Rover 214i

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Rover 214i

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Für Verrückte. Für mich.

4  01.05.2006 (21.11.2006)

Pro:
Günstiger Anschaffungspreis; Verbrauch ok; sieht gut aus; robust; zuverlässig; und vor allem :  es ist ein Rover

Kontra:
nicht der größte Fahrkomfort; wenig Fachwerkstätten; schlechte Ersatzteilversorgung; schlechter Wiederverkaufswert; Firma ist pleite

Empfehlenswert: Nein 

Samtpfote1213

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:35

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 37 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

+++ Kaufentscheidung und Kauf +++

Es gibt nichts zu beschönigen: Diese Entscheidung habe ich aus dem Bauch getroffen. Zum einen habe ich eine unerklärliche Schwäche für Rover, zum anderen keine Ahnung von Autos. Und als wäre das nicht schlimm genug, habe ich den Rover auch noch überstürzt gekauft, ohne mich vorher umfassend zu informieren, ich brauchte halt unbedingt sofort ein Auto. Dass ich „nur“ den 214i und nicht gleich den 25 genommen habe, lag an meinem begrenzten Budget.

Also habe ich ihn Anfang 2002 als Tageszulassung für 7.600 Euro gekauft, die Erstzulassung war Ende 2000. Tageszulassung heißt, der Wagen wurde vom Händler pro forma bei der Zulassungsstelle angemeldet, um ihn legal als Gebrauchtwagen verhökern zu können, es wurde jedoch nicht damit gefahren. Es heißt aber auch, dass man lediglich die Gebrauchtwagengarantie von sechs Monaten bekommt.

Das waren nicht gerade ideale Startbedingungen, aber wider Erwarten ist es gut gegangen, an dem Auto gab es zumindest nicht ernsthaft was zu meckern, und ich bin bis heute im wahrsten Sinne des Wortes gut damit gefahren – mehr Glück als Verstand, weiß Gott.


+++ Ausstattung +++

Mein Kleiner hat einen geregelten Kat, ABS, zwei Airbags, Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber, elektrisches Schiebedach, gute Sitze, Servolenkung, Sportlenkrad und 75 PS.

Nehmt es mir nicht übel, wenn das vielleicht ungenau oder unvollständig ist, ich erfülle wirklich alle Klischees einer Frau am Steuer. Einparken kann ich übrigens auch nicht (s.u.).


+++ Verbrauch +++

Der Wagen braucht ziemlich konstant ca. 7,5 l, bei längeren Autobahnfahrten auch mal weniger. Ich fahre allerdings auch vernünftig.


+++ Inspektionen, Reparaturen +++

Beim Rover ist der Schwachpunkt angeblich: Was auslaufen kann, läuft auch aus. Bei mir ist aber diesbezüglich noch nicht viel vorgekommen, ich habe das nur irgendwo gelesen.

Die jährlichen Inspektionen halte ich ein, schiebe sie aber gern um ein, zwei Monate hinaus; bis jetzt ging es gut. Bei der vorletzten suppte zwar eindeutig Öl auf dem Motorblock rum, und bei A.T.U. sagte man mir, da müsste die Ölleitung ausgetauscht werden. Bei der nächsten Inspektion (andere A.T.U.-Filiale) bot der Motor aber trotz neuer Ölleitung genau das gleiche Bild, und der Kfz-Mensch sagte nur, so ein bisschen Geschmiere wäre normal. – Werkstätten.
Ansonsten ist bei dem Wagen noch nie irgendeine Flüssigkeit ausgelaufen.

Vor ca. einem halben Jahr ging plötzlich die Scheibe auf der Fahrerseite nicht mehr rauf und runter. In der Werkstatt stellten sie aber fest, dass in der Tür nur ein paar Schrauben festgedreht werden mussten, das ging finanziell noch glimpflich ab.

Das einzige, was echt reingehauen hat, war kürzlich der durchgerostete Auspuff. Da hat es sich wohl doch gerächt, dass der Wagen beim Kauf schon einige Zeit herumgestanden hatte, denn rosten tut’s natürlich immer, auch wenn das Auto nicht gefahren wird. Der deutliche Rostansatz am Auspuff war mir beim Kauf schon aufgefallen, aber ich habe es hingenommen, selber Schuld.

Ein oder zwei weitere, wirklich nur minimale Rostansätze gab es da auch schon an der Karosserie, aber das habe ich sofort in der Werkstatt beheben lassen. Das war nicht teuer, und bis heute gibt es keinen ernsthaften Rost.

Es gab zwar noch weitere Werkstatt-Aufenthalte, aber die kamen daher, dass ich entweder selbst wo vor gefahren bin (und jetzt nicht mehr in Tiefgaragen parke!!!), oder mir einer reingefahren ist (nicht meine Schuld). Das Auto hat das alles mit stoischer Ruhe ertragen, wenn ich mal so sagen darf. ;-) Zum Glück wurde immer nur die Karosserie beschädigt, die Teile hat man ausgetauscht, und gut war’s.

