Saab 900

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Saab 900

Gesamtbewertung (15): Gesamtbewertung Saab 900

 

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Vier Jahre Erfahrung mit zwei 900 II

3  24.01.2001

Pro:
Preis, Familientauglichkeit, reale Crashsicherheit

Kontra:
Q - Probleme früher Baujahre, Crashtestergebnisse

Empfehlenswert: Ja 

jolinden

Über sich: Trust me! I know what I’m doing.....bang...arrggh (Sledge Hammer)

Mitglied seit:14.01.2000

Erfahrungsberichte:278

Vertrauende:117

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 56 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Meine treuen Stammleser und Vertrauten wissen's - Ich bin ein alter Saabfahrer. Seit ich 1985 meinen ersten Saab, einen 99 CC mit 108 PS erworben hatte, komme ich von der Marke einfach nicht mehr los.

Die Eigentums-Symbiose (ich zahle, Saab liefert) zwischen Saab und mir sieht so aus (damit Ihr wisst vor welchem Erfahrungshintergrund ich mich zu Wort melde [und was Euch vielleicht noch blüht wenn mich wieder die Auto-Schreibwut packt]):

78er 99CC, 2.0
89er 900i, 2.0
90er 9000, 2.3i
93er 9000CS, 2.0 (hierzu gibt's schon eine Meinung von mir)
-> 95er 900 II, 2.0i (darum geht's heute und hier) <-
-> 96er 900 II, 2.0i (darum geht's hier auch) <-
99er 9-3, 2.0i
2000er 9-5 Kombi 2.3t (hierzu gibt's schon eine Meinung von mir)

Darüber hinaus habe ich natürlich auch einige andere Saabs gefahren, die ich aber hier nicht auch noch aufliste (es handelt schließlich um die Einführung zur eigentlichen Meinung)

So, nun mal konkret zum Modell 900 II, das es heute recht gut erhalten als Gebrauchtwagen, und meistens zu günstigen Preisen zu kaufen gibt.

1. Allgemein

1.1 Karosserie, Kofferraum und außen

Es handelt sich um eine Schräghecklimousine, die es mit 3 (nennt sich Coupé) oder 5 Türen gibt. (Das Cabrio behandle ich hier nicht) Das Coupé ist nix anderes wie der Fünftürer nur mit zwei Einstiegsluken weniger, Karosserieschnitt und Platzverhältnisse sind dasselbe. Bzw. die Innenraumbreite ist beim Fünftürer hinten etwas geringer, da beim Coupé hinten eben keine dicken Türen mit Fensterhebern etc. verbaut sind. Der Kofferraum ist mit 494 Liter zwar volumenmäßig groß, das geht aber aufs Konto der erstaunlich großen Höhe unter der Hutablage. Breite und Länge des Kofferraums sind nämlich eher Mittelmaß, und wenn man mal etliche Getränkekisten reinladen will, spürt man das recht schnell. Das Beladen des Kofferraums geht seht gut durch die niedrige Ladekante und die weit nach oben schwingende Hecktür (Problematisch in der Tiefgarage, da hilft ein Heckspoiler...). Die Lackierung ist super, sehr robust, und der Rostschutz über alle Zweifel erhaben, ca. 70% Verzinkung werden angegeben. Unverständlich dass Saab nur 6 Jahre Garantie gegen Rost gibt, länger wäre überhaupt kein Risiko.

Die Stoßstangen sind wie bei Saab schon seit langem üblich selbstreparierend bis zu Remplern von 8 km/h, das bieten sonst nur sehr wenige andere Hersteller. Scheinwerferreinigungsanlage ist Serie, Nebelscheinwerfer und Heckscheibenwischer je nach Modelljahr auch.

Die Räder sind in der Standardvariante je nach Modell 185/65 15 oder 195/60 15. Mit einem Radstand von relativ kurzen 2,60 m (im Verhältnis zur Außenlänge von 4,63m) ist der Fahrkomfort speziell auf kurzwelligem Untergrund manchmal nicht optimal.

