Römer Fahrradsitz Jockey Comfort Konrad

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Römer Fahrradsitz Jockey Comfort Konrad

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Beim nächsten Mal doch lieber ein Anhänger...

3  13.06.2009 (16.06.2009)

Pro:
stabil, beim Umkippen des Rades ist das Kind relativ gut geschützt

Kontra:
sehr schwer, dadurch kippt das Rad leicht, Bezugsstoff trocknet sehr langsam

Empfehlenswert: Nein 

Hoernchen123

Über sich: Ab und zu wieder da :-)

Mitglied seit:27.03.2000

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 65 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Bis vor einer Woche sind wir mit diesem Kindersitz durch Berlin geradelt. Und wir würden es immer noch tut, hätte mir nicht jemand mein Rad mit diesem Kindersitz geklaut....
Bei diesem Fahrradkindersitz handelte es sich um den Römer Jockey Comfort Konrad, dem, laut Stifung Warentest, besten Kindersitz, den es derzeit gibt. Dies war der Grund, weshalb wir uns für diesen Sitz entschieden hatten. Im Raum stand damals auch die Frage, ob wir nicht lieber einen Anhänger kaufen, jedoch sind die so teuer, dass sie sich wohl erst lohnen, wenn man mehr als ein Kind hat. Zudem war mir das nichts, so ein Anhängsel am Rad zu haben, es kam mir unsicher vor, obwohl ich weiß, dass ein Fahrradanhänger immer wesentlich sicherer ist als so ein Sitz. Mehr dazu im Bericht, nun aber erst einmal die Fakten...

1.Hersteller, Bezugsquelle, Preis

Der Kindersitz ist von der britischen Firma Britax-Römer, die auch Autositze für Kinder und Buggys herstellen.
Die Kontaktdaten des Herstellers lauten:
Britax Childcare Limited
3000 Hillswood Drive
Hillswood Business Park
Chertsey
KT16 0RS
United Kingdom

Die deutsche Internetpräsenz findet man hier:
www.britax-roemer.de
Auf dieser Seite findet man auch die Kinderfahrradsitze mit allen Produktdetails und Fotos der beiden unterschiedlichen Designs, nämlich den grauen Sitz „Konrad“ und das neuere, rote Modell „Sophia“. Auch Informationen zum Anbau inklusive einem Video sind dort abrufbar.

Wir haben unseren Sitz damals bei mytoys.de bestellt. Wir hatten zunächst überlegt, den Sitz bei Ebay zu kaufen, allerdings lohnt sich das kaum, denn die Sitze werden fast zum Neupreis gehandelt und es kommen ja noch Versandkosten hinzu, die nicht niedrig sind, denn der Sitz ist groß und schwer.
Wir haben für den Sitz vor ca. 2 Jahren 110,- Euro bezahlt, momentan gibt es die Sitze ab 84 Euro neu zu kaufen, sowohl im Fahrradfachhandel, als auch im Internet.

Im Lieferumfang des Sitz ist neben dem Sitz an sich auch die Halterung, die ans Fahrrad angebaut wird. Man kann für ca. 20 Euro eine weitere Halterung nachkaufen, wenn man den Sitz auf mehreren Rädern nutzen will. Dann braucht man nur den Sitz abnehmen und dann ihn auf ein anderes Fahrrad aufstecken.


2.Produkteigenschaften und deren Alltagstauglichkeit...

Das Wichtigste zuerst: der Kindersitz erfüllt die europäische Prüfnorm DIN EN 14344 für die TÜV/GS-Prüfung. Er ist geeignet für Kinder mit einem Gewicht von 9-22 kg und für das Alter von 9 Monate bis 4 Jahre empfohlen. Man kann ihn aber bis ca. 7 Jahre nutzen, aber das ist wohl eher unrealistisch. Meine Tochter ist 4 und fährt jetzt schon oft mit ihrem eigenen Fahrrad und nur noch auf größeren Touren ist sie im Kindersitz gefahren. Ich denke, so bis maximal 5 Jahre kann man so einen Sitz gebrauchen.