Die einzige Beanstandung, die ich bisher vom TÜV gekriegt habe, war das hintere mittlere Bremslicht, das manchmal funktioniert, und manchmal nicht, was mir aber egal ist, da ich die Plakette trotzdem gekriegt habe.

Ergänzung 21.11.06: So, auch die 80.000er-Inspektion hat er gut überstanden. Allerdings brachte man mir schonend bei, dass die Stoßdämpfer Flüssigkeit verlieren, was bei diesem Km-Stand allerdings normal wäre, da kämen halt die ganzen Reparaturen. Kostenvoranschlag: 465 Euro. :-(


+++ Fachwerkstätten +++

Rover-Werkstätten sind inzwischen so selten wie die Nadel im Heuhaufen. Früher hatte BMW das mit übernommen, aber die haben Rover bekanntlich wieder abgestoßen und damit auch das Reparaturgeschäft. Ich konnte seitdem zum Glück fast alles bei A.T.U. bzw. in normalen Karosserie-Werkstätten machen lassen, und die haben nicht schlechter gearbeitet als die bei BMW.
Das turnusmäßige Wechseln des Zahnriemens kann aber z.B. nur eine Fachwerkstatt erledigen, da habe ich Freudensprünge gemacht, dass ich zufällig eine halbwegs in der Nähe entdeckt habe.


+++ Ersatzteile +++

Dass Rover schon seit einiger Zeit als Autohersteller nicht mehr existiert, sollte sich langsam rumgesprochen haben. In der Zeitung stand damals, die Ersatzteilversorgung sei sichergestellt - ein Hohn, denn das war 1. schon ein Problem, als es die Firma noch gab, und 2. wurde mir in diversen Werkstätten zu verstehen gegeben, dass es diesbezüglich in Zukunft richtig echte Schwierigkeiten geben dürfte. Bei mir ging’s bisher gut, toitoitoi.


+++ Verkauf +++

Der Wiederverkaufswert auf dem Gebrauchtwagenmarkt war schon früher katastrophal: Rover hat die entsprechende ADAC-Liste von hinten angeführt, und das, obwohl es die Firma da noch gab! Wie die Situation aktuell aussieht, weiß ich nicht, aber sie dürfte sich kaum verbessert haben.


+++ Fazit +++

An dem 214i ist vielleicht nicht das meiste dran, aber darüber braucht man sich bei dem günstigen Preis nicht zu mokieren. Das, was dran ist, hält aber. Die Stoßdämpfer könnten z.B. wirklich besser sein, auch Lenkung und Gangschaltung sind eher hart, aber nu, das ist halt Autofahren pur ... ;-)

Außer die paar Kilometer zur Arbeit bin ich auch oft Hunderte Kilometer am Stück auf Autobahnen und (schlechten) Landstraßen gefahren, auch ins Ausland. So habe ich es in gut vier Jahren auf ca. 80.000 km gebracht, und noch nie gab es unterwegs das kleinste Problem, noch nicht mal komische Geräusche, geschweige denn, dass ich liegen geblieben wäre – der Rover ist eben kein Sensibelchen, dafür aber ein treuer Kamerad, und ich beim ADAC das Denkmal des unbekannten Beitragszahlers!

Im übrigen: Als ich in der Werkstatt sagte, das Fenster auf der Fahrerseite ginge nicht mehr rauf und runter, kam sofort: „Ha! Golf III, stimmt’s?“ Nein, stimmt nicht, zeigt aber, dass auch andere ihre Macken haben.


+++ Empfehlung +++

Schweren Herzens: Unter diesen Rahmenbedingungen würde ich rein vernunftsmäßig heute keinem mehr raten, einen Rover zu kaufen.

Aber Verrückte wie ich tun’s mit Sicherheit trotzdem.

ICH GRÜSSE ALLE ROVER-FANS!!!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
ossi-blue

ossi-blue

07.01.2007 22:33

Dankeschön! Ich suchte eine preiswerte Alternative zu meinem dreier Golf, von dem mich der TÜF getrennt hat, und hatte mich in einen Rover 214i verliebt. Problem war nur, ich kannte Rover nicht. Dank dieses Berichtes habe ich jetzt einen und wir verstehen uns wunderbar.

blenda01

blenda01

27.07.2006 16:48

Super schöner Bericht - hatte auch mal einen wunderschönen Rover 214 i - doch dann kam eine weniger begabte Fahranfängerin um die Ecke und fuhr mein Traumauto zu Schrott.. Da ich davor noch nie etwas am Auto hatte, habe ich erst mal gemerkt, wie heftig teuer die Ersatzteile sind.. Mit Reparieren war nix mehr - hatte einen richtig schönen Totalschaden.. Also Dir dann noch super viel Spaß mit Deinem Rover.. LG Blenda

Deidre

Deidre

20.07.2006 06:53

Schöner Bericht, ich mag Rover auch :o) LG D.

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