Rosen - Tipps & Tricks

Erfahrungsbericht über

Rosen - Tipps & Tricks

Gesamtbewertung (18): Gesamtbewertung Rosen - Tipps & Tricks

 

Alle Rosen - Tipps & Tricks Testberichte

 Eigenen Erfahrungsbericht schreiben


 


Rosen richtig schneiden

5  16.03.2002

Pro:
starker Rückschnitt fördert das Wachstum

Kontra:
nich zu zaghaft beim Schneiden sein

Empfehlenswert: Ja 

Arim

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:193

Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 200 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
NOTWENDIGE VORBEMERKUNGEN
ZUR SYSTEMATIK DER ROSEN
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>


In meinem heutigen Bericht wende ich mich der „Königin der Blumen“, – der Rose zu.
Sie ist, wie Euch sicher bekannt ist, eine der ältesten Kulturpflanzen außerhalb der für die menschliche Ernährung genutzten Gewächse.

Die Rosen treten uns in vielen Erscheinungs- und Wuchsformen (Habitus) entgegen und wir haben bei ihrer Hege und Pflege so manche Besonderheit zu beachten.
Die Rosa gigantea klettert zum Beispiel ca. 30m hoch, während die Kleinsten, unsere Miniaturrosen so etwa 60 cm Höhe erreichen.

Man kann die Rosen wie folgt gruppieren(Quelle: BOTANICA, Könemann Verlagsgesellschaft mbH, ISBN 3-8290-0868-6), wobei es sicher auch andere Systematikmöglichkeiten gibt:

I. WILDROSEN
II. ALTE ROSEN
01. Gallicarosen
02. Damaszenerrosen
03. Centifoliarosen
04. Moosrosen
05. Albarosen
06. Chinarosen
07. Teerosen
08. Portlandrosen
09. Bourbonrosen
10. Noisetterosen
11. Boursaultrosen
12. Remontantrosen
13. Alte Kletterrosen
14. Pimpinellifolia- und Rubinginosarosen

III. MODERNE ROSEN
01. Beetrosen
- Teehybriden (Edelrosen)
- Floribundarosen
- Polyantharosen
02. Strauchrosen
- Moschushybriden
- Rugosahybriden
- Englische Rosen
03. Bodendeckerrosen
04. Moderne Kletterrosen
05. Miniatur- oder Zwergbengalrosen


Über Rosen zu schreiben ist ein Vorhaben, welches ganze Bücher füllt, wovon ihr Euch in einer gut sortierten Buchhandlung sehr schnell selbst überzeugen könnt.

Da es in dieser Ciao- Rubrik um Tricks und Tipps geht, möchte ich heute über meine Erfahrungen beim Schnitt von Beetrosen für den Garten schreiben, da das die Gruppe ist, die am weitesten in den Gärten verbreitet ist.


>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
WARUM SCHNEIDE ICH MEINE ROSEN ?
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

So mancher wird sich die Frage stellen, warum überhaupt Schnittarbeiten bei Rosen notwendig sind, denn in der freien Natur schneidet ja auch niemand an den Pflanzen rum und trotzdem gedeihen sie prächtig.
Für die Wildpflanzen trifft diese Einschätzung sicher zu, aber stimmt das auch für die von uns Menschen über viele Jahrhunderte durch Züchtungseingriffe veränderte Erbsubstanz vieler Kulturpflanzen?
Ich denke nein. Haben wir die Pflanzen erst mal unseren Kulturansprüchen- und Ästhetikempfinden durch Züchtung angepasst, so kommen diese Hybriden ohne weitere menschliche Hilfe und Unterstützung in der Arten- und Sortenerhaltung nicht aus.

