Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Kaufpreis, Betriebskosten, Wendigkeit, Haltbarkeit |
| Kontra: |
Design, kleine Räder, Spiegelausleger |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
MOTOR:
4-Takt, 125ccm, 7,2kW bei 7500Umin, traumhafter Klang!, Verbrauch: Ab 3L Überland, bis zu 4,2L innerstädtisch, hohe Laufkultur, starke Motorbremswirkung (bei vorausschauender Fahrweise benötigt man oftmals kaum die Betriebsbremsen), springt selbst bei Minustemperaturen mit E-Starter sofort an (Kickstarter ist ebenfalls vorhanden), Motoröl: 0,9L (lt. bei mir mitgelieferter deutscher Betriebsanleitung alle 1000km zu wechseln, lt. ebenfalls beigefügter italienischer Betriebsanleitung alle 3000km), seitlicher Öleinfüllstutzen mit Ölmeßstab. Der Motorölfilter (fingerhutförmiges Gitternetz) befindet sich gleich hinter der Ölablaßschraube und saust, zusammen mit der Spiralfeder, beim Herausnehmen selbiger, abrupt in das Altölbad. Ventilspieleinstellung sollte lt. Bedienungsanleitung alle 5000km erfolgen.
GETRIEBE:
Automatik, ermöglicht sehr dosiertes und kultiviertes Anfahren, Getriebeöl: 110ccm (lt. Betriebsanleitung) 80/90er und kein "besseres". Ich verwendete auf Empfehlung eines Händlers einmal ein Castrol 75-140er. Das war im Sommer jedoch zu dünnflüssig und es quoll über die Entlüftung aus und verteilte sich auf dem Hinterreifen.
BREMSEN:
Vorne: Scheibe, Hinten: Trommel; Bremswirkung ist nicht gerade überragend, jedoch ausreichend. Achtung: Bis sich die Bremsen richtig einschleifen dauert es etliche Km! Bei mir entfalteten die Bremsen erst ab ca. 3000km die richtige Wirkung. Da ich zumeist mit der Motorbremse Geschwindigkeit reduzier(t)e ärgerte ich mich anfangs über die schwache Bremswirkung.
FAHRWERK/KAROSSERIE/AUFBAU:
Gewicht: ca. 110kg, Haupt- und Seitenständer, versperrbarer Stauraum (Filzbeschichteter Einsatz herausnehmbar) unter dem Sitz für Vollvisierhelm plus Verbandszeug, versperrbares Handschuhfach in Schürzen, Tankveschluß außen, links, (Schußdichtung riß nach wenigen Wochen, Tank bleibt jedoch nicht), Tankinhalt 7 Liter; Fahrwerk komfortabel gefedert, Federung nicht einstellbar, Räder & Reifen: 10 Zoll, Alu, Reifen sehr haltbar (auch nach 7000km kaum Profilverschleiß), Gepäckhaken (bei Trittbrett) und Gepäckträger serienmäßig. Zur Topcasemontage (Givi) kann der hintere, zusätzliche Haltegriff (für Sozius) abmontiert werden. Der Beifahrer hält sich dann halt am Gepäckträger direkt (oder am Fahrer) an. Fußrasten in Verkleidung integriert (keine ausklappbaren!) was Komfortverlust für Beifahrer bedeutet. Max. Zuladung (inkl. beider Fahrer): 180kg. Im Soziusbetrieb wird der Platz jedoch ziemlich eng. Federung vorne: Gabel (und nicht Kurzarmschwinge!). Armaturenbrett (Hintergrund: eine etwas kitschig wirkende "Skyline" einer Stadt): Tacho (zeigt ca. 10 % mehr an), Tankanzeige, Km-Zähler , "Ölwechselindikator" (ich glaube, der ist an den Km-Zähler gebunden, wechselt ca. nach 900km von grün auf rot und soll Ölwechselinterwalle andeuten. Die Rückstellung erfolgt mit dem Zündschlüssel. Auf der Lenkerverkleidung befindet sich fahrerseitig eine winzige Aussparung. In diese führt man den Zündschlüssel ein und betätigt dadurch quasi einen kleinen Druckknopf, der den Ölwechselindikator wieder auf grün stellt.). Kontrollampen für Blinker und Fernlicht. Seitenspiegel sind etwas zu klein und von den Spiegelauslegern (mit