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ICH HABE KEINE AHNUNG WORÜBER ICH HIER SCHREIBE !

2  22. Mar 2002

Pro:
und was bitte soll ich hier nun schreiben ?

Kontra:
ich mag es nicht wenn eine Software eigenständig zu denken beginnt .

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Benutzerfreundlichkeit

Stabilität:

mehr


Papa_Santano

Über sich: Man soll ja immer positiv denken. Doch das Licht am Ende des Tunnels ist oftmals auch der entgegenko...

Mitglied seit:27.01.2001

Erfahrungsberichte:701

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 169 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Vorwort:

Es gibt zweifelsohne unendlich viele Möglichkeiten einen Menschen in den Wahnsinn zu treiben. Bei mir schafft man dies wenn ich merke das jemand dumm wie ein Teller Suppe ist, und einfach nichts begreifen will. Was mich aber nicht nur in den Wahnsinn treibt, sondern mich hochgradig aggressiv macht ist, wenn ich irgendetwas machen will, es mir aber zum verrecken nicht gelinge will. Da gibt es dann wirklich Situationen in denen ich am liebsten Amok laufen würde. Liegt vielleicht daran das ich ein ziemlich ungeduldiger Mensch bin, und wenn es geht sofort Resultate sehen will.
Warum ich dies erzähle ergibt sich daraus, dass ich jeden Tag mit einer Software arbeiten muss, die mich um den letzten Funken meines Verstandes zu bringen droht. Die Rede ist von einer Software namens SAP/R3 Business Warehouse, wobei man SAP hier und da auch „Selbstverwirklichung Arbeitsloser Professoren“ oder auch „Software Aus Polen“ nennt, wobei mir letztere Bezeichnung sauer aufstößt, und von mir nicht benutzt wird. Aber untern diesen „Spitznamen“ kennt und liebt man SAP, wobei die Liebe dann doch mehr eine Hassliebe ist.
Und dies ist dann auch eine Premiere für mich, denn ich habe eigentlich überhaupt keine Ahnung worüber ich hier schreibe, und genau das macht die Sache mit dem täglichen Umgang so gefährlich.

Warum ich dann hier einen Erfahrungsbericht schreibe liegt ganz einfach daran, dass ich wie gesagt jeden Tag mit dieser Software arbeiten muss, doch man es bislang nicht für nötig empfunden hat meine Kollegen und mich dahingehend zu schulen mit allen Komponenten arbeiten zu können. Meine Erfahrungen habe ich dennoch, auch wenn diese nicht unbedingt die besten sind. Bei uns in der Firma läuft das so, dass jede Abteilung nur einen für ihren Bereich eingeschränkten Zugang zum SAP hat, und für andere Bereiche gesperrt ist. Bei mir sind es dann die Bereiche Logistik, Materialwirtschaft, und Lagerverwaltung mit denen wir arbeiten müssen. Oder besser gesagt gerne arbeiten würden, denn SAP ist als solches bestimmt nicht schlecht, doch kommt es wie in vielen Bereichen des Lebens darauf an was man zu zahlen bereit ist. Man kann diese Software nämlich in unendlich vielen Varianten bekommen, wobei sich der Preis an der Ausstattung festmachen lässt. Und wie so oft in unserer Firma wollte man einen Daimler haben, aber nur den Trabbi bezahlen.
Das SAP ist im Prinzip nichts anderes als ein gigantisches, speziell für Firmen ausgelegtes Programm, das Arbeitsabläufe vereinfachen und optimieren soll. Wir haben SAP nun seit Mai 2000 und was ich in dieser Zeit so alles mit der Software erlebt habe geht auf keine Kuhhaut.

Ich habe gelernt das es drei verschiedene Lebensformen gibt. Menschen, Tiere, und Pflanzen waren dann auch mehr als 30 Jahre lang alles was ich kannte. Doch mit SAP kenne ich nun eine weitere Lebensform, denn nicht selten haben wir das Gefühl das unsere Software eigenständig denken, und viel schlimmer noch, auch handeln kann, was uns völlig irre macht.
Ein kleines Beispiel soll diese gewagte Theorie belegen.
Da habe ich also ein Fass mit einem Rohstoff stehen, den wir für ein Shampoo benötigen. Um unsere Lagerverwaltung sauber zu halten ist es nötig jeden Bestand in das SAP einzupflegen, und danach zu verwalten. Kommt mal ein Rest des Rohstoffs aus der Produktion zurück muss ich das Fass wiegen und den neuen Bestand im SAP angleichen. So stelle ich mich also an unseren Rechner, und gebe diesen Bestand in das SAP ein. Nehmen wir als Beispiel einmal 150 Kilogramm. Ich tippe und tippe, denn man muss wissen, dass man im SAP lange Wege gehen muss um zu einem Ergebnis zu kommen. Als letztes folgt dann der obligatorische Klick auf Enter und siehe da, mein SAP beginnt eigenständig zu denken. Es sagt mir manchmal nämlich das ich dieses Fass überhaupt nicht habe und verweigert mir die Buchung.

