Rieju RS1 50 Evolution

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Rieju RS1 50 Evolution

Gesamtbewertung (7): Gesamtbewertung Rieju RS1 50 Evolution

 

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< Ich düse mit Evi durch den Sommer >

5  12.08.2002 (17.03.2004)

Pro:
Super Design, gutes Fahrgefühl

Kontra:
Hmmmm .  .  .  naja billig ist sie nicht grade .  .  .

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Fahreigenschaften:

Bremsleistung bei Trockenheit:

Fahrwerk:

Komfort:

Verarbeitung

Zuverlässigkeit

mehr


Perserkatze1

Über sich: Leider keine Zeit für Berichte, aber CIS wird laufend abgearbeitet!

Mitglied seit:15.08.2001

Erfahrungsberichte:216

Vertrauende:151

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 319 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Liebe Leserinnen und Leser!

Gleich vorweg... Ich fürchte das wird eine „Never ending story“ weil ich mit dem Fahrzeug wirklich große Freude habe.

Es war an einem schönen Frühlingstag als ich wieder auf mein Mofa steigen und es zur Werkstätte für die jährliche Überprüfung bringen wollte. Ich sah es mir an und dachte, naja, eigentlich bist du ja schon alt und solltest in den Ruhestand gehen. Dieser Gedanke bewog mich, nach einem neuen Fahrzeug Ausschau zu halten. So habe ich ins virtuelle Telefonbuch geschaut und einige Fachgeschäfte für Zweiräder herausgesucht. Auch war ich nicht faul und bin ein wenig in Wien umhergefahren, um das geeignete Fahrzeug zu finden. Mein Augenmerk fiel damals auf die Aprilia RS 50 welche mir wirklich zugesagt hätte. Um das Gerät persönlich in Augenschein zu nehmen entschloss ich mich zum Bike-Shop zu fahren um dort Vorort Bekanntschaft mit dem Fahrzeug zu machen.

Der pflichtbewußte Verkäufer durchschaute sofort meine Vorliebe zum Funbike – einen Roller wollte ich um kein Geld auf dieser Welt - und servierte mir einen Katalog in dem ein neues Bike vorgestellt wurde – ich habe dieses bereits - in den Farben weiß/rot/grau - im Netz gesehen und konnte mich nicht wirklich dafür begeistern. Es handelt sich dabei um ein spanisches Fabrikat namens RIEJU – wird Riechu (spanisches ch) ausgesprochen – mit dem klangvollen „Nachnamen“ RS 1 50 Evolution. Jedoch im Katalog war sie wesentlich besser abgebildet und in weiteren drei Farben erhältlich. Ich kann euch nur eines sagen, es war Liebe auf den ersten Blick. Das blau/gelbe Gefährt hat es mir angetan und so verlor ich auch keine Minute, die Evi – so nenne ich sie liebevoll (abgeleitet von Evolution) – zu bestellen.

Dies geschah am 3. Mai dieses Jahres und bereits am 10. Mai konnte ich sie in Empfang nehmen. Der Kostenpunkt für die RIEJU lag bei € 2690,-- und war damit auf jeden Fall billiger als die Aprilia die um ganze € 300,-- mehr kostete. Die Anmeldung war in einer halben Stunde erledigt und so konnte ich noch am Freitag meine ersten Fahrversuche starten. Vor dem erstmaligen Anlassen des Elektrostarters wurde mir aber noch sehr aufmerksam und mit Hingabe alles erklärt, ein Verbandspäckchen geschenkt und dann wurde Evi vor die Türe geschoben.

Wie schon oben erwähnt startet man die RIEJU mittels eines Elektrostarters, welcher nur dann funktioniert, wenn der Seitenständer hochgeklappt ist. Die ersten Geräusche die Evi von sich gab waren nicht eben vertrauenerweckend, sie hustete und prustet weißen Rauch aus dem Auspuff, was aber nach wenigen Minuten bereits vorbei war. Der Mechaniker erklärte mir, dass dies nur am Anfang so ist, weil das Gerät ja noch nagelneu war.