Gummiverkleidung, daher kein Rost) her, zu kurz geraten. Man blickt sich selbst an und kann den nachfolgenden Verkehr nur schlecht beobachten. Der Vorteil, innerstädtisch, ist jedoch die geringe Gesamtbreite, die ein Vorbeifahren im Stau selbst dann noch erlaubt, wenn andere Zweiräder hinten stehenbleiben müssen. Bremsflüssigkeitsbehälter (für vordere Scheibenbremse) ist unterhalb der Lenkerverkleidung angebracht und so vor Sonnenlicht- und Regeneinflüssen geschützt, was die Wartungsintervalle verlängert. Fahrverhalten: klaglos. Keine Vibrationen im Vollastbereich (Höchstgeschwindigkeit: ca. 100km/h), aufgrund der kleinen Rädergröße (10 Zoll) jedoch nicht ganz so tolle Spurtreue; gutes Kurvenfahrverhalten, extreme Wendigkeit, Sitzposition vergleichsweise niedrig, der Lenker "liegt" jedoch gewöhnungsbedürftig niedrig, wodurch man bei längeren Fahrten oftmals den Rücken krümmt und nicht mehr aufrecht sitzt. Extrem wichtig bei Einkaufsfahrten: Das ebene Trittbrett, das das Abstellen von Einkaufstaschen ermöglicht.
BELEUCHTUNG:
Fernlicht (inkl. Lichthupe) vorhanden, Abblendlicht ist wenig effektiv. Blinker sind innerhalb der Front- bzw. Heckleuchte eingearbeitet und nicht extern, können daher beim Umfallen auch nicht abbrechen. Das Blinkerrelais klackt ziemlich laut, sodaß man das Rückstellen der Blinker auch kaum vergessen kann. Lampenwechsel (bislang noch nicht nötig) ist vergleichsweise kompliziert, da Verkleidungsteile abgebaut werden müssen). Keine Warnblinkanlage, kein Parklicht.
VERARBEITUNGSQUALITÄT:
Hervorragender Eindruck, sämtliche verwendete Materialien (ausgenommen Dichtring beim Tankschloß) wirken vergleichsweise hochwertig und stellten sich (nach 2 Jahren, 7000km) als haltbar heraus, sogar der vielstrapazierte Sitzbankbezug. Elektrik und Schalter funktionieren klaglos.
REPARATUREN:
Nach ca. 6500km und 1,5 Jahren mußte ich (aufgrund meines Ganzjahresbetriebes mit zahlreichem Stadtbetrieb) die Batterie (befindet sich im Trittbrett unterhalb der Gummimatten) wechseln. Sonst waren lediglich die üblichen Servicearbeiten (Motor- u. Getriebsöl, Luftfilter (komplizierter Wechsel, da umfangreicher Verkleidungsabbau nötig), Ventileinstellung, etc.) nötig.
KAUFPREIS & Sonstiges:
In AUT gesehen ab ca. 1669 EUR. Das ist ein echter Kampfpreis, der den Hersteller Sanyang mit seiner Marke Sym in der Zulassungsstatistik sehr weit nach vorne brachte.
Windschutzschild (riesengroß, Montage über die Seitenspiegel) ist im Zubehörhandel erhältlich.
Nach nunmehr zwei durchgefahrenen Wintern möchte ich Erfahrungen über die Wintertauglichkeit in diesen Bericht einfließen lassen.
Hervorragend. Selbst bei -5 bis -8 Grad (darunter fuhr ich fast nie) sprang der 4-Takt-Motor mit dem Elektrostarter spätestens beim 2. Startversuch (beim 1. Versuch "hole" ich mir ca. 2 Sek. lang den Sprit) an, beim Kickstarter benötigte ich zumeist drei "Tritte". In der Warmlaufphase arbeitete der Automatik-Choke einwandfrei und der Motor starb nie ab.
Selbiges gilt für feuchte oder verregnete Herbsttage. Nie Probleme beim Starten oder in der Warmlaufphase.
Der Spritverbrauch steigt im Winter um ca. 0,3 - 0,5 Liter auf rund 4 Liter (95 Okt.) oder knapp darunter an.
Sogar auf Schneefahrbahn (mit Standardsommerbereifung "Duro") lag der Roller vergleichsweise gut. Das Getriebe überträgt die Kraft butterweich und sanft auf das Hinterrad und somit bleibt der Roller stabil.
