Erfahrungsbericht über "Rise of the Tomb Raider (Playstation 4)"

veröffentlicht 10.08.2017 | zuckerbrot
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Über sich :
Noch vorhandene Berichte sind auf die ersten Seiten verlegt worden, würde mich über Gegenlesungen freuen. Aber sicherlich wird es noch mehr ausgedünnt
Ausgezeichnet
Pro tolle Grafik, geniales Gameplay, abwechslungsreich, PS4 Version zusätzliche Features
Kontra keine
besonders hilfreich
Grafik
Sound
Bedienung
Spieltiefe:
Anleitung:

"Das zweite Abenteuer des Reboots"

Rise of the Tomb Raider (Playstation 4)

Rise of the Tomb Raider (Playstation 4)

Vorwort:


Rise of the Tomb Raider war ein Jahr lang ein Xbox One exklusives Spiel, wurde ferner aber auch für die PlayStation 4 portiert und bekam sogar noch einige Erweiterungen, die exklusiv für Sonys Konsole entwickelt wurden, wie beispielsweise einen VR Support. Vor allem die zusätzlichen Features sind Schwerpunkt der PlayStation 4 Version, die sonst identisch mit der Xbox One Portierung ist. Doch für alle, die noch gar nicht in den Genuss gekommen sind, mit Lara Croft in ihr aktuelles Abenteuer zu starten, könnten die nachfolgenden Zeilen interessant sein.


Story:


Nach den Geschehnissen auf Yamatai zieht es Lara Croft in der zweiten Geschichte der angedachten Trilogie nach Sibirien, wo sie die sagenumwobene Stadt Kitezh sucht. Dort soll sich das Geheimnis zur Unsterblichkeit befinden, wonach bereits der Vater von Lara Croft gesucht hat, ohne jedoch einen Erfolg zu verbuchen. Doch nicht nur Lara ist an der Lüftung dieses Jahrhunderte alten Geheimnisses interessiert, auch der Trinity-Orden ist dem Geheimnis auf der Spur und hält nicht sonderlich viel von den Bestrebungen der jungen Croft. Und dann ist da ja auch noch die unwirkliche Natur Sibiriens, die die Abenteurerin vor weitere Probleme stellt.

Mit Rise of the Tomb Raider knüpfen die Entwickler von Crystal Dynamics direkt an die Geschehnisse des Reboots von 2013 an. Dieser hat der Serie seinerzeit ungemein gut getan und das Franchise auf eine neue und sehr viel erwachsenere Stufe gehievt. Das Gameplay von damals wurde weitestgehend beibehalten, aber um einige neue Elemente erweitert. Die Charakterveränderung von Lara selbst findet nahtlosen Anschluss. Denn im ersten Teil wurde sie in ihre Rolle unfreiwillig gedrängt und zeigte, wie aus einem unschuldigen Mädchen eine toughe Frau geworden ist.


Gameplay:


Mit einer kurzen Eingewöhnungsphase, die bei Spielern der Assassin's Creed Reihe höchstwahrscheinlich noch kürzer ausfallen wird, kämpft ihr euch dank vielseitiger akrobatischer Tricks durch verschiedene Landstreiche, die nicht nur mit Schnee überzogen sind, sondern nicht selten auch einen zugewucherten Wald ins Geschehen einfließen lassen. Ebenso sind auch Ruinen, sowie Höhlen begehbar und zeigen das Repertoire an Ideenreichtum der Entwickler. Und schon hier entfaltet Rise of the Tomb Raider sein volles Potenzial, denn nahezu alles lässt sich erreichen, was in eurem Blickfeld landet. Ihr hangelt euch an Mauern hoch, erklimmt Gletscher, klettert auf Bäume oder bewegt euch mittels Seilzug von einem Abschnitt in den Nächsten.

Leider sind die größten Gefahren für Lara nicht etwa mögliche Knochenbrüche, sondern die schwer bewaffneten Truppen von Trinity, die dasselbe Ziel verfolgen und die Quelle der Unsterblichkeit suchen, dessen Existenz nicht einmal bewiesen ist. Dementsprechend muss sich Lara erneut beweisen und sich einiger Waffen bedienen, die anfänglich nur einen Bogen bereitstellen. Hinzu gestellt sich aber der glückliche Umstand, dass sie mit dieser Fernwaffe auch Wild erjagen kann, an dessen Fleisch sie ihre Kräfte wieder auffüllt, sowie weiteren nützlichen Fundus einsackt, der später noch seine Verwendung findet. Doch ist der Bogen auch eine Waffe gegen anderes Getier, wie etwa Wölfen oder Bären. Jedoch werden die Pfeile nicht immer ausreichen und so ist die Deckung oder eine Flucht ebenso Bestandteil von Rise of the Tomb Raider.