Mein erster Weg führte dann natürlich zu einer Tankstelle, wo ich die Evi dann mit 95 Oktan Super Benzin fütterte. Bei den heutigen Mopeds ist es wohl so, dass man kein 2-Takt Gemisch mehr tanken muss, sondern das benötigte Öl in einem eigenen Tank untergebracht ist, welches dem Motor mittels einer Art Einspritzvorrichtung zugeführt wird. Näher möchte ich da nicht drauf eingehen, da ich ja kein Mechaniker bin und darüber auch nicht so gut Bescheid weiss. Der Tankinhalt beträgt übrigens laut Hersteller 5,5 Liter, aber ich habe knapp über sechs Liter Sprit in den Bauch von Evi füllen können.

Die vorgeschriebene Bauartgeschwindigkeit eines Mopeds beträgt bei uns 40 km/h welche aber vom Werk aus bereits überschritten wird. Die RIEJU fährt auf der Geraden 50 km/h. Aufgrund des Katalysators, der langsamen Übersetzung und der eingebauten Drossel empfinde ich das Gefährt als etwas lahm. Bergauf schafft sie grade noch die 40 km/h, weshalb ich mir als wahres Verkehrshindernis vorkam. Vor allen Dingen war mir das sehr unangenehm, denn dieses Moped sieht aus wie ein Motorrad und fährt langsam und kraftlos wie eine alte Dampflok. Dieses wird aber noch bei Gelegenheit und dem Aufbringen von weiteren circa € 300,-- geändert. Wobei es mir nicht darum geht schnell zu fahren, sondern einfach ein wenig Biss und Power unterm Fahrgestell zu haben.

Anmerkung: Die oben genannte Lahmheit liegt nicht am Fahrzeug selbst, sondern daran dass sie nach unserer Gesetzgebung heruntergedrosselt wurde.

Ein tolles Fahrerlebnis hatte ich dann in einer etwas kurvenreichen Straße, die auch noch bergab ging. Mit verbotenen fast 60 km/h düste ich diese Straße hinab und probierte die Kurvenlage aus. Ich kann nur sagen, traumhaft, egal wie eng die Kurve war, es gab kein Wegrutschen oder ähnliche gefährliche Situation, die Kurvenlage von Evi ist perfekt. Ich nehme an das dies auch der etwas breiteren Bereifung und dem noch neuen Profil der Reifen zu verdanken ist. Wichtig dabei ist aber selbstverständlich, dass man sich mit einem einspurigen Fahrzeug richtig in die Kurve „legt“ und eventuelle Beifahrer sich nicht gegen die Kurve lehnen, das könnte zum Wegrutschen und folglich zum Sturz führen.

Ein richtiges Einfahren war mit der RIEJU nicht notwendig, ich sollte nur darauf achten, dass ich sie manchmal im oberen und manchmal im unteren Drehzahlbereich fahre. Strecken auf denen man schneller fahren kann sollte ich genauso ausprobieren, wie Stadtfahrten, in denen man zeitweilig im Stau steht, also oft schaltet, anfährt und abbremst.

Evi ist mit einem 6-Gang Getriebe ausgestattet was ich persönlich aber bei der erlaubten Fahrgeschwindigkeit als etwas übertrieben halte, aber sie ist nun mal so gebaut und ich akzeptiere es. Dieser Umstand bringt es mit sich, dass ich oft und viel schalten muss. Da aber die Kupplung perfekt eingestellt ist und ich am „Herumrühren“ im Getriebe eigentlich Spaß habe, ist das für mich absolut kein Problem. Die Schaltung funktioniert üblicherweise wie bei allen einspurigen Fahrzeugen (oder zumindest den meisten, denn manche haben ja Automatik- oder Halbautomatikschaltungen). Ersten Gang runter „treten“, für alle anderen Gänge muss man den Ganghebel mit dem Rist nach oben ziehen (drücken), sprich, es ist eine Fußschaltung. Der Leerlauf befindet sich zwischen dem ersten und zweiten Gang.