Den Luftwiderstandsbeiwert verschweigt Saab schamhaft, aber für ein unbespoilertes Basis-Modell ist ein cw-Wert von 0,33 aus dem Internet gesaugt worden (jetzt ist nix mehr geheim, hihi) - das ist nicht rekordverdächtig. Die Aerodynamik ist aber in anderen Punkten sehr gut, so ist z.B. die Seitenwindempfindlichkeit sehr gering, oder bei Regenwetter hat man oberhalb 50 km/h immer eine saubere Heckscheibe.

Die Türen sind relativ klein, vorne kann man bequem einsteigen, aber hinten öffnen sie nicht weit genug, und man muss sich - ähnlich wie beim Audi A4 eher reinfädeln.

1.2 Innen, Austattung, Fahrerplatz

Durch die relativ hohe Gürtellinie wirkt es subjektiv enger als es ohnehin schon ist. Die vorderen Passagiere nehmen auf bequemen Sitzen (Bezüge variieren je nach Ausstattungsvariante und Modelljahr) Platz und können sich nicht über mangelnde Kopffreiheit beklagen. Die Aussicht nach vorne ist durch die kleine Frontscheibe bzw, das heruntergezogene Dach ein wenig beschränkt, aber nicht irgendwie behindert. Armaturenbrett mit integriertem Radio und Multifunktionsdisplay ist übersichtlich und um den Fahrer herum gebaut. Großes Handschuhfach trotz Beifahrerairbag (nicht von Anfang an Serie!). Windgeräusche sind wahrnehmbar, aber nicht lästig laut. Auch die Motoren sind seit Modelljahr 95 alle bemerkenswert leise und vibrationsarm.

Hinten sitzt man deutlich beengter, vor allem wenn vorne die Sitze für große Menschen eingestellt sind. Als Novum sind ab dem ersten Fahrzeug hinten drei Dreipunktgurte eingebaut, die 3. Kopfstütze ist aber nicht serienmäßig dabei. Die Rückbank hat eine praktische Durchladeeinrichtung in der Mittelarmlehne und kann weiter zu 1/3 oder komplett ungelegt werden. Die von Saab beworbene Kombiqualität ist allerdings ein wenig eingeschränkt, denn die Durchladebreite erreicht nur knappe 90 cm. Die Ladefläche kommt auf eine Länge von 170 cm.

4 elektrische Fensterheber (Coupé 2), ZV mit FB, Servo, ABS, Fahrerairbag (ab Bj 96 auch Beifahrer-AB) sind Serie. Oft enthalten Gebrauchtwagen folgende Ausstattungsoptionen: Audio-System (wahlweise Cassette oder CD), Sitzheizung, Klimaanlage oder -automatik (AC bzw. ACC), Schiebedach, LM-Räder in 15" oder 16".

1.3 Sicherheit

Da gibt's unterschiedliche Aussagen. Saab selbst bewarb den 900 II seinerzeit natürlich als eines der sichersten Autos der Welt. Im Euro-NCAP-Crash (der mit statistisch gesehen unrealistisch hohen Geschwindigkeiten gefahren wird) und im US-amerikanischen HLDI (http://www.highwaysafety.org/vehicle_ratings/ce/html/95017.htm) schneidet der 900 II beim Frontalcrash relativ schwach ab. Völlig im Gegensatz dazu steht die Auswertung realer Unfälle in Schweden und USA, wo der 900 II jeweils statistisch gesehen tatsächlich zu den Autos gehört, die ihre Insassen am wirkungsvollsten schützen. (siehe dazu z.B. http://www.folksam.se/engelsk/index.htm "How safe is your car"). Es kommt als anscheinend in der Realität auf was anderes an, als die akademischen Crashtests ermitteln.

