 Megapixel (ich frage mich, wer braucht so was???) nicht überragend. Bei Vergrößerungen kann ich auf Bildern meiner Nikon noch Dinge lesen, die hier nur noch Pixelmatsch sind. Ich behaupte mal, dass man für manche Anwendungen den Verwacklungsschutz ausschalten sollte. Am Bildsensor kann es eher nicht liegen, da die Bilder sonst auch mehr Rauschen aufweisen müssten. Da derzeit aber keine Konkurrenz für diesen Preis ein ähnliches Objektiv bieten kann, bleibt die Kamera hier. Wer auf Bildqualität mehr Wert legt als auf die Ausstattung, sollte sich bei der Konkurrenz umsehen; Fans beider Eigenschaften müssen wohl mehr als 200€ anlegen. Als brauchbare Qualitätseinstellung habe ich auch hier wieder nicht die höchste Stufe als Standard. 8 Megapixel reichen völlig. Bei 10F (10 MPixel, fein) werden locker 3-4 MB pro Aufnahme verbraten. Wohin soll man das denn sichern? Was mich anfangs völlig enttäuscht hat, sind die Qualitäten der Nachtbilder ohne Blitz. Ja gut, sie sind scharf. Aber eben auch fast schwarz. Eine Überbelichtung, um das Bild wie das in der menschlichen Wahrnehmung aussehen zu lassen, muss man erst mal zulassen. Hierzu gibt es im Menü mehrere Möglichkeiten:- ISO-Belichtung (Modus "Auto hoch", und "Auto hoch" muss man dann noch separat sagen, dass es bis ISO 1600 gehen darf)
- Belichtungskorrektur (in den + Bereich legen)
- Langzeitbelichtung (auch im Menü zu finden, 2 Sekunden hab ich eingestellt)
Hat man eine gefällige Einstellung gefunden, sollte man dieses Programm sinnigerweise ebenfalls speichern. Etwa 100 Testbilder sind hier draufgegangen, bis ich eine passende Einstellung gefunden hatte und die Kamera wieder betriebsbereit einpacken konnte (wer will an Weihnachten schon warten, bis der Akku voll ist und die Einstellungen stimmen, bis man endlich damit spielen kann?). Makrobilder sind bei guten Lichterhältnissen aber absolut geil. Man muss aufpassen, dass man mit dem Objektiv nicht gegen das zu fotografierende Objekt rennt, weil man wartet, bis es unscharf wird :D Videos werden im AVI-Format gespeichert. Die Tonqualität ist brauchbar, das Bild kann bei bester Stufe eine Hi-8-Videokamera aus den 80ern durchaus ersetzen. Man sollte für solche Aktionen aber genug Speicherplatz bevorraten (ist ja kein Problem, SDHC-Karten werden problemlos angenommen).
Bedienung Ein, Aus, Abdrücken? Haben wir ja vorher schon gelernt, das reicht nicht ganz. Man muss sich schon mit den Funktionen der Kamera vertraut machen, um gute Bilder zu erhalten. Das aber stellt kein großes Problem dar. Der zentrale Knopf bietet Zugriff auf die meistbenötigten Funktionen (per Druck auf 4 selbstausgewählte, nach links geht sofort der Makromodus an (kenne ich auch anders - bei der Nikon S10 muss man dann noch den gewünschten Modus auswählen und mit OK bestätigen!!!), nach rechts kommt man ins Blitzmenü. Auch durchs Menü kann man mit der Wippe navigieren. Allerdings vertippe ich mich hier gerne. Kann an mir liegen, oder an der Konzeption der Kamera - da will ich mich mal nicht festlegen. Das Bestätigen (mal mit OK, mal mit rechts) war für mich nicht immer 100% logisch. Das Betriebsartenrad ist versenkt, hat einen klaren Druckpunkt, und kann auch mehrmals im Kreis gedreht werden - hat also wohl keine mechanische Verbindung, die Probleme bereiten könnte. Es ist versenkt und verstellt sich nicht automatisch, wenn man die Kamera aus der Tasche holt. Man hat hier schnellen Zugriff auf Foto-Vollautomatik, Videofunktion, Scene (die zuletzt gewählte Scene bleibt erhalten) und die beiden benutzerdefinierten Modi My1 und My2. Hier sollte man sich häufig genutzte Einstellungen abspeichern, um nicht immer mühsam durchs Menü gleiten zu müssen. Die Wiedergabe funktioniert gewöhnungsbedürftig, die Grundidee ist aber durchaus gut: Je nachdem, in welche Richtung man die Wippe bewegt (links/rechts oder oben/unten) springt die Kamera ein Bild weiter - oder gleich zehn. Sehr praktisch, aber ich hab's aus Gewohnheit erst mal immer falsch gemacht :D Dinge, die ich nie tun würde, aber trotzdem möglich sind: Helligkeitsänderungen, Größenänderungen und sogar ein Drehen schräger Bilder bietet die R8 direkt im Wiedergabemenü.
Akkuleistung Kann derzeit noch nicht bewertet werden. Ein LiIon-Akku ohne Selbstentladung und trotz Makro- und Blitz- und Zoomtests blieb der Akku auch nach 120 Probeaufnahmen noch betriebsbereit. Einen zusätzlichen werde ich dennoch dazukaufen. Man weiß ja nie.
Dieser Bericht wurde von mir auch bei Yopi veröffentlicht.
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16.12.2008 18:27
Klasse Bericht. Sehr Informativ. "SH" Gruß Tobiw83. ps. Freue mich über Gegenlesung.