Erfahrungsbericht über

Saab 9-3 2.2 TiD Linear

Gesamtbewertung (7): Gesamtbewertung Saab 9-3 2.2 TiD Linear

34 Angebote von EUR 1.490,00 bis EUR 11.900,00  

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Prämierter Erfahrungsbericht

Schwedischer Marathon-Sprinter

5  21.10.2004

Pro:
Viel Leistung + Individualiät + Fahrfreude + Zuverlässigkeit um wenig Geld  +  ausgesprochen winterfest  +  sicher  +  spritzig

Kontra:
Pannenhelfer hilflos bei Elektronikproblemen – kein Familienauto – zu kurz übersetzter 1 .  Gang – Hohe Kofferraum - Ladekante

Empfehlenswert: Ja 

Suerte

Über sich: One reason the U.N. was founded after the Second World War was to confront aggressive dictators acti...

Mitglied seit:19.06.2002

Erfahrungsberichte:8

Vertrauende:3

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 40 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

GM ist dieser Tage damit in den Schlagzeilen, dass Stellenabbau im größeren Umfang anstehen soll. Da ich ein Produkt dieser Firma zu schätzen gelernt habe, will ich meine positiven Erfahrungen hier weitergeben um eventuell eine winzige Kleinigkeit gegen einen solchen Schritt beitragen zu können.

Seit 16 Monaten und über 85.000 km fahre ich einen SAAB 9-3 Linear TiD 2,2 4D Sport-Limousine, Baujahr 2003, Modelljahr 2002 als Firmenauto. Nach dieser Zeit denke ich, dass es Sinn macht einen Erfahrungsbericht zu verfassen.

HINWEIS:
========
Die derzeit aktuellen Saab Neuwagenmodelle weichen inzwischen allerdings schon wieder in punkto Motorversionen, Ausstattung und Preisen ab. Kaufdatum des gegenständlichen Fahrzeugs ist Ende Juni 2003. Der Motor des beschriebenen Fahrzeugs - der 2,2 TiD - wird im Modelljahr 2005 im größeren Saab 9-5 eingesetzt. Der Saab 9-3 Modelljahr 2005 ist mit einem 1,9 TiD ausgestattet - verfügbar seit September 2004.

DIE AUSWAHL:
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Es gab keine Vorgaben und keine Limits seitens des neuen Arbeitgebers – eine absolut freie Wahl eine Firmenwagens, abgesehen vom Hinzurechnungsbetrag, der bei der Gehaltsabrechnung zur Bemessungsgrundlage der Steuer hinzugerechnet wird und natürlich vom Wert des Fahrzeuges abhängt. Beim Start in einen neuen Job wollte ich jedoch nicht gleich aus dem Rahmen springen und dadurch setzte ich mir selbst zwei Limits: max. 3 Tage für die Entscheidungsfindung und 26.000 Euro netto – also vergleichbar mit dem VW Passat Turbodiesel. Ein Autokatalog war schnell angeschafft und daraus eine Liste von 13 Fahrzeugen gefiltert, die in Frage kamen und getestet wurden – Saab war keiner dabei. Erst ein Freund gab mir den Tipp, auch diese Marke in Betracht zu ziehen. Mir gefielen die älteren Modelle von Saab zwar nicht, doch es war noch Zeit für die Entscheidung, bei den 13 gefahrenen Fahrzeugen war kein eindeutiger Sieger hervorgegangen und der nächste Saab-Händler war nicht weit entfernt. Was ich im Schauraum zu sehen bekam sprach mich sofort an, was ich vom sympathischen Verkäufer zu hören bekam war, dass dies das erste Modell sei, das zu 97% original Saab und kein Opel Vectra Verschnitt wäre – richtiger ist, dass der Motor vom GM-Regal genommen und mit „Saab TiD“ gekennzeichnet wurde. Die Probefahrt überzeugte mich aber endgültig und als ich ausstieg stand fest, dass der Verkäufer eine harte Zeit vor sich hatte – um mein selbst gesetztes Limit einzuhalten, galt es über 20% vom Listenpreis herunterzuhandeln. Nach zwei Tagen harter aber freundlicher Verhandlungen war auch dieses Ziel erreicht und der Bestellwert lag bei exakt 26.000 Euro gegen sofortige Überweisung, Fahrzeug prompt verfügbar.

