Rosenrot mausetot / Patterson, James

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Rosenrot mausetot / Patterson, James

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Roses are red, violets are blue

4 8. Mai 2003

Pro:
Spannung bis zum Ende

Kontra:
Preis, leichte Schwächen in der Randgeschichte

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

mehr


Vanessa.Kensington

Über sich: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2005.

Mitglied seit:13.02.2003

Erfahrungsberichte:53

Vertrauende:19

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 106 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

„Rosenrot – mausetot“, ich muss zugeben, dass ist schon ein recht eigenartiger Titel. Vor allem, wenn man den mit dem Originaltitel „Roses are red“ vergleicht. „Roses are red” ist eigentlich ein Teil aus dem Kinderlied: "Roses are red, violets are blue, I'm so happy I'm home, I love all of you". So dass die Übersetzung insofern nicht ganz passend erscheint, zumal auch die Fortsetzung „Violets are blue“ heißt. Ob sich das auf die Qualität der Geschichte auswirkt?! Lest selbst:

[Rosenrot mausetot]
Geradezu skrupellose Bankräuber überfallen eine Reihe von Banken und halten Alex Cross und das FBI, unter der Ermittlerin Betsey Buccieri, in Atem. Alle Überfälle spielen sich nach dem gleichen Muster ab: Sowohl in der Bank als auch im Hause des jeweiligen Direktors werden Geiseln genommen und wenn der Banküberfall nicht im vorgegebenen Zeitrahmen verläuft gibt es Tote.
Doch auch diejenigen, die die Tat ausführen haben nicht viel von ihrem Gewinn, so findet Alex Cross die Täter des ersten Banküberfalles schon kurze Zeit später – vergiftet und auf grausame Art verendet.
Der Anführer, der sich das „Superhirn“ nennt will kein Risiko eingehen und bleibt zunächst unentdeckt.

Dann holt das „Superhirn“ zu seinem großen Coup aus. In Washington D.C. lässt er einen Bus entführen, indem die Kinder und Ehefrauen der Manager des Versicherungsunternehmens Hartfort eine Stadtrundfahrt unternehmen wollten. Unter Verweis auf die vorrangegangenen Bankraube droht das „Superhirn“ auch diese Frauen umzubringen

Die Geldübergabe deutet auf einen Täter aus dem Polizeibereich hin, denn das „Superhirn“ benutzt den FBI-Begriff Handy-Talkies. Da jedoch noch keine heiße Spur zum Täter vorliegt und man ein weiteres Blutbad befürchtet, lassen sich Cross und das FBI auf die Spielchen des Täters ein. – Die Geiseln erblicken die Freiheit wieder – lebend!

Dann ein Hinweis aus der Bevölkerung: Ein Mädchen glaubt ihren Vater an dem Coup beteiligt: Einen Polizisten! Bei einer Überprüfung des Beamten stellt sich heraus, dass er tatsächlich an dem großen Coup beteiligt war. Um Hafterleichterung zu erhalten, gibt er den Polizisten einen Tipp, der sie auf die Spur des „Superhirnes“ bringen soll:

Bei einer Verfolgung des eigenen Auftraggebers habe man diesen in eine psychiatrische Anstalt gehen sehen, die er auch während einer mehrstündigen Bewachung nicht wieder verlassen hatte. Das „Superhirn“ – ein genialer Irrer?!

Man stößt auf zwei Verdächtige, die beide zugeben an dem Coup beteiligt, jedoch nicht das „Superhirn“ zu sein. Dann kommt Cross erst richtig ins schwitzen:
Jemand beginnt die beteiligten Kollegen vom FBI zu töten . . .


[Alex Cross]
Detective Alex Cross ist der Hauptcharakter, die ganze Geschichte dreht sich im wesentlichen um ihn. Neben der Jagd auf das „Superhirn“, wird er auch von persönlichen Problemen geplagt:
Seine Frau starb schon vor Jahren.
Seine Freundin, die eben erst ihr gemeinsames Kind geboren hat, trennt sich von ihm. Im Zusammenhang mit früheren Ermittlungen in einem Mordfall war sie von einem Täter entführt und gefangen gehalten worden. Hierdurch leidet sie unter psychischen Problemen und Verfolgungswahn. Sie kann es nicht länger ertragen, dass Alex Polizist ist.
Seine Tochter bricht beim Boxtraining unvermittelt zusammen und erleidet einen epileptischen Anfall. Die Ärzte stellen einen Hirntumor fest und empfehlen eine sofortige Operation.
Folglich ist Alex zwischen seiner verzweifelten Freundin, seiner kranken Tochter und der Arbeit hin und her gerissen und verliebt sich ganz nebenbei noch in Betsey Buccieri.
Er wird als intelligenter, psychisch starker und dennoch emotionaler Mensch dargestellt. Von der Verbrecher-Jagd fährt er gleich ins Krankenhaus, von dort aus bei Bedarf noch zu seiner (Ex-)Freundin, um diese davon zu überzeugen, dass kein Mörder in ihrem Haus ist.
Cross ist mehr ein Übermensch, als ein üblicher Polizist, was ihn als Charakter schon fast unglaubwürdig wirken lässt.

[Das Superhirn]
Dem Leser wird nicht sehr viel über das Superhirn bekannt. Hin- und wieder lesen wir seine Gedanken, dann aber wieder die eines falschen Superhirns. Erst am Ende, ja auf der letzten Seite schließlich, glaubt der Leser das Superhirn entdeckt zu haben ... Ob er richtig liegt, wird der Leser vermutlich erst in der Fortsetzung „Violetts are blue“ erfahren.