Empfehleswert ist das Fahren unter diesen Bedingungen aber aufgrund des Sicherheitsrisikos eigentlich für niemanden und das möchte ich nicht unerwähnt lassen. Wurde man jedoch überraschenderweise eingeschneit, so kann man bei gefühlvoller Fahrweise den Heimweg aber noch schaffen.
Ich spürte, wie mit anderen Rollern oder Motorräder auch, geringfügige Verschlechterungen bei Temperaturen darunter, insbesondere beim Kurvenfahren. Die Reifen bleiben kalt und subjektiv fühlte ich in den Kurven weniger Gripp und Spurtreue. Der Hinterreifen begann manchmal ein wenig zu rutschen, dies jedoch immer im "grünen" Bereich.
Die Frontschürze ist vergleichsweise niedrig konstruiert. Zwischen dem Lenkermodul und der Frontschürze ist vergleichsweise viel Platz und durch diesen strömt die Kaltluft im Winter genau über die gesamten Oberschenkel. Ein Phänomen, das ich bei anderen Rollern in diesem Ausmaß nicht so stark fühlte. Eine Regenhose (zu verstauen unter dem Sitz) schafft hier prima Abhilfe.
Das einzige, bei einigen wenige Händlern verfügbare Windschutzschild für den Attila 125 stammt lt. Auskunft eines Händlers von Givi, ist riesengroß und wird mittels des beigefügten Befestigungsmaterials über die Außenspiegel montiert. Die Größe birgt den Nachteil, daß man durch das Schild durchblicken muß (Verschmutzungsproblematik inklusive!) und nicht darüber hinaus blicken kann. Auch steigt die Windempfindlichkeit dadurch enorm an.
Ich kaufte eines dieser Exemplare um 129,-. Trotz angeblicher Typengenehmigung war die Plastikscheibe jedoch nicht klar gearbeitet und verzerrte das Bild. Außerdem fehlten (trotz Originalverpackung) bestimmt Befestigungsschrauben. Dafür waren von anderen Schrauben zuviele eingepackt. Ich retournierte das Komplettpaket und erhielt den Kaufpreis zurück. Fazit: Vorsicht & sofortiger Check des Windschildes beim Verkäufer
Ich fand daraufhin privat ein kleineres, gebrauchtes Schild Windschutzschild, das ebenfalls über die Außenspiegel zu montieren war. Obwohl vergleichsweise klein veränderte es das Fahrverhalten des Roller enorm ins Negative. Ab ca. 70 km/h lief man Gefahr Fahrwerkspendeln zu erleiden, was sehr leicht zum Sturz führen kann. Das Vorderrad wurde bereits ab ca. 40 - 45 km/h ein wenig instabil und wirkte nervös.
Die Fahrtwindverwirbelungen führten zu skurilen Ergebnissen. So blies der Wind im Bereich der Unterschenkel bei ca. 40 - 50 km/h von hinten! und sorgte für weitere Instabilität.
Ich fuhr diesen Winter von Mitte Dez. bis Mitte Feber mit diesem Windschild - grundsätzlich nie schneller als 70. Beim Parken wurde der Roller trotz mehrfacher Stürme (größere Windangriffsfläche nie umgeworfen). Der Mittelständer ist sehr breit und der Roller ruht sehr stabil darauf. Die Frage der Demontage stellte sich dennoch nicht. Das Windschutzschild zersprang nämlich von selbst. Anfänglich winzige Risse bei den Befestigungsbohrlöchern vergrößerten sich, aufgrund der extrem schlechten Straßen in Wien, von selbst. Nach dem Hineinknallen in zwei besonders große Löcher zerfetzte es mir dann die Scheibe - horizontal verlaufender Riss in der Scheibenmitte.
Ich möchte extra darauf hinweisen, daß beide Scheiben nicht Originalzubehörartikel von Sym waren, sondern von Drittanbietern stammten. Was jedoch für mich klar herauskam, waren die Einbußen bei der Fahrstabilität und Spurtreue, die durch die Verwendung eines Windschildes bei diesem Roller zutage traten.
