Royal Camel Farm, Janabiya

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Royal Camel Farm, Janabiya

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Erfahrungsbericht über "Royal Camel Farm, Janabiya"

veröffentlicht 11.07.2011 | celles
Mitglied seit : 27.02.2011
Erfahrungsberichte : 2207
Vertrauende : 189
Über sich :
Gut
Pro Viele Kamele
Kontra ich denke, dass sie nicht so gerne im Rampenlicht stehen wollen
sehr hilfreich
Erreichbarkeit:
Übersichtlichkeit
Dienstleistungsangebot (Banken, Geschäfte etc.):
Abfertigungszeit und Pünktlichkeit:
Atmosphäre

"Kamele zum Kuscheln ?"

Royal camel farm in Janabiya

Royal camel farm in Janabiya

Grüß Gott aus Wien !

Heute berichte ich von einem Landausflug, den wir im Zuge unserer Kreuzfahrt im Persischen Golf gemacht haben. Dieser fand in Bahrain statt und umfasste auch andere Stopps. Die Kamelfarm war ein Teil einer Exkursion, die rund 50 Euro gekostet hat. Vom Schiff im Hafen von Manama war das ungefähr eine Stunde Fahrtzeit.

Das war hier mein erster Kontakt mit Kamelen überhaupt und auch gleich noch in einem exotischen Land, wie Bahrain. Als wir ankamen, standen da schon rund 10 Busse. Dies war fast wie ein Massenaufmarsch mit Menschen, die alle auf die armen Kamele losgelassen wurden. Die Leute, die mit mehr oder minder großen Objektiven umherhetzten, probierten immer, das beste Foto zu erhaschen, als ob sie von Sinnen wären. Das ging so weit, dass die Kamele sogar beim Stillen ihres Nachwuchses extrem belästigt wurden, sodass sie auch Warnlaute ausstießen.

Der Eindruck von der Kamelfarm ist bis heute eher ein gemischter. Ich meine nicht damit, dass die Ställe unsauber waren oder die Tiere Hunger litten. Nein, dass sie so in allen Facetten ihres Lebens als Schaustücke ohne viel Schutz den Menschenmassen aussetzt. Es gab zwar ein paar wenige Verbotsschilder, aber die waren nicht mehr als unbeachtete Staubfänger.

Obwohl es den Tieren im Rudel nicht schlecht zu gehen scheint, weil auch der König Geld durchs Erdöl einnimmt, noch dazu wo Bahrain täglich 200.000 Barrel Öl von Saudi Arabien geschenkt bekommt, ist hier sicher nicht der Sparstift angesetzt worden. Aber ich denke, er hält die Tiere eigentlich nur zum Prestigezweck und alle dürfen sie gratis bewundern, was den Tieren sicher nicht gut tut und ich hatte das Gefühl, dass sie sich ständig in Stresssituationen befanden.

In einem Gehege links am Gelände waren rund 100 junge Kamele zusammengepfercht. Viele Touristen versuchten, den eh schon teils lädierten Zaun noch tiefer herunterzudrücken, um ein barrierefreies Foto zu erhaschen. Die Kamele kamen sehr nahe an die Objektive der neugierigen Leute heran und hätten direkt schon hineinbeißen können.

Vorm Zaun lagen dünne Zaunlatten lose aufgestapelt auf die ein eher dicklicher Mann emporstieg, um die Kamele noch besser zu erwischen. Er wurde aber immerhin von einem indischen Angestellten, die gleich nebenan in sehr kärglichen, slumartigen Bedingungen leben, herunter befohlen. Für die Lebenssituation der Angestellten hatte keiner ein Auge, ob es denen gut oder schlecht geht. Man huschte nur zwischen den unterschiedlichen Kamelen herum.

Ein angeblich aggressives männliches Kamel war gleich am Parkplatz an eine 2m lange Kette gelegt, damit es nur kleine Runden drehen kann und Touristen es von nahe fotografieren können. Das fand ich sehr bedenklich. Das arme Kamel machte auf mich keinen depressiven, sondern eher einen hochdepressiven Eindruck.

Wenn ich bedenke, dass solche Tiere gerne Bewegung haben und sich in der Gegend umsehen oder einfach irgendwo hinlegen wollen, konnte ich diesen Anblick nicht lange ertragen. Andere nutzten die Gelegenheit, ihre Kinder ganz in die Nähe dieses Kamels zu bringen und sie zum Streicheln zu animieren. An das Fütter- und Streichelverbot, aufgrund des Verletzungsrisikos, hielten sich nur wenige. Nein, sie setzten sogar Kinder auf des angeketteten Kamel, damit sie so schöne Andenkenfotos knipsen konnte.

Kamele, soweit das Auge reichte, unterm Strohdach, im Gehege, frei herumlaufend die weiblichen mit ihren Kindern, damit man sie besser beobachten kann, wie sie säugen oder das vertrocknete Heu fressen. Kameldung lag auch en masse herum. In den sind etliche Leute auch reingehatscht. Irgendwie habe ich mir den hinteren Teil der Farm geschenkt, weil ich den Kamelstall mit gemischten Gefühlen betrachtete. Noch einen Besuch dort bräuchte ich nicht. Ich weiß nicht, ob es den Kamelen in freier Wildbahn besser ginge oder ob ihnen die große Gemeinschaft auch irgendwie gefällt?

Danke fürs Lesen

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Rjoel veröffentlicht 01.06.2016
    Schön
  • Pedro09 veröffentlicht 15.04.2013
    Wie niedlich die Kamele , LG Karin
  • quacky4321 veröffentlicht 15.04.2013
    der Bericht ist sehr informativ,ich verstehe die "WH" und "H" Wertungen leider nicht :LG
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Produktdaten : Royal Camel Farm, Janabiya

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Ciao

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