S-Bahn Rhein-Neckar

Bilder der Ciao Community

S-Bahn Rhein-Neckar

> Detaillierte Produktbeschreibung

80% positiv

1 Erfahrungsberichte der Community

Es gibt leider keine Angebote

Erfahrungsbericht über "S-Bahn Rhein-Neckar"

veröffentlicht 04.08.2007 | squarerigger
Mitglied seit : 11.08.2000
Erfahrungsberichte : 1414
Vertrauende : 152
Über sich :
Besonders am Herzen liegt mir derzeit meine Meinung zur (Nicht-)Zukunft der Atomkraft. - Besucht mein Blog: www.myblog.de/squarerigger - Das Leben ist schön!
Sehr gut
Pro Gute Verbindungen, moderne Züge
Kontra Nur wenige Strecken
sehr hilfreich
Pünktlichkeit:
Komfort:
Service beim Ticketkauf / Vorverkauf:
Service bei der Fahrt:

"Die längste S-Bahn-Strecke der Republik"

Beim Begriff „S-Bahn“ denken wohl die meisten Menschen hierzulande an dicht getakteten Bahnverkehr in großen Ballungsgebieten. Ich möchte heute allerdings über eine S-Bahn berichten, die zwar auch in einem Ballungsraum tätig ist, die jedoch auch in der Pampa unterwegs ist. Die Rede ist von der S-Bahn Rhein-Neckar.

Die S-Bahn Rhein-Neckar wird von der DB Region AG, Region Rhein-Neckar betrieben. Der Betrieb der S-Bahn startete Ende 2003. Herzstück der S-Bahn ist der Ballungsraum Rhein-Neckar mit den Städten Heidelberg, Ludwigshafen und Mannheim.

Das Liniennetz besteht derzeit aus vier Linien:

S1: Homburg/Saar - Kaiserslautern - Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg - Osterburken

S2: Kaiserslautern - Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg - Mosbach

S3: Germersheim - Speyer – Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg – Karlsruhe

S4: Germersheim - Speyer – Ludwigshafen – Mannheim – Heidelberg – Bruchsal

Das gesamte Streckennetz hat eine Länge von rund 290 km und umfasst 77 Bahnhöfe. Eingesetzt werden insgesamt 40 Elektrotriebzüge der Baureihe 425.2.

Im Gegensatz zu diversen anderen S-Bahnen, die häufig nur wenige zentrale Bahnhöfe, wo man zwischen den Linien wechseln kann, vorweisen können, gibt es bei den Linien der S-Bahn Rhein-Neckar eine Art Herzstück: zwischen Schifferstadt und Heidelberg Hbf. halten alle vier Linien an allen Bahnhöfen (Schifferstadt, Limburgerhof, Ludwigshafen-Rheingönnheim, Ludwigshafen-Mundenheim, Ludwigshafen-Hbf., Ludwigshafen-Mitte, Mannheim-Hbf., Mannheim-Rangierbahnhof, Mannheim-Seckenheim, Mannheim-Friedrichsfeld Süd, Heidelberg-Pfaffengrund/Wieblingen, Heidelberg-Hbf.). Somit ist ein Wechsel zwischen den verschiedenen Linien problemlos möglich.

Wie bereits erwähnt, fährt die S-Bahn Rhein-Neckar weit über das eigentliche Ballungsgebiet Rhein-Neckar hinaus. Die Linie S1 z.B. kann für sich in Anspruch nehmen, die längste S-Bahn-Linie der Republik zu sein, führt sie doch vom saarländischen Homburg bis nach Osterburken in „Badisch-Sibirien“, also im Odenwald, kurz vor der Grenze zu Bayern. In südlicher Richtung wird auch der Ballungsraum um Karlsruhe herum an das Rhein-Neckar-Gebiet angebunden. Zukünftig soll zudem eine Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet realisiert werden. Somit wäre dann eine Verbindung unter Einbeziehung mehrerer Verkehrsverbünde (Rhein-Main-Verkehrsverbund, Verkehrsverbund Rhein-Neckar und Karlsruher Verkehrsverbund) möglich, was für den ÖPNV im Südwesten Deutschlands sicher nicht von Nachteil wäre.

Eine eigene Tarifstruktur kann die S-Bahn Rhein-Neckar nicht vorweisen. Weite Teile des Streckennetzes gehören zum Verkehrsverbund Rhein-Neckar, geringere Teile zum Karlsruher Verkehrsverbund, so dass die für den betreffenden Verkehrsverbund geltenden Tarife maßgeblich sind. Entsprechende Fahrscheinautomaten stehen im Regelfall an den betreffenden Bahnhöfen zur Verfügung, zudem sind auch die S-Bahn-Züge damit ausgestattet. Auch entsprechende Fahrkartenentwerter sind verfügbar.

