STS? Nein danke!!!
07.08.2002
Pro:
ja .
Kontra:
schlechte Auswahl der Familien und schlechte Betreuung vor Ort
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Betreuung Vorbereitung:
Betreuung vor Ort:
Kosten des Austauschprogrammes:
mehr
 haasiME
Über sich:
Hallo zusammen, ich weiß ich muss wieder aktiver werden :-) Aber ihr kennt das ja... Bin trotzdem da...
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Durch Zufall bin ich gerade beim schreiben meines Profils auf diese Kategorie gestoßen, und hatte die Spontane Idee ein kleine Warnung zu Posten. Vor allem an Schüler und Eltern die viel Geld in eine Organisation investieren, von der sie erwarten, dass sie mit Liebe und Verantwortung eine Gastfamilie auswählt. **Wie bin ich zu STS gekommen** Ich bin über eine Broschüre zur Austauschorganisation STS gekommen. Ich habe mich über verschiedene Oranisationen informiert, nicht gründlich genug wie sich herausgestellt hat. In die engere Auswahl kamen letztendlich EF und STS, für STS habe ich mich dann entschieden. Rotary kam leider nicht in Frage, da wir selber aus Platzgründen keinen Austauschschüler aufnehmen konnten, und das eine der Rotary Bedingungen gewesen wäre.
**Aufnahme ins Programm** Die meisten Austauschorganisationen vermitteln den Eltern und Schülern das Gefühl ersteinmal ins Programm "aufgenommen" zu werden. Das ist schon mal Quatsch! Ihr solltet euch von anfang an klar machen, dass ihr es seid, die so viel Geld zahlen, und das ist auch schon das Kriterium. Stimmt der Kontoauszug eurer Eltern, seid ihr dabei. Eure Zeugnisse spielen da weniger eine Rolle! Ihr wählt die Organisation aus, nicht die Organisation euch! Bezahlt haben meine Eltern übrigens um die 10000 Mark, plus Taschengeld, was man nicht unterschätzen sollte. **Der Ablauf** Nach dem man sich nun also brav beworben hat, Zeugnisse, Lebenslauf, Passbild und Mappe für potentielle Gasteltern zusammengestellt hat, wird man von STS zu einem "Vortreffen" eingeladen. Das ist auch ganz nett, Ehemalige reden von ihren Erfahrungen, Die STS Verantwortlichen sind anwesend, man kann Fragen stellen, fühlt sich gut versorgt. In diesem Zeitraum kommt dann auch der ersehnte erste Brief der gefundenen Gastfamilie, beim einen früher, beim anderen später. Das war bei mir schon recht früh. Meine Gastfamilie hatte 2 Kinder, ein paar Katzen, hörte sich alles ganz nett an... Allerdings hat STS in den Austauschländern einige Partnerorganisationen, in meinem Fall AISE ("American Intercultural Student Exchange" glaube ich). Dort ist eine sogenannter "Area Representative" für etwa 5 Schüler zuständig und sucht auch selbst nach Gastfamilien: In meinem Fall Bill Glass, ein dicker, typischer Amerikaner (aber keine Vorurteile). Dieser "Rep" hat also die Aufgabe die Gastfamilien zu besuchen und zu entscheiden ob sie geeignet sind. Nach meinen Vorstellungen hieße das die finanziellen Möglichkeiten zu untersuchen, die Hygiene im Haus, bekommt man ein eigenes Zimmer, sind die Gasteltern vorbestraft usw...
