Rosenkrieg, Der

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Michael Douglas vs. Kathleen Turner

5  04.09.2001

Pro:
s . u .

Kontra:
s . u .

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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Cephei

Über sich: "Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen üb...

Mitglied seit:18.04.2000

Erfahrungsberichte:196

Vertrauende:129

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 248 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet


... oder kurz gesagt: Der Rosenkrieg

Alles neu macht der September. Etwas abgewandelt, ich gebe es zu, aber doch nicht ganz falsch. Ich melde mich zurück, voller Tatendrang, und mit einer Geschichte der außergewöhnlichen Art. Die tiefschwarze Komödie "Der Rosenkrieg" aus dem Jahre 1989 ist wohl einigen Lesern mehr oder weniger bekannt, und könnte exemplarisch stehen für das absolute Gegenteil einer idealen Scheidung.

Danny DeVito als Regisseur und Schauspieler zeigte sich verantwortlich für eine wundervoll boshafte Komödie, in der sich Michael Douglas und Kathleen Turner einen knallharten Ehekrieg made in USA liefern ...


Zum Film:
*********


Die Geschichte beginnt in der Kanzlei des Scheidungsanwalts Gavin D'Amato (Danny DeVito), der gerade einen scheidungswilligen Klienten zu Besuch hat. Und dort erzählt er seinem Klienten und dem Zuschauer rückblickend die Geschichte des Ehepaares Barbara und Oliver Rose ...

Alles begann traumhaft und romantisch: Barbara Rose (Kathleen Turner), eine ehemalige Turnerin, und ihr arbeitssüchtiger Ehemann Oliver (Michael Douglas), ein erfolgreicher Rechtsanwalt, waren das perfekte Ehepaar. Doch mit der Zeit haben sie sich auseinandergelebt, nach siebzehn Ehejahren ist ihre Liebe erloschen und Barbara möchte sich von ihrem Mann scheiden lassen.

Wie sich herausstellt, ist das aber leichter gesagt als getan: Weil sie sich nicht einigen können, wer das gemeinsame Haus bekommen soll, bleiben sie beide vorerst unter einem Dach wohnen. Keine gute Idee, wie sich bald herausstellt, denn nach anfänglichem Belauern geht der wahnwitzige Krieg jetzt erst richtig los. Barbara wehrt sich nach Kräften, will Oliver das Hab und Gut nicht kampflos überlassen, und beide greifen dabei zu immer drastischeren Methoden.

War bei der Scheidung das gemeinsame Haus zunächst nur Streitobjekt, wird es nun immer mehr zum Kriegsschauplatz. Olivers schlitzohriger Partner D'Amato steht zwischen den rasenden Streithähnen und muss entsetzt mit ansehen, wie der Kampf der beiden um die gemeinsame Villa immer weiter ausartet. Der Ehekrieg endet in einer von purem Hass gelenkten, wahren Zerstörungsorgie und eskaliert zur tödlichen Auseinandersetzung ...


Rund um die Kulissen:
******************


Mit Michael Douglas und Kathleen Turner hätten die Rollen von Oliver und Barbara Rose wohl kaum besser besetzt werden können. Kathleen Turner zeigte schon in dem verrückten Streifen "Serial Mom", daß ihr die Rolle der rachsüchtigen und etwas abgedrehten Ehefrau wie auf den Leib geschneidert scheint, und auch Michael Douglas ("Falling Down") bestätigte hier früh sein Faible für zwiespältige Rollen.

Dabei waren Kathleen Turner und Michael Douglas ein eingespieltes Team, sie ergänzen sich hervorragend - schließlich kannten sie sich noch von Dreharbeiten zu dem Abenteuerfilm "Auf der Suche nach dem grünen Diamanten". Aus purem Trotz und reiner Sturheit bleiben Barbara und Oliver zusammen im Haus - die gemeinsame Villa selbst gerät immer mehr in den Hintergrund. Statt dessen wird es bei beiden nach und nach zu einer Art fixen Idee, von der keiner der beiden mehr ablassen kann, keiner will sich geschlagen geben.