Der Sitz wird am Sattelrohr mittels einer Halterung befestigt und das Kind sitzt dann hinter dem Fahrer. Die Sitze, bei denen das Kind vorn auf der Stange sitzt, sind nur für sehr kleine Kinder geeignet und zudem besteht bei einem Sturz die Gefahr, dass der Erwachsene auf das Kind drauffällt.
Er kann nicht an allen Fahrrädern angebaut werden, an das Mountainbike meines Freundes konnten wir ihn beispielsweise nicht anbauen, da zu wenig Platz für die Halterung war. Der Sitz passt an alle gängigen Sport-und Cityräder der Größen 26“ und 28“ mit rundem Sattelrohr und einer Gepäckträgerbreite von 150 mm. Das Sattelrohr muss einen Durchmesser von 28-40mm haben. Das trifft auf die meisten üblichen Räder zu, nur wie gesagt, bei Mountainbikes kann es durchaus Probleme geben.
Man kann den Sitz eigentlich ganz einfach aus der Halterung rausnehmen. Eigentlich. Ich fand das sehr schwierig, irgendwie hat die Halterung immer geklemmt, so dass ich nur sehr selten den Kindersitz herausgenommen habe. Eigentlich blöd, denn bei Fahrten ohne Kind hätte ich gern auf den schweren Kindersitz verzichtet und diesen eben im Keller stehen gelassen. Außerdem werden solche Sitze gern mal geklaut (bei Ebay gibt es auch erstaunlich viele Sitze ohne Halterung zu kaufen *zwinker *....), weshalb ich erst recht gern ab und an den Sitz gern zu Hause gelassen hätte bei Fahrten, bei denen ich ihn nicht brauchte.

Der Kindersitz hängt quasi mit zwei Federstahlbügeln über dem Gepäckträger (den man dann natürlich nicht mehr nutzen kann). Diese Bügel sind absolut stabil. Bekannte von uns haben einen billigen Sitz und der federt wie wild, der Sitz wackelt bei jedem Schlagloch und sieht aus, als ob er bald abbricht. Solcherlei Beobachtungen haben wir bei unserem Sitz zum Glück nie gemacht.

Der Sitz hat einen weichgepolsterten Gurt, der sich leicht verstellen lässt. Er ist auch sicher und kann vom Kind eigentlich nicht allein aufgemacht werden (er rastet gut ein und man braucht schon etwas Kraft, um ihn aufzumachen). Auf dem Sitz an sich ist ein abnehmbarer Bezug. Beim Modell Konrad besteht er aus einer Art Schaumstoff mit grauem Bezug. Bei Regen saugt er sich total mit Wasser voll und braucht lange (ca. 2 Tage), um zu trocknen! Ich habe daher irgendwann immer eine große Tüte über den Sitz gestülpt, wenn ich das Rad bei Regenwetter draußen stehen lassen musste. Es gibt dafür auch richtig Schutzüberzüge für ca. 15 Euro.
Man kann den Bezug zwar abnehmen (ich hab es einmal zum Trocknen auf der Leine gemacht), aber das wieder heranmachen ist sehr fummelig und schwierig. Ich kann es nicht empfehlen und bin froh, dass wir nie großartige Verschmutzungen in dem Sitz hatten, so dass wir ihn nie waschen mussten. Krümel kann man ja einfach abbürsten ;-)

Es gibt einen großen Speichenschutz an den Seiten und die Füße können zusätzlich festgeschnallt werden, so dass das Kind keinesfalls mit den Füßen in die Speichen geraten kann. Diese Schnallen aus Plastik gingen oft sehr schwer zu und genauso schwer wieder auf. Das war immer wieder sehr nervig und ärgerlich.