PREIS:
======
Das Fahrzeug mit einfacher Linear-Ausstattung kam auf einen Listenpreis von 30.590,--Euro. Für Extras musste wie folgt aufgezahlt werden (Listenpreise): Nebelscheinwerfer (260,-- Euro), Silber Metallic Lackierung (830,-- Euro), Spoiler (250,-- Euro), Innen-Metallverzierungen (300,-- Euro), Freisprecheinrichtung komplett (370,-- Euro).
Gesamt-Listenpreis: 32.600 Euro.
Gesamt-Nettopreis: 26.000 Euro.
Möglich war dieser Preisnachlass wohl nur, 1. weil Saab im Markt der Firmenfahrzeugflotten Anteile gewinnen wollte bzw. will und in meinem Fall auch eine Firma bestellte und bezahlte, die insgesamt rund 9.000 Mitarbeiter beschäftigt (hätte ich privat gekauft wäre der Endpreis wohl gut 2.000 Euro höher gewesen), 2. das Fahrzeug lagernd war und nicht extra bestellt werden musste und 3. die Bezahlung gegen sofortige Überweisung erfolgte.

RAHMENBEDINGUNGEN:
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In den vergangenen 16 Monaten fuhr ich mit diesem Fahrzeug über 85.000 km. Das Gebiet der „Testfahrten“ erstreckt sich in nördlicher Richtung bis Hamburg, in westlicher Richtung bis Madrid, in südlicher Richtung bis Rom und über den gesamten Osteuropäischen Raum. Dank Fahrtenbuch kann ich errechnen, dass ich seit Anbeginn 6.110 Liter Diesel getankt habe. Das ergibt einen durchschnittlichen Verbrauch von 7,19 l/100km bei einer Aufteilung von ca. 60% Autobahn, 25% Landstrasse, 15% Stadt oder Stau. Meine Fahrweise liegt irgendwo zwischen defensiv und sportlich – jedoch sicherlich nicht Sprit sparend – dazu ist die Fahrleistung dieses Fahrzeugs viel zu verlockend und die Firmentankkarte viel zu freigiebig.

ERFAHRUNGSBERICHT:
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ALLGEMEIN:
Es macht einfach Freude, dieses Fahrzeug zu fahren – heute noch genau so wie beim ersten Kilometer! Wenn nicht heute sogar noch mehr, denn das Vertrauen in dieses Fahrzeug wuchs mit jedem Kilometer und mit jeder heiklen Situation die sich superb meistern ließ. Die Bezeichnung „Sport-Limousine“ drückt eigentlich schon alles aus: es ist eine absolut gelungene Kombination zwischen gemütlichem Langstrecken-Cruiser und recht sportlichem Kurven-Jetter. Eben ein Marathon-Sprinter. Alles, vom Motor über das Fahrwerk bis hin zu den Sitzen, ist für beide Varianten perfekt - je nach Lust und Laune.