Bislang noch immer keinerlei technische Defekte. Lediglich übliche Servicearbeiten und ein winterbetriebbedingter (?) Batterietausch (siehe banz oben) waren bislang nötig. Ölverbrauch ist nach wie vor keiner feststellbar.
Vor kurzem (Km-Stand 9807) wurde mein auf dem Mittelständer stehender Attila von einem ausparkenden PKW umgeworfen.
Ich kam etwa 20 Minuten später zum auf der rechten Seite liegenden Roller. Dabei mußte ich folgende Ereignisse bzw. Schäden feststellen:
- Austritt von ca. 40 ccm Getriebeöl (von insgesamt im Getriebe befindlichen 110 ccm).
- Der Motor liess sich etwa 90 Minuten nicht mehr starten. Erst danach sprang er vorerst sehr schwerfällig an und hatte anfangs massive Probleme mit der Gasannahme.
- Schürfkratzer am Auspuffschutzblech. Inwieweit durch entstandene Haarrisse am Auspuff Schäden entstanden sind, läßt sich erst im laufe der Zeit sagen.
- KEINE Schäden an Blinkern (sind ja im Heck- bzw. Frontcellon integriert und nicht abstehend), da kluge Konstruktionsweise.
- KEINE Schäden an Aussenspiegel (kurze Spiegelausleger).
- Kratzer am rechten Gasdrehgriff sowie am rechten Bremsheben.
- Mittleltiefe Kratzer auf der rechten Verkleidungsseite im hellgrauen Plastikschürzenbereich (nicht im "lackierten" Plastikbereich).
- KEIN Benzinaustritt
- KEIN Austritt von Motoröl
- KEINE abgebrochenen Fussrasten (in Ermangelung selbiger, es dient eine Aussparung in der Verkleidung als Fussablage)
ZUSAMMENFASSEND
muss ich festhalten, daß ich über die vergleichsweise geringen Schäden mehr als positiv überrascht war. Die Konstruktionsweise mit den integrierten Blinkern, den kurzen Spiegelauslegern und den integrierten Fussrasten in der Schürze fielen mir bereits vor dem Kauf auf und waren mit kaufentscheidend, weil ich mir bewusst war, daß Motorräder oftmals von PKWs umgeschmissen werden. Auch diesen "Praxistest" hat der Sym Attila 125 bravurös gemeistert.
P.S.: Bislang (9910 km) keinerlei weitere technische Defekte (außer Batterietausch siehe oben), Reifenprofil (Marke: "Duro") nach wie vor mehr als 50 %.
Winter 2005/2006:
Es wurde erneut eine neue Batterie fällig. Diese Notwendigkeit kündigte sich bereits im Frühherbst durch ein "langsameres" (drehen des Starters) Startverhalten an.
Mai 2006:
Bei 14.500 km war der Hinterreifen nahezu bis ans gesetzliche Limit abgefahren. Deutlich nachlassenden Grip bemerkte ich bereits im August 2005, rund um 13.000km. Seit dieser Zeit mußte der Roller besonders vorsichtig bewegt werden und empfindlich geringere Haftung eingeplant werden. Der Vorderreifen verfügte noch über mehr als die Hälfte der Profiltiefe, wurde - nach 5jährigem Einsatz - aber bereits spröde und härtete aus.
Da die original montierte Reifenmarke "Duro" in Österreich nicht erhältlich ist, wurde ein Komplettsatz fällig. Bei der Anschaffung entschloss ich mich für einen Kompromiss aus Qualität und Preis und orderte über einen österreichischen Internet "reifenversand. ", 2 Reifen der Marke "Continental - ContiTwist Sport", um pro Stk. knapp über 25,- Euro (inkl. 20 % Ust). Die kostenlose Lieferung klappte problemlos, das Alter der Reifen belief sich auf etwa ein knappes 1 Jahr.
