Ritter mit Sex Appeal
25.09.2001
Pro:
tolle schauspielerische Leistung, gute Filmmusik, schöne Menschen ; - )
Kontra:
teils schlechte Kulisse
Empfehlenswert:
Ja
 Storm
Über sich:
Zur Zeit ruht der Account... ich bin schreibunlustig!
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 150 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Gestern war Montag. Nun... das ist ja nichts besonders könnte man meinen... Bei uns ist allerdings montags Kinotag und das bedeutet, dass ich schon mal die ein oder andere Kinokarte für sieben DEM ergattere und mich von schönen Filmen berieseln lasse. Falls ihr noch nicht am Ende des Berichtes seid und schon bewertet habt möchte ich noch kurz erwähnen, dass die Inhaltsbeschreibung sehr ausführlich ist, jedoch das Ende nicht komplett verraten wird. Ich hielt es in diesem Fall für unumgänglich ein wenig mehr vom Inhalt preiszugeben, da der Film sehr umfangreich ist.
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° >>>> INHALT <<<< °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Schon als kleiner Junge bewundert William Thatcher die Ritter beim Einzug in die Kampfarena zum Lanzenduell. Sein festes Ziel ist es irgendwann einmal in der Arena zu kämpfen. Dies erweist sich aber als äußerst schwieriges Unterfangen, wenn man als Sohn eines Dachdeckers in einem ärmlichen Dörfchen nahe London zur Welt kommt. Mit jungen Jahren wird William als Junker bei Sir Ector angestellt und begleitet diesen fortan mit seinen Knappen Roland und Wat zu sämtlichen Ritterturnieren rund um die Welt. Justamente vor dem letzten Lanzenduell, welches zum Sieg fehlt, scheidet Sir Ector durch merkwürdige Umstände aus dem Leben. Die Not ist groß, Geld und Essen sind knapp (um nicht zu sagen gar nicht vorhanden) und Sir Ector sollte die letzte Chance sein. Kurzerhand entschließt sich William dazu den Kampf zum Ende zu bringen und auch zu gewinnen. Obwohl er als Nichtadeliger, ganz zu Schweigen von der Vorbildung, gar nicht an einem Turnier teilnehmen darf zwängt er sich in die Rüstung und betritt die Arena. Da Sir Ector schon grandios 3:0 Lanzen vorgelegt hat, besteht Williams Aufgabe lediglich darin auf dem Pferd sitzen zu bleiben und auf keinen Fall runterzufallen. Trotz eines harten Treffers bleibt William sitzen und der Sieg ist sein. Die gewonnene vergoldete Pfauenfeder lässt sich schnell in Silbertaler umtauschen und Roland und Wat träumen schon von zu Hause... William jedoch nimmt ihnen schnell den Wind aus den Segeln und erläutert ihnen seinen Plan. Beim nächsten Lanzenturnier in Rouen will er wieder mitreiten und selbstverständlich gewinnen. Einen Monat lang wird hart trainiert und dann machen sich die drei Burschen auf den Weg nach Frankreich. Unterwegs begegnen sie Geoff einem spielsüchtigen Dichter, der sich bereit erklärt für William die nötigen Urkunden zu fälschen, damit er als Adeliger am Turnier teilnehmen kann. Sir Ulrich von Lichtenstein aus dem schönen Gelderland ward geboren.
Das Turnier verläuft sehr gut für William und erst im letzten Duell verliert er gegen Graf Adhemar aus Frankreich. Dieser ist von Anfang an nicht gut auf Sir Ulrich zu sprechen, da die Edeldame Jocelyn der er sich schon längst versprochen fühlte, eine kleine Schwäche für den lieben William hat. Beim nächsten Kampf muss William feststellen, dass Graf Adhemar schon vor dem ersten Kampf aufgibt, da sich der englische Thronfolger Prinz Edward unter der gegnerischen Rüstung versteckt. Kein Ritter traut sich gegen ihn anzutreten, aber William schließt sich dieser Vorurteile nicht an und kämpft. Durch diesen Kampf beweist er enormen Mut und der Prinz erweist ihm seinen Respekt.
Von nun an eilt William mit seinen beiden Junkern Roland und Wat, Geoff und der Schmiedin Kate von einem Turnier zum nächsten und holt sämtliche Siegestrophäen. Sein größter Wunsch jedoch, den Grafen Adhemar zu besiegen erfüllt sich nicht, da dieser sich in einer Schlacht befindet und nicht an den Kämpfen teilnehmen kann. Ein kleiner Trost ist allerdings die schöne Jocelyn, deren Herz er langsam aber sicher erobert und die ihn auf jedes Turnier begleitet. Graf Adhemar derweil brodelt vor Wut, weil William jedes Turnier für sich entscheidet. Schon länger vermutet er, dass mit Sir Ulrich von Lichtenstein irgendetwas nicht stimmt und er geht der Sache auf den Grund.