DIE ÄUSSEREN WERTE:
Man geht mit einem Saab nicht in der Masse unter, sondern trifft durchschnittlich einmal in der Woche auf einen anderen Saab (zumindest in Österreich, erst in Norddeutschland ist er häufiger anzutreffen). Auf die äußere Form gehe ich hier nicht weiter ein, denn die ist zu sehr vom persönlichen Geschmack abhängig – und gerade diese Marke steht für Individualität. Es kann sich jeder selbst eine Meinung bilden (siehe www.saab.de oder www.saab.at). Von den Standard-Metallicfarben her sollte für jeden etwas dabei sein: von silber, stahlgrau, chili- oder laserrot, graphitgrün, rauchbeige bis nocturnoblau reicht die Palette. Um rund 800,-- Euro kann man sich das Fahrzeug schließlich auch in beliebiger Farbe folieren lassen – das schützt den Lack vor leichten Kratzern und wenn man die Farbe der Folie mal nicht mehr sehen kann, kommt die Folie herunter und die Originalfarbe zum Vorschein.
Die Fernbedienung ist heute schon Standard. Doch zur Sicherheit findet man durch Druck auf das Saab-Emblem der Fernbedienung noch einen guten alten Notschlüssel zum Herausziehen, mit dem man die Fahrertüre auch bei leeren Batterien schliessen und öffnen, von dort aus die hinteren Türen öffnen und durch eine Klappe in der Rückbank selbst noch in den Kofferraum grapschen kann. Die Vordertüren sind auch für Großgewachsene ausreichend um ohne Verrenkungen einsteigen zu können.

Sollte es spät nachts auf einem großen Parkplatz einmal passieren, dass das Fahrzeug nicht so leicht zu finden ist, könnte das „Lead me to the car System“ helfen. In einem nicht näher definierten Umkreis vom Fahrzeug kann durch eine Funktionstaste an der Fernbedienung die Außen-

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Saab 9-3 2.2 TiD Linear Bild 86691 tb
Front
und Innenbeleuchtung aktiviert werden ohne die Türverriegelung zu öffnen. Diese Funktion finde ich sehr praktisch und nutze ich auch relativ häufig. Sollte man sich sicher sein, dass das Auto hier irgendwo stehen müsste und man kann doch nichts leuchten sehen, dann hat das Fahrzeug vermutlich den Besitzer gewechselt, denn in der Standardausrüstung ist zwar eine elektronische Wegfahrsperre mittels Zahlencode im Schlüssel (der angeblich bei jedem Abziehen des Zündschlüssels mit dem Zündschloss neu vereinbart wird) enthalten, jedoch keine Alarmanlage. Die gibt’s erst gegen Aufpreis.

Die „Follow-me-home-Funktion“ widerum hilft beim Parken an dunklen Orten: durch Betätigen der Lichthupe beim Aussteigen schaltet diese Funktion dann für 30 Sekunden die Scheinwerfer ein, um den Weg zu leuchten.

KOFFERRAUM:
Der Kofferraum kann über die Fernbedienung separat geöffnet werden, sodass die vier Türen verschlossen bleiben und der Kofferraumdeckel aufspringt – ideal wenn man beide Hände voll hat oder das Fahrzeug stark verschmutzt ist. Oder man betätigt beim Aussteigen den Knopf an der Fahrertüre, um die Heckklappe aufspringen zu lassen und sich Zugang zum über 425 Liter fassenden Kofferraum zu verschaffen. Die Rücksitzbank ist vom Kofferraum her mittels zweier Hebel ganz oder teilweise (40/60%) umklappbar, wobei die derart geschaffene Ladefläche nicht wirklich ganz eben wird, sondern leicht Richtung Fahrzeugfront ansteigt. Da der Kofferraumdeckel gerade mal eine 95cm breite und knapp 60 cm lange Öffnung freigibt wird man sperrige Gegenstände mit dem Saab 9-3 nicht transportieren können. Längere Gegenstände wie Skier können ohne Umklappen der Rücksitzbank dank einer Klappe vom Kofferraum bis in den Innenraum durchgeladen werden. Neben praktischen und durchdachten Details stört einzig die hohe Ladekante.