Die beiden übertrumpfen sich gegenseitig mit perfiden Anschlägen, wobei sich alles von kleinen Gemeinheiten immer stärker zu einem erbitterten Kampf entwickelt. Er sabotiert ihren Paryservice, sie sperrt ihn in der Sauna ein - er überfährt ihre Katze, sie verarbeitet seinen Hund zu Pastete. Was als romantische Liebeskomödie beginnt, verwandelt sich also mit der Zeit zu einem handfesten Drama.

Dabei überwiegt Dank der intelligenten Inszenierung und den vielen überspitzten Situationen jedoch immer die augenzwinkernde Ironie und der böse Humor der Geschichte. Geschickt führt Danny DeVito als Olivers Anwaltspartner und Erzähler durch die Handlung. In einer kleinen, feinen Nebenrolle ist auch Marianne Sägebrecht zu sehen. Als Haushälterin Susan steht sie zwischen den Fronten und all ihre gut gemeinten aber zaghaften Schlichtungsversuche scheitern schon im Ansatz.

Der Film spielt mit einem starken Thema. Liebe, die sich in Hass verwandelt. Und es ist DeVito's Art von Film, sehr dunkel inszeniert. Er erzählt eine tragische Komödie und ein Abenteuer in Sachen menschliche Beziehungen, ein Abenteuer, das einige Leute vielleicht kennen - ein Abenteuer, das Scheidung heißt. Danny DeVito selbst ist im übrigen seit Ewigkeiten mit der Schauspielerin Rhea Perlman verheiratet.


Das Fazit:
*********


Regisseur und Schauspieler Danny DeVito drehte bereits 1989 diese gelungene Umsetzung einer im Kern nicht einmal sonderlich originellen Geschichte. Doch der wirklich tiefschwarze Humor und vor allem die ausgeklügelte Inszenierung machen diesen Film für mich zu einem echten Vergnügen. "Der Rosenkrieg" ist eine herrlich boshafte, perfekt getimte Satire auf den sogenannten American Dream, auf die amerikanische Ehe-Idylle.

Der Streifen hat auch nach mittlerweile zwölf Jahren nichts an Unterhaltung und Aktualität eingebüßt - es ist einer der Filme, die man mit Sicherheit schon das ein oder andere mal gesehen hat, bei denen man sich aber immer wieder freut, wenn sie erneut über den Fernsehbildschirm flimmern. Was mag die Moral von der Geschichte sein? Vielleicht, daß Hundebesitzer und Katzenbesitzer niemals heiraten sollten? Scheiden tut weh? Sicherlich, unter welchen Umständen auch immer.

Ich denke, als Zuschauer ertappt man sich schnell bei dem Gedanken, ein Fünkchen Wahrheit in allem zu erkennen. Darüber hinaus sollte man aber nicht den tiefen Sarkasmus und die bewußte Überzogenheit der ganzen Handlung aus den Augen verlieren, im Kern ist "Der Rosenkrieg" einfach eine köstliche bitterböse Satire. Perfekte Unterhaltung für einen vollkommenen Fernsehabend sind garantiert.

The War of the Roses, USA 1989 - Regie: Danny DeVito
Darsteller u.a.: Kathleen Turner, Michael Douglas, Danny DeVito, Sean Astin, Marianne Sägebrecht, Heather Fairfield, Peter Donat, Harlan Arnold;


© Cephei 04.09.2001

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
SweetAngel21

SweetAngel21

30.05.2002 17:02

Den Film mag ich auch! :) Liebe Grüße *SweetAngel*

Plavalaguna21

Plavalaguna21

04.02.2002 21:10

Ein toller Bericht über einen von meinen Alltime Favorites! ;-)

hspindler

hspindler

07.10.2001 14:47

Hervorragender Bericht. Ciao, Holger

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