Betrachten wir unter diesem Gesichtspunkt unsere gezüchteten Gartenrosen, so wird sehr schnell klar, dass die Züchtungen gegenüber vielen Wildrosen in der Blühwilligkeit, Blütenfarbe, Blütengröße, Füllung der Blüten und im Blütenduft wesentlich auffälliger sind.
Ich vermeide mit Absicht das Wort „schöner“, denn das ist wieder eine Frage des ästhetischen Empfindens des Einzelnen. Der Eine mag es zart und lieblich, der Andere prall und auffällig.
Egal- wir müssen in der Pflege der Rosen einiges tun, um bestimmte Eigenschaften der Züchtungen zu erhalten.

Durch den Rosenschnitt können wir dazu beitragen, dass die Gartenrosen insbesondere ihre Blühwilligkeit und Blütengröße erhalten.

Letzter Gedanke zu diesem Abschnitt:
Wie Ihr sicher selbst an Euren Rosen bemerkt habt, erscheinen die Blüten immer am neu getriebenen Holz. Wir Fachleute sagen dazu „am diesjährigen Holz“ oder am „einjährigen Holz“.
Je mehr dieser jungen Triebe also vorhanden sind, desto mehr Blühfähigkeit hat die Pflanze (©Arim).
Damit ist eines der wichtigsten „Geheimnisse“ des Rosenschnittes gelüftet – ich muß mit dem Zurückschneiden der alten Triebe die Rosenpflanze animieren, möglichst viele neue Triebe zu bilden.


>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
WANN SCHNEIDE ICH MEINE ROSEN ?
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Von der alten Auffassung, die Rosen im Herbst grob runter zu schneiden bin ich längst abgerückt, weil ich die Erfahrung gesammelt habe, dass bei ungünstigen Winterverlauf die zurückgeschnittenen Triebe mehr gelitten haben als die Ungeschnittenen.
Auch wenn mancher Nachbar vor lauter Sauberkeitsfimmel den Mund ob dieser „ungepflegten“ Rosen im Winter verzogen hat – mein Rosenbestand war mir wichtiger als das Gerede der Leute.
Das Einzige, was ich an den Rosen vor dem Winter mache ist, die Früchte (Hagebutten) entfernen und zwar dann, wenn die Einzelblüte verblüht ist.
Die Fruchtbildung und Fruchtreife kosten der Pflanze sehr viel Kraft, die sie besser in die anderen Wachstumsprozesse investieren soll.
(Also Ihr seht, es ist nicht so kompliziert, eine Pflanze nach Eurer Pfeife tanzen zu lassen!)

Der Rosenschnitt selbst erfolgte bei mir in den letzten Jahren etwa in den Monaten Februar / März. In diesem Jahr waren wir sehr zeitig dran, da der Rosenaustrieb bereits in der ersten Februarwoche einsetzte.
Dieser beginnende Austriebsprozess (d.h. die Knospen platzen auf), ist für mich
(© Arim)das Zeichen, zur Schere zu greifen und mein Werk zu vollbringen.

Erfolgt der Schnitt zu spät, dann ist die Rosenpflanze schon zu sehr im Saft und wertvolle Kräfte für die Triebneubildung gehen durch den zu späten Schnitt verloren.

Ich möchte natürlich nicht verheimlichen, dass ein Restrisiko durch starken Spätfrost verbleibt, welches nicht völlig auszuschließen ist, da man ja selbst das Wetter nicht steuern kann.


>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>
WIE SCHNEIDE ICH MEINE ROSEN ?
>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>

Rosenschnitt ist Individualarbeit.
Es gibt zwar Grundsätze, auf die ich gleich zu sprechen komme, aber jede Pflanze ist anders und muß individuell betrachtet und geschnitten werden.
Schematismus führt garantiert zu Schnittfehlern.

1.Grundsatz:
Es sollte eine gute, scharfe Rosenschere verwendet werden, die wirklich schneidet und den Trieb nicht abquetscht.