Meine Stammstrecke im Rahmen des Liniennetzes der S-Bahn Rhein-Neckar ist die Strecke zwischen Kaiserslautern Hbf. und Neustadt/Weinstraße Hbf. (Linien S1 und S2); hier bin ich fast jeden Werktag im Rahmen meines Arbeitsweges unterwegs. Seit nunmehr rund vier Monaten bin ich Kunde auf dieser Strecke. Bisher konnte ich keinerlei nennenswerte Verspätung erleben (vielleicht mal eine Minute, aber mehr auch nicht), vielmehr konnte man nach der S-Bahn fast die Uhren stellen. So soll das sein.

Die im Nahverkehrs-Rot der Deutschen Bahn AG gehaltenen Triebwagen der Baureihe 425.2 sind insgesamt in einem guten Zustand, was nicht weiter verwunderlich sein sollte, da sie speziell für den Betrieb auf den Strecken der S-Bahn Rhein-Neckar angeschafft wurden und damit noch nicht einmal vier Jahre alt sind. Sitzplätze sind in großer Zahl vorhanden, im Regelfall befinden sich jeweils zwei Bänke für je zwei Personen gegenüber. Durch diese Konfiguration wird es zumindest bei Vollbesetzung im Fußraum recht eng. Der Sitzkomfort der Bänke ist ausreichend, vor allem vor dem Hintergrund, dass man ja in einer S-Bahn im Regelfall nicht allzu lange fährt. Sollte jemand mal die komplette Strecke der S1 von Homburg bis nach Osterburken fahren, so könnte es auf Dauer doch etwas ungemütlich werden. Dann wäre der Fahrgast immerhin annähernd 2 ¾ Stunden unterwegs. Aber solch lange Fahrten dürften eher die Ausnahme sein. Für kürzere Fahrten ist der Sitzkomfort auf jeden Fall okay. Die Waggons sind übrigens klimatisiert. Außerdem verfügen sie über Toiletten. Inwieweit diese in einem hygienisch einwandfreien Zustand sind, kann ich nicht beurteilen, da ich sie noch nicht getestet habe.

Die Züge der S-Bahn Rhein-Neckar sind behindertengerecht. Der Ein- bzw. Ausstieg erfolgt ebenerdig zur Bahnsteigkante hin. Ob auf allen Bahnhöfen der Zugang zum Bahnsteig barrierefrei möglich ist, vermag ich nicht zu beurteilen, da ich nur einige wenige Bahnhöfe des S-Bahn-Streckennetzes kenne. Zumindest für die Bahnhöfe Kaiserslautern Hbf., Neustadt/Weinstraße Hbf. und Mannheim Hbf. kann ich dies jedoch bestätigen.

Grundsätzlich fahren alle vier Linien im Stundentakt. Da sich jeweils zwei Linien große Teile der Strecke teilen, kann so ein Halbstundentakt zwischen Kaiserslautern und Mosbach (S1 bzw. S2) sowie zwischen Germersheim und Bruchsal (S3 und S4) gewährleistet werden. Lediglich die Außenbezirke des Netzes werden nur einmal stündlich angefahren.

Die S-Bahn Rhein-Neckar bietet meines Erachtens gute Dienstleistungen im schienengebundenen ÖPNV im Südwesten Deutschlands. Sicherlich wäre eine dichtere Taktung sowie ein Ausbau des Streckennetzes wünschenswert, jedoch sollte man nicht vergessen, dass die S-Bahn Rhein-Neckar seit nicht einmal vier Jahren existiert, so dass man davon ausgehen kann, dass es hier zukünftig noch zu Verbesserungen kommen wird. Vier Sterne erscheinen mir schon heute gerechtfertigt, fünf Sterne werde ich erst nach der Ausweitung des Streckennetzes und einer dichteren Taktung vergeben.

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 3364 mal gelesen und wie folgt bewertet:
99% :
> Wie bewertet man einen Erfahrungsbericht?
sehr hilfreich

Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • jockel2001 veröffentlicht 13.08.2007
    Hi squarerigger! von mir bekomsmt du wie von den meisten auch ein sehr hilfreich, tschöö Joachim
  • andreasloy veröffentlicht 08.08.2007
    Ab und zu bin ich in diesem S-Bahn-Netz auch unterwegs
  • mjk25 veröffentlicht 05.08.2007
    netter bericht.vorallem die strecke von hd nach osterburken(bayrischer odenwald) finde ich sehr schön am neckar lang.grüße mario
  • Haben Sie Fragen? Loggen Sie sich auf Ihr Ciao-Konto ein, um dem Autor einen Kommentar zu hinterlassen. Sich anmelden

Produktdaten : S-Bahn Rhein-Neckar

Produktbeschreibung des Herstellers

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 02/08/2007