DIE INNEREN WERTE:
Die Sitze vorne sind absolut langstreckentauglich und geben auch in schneller Kurvenfahrt ausreichend Seitenhalt. Durch gute Verstellbarkeit von Sitz und Lenkrad ist auch für Fahrer, deren Körpergröße 1,90m übersteigt, ausreichend Bein- und Kopffreiheit gegeben sowie auch der Über- und Ausblick optimal. Die vorderen Sitze sind mit einem Sensor ausgestattet, der unerbittlich Alarm schlägt, falls dort ein Passagier sitzt und der Gurt nicht angelegt ist. Leider erkennt der Sensor auch Taschen, die ich während der Fahrt gerne in Reichweite auf den Beifahrersitz lege, als Beifahrer, sodass kein anderer Ausweg verfügbar ist, als den Beifahrergurt auch ohne Beifahrer anzulegen.
Die Fußmatten sind durch Ösen in der Matte und Stifte am Fahrzeugboden gegen lästiges Verrutschen gesichert.

Das Cockpit selbst ist aufgeräumt, vollständig und übersichtlich. Die Verarbeitungsqualität ist voll in Ordnung. Bedienelemente für das Audiosystem sind gut im Lenkrad integriert. Bedienelemente für den Tempomat findet man hingegen etwas versteckter am Blinkerhebel links an der Lenksäule. Bei meinem Privatfahrzeug ist es genau umgekehrt: Tempomat im Lenkrad integriert und Audiosteuerung am Hebel – nicht selten habe ich mich gewundert, warum das Fahrzeug beschleunigt, wenn ich das Radio lauter stelle…
Zum Tempomat ist negativ zu vermerken, dass die Kippschalter zum Beschleunigen und Temporeduzieren am Ende des Blinkhebels so ungeschickt angebracht sind, dass es mir schon mehrmals passiert ist, dass ich gleichzeitig unabsichtlich den Blinker betätigt habe.
Zum Tempomat ist positiv zu vermerken, dass dieser bei Saab schon ab 30 km/h funktioniert. Bei anderen Fahrzeugtypen kann erst ab 40 km/h oder mehr gecruised werden. Doch gerade mit einer Sport-Limousine fällt es nicht leicht, in 30km/h-Zonen den Gasfuß für längere Zeit unter Kontrolle zu halten. Zudem sind es doch oft (nicht immer) gefährliche Gebiete (wie z.B. die Umgebung von Schulen), wo der Tempomat doppelt hilft, weil man bewusst bremsbereit fahren kann.

Das Zündschloss findet man Saab-typisch in der Mittelkonsole. Um den Zündschlüssel abziehen zu können, muss man – anders als bisher bei Saab gewohnt – nicht mehr den Rückwärtsgang einlegen. Ein angenehmes Detail, das ich vorher nicht kannte ist, dass man sich nicht mehr um das Scheinwerferlicht kümmern muss: ich habe das Licht ein einziges Mal eingeschaltet als ich das Fahrzeug übernommen habe und seither nicht mehr manuell abgeschaltet. Denn sobald man den Zündschlüssel abzieht schaltet sich das Licht selbst aus und beim Starten wieder an (so wie auch das Radio) – andere Fahrzeuge geben bloß ein Signal sobald die Türe bei eingeschaltetem Licht und abgezogenem Zündschlüssel geöffnet wird. Zugegebenermaßen habe ich mich in der Bedienungsanleitung allerdings noch nicht schlau gemacht, wie ich das Standlicht gegebenenfalls bei geparktem Fahrzeug eingeschalten lassen kann…

Ebenso Saab-typisch ist das Night Panel: für bequemeres Fahren bei Nacht kann die ganze Instrumententafelbeleuchtung bis auf den Tachometer ausgeblendet werden, um sich auf die dunkle Umgebung konzentrieren zu können. Nur wenn eine spezielle Funktion die Aufmerksamkeit des Fahrers erfordert, leuchtet das entsprechende Instrument selbsttätig auf. Diese Funktion habe ich inzwischen sehr zu schätzen gelernt, da es wirklich hilft, bei Nacht entspannter und sicherer zu fahren. Auch gibt es die Möglichkeit die Helligkeit der Armaturenbeleuchtung stufenlos von sehr hell bis ganz schwach einzustellen.