Das Fahrverhalten des Rollers änderte sich durch diesen Reifentausch dramatisch, nicht zuletzt auch wegen der völlig unterschiedlichen Konstruktionsweise und Profilgebung der Contitwist-Sport-Reifen. Mit dem ursprünglichen Reifendruck lag der Roller nun aber extrem nervös, eine Erhöhung um jeweils 0,3 - 0,4 Bar brachte jedoch spürbare Besserung. Der Geradeauslauf ist dennoch eine kleine Nuance "kippeliger". Dennoch: Erstmals - und das war mit der Originalbereifung "Duro" nicht möglich - ist ein freihändiges Fahren bzw. "Ausrollen" auf der Geraden möglich. Das Kurvenverhalten hingegen verbesserte sich gleich um "Lichtjahre". Mit dem Contitwist-Sport sind nun Schräglagen möglich, an die zuvor nicht einmal zu denken war. Auch das "Umlegen" des Fahrzeuges in Kurven ist deutlich müheloser möglich. Auch heizen sich die Reifen deutlich rascher auf. Die Bremshaftung auf trockener Fahrbahn würde ich ebenfalls als gut bis sehr gut beschreiben. Über (grenzwertige) Erfahrungen mit den Contitwist Sport im Nassen verfüge ich z. Z. noch nicht ausreichend.
P.S.: Bislang (km 14.800) keine weiteren technischen Defekte.
ERGÄNZUNG 28. Dez. 2006:
Bei Km-Stand 12000 steht laut Betriebsanleitung ein größeres Service an. Nebst dem üblichen Motoröl- und Zündkerzen wechsel (OMV Full Syn sowie NGK CR7HSA) war auch ein Wechsel des Getriebeöles (da verwende ich die Hausmarke von HeinGericke mit 80-90er Viskosität) angesagt. Weiters - und damit fingen die Schwierigkeiten an - ein Tausch des Luftfilters, des Antriebsriemens und das Einstellen der Ventile. Die Sym-Ersatzteilversorgung war (bzw. ist noch immer?) hier in Österreich nämlich katastrophal. Es gab keine Generalvertretung bzw. Niederlassung mehr und die Händler bei dem ich den Attila erwarb, erklärte mir, daß die Ersatzteilversorgung komplett eingestellt wurde und empfahl mir gleich die Neuanschaffung eines anderen asiatischen Rollers...
Eine dreimalige Kontaktaufnahme via Email bzw. Web mit dem Werk in Taiwan, blieb zunächst jedes Mal unbeantwortet. Auch rief ich nahezu sämtliche europäischen Niederlassungen bzw. Vertreter an bzw. ließ durch entsprechend sprachkundige Kollegen anrufen. Das Ergebnis war überall gleich negativ. Entweder keine Ersatzteile verfügbar oder, wenn sie vorrätig waren wie im Falle Italiens; angebliches Lieferverbot nach Österreich. Erst meine Emails an die kanadische und us-amerikanische Niederlassung zeitigten Wirkung. Sie leiteten meine Anfrage scheinbar an die richtige und sehr kompetente Person in Taiwan weiter und ab diesem Zeitpunkt kam Bewegung in die Sache. Bis ich die Teile in meinen Händen hielt, bewegte sich die Sache aber noch ziemlich lang und meine Telefonrechnung mit Italien erreichte epische Länge. Nachdem Sym-Italia den gesamten August kollektiv Urlaub machte (und diese Tatsache nicht einmal durch entsprechende Ansage auf dem Anrufbeantworter kund tat) war der zuständige Ersatzteilverkäufer Anfang September auf Urlaub, gefolgt von "Aussendiensttätigkeiten" - so zumindest die offizielle Erklärung, die mir am Telefon mitgeteilt wurde. Die Versandkosten (für den Antriebsriemen, Ventildeckeldichtung und Antriebsriemengehäusedichtung) stiegen zwischenzeitlich von 30 auf 40 Euro! Das Paket erhielt ich trotz Vorauszahlung vorerst dennoch nicht, weil Sym-Italia es nicht schaffte meine korrekt übermittelte Anschrift vollständig auf das Paket abzuschreiben. Die fehlende Stiegen und Türnummer veranlaßte den Paketdienstfahrer keineswegs näher nach meinem Namen zu suchen, er sandte das Paket kurzerhand zurück nach Italien. Sym-Italia kontaktierte mich jedoch keineswegs sondern es mußten weitere Wochen verstreichen.
