Über sich:ich bin (glaube ich zumindest *g*) ein ziemlich gut aussehnder aber leider sehr schüchterner österre...
Mitglied seit:02.08.2000
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Kann Sex zur Selbstverwirklichung führen?
Natürlich.
Aber bis es soweit ist, kommst du ganz schön ins Schwitzen. Die französische Feministin Catherine Breillat zeigt Pornografie als Sinnsuche.
Paul liebt Marie, sagt Paul. Warum weigert er sich dann mit seiner Frau zu schlafen? Sex findet im Kopf statt, klar, aber ganz ohne Körper geht es auch nicht, denkt Marie, und deshalb sucht sie in masochistischen Abenteuern nach der Befreiung aus den bourgouisen Zwängen ihrer Ehe. Ein schneller Fick mit dem Muskelprotz, der ihr im Bistro so schöne Augen machte. Eine brutale Vergewaltigung im Stiegenhaus. Und immer wieder Fesselspiele im Boudoir.
Romance beschreibt die wahllosen Beziehungen einer jungen Frau, und zwar so plakativ und deutlich, dass noch so mancher Filmfreund glauben wird, im falschen Kinosaal gelandet zu sein. Eine Frau nimmt sich, was sie will, und begreift dadurch, wer sie ist. "Romance zeigt menschliches Verhalten in seiner reinen und nackten Erscheinungsform, ohne Tabu und ohne moralische oder wissenschaftliche, soziale oder ästhetische Theorien”, stand im Katalog, als der Film 1999 im Hauptprogramm der VIENNALE lief. Natürlich kann man das auch einfacher ausdrücken: Romance zeigt Pornografie. Allerdings Pornografie im Zeichen einer neuen Zeit. Und hier kommt die Frage: Ist das nun Perversion oder Popkultur? ”Sex”, so sieht es Catherine Breillat, ”beutet dich nicht aus. Er transformiert dich, er kann dir helfen, dich selbst zu finden - egal wie erniedrigend oder pornografisch er ist.” Seit 25 Jahren bringt die streitbare Feministin, die als Gallionsfigur des französischen Frauenfilms gilt, Geschichten ins Kino, die sich explizit mit weiblicher Sexualität beschäftigen. Romance ist ihr bisher radikalstes Werk.
"Es war das erste Mal, dass ich einen Film wirklich völlig ohne Zensur machen konnte.” Vielleicht liegt das ja an Rocco Siffredi, einem Superstar der Pornoindustrie, der hier erstmals in einem ”richtigen” Film zu sehen ist. Ein Anblick, den sich keine Frau entgehen lassen sollte. Denn Siffredi hat einen Ruf zu verteidigen: Er gilt als Italiens schärfster Feminist.