Das Saab Information System zeigt übersichtlich mehr als nur alle wichtigen Informationen des Bordcomputers. Es befindet sich in der Fahrzeugmitte an der Cockpitabdeckung bei der Frontscheibe und ist somit immer im Blickfeld (für Fahrer und Beifahrer), ohne den Blick von der Strasse nehmen zu müssen. Neben den üblichen Infos wie Außentemperatur, Zeit & Datum, Radiofunktionen, Telefonfunktionen und Spritverbrauch kann hier auch die Information abgelesen werden, wie weit man noch mit dem Tankinhalt kommt, kann bei eingegebener Distanz die voraussichtliche Ankunftszeit abrufen, Alarmmeldungen wie z.B. Scheinwerferlampe durchgebrannt, Waschflüssigkeit geht zu neige, eine Tür ist nicht verschlossen oder Beifahrer ist nicht angegurtet zur Kenntnis gebracht bekommen, oder aber auch bei Überschreiten einer vorher eingegebenen Geschwindigkeit ein Warnsignal zu hören bekommen. Bei Weitstreckenfahrten sind die beiden Funktionen Reichweite mit Tankinhalt und voraussichtliche Ankunftszeit sehr praktisch und reduziert den Stress. Mit einem Blick ohne selbst im Kopf rechnen zu müssen kann man erkennen, ob man bei dieser Tankstelle schon halten muss oder ob noch eine Kaffeepause bis zum nächsten Termin möglich ist.

In der Mittelkonsole oben befindet sich das integrierte Saab-Audiosystem – falls gewünscht auch mit Saab-Navi. Es ist derart integriert, dass dieses Element bereits von Werk aus fix eingebaut ist. Autoradios anderer Hersteller wird man hier also nicht einbauen können – zumindest nicht mit angemessenem Aufwand. Will man ein lagerndes Fahrzeug bei Saab kaufen und nicht auf die Fertigung und Lieferung vom Werk warten, so sollte man mit der jeweils gerade verfügbaren Radioversion zufrieden sein. Bei der Zusammenstellung meines Fahrzeuges wollte ich eigentlich auch in eine etwas bessere Radioversion investieren. Als mir der Verkäufer jedoch erklärte, dass er den Wagen wegen des anderen Audiosystems im Werk bestellen müsse und er daher dann auch nicht mehr diesen Sonderpreis machen könne, ließ ich es bei der Standardversion und den 4 Standard-Lautsprechern, womit ich jedoch bis dato auch recht zufrieden bin, obwohl ich mit 10 Boxen im Privatfahrzeug eher verwöhnt bin.

Unter dem Audioteil, findet sich die Klimaanlage mit getrennter Temperatur-Einstellungsmöglichkeit für Fahrer- und Beifahrerseite, Ventilatorsteuerung, Gebläsewahl, Front- und Heckscheibenheizung, Sitzheizung (nicht in der Standardausführung enthalten, 3-stufig: 42°C/37°C/33°C), Warnblinkanlage, sowie übersichtlichem Display zur Anzeige der gewählten Einstellungen. Die Lüftungs- und Klimaanlage arbeitet bei extremen Bedingungen anfangs sehr laut. Dafür ist aber rasch die gewünschte Temperatur erreicht und falls der Automatikmodus ausgewählt ist, regelt sich die Anlage selbst auf kleinere und damit leisere Stufe. Für Kontaktlinsenträger wie mich, ist es gerade beim Autofahren wichtig, keinem Luftzug im Augenbereich ausgesetzt zu sein. Die Ausströmdüsen lassen sich hierfür einwandfrei verstellen.
Die Frontscheibenheizung arbeitet auf Basis der Lüftung – die Scheibe wird also nicht elektrisch beheizt. Die Leistung ist jedoch so stark, dass selbst bei -15°C Außentemperatur und Eisschicht auf der Scheibe innerhalb von 2-3 Minuten die Scheibe ohne Eiskratzen enteist und frei ist. Durch die warme Luft an der Scheibeninnenseite entsteht ein Wasserfilm zwischen Eisschicht und Scheibe und das verbleibende Eis schiebt sich von selbst die Scheibe hinab oder kann mit den Scheibenwischern weggewischt werden – das bedeutet allerdings häufigeres Wechseln der Scheibenwischerblätter. Erst bei sehr dickem Eis und wenn darüber noch eine dickere Schicht Schnee liegt ist es erforderlich, zusätzlich noch den Eiskratzer zu verwenden. Während des letzten Winters war dies bei mir nur ein einziges Mal der Fall!
Dieser Saab ist absolut wintertauglich! Auch das Vorglühen dieses 2,2 TiD Dieselmotors ist bis -20°C so schnell erledigt, dass man es nicht mitbekommt. Erst bei Temperaturen unter -20°C kann man ein bis zwei Sekunden lang erkennen, dass diese gelbe Leuchte, die das Vorglühen anzeigt, doch noch funktioniert.
Die Heckscheibenheizung (Heizdrähte) und Außenspiegelheizung können auch über den Bordcomputer automatisch gesteuert werden und funktionieren bestens und schnell.