Als es schlußendlich nach insgesamt über 4 Monaten der Suche soweit war und ich das Paket in den Händen hielt, waren wenigstens die richtigen und passenden Ersatzteile drinnen: Antriebsriemen der Größe 750 x 19,5 x 28 x 9 mit der Ersatzteilnummer 1B01M9201 (einen baugleichen und billigeren, der über eine Lambacher Scooterzubehörfirma bestellt werden kann, stellt übrigens die Firma Bando her) sowie Ventildeckeldichtung und Antriebsriemengehäusedichtung. Somit konnte ich mich an das Service machen. Die Ventileinstellwerte betrügen 0,12mm für Einlass- und Auslassventil (Toleranz +/- 0,02mm) bei kaltem Motor, wie mir sowohl vom taiwanesichen Werk wie auch von zwei heimischen Mechanikerwerkstätten versichert wurde.
Beim Durchführen der Arbeiten bemerkte ich, daß ein Austausch der Ventildeckel- sowie der Antriebsriemengehäusedichtung gar nicht notwendig gewesen wäre. Trotz des Alters von 5 Jahren hielten sie dicht und zumindest die Ventildeckeldichtung verwendete ich weiter. Luftfilter wechselte ich ebenfalls, nicht jedoch die Variatorrollengewichte. Die bestellte ich zuvor bei SYM-Italia erst gar nicht, weil von einem planmäßigem Austausch nichts in der Betriebsanleitung steht. Beim Antriebsriementausch bemerkte ich jedoch, daß diese Variorollen doch schon ein wenig stärker verschlissen sind und zumindest mittelfristig getauscht werden sollten. Man spürt den Verschleiss übrigens beim Anfahren unter Volllast (2-Personenbetrieb). Da ruckelt der Roller auf den allerersten Metern ein klein wenig. Erst wenn er ein wenig Schwung aufgenommen hat, erfolgt die Beschleunigung dann gleichmäßiger und durchgängiger. Nachbauteile dieser Variogewichte konnte ich im Internet übrigens nur bei einer einzigen Firma finden. Wenn deren Info stimmt, so handelt es sich um 18xH14 Rollen mit 13 Gramm Gewicht, passend auch auf PGO T-Rex oder Sym Euro MX 125. Ich persönlich würde hier keinerlei andere Spezifikation wählen, da sich dadurch natürlich auch das Beschleunigungsverhalten ändert.
Der Auspuff korrodiert bereits etwas stärker, dürfte jedoch noch zumindest ein oder zwei Jahre halten. Um den Preis dieses Original-Auspuffs - lt. Webrecherche vermutlich übereinstimmend mit SYM Megalo 125, Code "EA 144" - kann man übrigens schon eine Woche auf Urlaub fahren: ca. 350 Euro exkl. Versand!
Pannen oder Probleme traten auch im 6. Betriebsjahr, nach knapp 17.000 km (Winterbetrieb inklusive) keinerlei auf.
ERGÄNZUNG am 24. Oktober 2007 (bei ca 19500km)
Letzte Woche setzte die Funktion der Tankanzeige für einen Tag aus unerklärlichen Gründen aus. Auch nach dem Volltanken änderte sich nichts und die Benzinuhr blieb ganz unten stehen. Am nächsten Tag hingegen funktionierte sie wieder.
Andere Probleme traten zwischenzeitlich, also seit meiner letztjährigen Ergänzung nicht auf.
Lediglich der Hinterradreifen war - vandalismusbedingt - einmal mehr zu tauschen. Der "Conti twist" (Dimension 100/90-10), erworben via Online-Reifenhändler um rd. EUR 25,-, liefert für den Preis zufriedenstellende Ergebnisse. Die Gummimischung fährt sich vergleichsweise "weich", fast schon ein klein wenig "schwammig". Auch der Geradeauslauf könnte ein wenig besser sein. Aber bei dem Preis wäre nachhaltige Kritik unberechtigt. Grip und Haftung passen jedoch ganz gut.
Beim Hinterradreifentausch (Auspufffixierschrauben mussten lediglich ein wenig gelockert werden um das Hinterrad leichter auszubauen) stellte ich mit ein wenig Erstaunen fest, wie gut der Zustand meiner Hinterradbremsbacken angesichts der fast 20.000km ist. Die Bremsleistung - auch der Vorderradbremse - ist nach wie vor hervorragend (nachdem ich in den allerersten paar Tausend Kilometern ja noch optimierbare Bremsleistungen monierte - aber da mussten sich die Teile scheinbar erst einschleiffen).