Bei der Weltmeisterschaft in London besucht William nach 12 Jahren der Abstinenz seinen Vater um ihm mitzuteilen, dass es ihm gut geht und er am nächsten Tag in der Arena seinen Finalkampf gegen Graf Adhemar bestreiten wird. Unter Tränen schließen sich Vater und Sohn in die Arme und feiern ihr Wiedersehen. Die Freude wird jedoch schon am nächsten Tag durch die Enthüllung von Williams Fassade als Sir Ulrich von Lichtenstein getrübt. Adhemar war ihm in sein Geburtsdorf gefolgt und hat durch Nachforschungen seine wahre Identität feststellen können. Nun steht William vor der Entscheidung – fliehen oder standhalten.
Wird William noch seinen ersehnten Kampf gegen Adhemar ausführen können? Liebt Jocelyn ihn auch als einfachen Sohn eines Dachdeckers? Und was ist eigentlich mit Prinz Edward? Diese Fragen beantwortet ihr euch am besten selbst, indem ihr schnellstmöglich ins Kino eures Vertrauens tigert und euch den Film anschaut ;-)
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° >>>> MEIN URTEIL <<<< °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° Nachdem ich eigentlich davon ausgegangen bin einen historischen Schnulzenfilm auf der Leinwand zu sehen, hat mich „A knight’s tale“ schnell vom Gegenteil überzeugt. Schon am Anfang, als die tobenden Zuschauer einstimmig „We will rock you“ von Queen anstimmen, merkt man, dass der Film nicht streng historisch aufgebaut ist sondern mit viel Witz und einem unglaublichem Charme die Bedeutung der Lanzenduelle im Mittelalter verdeutlichen soll.
Brian Helgeland, der mir bis dato vollkommen unbekannt war, hat einen Film produziert der sich nicht nur auf ein Genre beschränkt. Hinter der Historie verbirgt sich sehr viel Humor, Romantik und auch Spannung. Interessant ist es für den Zuschauer zu erfahren, wie das „Tjosen“ (so werden die Lanzenduelle genannt) im Mittelalter vonstatten gegangen ist und welch erschreckend hohen Gesellschaftswert es eingenommen hat. Hauptdarsteller Heath Ledger beweist nicht nur gutes Aussehen sondern auch ein hervorragendes schauspielerisches Debüt. Auch wenn er so gar nicht dem Typ von Mann entspricht, zu dem ich mich hingezogen fühle, hat er doch das gewisse überzeugende Etwas.
Als nicht von schlechten Eltern würde ich James Purefoy bezeichnen, der sich als Prinz Edward leider viel zu selten im Film zeigt. Sehr maskulin aber nicht übertrieben. Genau richtig ;-) Rufus Sewell macht selbst in der Rolle als Bösewicht Ahdemar eine wahnsinnig gute Figur und hat trotz aller Boshaftigkeit wirklich sehr schöne Augen ;-)
Bevor jetzt die männlichen Interessenten zu kurz kommen, möchte ich betonen, dass Shannyn Sassamon als Jocelyn ein sehr reizender Charakter mit sehr viel Ausstrahlung ist. Da sollte es sich selbst (ganz abgesehen von der Handlung des Films) für die Herrenriege rentieren dem Kino einen Besuch abzustatten. Die Filmmusik unterstreicht noch einmal die moderne Seite des Films. Mit rockigen Klängen und lauten Beats wird der Kinosaal aufgemischt und Schlafende wieder erweckt. Neben Queen steuerten auch David Bowie und Eric Clapton ihre Songs zum Soundtrack bei.
Das einzige, das ich bemängeln möchte, ist die teils mangelhafte Kulisse. Oftmals kam es mir so vor, als ob die Papphäuser jeden Augenblick aus den Angeln kippen. Meiner Ansicht nach ist der Film unerwartet gut gelungen und durchaus einen Kinobesuch wert. Es lohnt sich scheinbar doch auch mal auf neue Schauspieltalente zu setzen. Herzlichen Glückwunsch Mr. Helgeland.
°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°° >>>> ANHANG <<<< °°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°
>>> Darsteller William >>>>> Heath Ledger Roland >>>>> Mark Addy Adhemar >>>>> Rufus Sewell Jocelyn >>>>> Shannyn Sossamon Geoff >>>>> Paul Bettany Kate >>>>> Laura Fraser Wat >>>>> Alan Tudyk Edward >>>>> James Purefoy
Regie: Brian Helgeland Produzenten: Helgeland, Tim van Rellim, Todd Black
Kinoverleih: Columbia Tristar, USA 2001 Laufzeit: 132 Min
© Storm, September 2001
Nachtrag:
An alle, die schon gehofft haben, mich endlich los zu sein: Schade, Schade, Schade *g*
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04.04.2004 09:40
er ist einfach zuckersüß
04.04.2004 09:40
Ich fand die Kulisse wieder gut
25.05.2002 01:27
Ich habe schon viel gutes von dem Film gehört, es scheint immer besser zu werden