Zwischen Fahrer- und Beifahrersitz findet sich eine verstellbare Armlehne, die aufgeklappt ein kleines Staufach freigibt. Und hier findet sich ein weiteres Beispiel an Denkarbeit by Saab: im Staufach ist ein zweiter Zigarettenanzünder untergebracht und eine kleine Auskerbung am oberen Rand macht es möglich ein Handyladekabel herauszuführen, ohne es bei heruntergeklappter Armlehne einzuzwicken.

Das Handschuhfach ist durchschnittlich groß und im Sommer wird die Kaltluft der Klimaanlage genutzt, um es auf 8°C zu kühlen: ideal für Naschkatzen wie mich, um Schokolade im Sommer nicht in flüssiger Form konsumieren zu müssen. Ablagefächer in den Türen ergänzen die insgesamt doch noch zu geringen Ablagemöglichkeiten.

Der Blick nach hinten verrät ganz klar: trotz der vier Türen ist der Saab 9-3 als Familienauto absolut ungeeignet. Wenn eine vierköpfige Familie dieses Fahrzeug halbwegs bequem nutzen will, sollte keiner größer als 1,65m sein. Bei der optimalen Sitzposition eines 1,97m großen Lenkers bleiben für den Passagier hinter dem Lenker gerade mal 7cm „Beinfreiheit“ – falls man das noch als solche bezeichnen kann. Somit kann die Rückbank gerade mal als Ablage oder bei umgelegter Rückbank als zusätzlicher Kofferraum genutzt werden. Bei einem Radstand von 2.675 mm ist diese Platznot nicht wirklich zu verstehen.

Blickt man noch weiter nach hinten durch die Heckscheibe, stellt man fest, dass die Aussicht hinter das Fahrzeug sehr eingeschränkt ist. Hier wird man durch die in der Grundausstattung enthaltene Saab Parking Assistance geholfen. Damit können beim Einparken in enge Lücken die Abstände hinten leichter eingeschätzt werden. SPA erkennt den Abstand automatisch und signalisiert diesen dem Fahrer bei eingelegtem Rückwärtsgang durch immer schneller aufeinander folgende Signaltöne, die bei einem Abstand von ca. 20 cm in einen Dauerton übergehen.

