Optisch top, AF ist Glücksache
05.05.2012
Pro:
Bildqualität nah und fern, leicht, praktisch, Top Preis/Leistung
Kontra:
schlechter AF, viel Plastik
Empfehlenswert:
Ja
 newcustomer
Über sich:
Mitglied seit:07.09.2011
Erfahrungsberichte:13
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 26 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach Verkauf meines geliebten aber zu selten benutzten alten Zeiss Makro Planars habe ich mir ein gebrauchtes Sigma Makro, d.h. das hier zur Rezension ausstehende Sigma EX 2,8/50 Macro (ohne DG) gekauft. Der Preis von knapp 100 Euro war natürlich super attraktiv. Für diesen Preis müsste ich locker 5 Sterne vergeben. Mein Eindruck war insgesamt überwiegend sehr positiv, mit Ausnahme wenig störender Details. BILDQUALITÄT:
Wenn man von der Offenblende absieht, bei der es klar für ein Macro zu weich abbildet, ist die Optik absolute Spitze. Abgeblendet auf 5,6 oder 8 schlägt sie auch sehr gute Normalobjektive wie das EF 1,4/50 mit Zwischenringen im Nahbereich deutlich. Die Auflösung ist sehr beeindruckend - sowohl mit einer Vollformat- als auch mit einer APS-C-Kamera. Auch die Farben und Farbabstufungen sind tadellos. Unschärfen am Rand konnte ich auch mit der 5D bei den mittleren Blenden nicht feststellen. Das Bild war schön gleichmäßig ausgeleutchtet. Prima. ANWENDUNGSBEREICH:
Im Prinzip der weiteste denkbare Einsatzbereich für eine Festbrennweite, wenn man im Vollformat fotografiert. Andererseits bringt das APS-C-Format viele Vorteile bei Aufnahmen von Insekten, da man mit der größeren Brennweite von 80mm etwas weiter entfernt blieben kann. Auch für sehr scharfe Portraits hat das Objektiv im Crop-Format seinen Reiz. HAPTIK:
Na ja. Für meinen Geschmack schon etwas zu viel Plastik - auch für den attraktiven Preis. Dennoch. Der Entfernungseinstellring dreht sauber. Sehr leicht - verglichen mit hochwertigen Zeiss-Optiken natürlich viel zu leicht. Das wäre nicht so wichtig, wenn der AF zuverlässig funktionieren würde. Das tut er aber leider nicht, so dass manuelles Fokussieren letztlich die einzige vernünftige Alternative bleibt (s.u.). Dies ist das größte Manko des Objektivs und daher der Punkt-Abzug. Gut ist wegen der etwas in den Tubus eingebauten Linse die geringe Empfindlichkeit gegen Streulicht. Man kommt daher ganz gut auch ohne Gegenlichtblende aus. Im direkten Vergleich mit dem Canon 50er Makro, das ich mir auch ansah, ist die Verarbeitungsqualität insgesamt mindestens auf dem gleichen, wenn nicht gar besserem Niveau. Gegen das Zeiss wirken beide natürlich spielzeugmäßig (nur haptisch). Die Verpackung ist edel. Das Objektiv ist gut gepolstert in einer Kunstlederbox eingepackt.
AUTOFOKUS: Praktisch ist zunächst der Fokusbegrenzer. Mit ihm lässt sich das Objektiv als ganz normales 50er mit schnellerem Fokusweg ("Tubus fährt nicht so lange heraus") oder auch als volles Makro bis zum Maßstab 1:1 benutzen. Da auch die Unendlich-Bildqualität sehr, sehr gut ist, lernte ich dies zu schätzen. Bei einem Natururlaub die optimale Optik.
Nun zur AF-Genauigkeit. Ich habe zum ersten Mal nachvollziehen können, was Internet-Blogger meinen, wenn sie von "Hunting" beim Fokussieren via AF reden. Mir ging es mit allen getesteten Kameras so. Ist der AF-Punkt Scheinbar gefunden, fokussiert die Optik ständig weiter. Die Lautstärke ist nicht USM-like aber nicht so unangenehm. Dennoch: Wenn die AF-Situation (klarer Kontrast/Fixpunkt für die AF-Felder) schwierig ist sollte man besser gleich manuell fokussieren. Für die Fokustreffsicherheit hilft, nur auf das zentrale AF-Feld zu stellen. ELEKTRONIK:
Im Internet kursieren diverse Gerüchte wegen der Kompatibilität und diverse Error-Meldungen. Das hat mich anfangs stark abgeschreckt. Der erfolgreiche Test beim Fotohändler (es war eine Kamera wesentlich neuerer Generation als meine, d.h. eine 50d) bestätigte sich dann bei meinen "Oldtimern". Die Elektronik funktionierte Error-frei mit allen getesteten EF-Kameras, angefangen von der analogen alten EOS 1 mit einem AF-Feld, über die digitalen Modelle 30d, 5D und 1ds MKII. Ich hatte bisher keinen einzigen Aussetzer. Auch die EXIF-Daten werden korrekt wie bei Original-Objektiven angezeigt. Überfragt bin ich, ob dieses Objektiv bereits eine Update-Möglichkeit über die Firmware für neue Kameragenerationen besitzt (Das Nachfolgemodell "DG" hat diese Möglichkeit ganz sicher). Gut möglich, dass der Vorbesitzer diese Aktualisierung machen ließ und daher die Optik problemlos mit allen EOS-Kameras bis zur 50D im Laden funktionierte. Ich las davon, dass man die Optik bei Problemen mit neuen Kameramodellen einschicken lassen kann und außerhalb der Garantiezeit für ca. 60 Euro auf den neuen Firmware-Stand bringen lassen kann. Bei älternen Sigmas aus den 90ern war dies noch ziemlich hoffnungslos. FAZIT
Ich würde die Optik als Amateur auch wieder kaufen. Die Einsatzfelder sind sehr vielseitig und das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Wenn ich sehr oft Makrofotos machen würde, würde ich mir das 100er Canon oder noch lieber das neue 100er Zeiss zulegen. Für Normalsterbliche lohnt die Investition des Sigmas aber mehr. Im direkten Vergleich mit dem Canon 50er hat man ein echtes Makro bis 1:1 (das Canon EF 2,5/50 nur 1:2) - muss aber Abstriche bei der AF-Zuverlässigkeit machen.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Verwandte Tags für Sigma EX - Makro-Objektiv - 50 mm - f/2.8 - Canon EF
|
|
05.05.2012 22:20
Für den Preis kann man nicht maulen!