[Bewertung/Kritik]
Das Buch beginnt bereits mit einem ziemlichen Schockeffekt, als bei dem ersten Banküberfall die Familie des Bankdirektors brutal ermordet wird. Dabei bekommt der Leser bereits einen Einblick in die Handlungsweise, als die Bankräuberin beim verlassen der Bank denkt: „Sekunden zu spät, aber das sollte so sein, die Familie sollte sterben“.
Den Ermittlern ist dies (noch) nicht bekannt. Sie vermuten, dass es der Zeitplan war, von dem abgewichen wurde, so dass die Täter die Drohung war machten.

Der Leser in „Rosenrot mausetot“ ist damit mehr oder weniger allwissend. Immer erfährt er die Gedanken, sowohl von Cross, als auch von einzelnen Tätern und auch vom Superhirn. Einige Kapitel dann sind aus der Perspektive von Cross geschrieben, vor allem am Anfang.
Dadurch ergab sich für mich ein Problem: Ich hatte den Klappentext nicht vorher gelesen, wusste also gar nicht worum es geht. So hatte ich anfangs irgendwie den Eindruck der Erzähler wäre eine Frau und wunderte mich schon, über die ungewöhnliche Familiengestaltung: Eine lesbische Ermittlerin, deren Freundin ein Kind von wem auch immer bekommen hatte.
Ich kann wirklich im nachhinein nicht mehr ergründen, wie dieser Eindruck entstand, aber irgendwie war es halt so ;)

Durch den knallharten Anfang bleibt der Leser im Stoff, hier wird eine große Spannung aufgebaut, man fiebert mit, ob die Täter noch weitere Opfer fordern werden, oder es den FBI Agenten gelingen wird, dies zu verhindern.

Auffällig an diesem Roman war vor allem, dass das Buch sehr viele sehr kurze Kapitel hat. So sind die Kapitel meist 2-3 Seiten lang und schildern das was der Leser zu diesem Zeitpunkt wissen sollte – Nicht mehr und nicht weniger! Einige Informationen werden dem Leser also sehr bewusst vorenthalten, um die Spannung zu steigern.

Dadurch weiß der Leser allerdings auch häufig mehr als die Ermittler, was schnell Fragen aufkommen lässt, wie etwas: „Warum merkt er das denn nicht?“
Die Antwort ebenso einfach: „Ihm fehlen Informationen!“ Und er befindet sich in einer Situation, in der der Leser sich eben gerade nicht befindet: Stress und Erfolgsdruck.
Da kann man nicht so logisch denken. Könnte Cross das auch noch, so ware er mir entgültig zu unglaubwürdig.
Ich denke, dass hierin eine stärke des Buches liegt: Der Leser weiß mehr als Cross und fiebert mit, hofft, dass Cross es rechtzeitig bemerken wird und einen weiteren Mord, eine weitere Tat verhindert.

Als kleines Manko könnte man anführen, dass Cross’ Tochter kaum Angst vor der OP hat und sich auch sehr schnell erholt. Eine Gehirn-OP ist eins ehr schwerer Eingriff, nachdem sicherlich die wenigsten Menschen noch am gleichen Tag wieder „ausgiebige“ Gespräche führen und Pläne für ihr Zukunft machen. Wenn also Patterson hier nicht die volle Grausamkeit einer solchen Krankheit schildern will, sondern diese schon enorm abschwächt, warum dann überhaupt diese Geschichte anbringen?!
Alles was der Autor dadurch erreicht, ist dass er Cross einen weiteren Stress-Punkt hinzufügt, der aber meiner Meinung nach nicht erforderlich ist.
Cross’ Tochter ist es übrigens, die diesem Buch zu seinem Titel verhilft, denn sie singt immer wieder singt: "Roses are red, violets are blue, I'm so happy I'm home, I love all of you".

[Fazit]
„Rosenrot mausetot“ ist insgesamt ein sehr gelungener Roman, der alles bietet was ein gescheiter Krimi bieten muss.
Ich selber habe „Rosenrot mausetot“ als gebundenes Buch – wie meistens – geschenkt bekommen. Wenn ich richtig recherchiert habe, ist es noch nicht als Taschenbuch erhältlich. Und 19,90 Euro finde ich nach wie vor relativ teuer für ein Buch, dass man im Endeffekt vielleicht ein- oder zweimal liest. Auch wenn es ein sehr schönes und spannendes Buch ist. Ich denke man kann ruhig auf ein Taschenbuch warten oder einfach ein Exemplar in der Bibliothek leihen. ;)
In Sternen würde ich bei einer 10ner Bewertung zu 8-9 tendieren, dass führt bei unserer 5-Sterne Bewertung zu 4 Sternen.
Die Abzüge gibt es zum einen für den mir schon fast zu perfekten Cross, für die oberflächliche Krankengeschichte und den Preis :=)

[Details]
Gebundene Ausgabe - 304 Seiten
Verlag: Ehrenwirth
Erscheinungsdatum: September 2002
ISBN: 343103313X

***Der Bericht entstand im Rahmen der Aktion „Bücherfrühling – Feed your head“ – ins Leben gerufen von Espionne und BlankAttack. Nun im Endspurt!***
 
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Paukenfrosch

Paukenfrosch

17.06.2007 13:39

ein superhirn gab es auch in einem meiner letzten thriller von c. thompson. scheint also mehrere zu geben ;-)))

der14Geist

der14Geist

10.01.2005 16:25

Das Buch steht auch ganz oben auf meiner Wunschliste. Gruß Mark

carmen

carmen

19.01.2004 12:35

Ich hab mir schon ewig vorgenommen, mal was von Patterson zu lesen. Bisher kenn ich nur die Verfilmung "Denn zum Küssen sind sie da". gruß, carmen

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Taschenbuch, 301 S., Thriller, Erschienen: 2004

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