2.Grundsatz:
Schnittorientierung sind die „Augen“ bzw. schon erkennbaren Austriebsknospen. Man schneidet niemals bis an diese Stelle heran, sondern setzt den Schnitt etwa 0,5 cm darüber an, so dass ein kleiner Zapfen stehenbleibt.
Ihr werdet später beobachten, das dieser Zapfen immer etwas zurücktrocknet. Beachtet man diesen Umstand nicht, kann das zum Vertrocknen der Austriebsstelle führen.
Der Schnitt selbst wird so ausgeführt, dass die Schnittstelle eine leichte Schrägneigung aufweist, damit Regenwasser abfließen kann. Ein sogenannter „Wurstschnitt“ ist auch nicht das Richtige, da die Wundfläche zu groß wird und Krankheitserreger eine größere Angriffsfläche haben(bei starken Trieben kann die Schnittstelle auch mit Baumbalsam oder Baumwachs versiegelt werden, aber in der Regel ist das bei Rosen nicht notwendig).

3.Grundsatz:
Ich verfahre nach folgendem Grundprinzip: schwachwachsende Sorten werden auf etwa 5 bis 6 Augen bei etwa Beibehaltung von 5 Trieben zurückgeschnitten, starkwachsende Sorten dürfen die 3 stärksten Triebe behalten und werden auf etwa 3 Augen zurückgeschnitten.
Ich unterscheide also weniger nach der Rosengruppe (Teehybride, Floribunda oder Polyantha), sondern mache mein Schnittverhalten in allererster Linie von den Wuchseigenschaften der Sorten abhängig.

4.Grundsatz:
Bevor ich mit dem Schnitt beginne schau ich mir natürlich den Gesamtzustand der Pflanze an. Vertrocknete Triebe werden ohne lange zu überlegen sofort herausgeschnitten, denn sie nutzen ja niemanden.
Triebe, an denen die grauschwarzen Blattlauseierkolonien zu erkennen sind, werden ebenfalls entfernt.
Ist Grundsatz 3 noch einzuhalten, schneide ich auch die ganz schwachen und dünnen Triebe, bzw. solche, die nach innen wachsen von vornherein heraus.


Mit diesem Herangehen an den Schnitt erziele ich seit vielen Jahren befriedigende Blühleistungen meiner Rosen und gesunde, kräftige Pflanzen.

Ich kann Euch nur raten, die Schnittangst abzulegen und lieber etwas kräftiger, als zuwenig zu schneiden.

Also los- rann an die Schere und Retten was zu retten ist, wer seinen Rosenschnitt noch nicht durchgeführt hat (es ist fast schon zu spät).

Viel Spaß bei den Schnittarbeiten und die Handschuhe nicht vergessen, die Rosen stacheln können ganz schön piksen!


Euer Arim

(© Arim 16.03.2002)


Diesen Bericht empfehlen auf Google+
Sponsoren-Links
Ihre Bewertung dieses Erfahrungsberichtes

Wie hilfreich ist dieser Erfahrungsbericht für Ihre (Kauf-)Entscheidung?

Bewertungsrichtlinien

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
LosGatos

LosGatos

29.09.2003 20:45

Hallo Arim, ich habe jetzt hier in diesem älteren Beitrag bei dir nachgelesen, weil ich hoffte, Antwort auf folgende Frage zu finden: Meine Frau hat einige Topfrosen aus dem Supermarkt im Frühling in den Balkontrog gepflanzt. Ist irgendetwas zu beachten, damit die Pflanzen gut durch den Winter kommen? adios LosGatos

CyberQueeny

CyberQueeny

28.05.2003 01:10

Rosen sind schon eine schöne Sache. Bei uns sind jedes Jahr welche im Garten..CQ

urlaubsgaby

urlaubsgaby

06.04.2002 20:18

.....und ich hab immer noch kein Gärtchen..... lG Gaby

Eigenen Kommentar schreiben

max. 2000 Zeichen

  Kommentar abschicken


Bewertungen
Dieser Erfahrungsbericht wurde bislang 4361 mal gelesen und von Mitgliedern wie folgt bewertet:

"sehr hilfreich" von (100%):
  1. aquaqueen
  2. LosGatos
  3. eluthieria
und weiteren 209 Mitgliedern

Informationen zur Berechnung der Gesamtbewertung.