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Dieser Film ist einer von denen, die man zwanzig Mal sehen kann, und trotzdem das einundzwanzigsten genießen kann. Scheidungsanwalt Gavin (Danny De Vito) erzählt die Geschichte zweier langjährigen Freunden einem Klienten zur Mahnung und zur Warnung. Oliver (Michael Douglas) und Barbara ( Kathleen Turner) sind offenbar ein Traumpaar, seit siebzehn Jahren glücklich verheiratet. Es war Liebe auf den ersten Blick, kaum haben sich die beiden kennengelernt, laden sie im Bett und vor dem Traueralter.
Die Jahre sind vergangen, wie erwähnt bereits siebzehn, Oliver Rose ist mittlerweile ein erfolgreicher Jurist (Kanzleipartner von Gavin) und Barbara Rose, die ehemalige Turnerin, seine sehr attraktive Frau. Die magere Jahren sind vorbei, die beiden haben gemeinsame Hobbys, zwei meist niedliche Kinder -wenn auch übergewichtig, zwei Autos, ein Hund (gehört Oliver), eine Katze (gehört Barbara), Baccarat Kristallgläser und ein eigenes Haus. Nun die Kinder sind nicht mehr ganz so niedlich, der Teenageralter ist bekanntlich nicht so attraktiv für die Eltern, und Barbara will mehr als Gattin sein, und sich mit der eigenen Küche beschäftigen: Die Ehe mißrät allmählich zu einer Zweckgemeinschaft. Als Barbara sogar einen guten Job ( sie startet einen Partyservice) und eigenes Geld bekommt, muß sie erkennen, daß die Ehegemeinschaft nicht mehr einen Sinn hat, und die Bevormundung ihres Ehemanns noch weniger.. Und je erfolgreicher sie wird, desto mehr bestätigt sich in ihren Vorhaben: Sie will die Scheidung, und das Haus.
Spätestens in diesen Moment, weiß es Oliver auch, der gar keine Ahnung über die Gefühle von Barbara gehabt hat. Besser gesagt, der wollte keine Ahnung haben: Die Wandlung von Barbara von der braven, lieben Ehefrau zur Karrierefrau konnte er nie wirklich akzeptieren. Geschockt über die Förderungen seiner Frau, beschließt nach Rücksprache mit seinem Freund Gavin- der nun mal berufliche Erfahrung mit solchen Fällen hat- das Haus zu behalten , und bis zu der gerichtlichen Entscheidung unter einem Dach mit Barbara zu bleiben. Für sie bedeutet das eine Kriegserklärung. Denn Oliver hat zwar das Haus bezahlt, sie hat aber erst davon ein Heim gemacht, und viel zu viel Arbeit darin gesteckt. Das ganze eskaliert , die Aktion werden immer brutaler, bald kommt es zur handgreiflichen Auseinandersetzungen. Nebenbei wird das Haus von beiden langsam aber sicher zerstört : Stück für Stück- Hauptsache man tut dem anderen weh. Es folgt eine einmalige Reihe von Schikanen, die Katze muß auch dran glauben, der Hund ebenfalls (das glaubt mindestens Oliver), die Haushilfe (köstlich: Marianne Sägebrecht) versteht die Welt nicht mehr, und es dauert nicht lange bis die beide nach einer wilden Jagd am Kronleuchter hängen ( den Barbara vorher, nichts ahnend was der Zufall mit sich bringt, sorgfältig präpariert hat).
Danny DeVito ist ein Schlitzohr: Wenn er seine Lieblingsbeschäftigung nicht nachgeht (füttern während der ganzen Oscarverleihung -Erdbeeren bevorzugt ), dreht er Filme mit irritierenden Titeln. Der Originaltitel des Films verweist sarkastisch und ironisch auf ein historisches Ereignis- die "Rosenkriege" zwischen den Geschlechtern York und Lancaster im England des 15. Jahrhunderts, ganze 35 Jahre Kriege. Bei den Roses dauert zwar nicht so lange, sie sind aber genauso verbissen und verbittert (besonders Barbara). Wie damals die Lords um den Tower kämpfen, kämpfen jetzt die Roses um ihrem Haus und um alles , was das verkörpert. Der Film wird so zu einer herrlichen , rabenschwarzen Komödie. Die Pointen sind geschickt und bedacht vorbereitet, exakt plaziert und nuanciert. Die scheinbar vom Glück begünstigte Ehe endet im Haß und Selbstzerstörung. Die Geschichte steigert sich fast unmerklich zu einen Crescendo immer greller und bunter werdenden Effekten, die konsequent Richtung Horror führen. Die Hauptdarsteller boten eine Meisterleistung , Douglas und Turner haben gezeigt, daß es auch anders geht. Bis zu diesem Zeitpunkt wollte Hollywood sie nur als eine Art Filmtraumpaar, und sie haben alles getan, um dieses Image zu entfliehen. Die Bilderbuch-Idylle entwickelt sich zu einem atemberaubenden Chaos, folgerichtig, skurril und überzeugend. Trotzdem der Film besitzt durchaus einen altmodischen moralischen Hintergrund , wobei die perfekte Inszenierung, die Stationen des ehelichen Zerwürfnisses zwischen boshafte Ironie und Anteilnahme geschickt in der Waage hält. Das Ergebnis ist erschreckend, aber überzeugend. Während eines Interviews von Danny DeVito wurde gesagt, daß ein Direktors Cut gibt. Das ist zwar nichts neues, es gibt schließlich immer ein Direktors Cut, dieses war aber so gemein, daß bestimmte Sequenzen gar nicht auf der Endversion kamen, um die Leute nicht abzuschrecken. Ich hoffe eines Tages kommt diese Version ins Licht, die hätte ich gerne gesehen...
20.01.2002 02:29
Ich sehe diesen Film immer wieder gern. An Witz und Tempo ist er in diesem Genre fast unschlagbar!!! LG safim
13.12.2001 18:53
Das ist eine der Filmkomödien, die ich mir sehr gerne angesehen habe. Die Situation lebt von der Überzeichnung und ist teilweise total verrückt.
12.11.2001 23:14
tja ich hoff immer nur, dass ich aus solchen berichten für meine zukunft lern...