Um immer die Gegenwehr zu sichern, ist neben der eigentlichen Bewaffnung, auch die Menge an Munition nicht unerheblich, die so manchen Exitus ersparen kann. Dabei verfügt Lara erneut über die Gabe, Pfeile blitzschnell zu basteln und damit den Köcher wieder zu befüllen. Aber auch Patronen für die Pistolen, dem Maschinengewehr, sowie eine eindrucksvolle Pumpgun sind überall verteilt und richten je nach eingestelltem Schwierigkeitsgrad mehr oder weniger Schaden beim Gegenüber an. Natürlich kann auch wieder ein wenig taktisch agiert und mithilfe eines Molotowcocktails Ansammlungen von Gegnern aus dem Weg geräumt werden. Letztlich eignen sich leere Flaschen aber auch gut als Ablenkungsmanöver, aus welchem Lara sogar auf Wunsch einen Hinterhalt zaubern kann.

In früheren Abenteuern war Lara eher eine Art Übermensch, die mit zwei Waffen in der Hand und mehreren Saltos nacheinander alles aus dem Weg räumte, was nicht sogleich die Flucht ergriff. Seit dem Reboot ist jedoch alles anders, denn die menschliche Seite rückt mehr in den Vordergrund und macht sie auch weit aus verletzlicher. Grund dessen ist Lara aber auch inzwischen empfänglicher für Hilfe und so bekommt sie noch zu Beginn Jonah an die Seite gestellt, der sie wie ein Bruder behütet. Im Verlaufe der Geschichte lernt sie aber noch weitere Charaktere kennen, die ihr hilfreich zur Seite stehen und ihr den Rücken bei so mancher unfairen Schlacht freihalten.

Doch nichts ist wertvoller als der eigene Spürsinn, der ihr per Tastendruck sogar das nächste Ziel hervorhebt, das nicht selten nur mit vielen Kletterpatin und gutes Timing erreicht werden kann. Im Verlaufe des Spieles werden die Variationen noch ausgebaut und der Anspruch einen Ort zu erreichen steigt enorm an. Doch trotz einiger Fehlversuche, schafft es Rise of the Tomb Raider dem Spieler nie den Ehrgeiz zu rauben, immer weiter vordringen zu wollen. Dies wird zudem durch die gute und vor allem faire Positionieren der Kamera unterstützt, die immer recht hilfreich auf die neue Etappe umschwenkt.

Dennoch verzichtet Rise of the Tomb Raider, wie schon seine Vorgänger, nicht auf verschiedene Rätseleinlagen oder Nebenaufgaben. Bei diesen ist es beispielsweise erforderlich, Gefangene zu befreien oder Wölfe in einer Höhle unschädlich zu machen. Wer sich aber lieber auf die Hauptstory konzentrieren möchte, muss nicht befürchten, wichtige Handlungsstränge zu verpassen. Uninteressant ist die Erfüllung angenommener Aufgaben dennoch nicht, da es als Dank wertvolle Utensilien gibt, die die Reise zur Quelle enorm erleichtern können.

Mit der Erfüllung unzähliger und abwechslungsreicher Missionen gewinnt die junge und tapfere Archäologin auch an Erfahrung hinzu, die euch als Erfahrungspunkte gutgeschrieben werden. Ist eine gewisse Anzahl erreicht, könnt ihr euch neue Fähigkeiten aneignen, wie Konterangriffe im Nahkampf oder eine verbesserte Abwehr bei gegnerischen Treffern. Ebenso lassen sich die mitgeführten Waffen upgraden, was eine Verbesserung in Schaden oder Stabilität darstellt. Einen kleinen Nachteil hat jedoch das mögliche Aufwerten, denn erst an einer Feuerstelle ist es euch vorbehalten, in das zuständige Menü zu wechseln, um die gewünschten Attribute anzupassen.

Die vorgegebenen und freischaltbaren Skills laden indes auch dazu ein, immer mehr Aufgaben anzunehmen und Gegner auszuschalten, statt sich an ihnen vorbeizuschleichen. Das heißt aber nicht, dass ihr den aggressiven Weg gehen müsst, denn die gesamte Spielwelt ist so auf Lara abgestimmt, dass ihre neuen Spielzeuge immer schnell eine Anwendung finden und so Passagen plötzlich zugänglich machen, die vorab noch unerreichbar schienen. So kann man auch Konfrontationen umgehen und zum nächsten automatischen Speicherpunkt vordringen, ohne großartig Munition verschwendet zu haben.