Moment mal mein Freund, das Fass steht hier und ich will das jetzt buchen. SAP interessiert das aber herzlich wenig und sagt mir immer nur ich habe dieses Fass nicht. Beim ersten mal denkt man ja noch man habe einen Fehler bei der Eingabe gemacht und wiederholt den Vorgang, doch spätestens nach dem dritten mal würde ich am liebsten mit einem Hammer in den Bildschirm schlagen, weil mich dieses Spielchen um haben oder nicht haben unendlich viel Zeit kostet, die ich nicht habe.
Was mich hier besonders stört ist, dass SAP mir einfach nur die Buchung verweigert, obwohl das Fass ja nun vor mir steht und nur darauf wartet gebucht zu werden.
Warum ich aber nicht buchen darf erfahre ich nicht, und genau das macht mich ja so irre. Noch viel schlimmer aber wird es, wenn SAP anfängt eigenständig zu handeln. Dann muss man aufpassen, denn schnell hat man jede Menge falsche Bestände. Hat mein geliebtes SAP nämlich einen Bedarf, also soll ein Rohstoff von A nach B transportiert werden, sucht sich SAP ganz einfach das aus was ihm gerade passt und bucht fleißig drauflos.
Von der alten Regel das man erst alte und angebrochene Bestände aufbraucht und erst dann an die neuen Bestände geht mag das System schon einmal von gehört haben, doch interessiert es sich nicht für diese alte Weisheit. Da wird dann einfach genommen was man gerade findet und vom Gewicht her passt und ein paar Tage später habe ich dann nicht nur einen Rest, sondern gleich zwei, die dann beim nächsten mal wieder nicht berücksichtigt werden.

Es gibt noch eine Vielzahl anderer Kapriolen, die man aber nur dann verstehen kann wenn man sie live miterlebt, Dann aber fasst man sich an den Kopf und fragt sich wie das denn möglich sein könne. Das frage ich mich auch, aber irgendwo habe ich mich damit abgefunden es hier mit einer fremden Intelligenz zu tun zu haben, die mich voll im Griff hat. Das Schlimme an der Sache ist nämlich das ich auf dieses dämliche System angewiesen bin, und ohne direkt nach Hause gehen könnte.
Ein weiterer Nachteil dieses Systems ist in meinen Augen auch die optische Darstellung. Zwar hat man seitens der Programmierer alles erdenkliche versucht um die Oberfläche sinnvoll und übersichtlich zu gestalten, doch liegt der Fehler wieder einmal im Detail. Die Ziffer Null, sowie der Buchstabe O können vom SAP optisch nur sehr schwer getrennt werden. Einzig ein winzig kleiner Punkt in der Mitte sagt mir dass es sich hier um eine Null, und nicht um ein O handele. Man muss also schon sehr genau hinsehen und keinen Fehler zu machen.
Passiert es dennoch, und das ist nicht selten der Fall tritt der nächste große Nachteil auf. Ich kann beim SAP nämlich keinen Schritt zurück machen. Habe ich einmal unbewusst eine falsche Zahl eingegeben zieht sich dieser Fehler wie ein roter Faden durch den gesamten Buchungsvorgang. Wenn ich meine Buchung dann abschließen will und es nicht geht weil ich eben diesen Fehler gemacht habe , gibt SAP mir keine Möglichkeit diesen zu korrigieren, sondern muss die komplette Buchung neu machen, was mich dann wiederum Zeit kostet.