2. Individuelle Erfahrungen

2.1 95er 900 II

Qualität: eine Katastrophe, was Saab seinen Kunden sogar noch im zweiten Modelljahr da zugemutet hat. Die übereilte Markteinführung nach der Übernahme durch GM hat den Kunden zum Feld-Tester gemacht. Ich war in den 11 Monaten, die ich diesen Wagen besessen habe, 12 mal (!) außerplanmäßig in der Werkstatt, u.a. wg. folgenden Problemen: Heizung zu schwach (wurde komplett ersetzt), 5. Gang nicht einlegbar, Bremsen zu schwach (wurden komplett ersetzt), Handschuhfach ließ sich nicht mehr öffnen, Kupplung knarrt und geht schwer (3 Mal!), Katalysator kaputt (komplett ersetzt), nervende Klappergeräusche aus dem Bereicht der Hutablage, und und und - den Rest hab ich verdrängt.

Der Saab-Händler war dmals völlig fertig, und hat nach besten Kräften versucht mir zu helfen, aber für jeden beseitigten Fehler sind einen Monat später zwei neue aufgetreten (Hydra-Effekt). Der Händler hat mir übrigens bestätigt, dass ich kein Montagsauto hätte, sondern diese Sachen ein allgemeines Qualitätsproblem darstellen.

2.2 96er 900 II

Nachdem ich die o.g. Mistkarre zu akzeptablen Bedingungen endlich umgetauscht hatte war ich fortan nur noch begeistert. Der 96er Jahrgang hatte kräftig dazugelernt, und mich in den nun folgenden 3 Jahren nur noch einen außerplanmäßigen Werkstattbesuch gekostet.

3. Fazit:

Als Gebrauchtwagen ab Modelljahr 96 zu empfehlen, da kriegt man was grundsolides. Die früheren Modelljahre sind sehr mit Vorsicht zu genießen! Als Motorisierung ist oft die Einstiegsvariante mit 130 PS zu erhalten, die den Wagen ausreichend aber nicht übermäßig flott bewegt. Der 2,3 Liter mit 150 PS zieht besser und verbraucht trotzdem keinen Deut mehr Sprit. Zum kurzzeitig erhältlichen Sechszylinder (170 PS, Zukauf von Opel) kann ich ebenso wie zu den Turbomodellen mit 185 PS mangels eigener Erfahrung nicht viel sagen. Die Modelle mit Automatik (4-Stufen) fahren sich naturgemäß etwas kommoder als die Schaltversionen, brauchen aber im Stadtverkehr bis zu 2 Liter mehr Sprit. Den Wagen würde ich unbedingt beim Saab-Händler kaufen, da ist die Auswahl immer ausreichend, und man hat vor allem die Option auf eine Gebrauchtwagengarantie. Und letztere ist bei den hohen Saab-Ersatzteilpreisen einen geringen Aufpreis ggü. dem (sehr dünnen) Privatmarkt wert.

4. Ausblick und Nachtrag:

Wenn man die Wahl hat statt des 900er einen 9-3er zu erwerben, ist der auf jeden Fall die bessere Wahl: Sidebags, neues Fahrwerk, neue Sitze, neue Lenkung etc., der Sprung ist so merkbar und groß, dass ich unbedingt zum 9-3er raten würde. Aber damit verlasse ich schon die Kategorie....
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
macsmac

macsmac

24.05.2006 12:35

Schöner Bereich. Besodners gefallen hat mit der Hinweis zu Crashtests/Sicherheit. Vor Veröfnetlichung des 9-5 fand ich den alten 900er immer sehr schön und finde allgemein den 900 I und II als gelungenes Design. Gruß M

vitroman

vitroman

15.12.2003 14:54

Die 900 Serie war wirklich vom Designe ein Traum! Schade dass das Opel (GM) auch noch kleinkriegt! Verzicht auf fließheck! Sorry bin gerade nicht gut auf Opel zu sprechen! s. Signun.

antjemue

antjemue

23.08.2001 09:44

Seit gestern sind wir stolz Besitzer eines Saab 900 SE, allerdings Baujahr 1994. Ein wenig Angst wird mir nach deinem Bericht, obwohl "Buzz" nun nach "Scuttle" wieder ein Traum ist.

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