In Rise of the Tomb Raider kommt aber auch der Sammeltrieb wieder ordentlich in Fahrt, denn überall sind wertvolle Artefakte und Gegenstände verteilt, die viel über die fremde Kultur preisgeben und dazu einladen, wirklich jeden Winkel der offenen Spielwelt zu erkunden. Mithilfe der Schnellreise, die ebenso an der Feuerstelle aktiviert werden kann, dürft ihr auch zu längst bereisten Orten zurückkehren und dort jedwede Objekte, die zumeist in Kisten versteckt sind, einsacken.

Playstation 4 Spieler dürfen sich vor allem über das Komplettpaket freuen, das Square Enix und Crystal Dynamics geschnürt haben. Die vorliegende Version enthält nämlich sämtliche bereits erschienenen Erweiterungen, einen neuen Koop-Modus und eine Playstation VR exklusiven Abschnitt. Somit übertrumpft die Version die Xbox One Portierung bei Weitem und das, trotz des gleichen Einstiegspreises. Und gerade die Koop-Erweiterung schenkt der Spielzeit weitere Stunden!


Technik


Ohne gleich auszuschweifen sei gesagt, dass die offene Spielwelt ein wahrer Genuss für das Auge ist, welches mit vielen kleinen und liebevoll umgesetzten Details besticht. Ob Laras Fußspuren im Schnee oder ein Wasserfall, der das reflektierende Licht zu einem Regenbogen wandelt - an all die verschiedenen Facetten wurde gedacht, die perfekt ins Spiel eingeflossen sind. Da gestaltet es sich auch als besonders angenehm, dass keine überflüssigen Anzeigen das Bild stören und nur ein immer stärker werdender Blutrand auf Laras nahenden Exitus hinweist. Gestochen scharf, wie schon das Gameplay, sind auch die tollen Cutscenes, die wirklich alles aus der Story herausholen und nicht selten für Überraschungsmomente sorgen, die fast schon Kinoreif sind.

Der Sound ist ebenso spannend, melancholisch, bedrückend und all das, was die aktuelle Situationen noch hergibt. Röchelnde Tiere und das tiefe Atmen der Protagonisten geben dem Moment den nötigen Tiefgang, der aus Rise of the Tomb Raider ein wirklich beeindruckendes Spiel macht. Die Sprachausgabe ist abermals auf Deutsch gehalten, muss diesmal aber ohne Nora Tschirner als Lara Croft auskommen. Stattdessen nimmt sich Maria Koschny der Vertonung an und leiht der heldenhaften und selbstlosen Archäologin ihre Stimme.

Die Steuerung wird mit den immer neuen Spielzeugen und Passagen teilweise recht fordernd. Ein schnelles Reaktionsvermögen ist unabdingbar, um bis zum Abspann des Spieles zu gelangen. Das Ganze wird noch mit ein paar Quick-Time-Events angereichert, die aber relativ großzügig in ihrer Umsetzung sind. Und auch das Wechseln der Waffe geht mithilfe des Steuerkreuzes in binnen von Sekunden und erspart so manches Nachladen, was hingegen ein paar Sekunden beansprucht. Das Handling mit dem Dual Shock 4 Controller ist im gesamten Blickpunkt optimal abgestimmt.


Fazit:


Rise of the Tomb Raider schafft es nicht nur eine stimmungsvolle Welt zu schaffen, die mit vielen Geheimnissen und Fundsachen bestückt ist, sondern auch Lara Croft nahezu perfekt uns Szene zu setzen. In einem Abenteuer, das mit viel Action und Spannung angereichert ist, schießt sie sich durch die Reihen ihrer Verfolger und setzt unzählige akrobatische Tricks ein, um langsam ihrem Ziel näherzukommen. Ergänzt mit einer wirklich phantastischen Optik und ausgereiften Technik, ist Rise of the Tomb Raider ein Must-Have-Titel. Wer das Spiel bereits für die Xbox One hat, muss nicht zwangsläufig die PlayStation 4 Version besitzen, durch die zusätzlichen Features lohnt es aber dennoch.

Doch eines ist zusammenfassend festzustellen – der dritte Teil der Trilogie kann kommen!

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 205 mal gelesen und wie folgt bewertet:
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Ciaochsi veröffentlicht 29.11.2017
    sh, bh käme zu spät
  • Ben.N veröffentlicht 25.10.2017
    sh
  • Sommergirl-Mary veröffentlicht 04.10.2017
    bh
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Produktdaten : Rise of the Tomb Raider (Playstation 4)

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Long Name: Rise of the Tomb Raider

Genre1: Actionspiel

Kennung: Playstation 4

Studio: Square Enix

Hersteller: Square Enix

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 21/11/2014