Man kann den Sitz an vielen Stellen verstellen und das geht auch wirklich leicht. Man kann die Fußrasten hoch-und runterstellen, die Rückenlehne verstellen und die Rückenlehne auch nach hinten neigen, quasi in Schlafposition. Das fand ich eigentlich toll, es war für mich auch der Grund, weshalb ich den Römer Jockey Comfort gegegenüber dem Jockey Relax vorgezogen haben...eben diese Schlaffunktion. Allerdings hat es bei uns nix genützt..wenn unsere Tochter im Sitz eingeschlafen ist und wir den Sitz nach hinten geneigt haben (geht ganz schnell, man muss das Kind auch nicht abschnallen), ist sie dennoch beim Fahren immer mit dem Kopf nach vorn gefallen.

Der Römer Jockey Comfort wiegt stolze 8,5 kg. Das klingt nicht viel, ist aber sehr viel, vor allem wenn man mit Rad plus Sitz Treppen zu bewältigen hat. Hat man dann noch ein mindestens 9kg schweres Kind im Sitz kann man das Rad nicht mehr anheben (das ist wohl auch besser so ;-)) und man muss auch sehr aufpassen, dass einem das Rad nicht mitsamt Kind umkippt, während man das Kind beispielsweise gerade hinsetzt. Mit einem normalen Fahrradständer ist da nichts zu machen, wir mussten einen Zweibeinfahrradständer kaufen und dann immer noch natürlich das Rad beim Hineinsetzen/Herausnehmen des Kindes in den bzw. auf den Sitz sehr gut festhalten. Mit anderen Worten: mit einer Hand hält man das Rad, mit dem anderen schwingt man dann ein bis zu 22kg schweres Kind in den Sitz. Ich gebe es offen zu: mir ist zwei Mal das Rad mit meiner Tochter darin umgekippt. Es ging ganz schnell, dass das Rad das Gleichgewicht verlor und umkippte. Auffangen war nicht mehr möglich! Gott sei Dank ist beide Male nichts passiert. Sie hatte immer einen Helm auf und dank der relativ hohen „Seitenwände“ von dem Sitz kam sie bei beiden Stürzen nicht auf dem Boden auf. Nichtsdestotrotz habe ich in diesen Momenten sehr bereut, dass ich mich damals für einen Kindersitz und gegen einen Anhänger entschieden habe!
Auch beim Fahren ist es sehr mühsam, da der Kindersitz recht weit oben ist und damit der Schwerpunkt des Fahrrades sehr weit oben und hinter dem Fahrer ist. Es ist gewöhnungsbedürftig und richtig wohl war mir eigentlich nie, weshalb wir immer nur kurze Strecken gefahren sind und fast nie auf Straßen, sondern nur auf Radwegen oder durch Parks, Kleingartenanlagen und ähnlichem.

Unser Fazit

Unter den Fahrradsitzen für Kinder ist der Römer Jockey Comfort schon der beste. Er ist sehr stabil, lässt sich gut und einfach verstellen je nach Größe des Kindes, und wenn man mit dem Rad umkippt, ist das Kind relativ gut geschützt. Allerdings würde ich mich kein zweites Mal für einen Kindersitz entscheiden, sondern doch einen Fahrradanhänger kaufen, denn mich hat vor allem das Gewicht des Sitzes sehr gestört und mir das Gefühl gegeben, dass das Fahrrad jederzeit umkippen kann.
Ich gebe dem Sitz 3 Sterne, denn sicher ist er an sich schon und definitiv stabiler als andere Kindersitze. Aber es gab eben doch zu viele negative Aspekte, so dass ich mich nicht nochmal für einen Kindersitz entscheiden würde.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ciao2002

ciao2002

19.06.2009 12:14

Wir haben beides und wir wissen aus Erfahrung: Auch ein Anhänger kann leicht kippen - schneller als man denkt. Diese Erfahrungen haben nicht nur wir gemacht. LG, Daniela

HilkMAN

HilkMAN

14.06.2009 09:55

Vor sowas hätte ich auch Angst - die Diskussion zwischen Sitz und Anhänger fiel bei uns eher kurz aus.

jaros

jaros

13.06.2009 21:16

danke für die Infos, Gruß!

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