Der Motor meiner Evi ist - wie schon kurz erwähnt - ein 2-Takt Motor, welcher mit einem speziellen Benzingemisch gefüttert werden muss. Wie auch schon in früheren Zeiten wird mittels einer Wasserkühlung – geschlossenes Kühlsystem – die optimale Temperatur hergestellt und geregelt. Die maximale Leistung des Motors beträgt 6,0 Kw bei einer Umdrehungsanzahl von 9000 Upm. Wie aber schon erwähnt leistet sie das zur Zeit NOCH nicht. Der „Klang“ der RIEJU ist typisch für einen 2-Takt Motor, etwas schrill, nicht zu hell und auch nicht zu laut. Sie hat ein kleines „Nachtackern“ wenn man Gas wegnimmt.

Bei meinem ersten Ausritt durch die Landschaft musste ich natürlich auch gleich die Bremsen testen, und da ich von meinen früheren Fahrzeugen nur Trommelbremsen gewohnt bin, habe ich diesen Test erst einmal mit Vorsicht genossen. Evi besitzt vorne und hinten Scheibenbremsen - zwei unabhängige Bremssysteme – die hydraulisch betätigt werden. Nach den normalen Bremsvorgängen versuchte ich es dann aus voller Fahrt und bremste mit der Fußbremse kräftig ab, welche wirklich super funktionierte, und zum Stillstand brachte ich das Fahrzeug mit der Handbremse, welche nur ganz leicht gezogen werden musste und schon stand sie. Auch hier kein Wegrutschen des Hinterrades.

Die Federung meiner Evi funktioniert vorne wie üblich – ich weiß den Namen der beiden Holme nicht, die vom Lenker zum Vorderrad führen – und hinten über einen einzigen Stoßdämpfer – nicht wie früher über zwei Stoßdämpfer die links und rechts vom Hinterrad angebracht waren. Manchmal habe ich das Gefühl dass die RIEJU etwas hart gefedert ist, ich werde bei Gelegenheit mal den Mechaniker fragen, ob das auch etwas weicher geht. Der Auspuff ist mit einem Katalysator versehen, der sowohl die Abgaswerte mindert, als auch den Geräuschpegel sehr niedrig hält.

Der Spritverbrauch ist mit ca. 4,5 Liter pro 100 Kilometer angegeben, aber er scheint bei den derzeitigen Leistungen des Motors bei circa 3 Litern zu liegen. Auf jeden Fall bin ich das Moped circa 200 Kilometer mit knappen sechs Litern Benzingemisch gefahren.

Die Felgen sind vermutlich aus Aluminium und besitzen nur noch drei Verstrebungen und nicht die früher bekannten Speichen. Und bevor ich es vergesse, meine Evi bringt stolze 95 Kilo auf die Waage und hat die Abmessungen L: 1855 mm, B: 630 mm und H: 1065 mm vorzuweisen.

Sonstige Ausstattung

Die RIEJU ist logischerweise mit einem Tachometer und zusätzlich mit einem Tourenzähler ausgestattet. Auf den Armaturen befinden sich noch folgende Lämpchen. Ein Grünes das anzeigt, wenn sich das Getriebe im Leerlauf befindet, eine grüne Blinkeranzeige und ein Blaues welches anzeigt dass man auf Fernlicht umgeschaltet hat (wie auch beim Auto). Zusätzlich gibt es noch ein gelbes Lämpchen – zeigt an wenn der Tank leer wird - und zwei Rote die mich informieren wenn das Gemischöl ausgeht und die Motortemperatur zu hoch ist. Evi verfügt über keinen Reserveschalter mehr, den man umlegt, sobald wenig Sprit im Tank vorhanden ist, sondern eben über genannte Anzeige an den Armaturen die mir sagt, dass ich bald tanken sollte.

Weiters ist die RIEJU mit einem extra Spiegel auf der rechten Seite und Blinkern ausgestattet, was früher nicht immer vom Werk aus üblich war. Die Hupe ist so laut wie bei einem Auto – beim Testversuch bin ich richtig erschrocken. Mein Mofa dagegen hatte nur eine Fahrradklingel. Ich weiß nicht, ob bei neuen Autos noch ein „Joker“ vorhanden ist, Evi besitzt noch einen, den ich am Morgen – wenn es noch etwas kühl ist – auch betätigen muss.