Eine Kleinigkeit fiel mir dennoch auf. Sie tritt jedoch erst bei Temperaturen unter etwa 15 Grad auf: Der Blinkerhebel wird etwas schwergängiger und stellt sich bei niedrigeren Temperaturen erst nach etwa 1 Sek. in die Neutralposition zurück. Will man den Blinkvorgang vorher beenden, muss man allerdings nach wie vor lediglich den Hebel hineindrücken (anstatt ihn kurz in die Gegenrichtung zu bewegen, wie ich das gerne tue).
ERGÄNZUNG (15. Juni 2009, 24086 km):
Keine Besonderheiten bzw. Auffälligkeiten! Ich melde mich nur wieder einmal, damit der/die geneigte Leser/in nicht etwa dem Glauben anheim fällt, der Attila sei bereits "verstorben" - ganz im Gegenteil. Er läuft - dank entsprechender Pflege - perfekt. Die Schwergängigkeit des Blinkerhebels schwächte sich nun im (Frühsommer) bei den höheren Temperaturen deutlich ab. Man merkt kaum noch etwas - zumindest nicht bis zum nächsten Herbst/Winter. Ähnlich gelagert dürfte das im Herbst/Winter zeitweilige Ausfallen der Benzinuhr sein. Dieses Problem tritt in den Sommermonaten nur noch selten auf. Die letzten beiden Male (Tank war jeweils ca. halbvoll) "behob" ich es kurzfristig durch ein mehrfaches, starkes seitliches Neigen des Rollers in beide Richtungen (soweit wie möglich). Nach ein paar Mal "Umlegen" ging die Benzinuhr dann plötzlich an.
ERGÄNZUNG (23. Sept. 2009, 25251 km):
.. zum Problem Seitenspiegel / Vorgeschichte:
Die beim Attila verbauten Seitenspiegel bestechen durch Ihre kurzen Ausleger (Wendigkeit im Stau) und ihre Stabilität. Ein Manko ist jedoch die problematische Kugelgelenks-Konstruktion und die daraus resultierende schwergängige Verstellbarkeit. Bei üblicher Vorgangsweise, lockert sich das Gelenk nach einiger Zeit und wird so defacto funktionsunfähig.
Das "Klemm-Kugelgelenk" des linken Seitenspiegels lockerte sich zusehends. der Spiegel verharrte nicht mehr in der gewünschten Position, hing schlaff herab. Abhilfe schafft hier eine Fixierung mittel vielschichtig aufgebrachten Superklebers. Bringt man den dünnflüssigen Superkleber (kein Gel verwenden!) in winzigen Dosierungen mehfach auf die Kugelgelenks-Kante auf, so rinnt dieser selbsttätig in das Gelenk hinein und versteifft dieses dauerhaft. Achtung: eine Vertikalverstellung des Spiegels ist nunmehr nicht mehr möglich! Der Spiegel ist also vor der Klebeversteiffung in die "endgültige" Position zu bringen. Als Dauerlösung empfiehlt sich die oben beschriebene Vorgangsweise ebenfalls nicht. Zur Überbrückung der bei Sym längeren Ersatzteil-Lieferfristen jedoch schon.
Das Problem mit der Funktionsuntüchtigkeit der Tankuhr trat (warm-wetterbedingt?) lediglich zwei Mal auf. Heftiges Links-Rechts-Schütteln des Rollers half diesmal besser als das oben beschriebene weite, langsame Links-Rechts-Neigen.
| weitere Erfahrungsberichte |
Kurzbewertung zu SYM Attila 125
Bewertung für SYM Attila 125 von
raphdul
meine erfahrung decken sich mit falconeye 1:1. fahre ebenso sei 2003 eine sym attila 125, stadtgebiet, nn 17.000 km. die selben kleinen macken (beim tank springt das plastik rel rasch, bitte nicht austauscehn weil kostet 350 euro und dauert ewig),
@blin
Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als hilfreich |
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hilfreich
02.08.2009
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Ein schöner Roller
Bewertung für SYM Attila 125 von
wstaud
Pro: Sparsam schnell
Kontra: Luftverwirbelungen
Auch ich kann mich meinem Vorschreiber zu einem großen Teil solidarisch erklären, und diesen Roller loben. Mein Verbrauch beträgt 2,4 l obwohl ich jeden Tag zu mir nach Hause über eine große lange (ca 3km)Steigung fahren muß. Das einzige was mich enorm st ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als weniger hilfreich |
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21.04.2004
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