Zahnpasta-Tubenblech mit Rückenkiller-Sitzen
25.05.2005
Pro:
Optik, Motor, Verbrauch
Kontra:
Qualität, Verarbeitung, Folgekosten, Komfort, Rost
Empfehlenswert:
Nein
 kanno
Über sich:
Mitglied seit:09.04.2005
Erfahrungsberichte:6
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet
Ich habe nun seit etwas über 2 Jahren den Rover 400 sdi (Turbodiesel) Bj 1999, also die letzte Honda-Version bevor BMW übernahm und sich daran versuchte, aus einem Trauma einen Traum zu machen, welcher sich wohl als Alptraum entpuppte! Erstens, der Wagen wurde von Japanern für Japaner konzipiert, für jede Person ab 170cm Grösse ist der Fahrraum eine Zumutung, man stößt mit dem Kopf an den "Himmel".
Zweitens: Der Kontakt zur "Erde" ist dabei äusserst direkt, Fahrten auf etwas rauer Fahrbahn auf der Autobahn sind wie als ob das Fahrwerk einen Vibrator eingebaut hätte.... sorry, ich möchte nicht jede Unebenheit mit einem Stoß ins Kreuz spüren. Drittens, und am schlimmsten: Verstärkt wird Alles zuvor beschriebene durch die SCHLECHTESTEN SITZE, die ich je in einem Wagen erlebt habe: Eine 4 Stunden Autobahnfahrt bringt so dermassene Kreuzschmerzen mit sich, die Sitze sind zu stark nach hinten geneigt, die einzige Abhilfe wäre eine extreme Neigung der Rückenlehne nach hinten, ansonsten wird einem nämlich durch die sehr hohe Polsterung unter den Oberschenkeln auf Dauer die Blutzufuhr abgeschwächt, man sitzt einfach zusammengestaucht: Beinschmerzen inklusive. Das ist kein Spass, sondern bittere Wahrheit. Ob da ein Recaro helfen könnte? Verdammt teuer, und die niedrige Sitzposition kann da auch nicht geändert werden.
Meiner Ansicht liegt das daran, das Rover einen massiven Sparkurs eingeschlagen hatte: Die Karosserie ist verdammt leicht, so leicht, dass ein kleiner Schlag auf das Blech mit umgehenden Beulen gedankt wird: Zahnpasta-Tubenblech haben die da wohl genommen.
Und mit einer dermassen miesen Rostschutz Behandlung, dass ich schon an der Fahrertür, am Längsholm und an der Motorhaube vorn Rost habe, richtige Blasen sind das! Macht man dann aber die Motorhaube mal auf, dann kommt der Schreck: sämtliche Schrauben sind rostig, der Krümmer richtig braun. Sorry, das darf heute nicht mehr sein. Nicht einmal Alfa Romeo oder Fiat hat in Ihren schlechtesten Zeiten (die bei Alfa ja vorüber sind) so dermassen schnell gerostet. Der Motor (Turbodiesel, von Rover selber entwickelt), ist wirklich super. Der zugkräftigste und dynamischste Turbo-Diesel, den ich kenne (Alfa kommt noch dran). Da ist BMW und Audi lahm. Mag aber sein, dass die ca. 1200 kg damit zu tun haben, und das recht tiefliegende (direkte) Fahrwerk. AUch ist er sehr zuverlässig, und er verträgt einiges. Aber ich würde ihn alle 10000 km neu ölen lassen (Ölwechsel), das tut solchen Motoren gut.
Unterhaltskosten: Verbrauch ist gering, wenn man nicht ausfährt, ca. 6L Langstrecke, 7L Stadt und Autobahn. Die KFZ Steuer ist EURO 2, also anständig, da schnell durch die niedrigen Spritkosten hereingeholt. Die KFZ Versicherung ist hoch! Der Wagen ist sehr ungünstig eingestuft, da viele Sportwagenfahrer und Jugendliche diesen Wagen fahren, da muss wohl die Unfallrate hoch sein. Diese Einstufungen sind meiner Ansicht nach unverschämt, es darf doch nicht sein, dass die zuverlässigen Fahrer für die unzuverlässigen aufkommen, das ist nicht im Sinne der Idee?
Die Optik finde ich ungemein gelungen, er ist einer der hübschesten Wägen dieser Klasse, wenn er eben nur nicht nach dem Motto "aussen hui, innen pfui" gebaut worden wäre. Ach ja, er klappert sehr stark, und oberhalb der Pedale ist eine Abdeckung, die ist sehr schnell lose und miserabelst befestigt, auf der Beifahrerseite ist es nicht besser.
Nun nur zur Information: Ich liebe England! Ich war oft auf der Insel und schätze Land und Leute!. Umso enttäuschender war es für mich, solch eine Mist-Qualität vorzufinden. Nun ist Rover also Konkurs. Es ist schade, denn Rover hätte etwas ganz besonderes sein können, britisches Understatement eben. Gut, dass die Ersatzteilfrage gesichert ist, eine Reparatur kann jede Hondawerkstatt.
Nachtrag: Der Wagen wurde mir viel Verlust verkauft, doch mein Rücken dankt es. Nun ist ein Saab den Platz eingenommen, welch ein Traum für den Rücken. Zwar was dies der Wagen meiner Frau, aber auch sie klagte über Rückenschmerzen. Welche seit Saab verschwanden! Ich fahre weiterhin Espace, welcher auch ganz toll ist, sozusagen das krasse Gegenteil dieser Sardinenbüchse von Rover. Der Nachfolger namens 45 ist übrigens von Karosserieblech und Sitzen keinen Deut besser! Den fährt ein Nachbar, da er so schön und billig war. Den ersten Parkrempler hat er mit einer enormen Verbeulung bezahlt!
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26.05.2005 20:26
Über Unterhaltskosten, Verbrauch, Kfz Steuer u.s.w. erfahre ich leider nichts...
25.05.2005 23:52
Guter Bericht, er könnte vielleicht ein wenig strukturierter sein. Kauf dir nächstes mal was wirklich japanisches. Viele Grüße
25.05.2005 22:53
Sehr interessanter Bericht. Ich hätte aber gerne in der Ausführlichkeit in der Du z.B. die Sitze beschrieben hast, auch über die übrigen Eigenschaften gelesen. ;-) Grüße, Andreas