Wie schon erwähnt gibt es von der RIEJU RS1 mehrere Modelle, was die Farbe anlangt – weiß/rot/grau, blau/gelb und weiters noch rot/grau und gelb/grau. Eigentlich wollte ich ja erst das gelbe Fahrzeug, aber die Kombination gefiel mir nicht, wäre sie gelb/blau gewesen hätte ich mich wohl dafür entschieden.

Mit ihrer Kunststoffverkleidung wirkt meine Evi wie ein mittelgroßes Motorrad und viele dachten eigentlich auch das sie eines wäre. Man belächelt dann aber meist das – hier in Österreich – rote Nummernschild.

Ich denke nun bin ich mit meiner Schilderung am Ende und möchte hier nur noch betonen, dass ich mit dem Fahrzeug rundum zufrieden bin – ausgenommen davon ist die derzeitige Leistung, die aber an sich vorschriftsmäßig und für gedrosselte Fahrzeuge normal ist. Sonst habe ich noch keine Mängel feststellen können und empfinde das Fahrgefühl als Gesamtes für sehr gut. Natürlich kann ich nach so kurzer Zeit noch nicht 100% ig sagen, ob sie Dauerbelastungen oder anderen Strapazen standhält, dieses wird sich aber sicher in den nächsten Monaten zeigen. Sollte etwas Außergewöhnliches passieren, werde ich euch darüber informieren.

Zu bemerken wäre noch, dass dieses Fahrzeug mit 50 ccm (genau sind es 49,7 ccm) hier in Österreich ohne Führerschein zu fahren ist.

Abschließend möchte ich euch noch ein paar Infos zur Verfügung stellen.

Der österreichische Generalimporteur der RIEJU nennt sich EnMoto und ist in der Steiermark beheimatet. Straßganger Straße 433a, 8010 Graz.

Tel.: +43 316 17 10 44
FAX: +43 316 71 10 44-6
Im Internet unter www.enmoto.com
Per E-Mail unter enmoto@eunet.at

Gekauft habe ich die RIEJU im Bike-Shop - Scooters, Ottakringer Straße 33, 1160 Wien

Tel.: +43 1 405 46 23
FAX: +43 1 405 21 07
Im Internet unter www.bike-shop.cc

Es ist nicht zu glauben, aber nun findet meine Story doch noch ein Ende. Somit schicken Evi und ich euch zum Abschluß noch motorisierte Grüße und wünschen euch noch einen schönen Restsommer! Raus aus dem Haus und die Freiheit genießen!!! I am on the road again.

Alles Liebe eure ©Perserkatze

Wien, am 12. August 2002

-- respect all colors – thx Mr. Matze –

PS.: Zur Zeit kann ich Evi nicht so nutzen, da es hier sehr viel regnet... – Bei der Dauer der Nutzung habe ich 1 Monat angegeben, da die nächste Möglichkeit erst wieder 1 Jahr ist, und so lange habe ich Evi ja noch nicht. Tatsächlich nutze ich sie seit dem 10. Mai 2002 – also knapp drei Monate.

PPS.: Produktvorschlag von Ende Mai.

PPPS:.: Leider steht sie zur Zeit in der Garage und hält dort ihren Winterschlaf :-(

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mami-online

mami-online

16.07.2006 23:03

Sieht gut aus und klasse Bericht. Fährst du sie immer noch? LG, Nicole

tuxfan

tuxfan

12.11.2005 00:25

Respekt. Mir wäre das Maschinchen zu unkommod und vor allemzu langsam, sogar für den Stadtverkehr. Da stellt man doch überall ein gefährliches Hindernis dar. Da fahr ich doch lieber auf meinem Burgmann Roller, der ist bequem wie ein Sofa und vom Verbrauch her fast günstiger. Ich wünsch Dir trotzdem viel Spass mit Deinem Maschinchen, man liest sich tuxfan

mozarteum

mozarteum

29.04.2005 21:42

hast du sie noch ...? ... lg mozarteum

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