**Die Probleme** Aber nun zu den eigentlichen Problemen. Diese sind durch Bill entstanden, da sich sein Besuch laut meiner Gastfamilie so abgespielt hat, dass er bei ihnen zu Hause war, und innerhalb von 10 Minuten meine Gasteltern die Papiere zu unterschreiben hatten und bestätigten, dass sie ein Zimmer für mich hätten, das er sich noch nicht einmal angesehen hat. Im Laufe meines Jahres dort habe ich dann folgendes herausgefunden: - meine Familie hatte kaum Geld mich zu ernähren, damit meine ich wirklich ARM! Über jeden Liter Milch der gekauft wurde musste nachgedacht werden. - meine Familie hatte als ich kam 4, als ich ging 6 Katzen (dafür reichte das Geld), die überall rumgesprungen sind und aus den Töpfen auf dem Herd gegessen haben. - Meine Gastmutter wurde von ihrem Ex-mann verfolgt, von dem sie auch eine Tochter hatte. Die war 8 Jahre alt und litt unter einem enormen aufmerksamkeits Defizit, dass ich ausgleichen sollte. -Mein Gastvater wurde in der Firma gemobbt und hatte genug eigene Probleme, die er im Bier ertränkte -meine Gastmutter war mehrfach Vorbestraft, und sitzt derzeit wegen Missbrauch von Drogen und Diebstahl mal wieder im Gefängnis. **Reaktion von STS/AISE** Hätte STS auf diese Probleme entsprechend reagiert, wäre das alles kaum zum Problem geworden. Meine Gasteltern zeigten nie interesse an mir, redeten kaum mit mir, oder in meiner Gegewart. Allerdings haben die Räume dort Lüftungsschlitze, und ÜBER mich redeten sie ausgiebig, wie ich gegen meinen Willen erfahren musste. Was tat jedoch Bill als ich mit ihm sprach?? Er drohte mir, meine nächste Gastfamilie könne auch noch schlimmer sein, ich solle mich freuen, dass ich machen könne was ich wolle. Davon habe ich mich dann im endeffekt auch überzeugen lassen, wieviel Mühe er sich gegeben hat sieht man auch an dem Ergebnis: Er sagt mir er habe ein Rentnerpärchen gefunden dass mich aufnehmen würde, dort müsse ich allerdings abends um 8 zu Hause sein, wohne außerhalb und hätte die Schule zu wechseln. NEIN DANKE!
**Fazit** Mein Fazit kann also kaum schlechter Ausfallen. Ich war fast nie "zu Hause", habe mich auch nie zu Hause gefühlt... Ich habe gott sei dank eine wundervolle Familie gefunden bei der ich Tag für Tag war, und bei denen ich mich sehr wohl gefühlt habe und sehr viel gelernt habe. Die hatte zwar auch nicht mehr Geld, aber sie waren einfach wunderbar und man hat ihnen angemerkt wie sehr sie sich liebten. Sie hatten 2 wundervolle Kinder (1/2 und 2 Jahre) bei denen ich dann auch gerne den Babysitter gespielt habe und sie haben wohl mein Austauschjahr gerettet!! Für STS leider ein dickes Minus und auf keinen Fall empfehlenswert. Danke fürs Lesen und Berwerten Kathrin
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22.07.2003 22:51
Hallo, tut mir leid, dass du so schlechte Erfahrungen gemacht hast. :( Ich war vor ein paar Jahren mit STS in den USA, und bei mir hat alles wunderbar geklappt. Die Familie war top, und auch alle anderen Austauschschüler in der Gegend waren bei eher wohlhabenden Familien. Da hat euer Rep wohl mehr als versagt...
16.11.2002 03:03
Hallo Kathrin, das ist ja der Oberhammer! Wahnsinn, dass Du es dort überhaupt ausgehalten hast! Wie lange warst Du denn dort? Ich war auch mal in USA und die Familie hatte auch Geldprobleme. Selbiges Problem gibt es auch in England, wohin ich seit einigen Jahren Sprachreisen begleite und immer wieder mit solchen Situationen konfrontiert bin. Man ist wirklich voll vom Area Representative abhängig... Aber die kriminelle Vergangenheit der Gastfamilie finde ich ja noch um einiges schlimmer. Da zahlt man viel Geld und kommt zu einer derartig aus der Gesellschaft ausgegrenzten Problemfamilie. Trotzdem hast Du bestimmt viel fürs Leben gelernt und später wirst Du feststellen, dass der Aufenthalt auch gut war.
17.10.2002 17:31
Ich war 3 Monate mit iSt-Sprachreisen in Canada... habe zusammen mit 4 bis 5 anderen Sprachschülern aus aller Welt in einer Gastfamilie gewohnt...wir hatten in dem großen Haus eine ganze Etage für uns allein... konnten kommen und gehen wann wir wollten, bekamen leckeres Essen und das Haus der GAstfamilie war gegenüber dem größten Park von Toronto und man konnte vom Haus aus den Ontario-See sehen... war einfach super!! :)