Sandkasten-Harley
13.08.2000
Pro:
Ausstattung, Optik, Zuverlässigkeit
Kontra:
Untermotorisiert, rostanfällig
Empfehlenswert:
Ja
 meckoid
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:22
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Die SYM Husky wirkt fetter, als sie ist: Jede Menge Chrom, Sturzbügel, Sissy Bar ..., einfach schön. Das Auge fährt schließlich auch mit. Und weil sie schon fast wie ein "richtiges" Motorrad wirkt, spürt man zuweilen die genervten Blicke der Autofahrer hinter einem, die wohl denken: Warum dreht der denn nicht mal richtig auf? Tja, weil es eben doch nur eine 125er ist, dazu noch eine recht lahme. Die ganze Ausstattung hat ihr Gewicht, (die Husky wiegt laut Betriebserlaubnis 145 kg), und die will gezogen werden. Bei 7,6 kW, die 10,3 PS entsprechen, stellt sich da die rechte Spurtfreude nicht ein (Warum reizen die Hersteller nicht endlich mal die 15-PS-Grenze aus?). Die Höchstgeschwindigkeit der Husky liegt der ABE zufolge bei 90 km/h, gefahren bin ich schon laut Tacho 110. Aber wenn man Tempo 90 überschreitet, wird das Motörchen hörbar gequält, es jault und rasselt. Am schönsten läuft die Husky im 5. Gang bei 80-85 km/h. Das Motorgeräusch klingt dann satt und durchaus nach "Mehr". Damit sind die Möglichkeiten der 125er schon definiert: nett für die Stadt, akzeptabel für die Landstraße, obwohl man da auch des öfteren überholt wird. Längere Autobahntouren machen nicht so viel Spaß, es sei denn, man findet Gefallen daran, sich hinter einen Laster zu hängen, der auch nicht schneller ist.
Das Anfahren im 1. Gang erfordert etwas Übung, sobald man die Kupplung zu schnell oder zu langsam kommen läßt, beschwert sich das Getriebe. Eine Gang-Anzeige wäre für Anfänger sicher auch nicht schlecht, gibt es aber nicht. Die Verbrauchswerte sind günstig: ziemlich exakt 3 Liter/100 km. Damit kommt man bei dem 12-Liter-Tank schon recht weit. Die fürsorgliche Spritkontrolleuchte meldet sich schon nach 250-300 km, damit man auf keinen Fall das Tanken vergißt.
Zuverlässigkeit: keine Probleme. Springt auch nach längeren Standzeiten bereitwillig an. Ein einziges Mal ein Defekt am Vergaser (mit Defekten am besten gleich zur Händler-Werkstatt fahren, bei dem man die Husky gekauft hat, weil die die Ersatzteillisten hat. Eine freie Werkstatt ist bei ausgefallenen Defekten oft überfordert). Die Sitzhaltung ist bequem und ermüdungsfrei, auch bei langen Strecken.
Die ganzen spiegelnden Chromteile verlangen nach häufiger Pflege, sonst zeigen sich alsbald die ersten Rostpunkte. Auch die Rahmenunterseite verdient ab und zu einen prüfenden Blick, denn die Lackierung ist hier nicht allzu korrosionsbeständig. Fazit: Das Richtige für Leute, die - keinen Motorradführerschein haben - keine Geschwindigkeitsrekorde brechen wollen - Spaß an beschaulichen Fahrten über Land haben - und bereit sind, für die wirklich gelungene Optik etwas tiefer in die Tasche zu greifen.
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