Die Liste der Dinge die mich an SAP R3 Business Warehouse stört ist endlos. Warum um alles in der Welt ist dieses System eigentlich zu blöd um Dezimalstellen an unseren Drucker weiterzugeben ?????
Nach jeder Buchung erhalte ich über unseren Laserdrucker einen kleinen Aufkleber, den ich dann auf das Gebinde mit dem Rohstoff, oder das fertige Produkt leben muss. Nur ist mein geliebtes SAP leider zu blöd um auch die Daten an den Drucker zu geben die ich gerne hätte.
Da wird dann großzügig ganz einfach auf oder abgerundet, was mitunter seltsame Blüten treibt. Habe ich zum Beispiel einen Farbstoff mit einem Gewicht von 600 Gramm rundet man einfach auf 1 Kg auf. Habe ich aber nur 400 Gramm rundet man auf 0 Kilogramm ab. Auf meinen Aufkleber steht dann der Name des Rohstoffs, die Charge, ein paar andere Daten und als Gewicht eben Null.
Prime nicht ?
Und beim nächsten mal macht SAP mir dann wieder eine lange Nase wenn ich an dem Rohstoff etwas buchen möchte und sagt mir ich hätte diesen überhaupt nicht, denn auf dem Aufkleber steht ja Null nicht wahr ?
Und mit solch einem Schwachsinn muss ich mich jeden Tag rumschlagen. Kein Witz, aber es gibt tatsächlich private Hilfsvereine die sich mit dem Problemfall SAP beschäftigen.

Ich kann mich da auch noch sehr gut an den Tag erinnern, als mein Kollege und ich erstmals mit diesem System in Berührung kamen. Eine umfassende Schulung hätte ja Geld gekostet, und so wurden wir zwischen Tür und Angel mit den Worten“ Also ich finde SAP toll“ von unserem Senior IT Executive, sprich unserem Systemadmin empfangen. Toll finden wir es auch immer wieder zu sehen wenn wir wieder einmal wie dumme Jungs vor dem PC stehen und nicht wissen was unser neuer Feind nun schon wieder gegen uns geplant hat.
So ergeht es aber nicht nur mir, sondern auch den Kollegen aus anderen Abteilungen die mit den für ihre Belange freigegebenen Ebenen Probleme haben.
Und in der Tat habe ich auch außerhalb unserer Firma kaum ein gutes Wort über dieses System vernommen
So, dies sollen meine Erfahrungen mit SAP/R3 Business Warehose gewesen sein. Wer nun Infos über diese Software als solche vermisst haben sollte, möge sich des Wortes Erfahrungsbericht besinnen, und dieses nicht mit einer Produktvorstellung verwechseln. Dieser Bericht basiert dann auch einzig auf meinen Erfahrungen mit dieser Software.

Back to the Roots !


© Papa_Santano am 22,03,2002 für Ciao
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
schorschl

schorschl

20.10.2011 15:27

Es gibt keine Bestandführung in SAP BW. Keine Ahnung wo Du das Fass erfassen oder ändern wolltest. SAP BW ist kein ERP sondern ein Reporting bzw. Berichtswesensystem. LG Michael

Ps2spieler

Ps2spieler

10.01.2008 00:28

Kann dir nur zustimmen. Bei uns wird das übrigens "Scheiße aus Polen" genannt ich was das kommt nicht aus Polen ggg ist halt mal irgendjemand auf die Abkürzung gekommen Haben mittlerweile in meinen Betrieb seit über einen Jahr Sap und die einfachsten Fehler der Software konnte noch nicht behoben werden . Obwohl das bei uns eine Externe Firma eingerichtet hat die sap in Firmen einreichtet. Die wollten das übrigens in 80 Arbeitstage(zb 2 Mitarbeiter a 40 Arbeitstage) einrichten. Mittlerweile haben die Über 2000 angeblich hat unser Betrieb ein Festpreis davor ausgemacht und das deren Pech war das die sich so verschätz hat(glaub ich nicht ganz wie viele meiner Kollegen) welches Unternehmen das schon mehre Jahre SAP Produkte macht verschätzt sich um eine 7Stellige Summe? Das beste ist kommt ein neuer Mitarbeiter ist es zu teuer neuen User zu erstellen das kostet angeblich 5000 Euro. Das große Chaos bleib aus (weil der start mehrmals verschoben wurde auf insgesamt 2 Jahre) Uns wurde gesagt (bin Lagerist wir haben durch neue System viel weniger Arbeit)Tatsache ist das ich 25-50% mehr Arbeit habe.10 %von den Abruflagerorte wird der normale Lagerort gezogen . Warum weis keiner. In 2, 3 wenigen Fällen ist der Arbeitsablauf besser dafür in 30 anderen viel Umständlicher. Wenigstens sichert SAP meinen Arbeitsplatz. (durch den Mehraufwand ist ein Personalabbau nicht denkbar)

mariosedlak

mariosedlak

21.01.2006 18:01

Die Überschrift lässt einen ja das Schlimmste erwarten. Fand deinen Bericht dann aber doch sehr interessant. Gruß, Mario

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