LET’s START THE ENGINE:
Es scheppert nichts, es nagelt nichts, ein angenehmes, gleichmäßiges nicht zu lautes Motorengeräusch ist zu hören. Für einen Diesel wirklich angenehm – selbst solange der Motor noch kalt ist. Die Leerlaufdrehzahl beträgt 900 U/min. Im 1. Gang kann man damit 9 km/h rollen und im 2. Gang schiebt der Motor den Wagen gleichmäßig mit 18 km/h durch den Stau - selbst wenn es leicht bergauf geht. Dadurch verlaufen Staufahrten kupplungs- und fußschonender.
Der 1. Gang ist eindeutig zu kurz übersetzt. Kaum hat man fertig eingekuppelt, kann man schon wieder in den 2. Gang hinaufschalten, gerade dass der Wagen die 20 km/h überschritten hat und ohne das der Turbolader zugeschalten worden wäre. Für eine Sport-Limousine ist diese Übersetzung des ersten Gangs misslungen.
Doch der 2. Gang macht das wieder gut, sofort vergisst man den Ärger mit der Ersten. Der Wagen zieht hinauf auf 80 km/h in wenigen Augenblicken, ohne dass man die maximale Drehzahl von 4.500 U/min annähernd erreicht hat. Wieder ist es nach wenigen Augenblicken an der Zeit zu schalten, doch diesmal hat sich inzwischen einiges getan. Die 5-Gang-Schaltung ist leichtgängig und exakt, erlaubt schnelles Schalten und somit den Schwung mit in die Dritte zu nehmen. Auch im 3. Gang wird man mit Elastizität und Leistung empfangen. Die 280 Nm Drehmoment schon bei 1.500 U/min drücken den Fahrer auch im vierten und fünften Gang noch angenehm in den Sitz und beschleunigen den Saab 9-3 mit 1.500 kg Eigengewicht sportlich-zügig, aber nicht übertrieben auf die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h; dann wird abgeriegelt – Schluss mit Lustig.
Wenn man bedenkt, dass dieser 2,2 TiD Motor mit 92 kW oder 125PS bei 4.000 U/min der schwächste Motor in der 9-3er Palette ist, freut es den Fahrer auf deutschen Autobahnen umso mehr, dass das Drehmoment dieses Dieselmotors auch noch von 110 km/h in wenigen Sekunden auf 180 km/h beschleunigt. Gerade auf zweispurigen deutschen Autobahnen benötigt man diese Beschleunigung beim Wechsel vom ersten auf den zweiten Fahrsteifen recht oft.

FAHRWERK:
Der Motor ist bei Weitem nicht das Beste an diesem Auto – obzwar er ideal ins Gesamtkonzept integriert ist. Die wirkliche Fahrfreude ermöglicht erst das Fahrwerk. Ein Ex-BMW-Fahrwerksingenieur hat es entwickelt und es ist auch im Grenzbereich optimal und zuverlässig. Man fährt wie auf Schienen.
Das Traction Control System (TCS – Antriebsschlupfregelung) sorgt für optimale Beschleunigung und Fahrstabilität ohne Radschlupf, in dem es ein Rad, das sich schneller dreht als die anderen soweit abbremst, bis wieder alle gleich schnell laufen und somit kein Rad durchdreht.
Das ESP (Elektronisches StabilitätsProgramm) dient dazu in kritischen Situationen - speziell bei Kurvenfahrten - das Ausbrechen des Fahrzeuges zu vermeiden und die Kontrolle über das Fahrzeug zu behalten, indem vom System gezielt einzelne Räder abgebremst werden oder die Motorleistung zurückgenommen wird.
TCS ist gar nicht, ECP nur in wirklich extremen Situationen ganz leicht zu merken.
Die damals (2002/2003) komplett neue Hinterachse beinhaltet das Saab eigene ReAxs-System. Dieses System lenkt bei Kurvenfahrt die Hinterräder leicht ein. Das trägt dazu bei, das Fahrzeug in die beabsichtigte Richtung zu bewegen – auch wenn’s schneller sein soll. Das Fahrzeug reagiert nicht nur besser, der Fahrer hat auch mehr Kontrolle. Das ReAxs-System macht den Saab zu einem wendigen Kurvenkünstler.
Die Federung ist ein optimaler Kompromiss zwischen straffer Sportlichkeit und akzeptablem Komfort. Bodenunebenheiten sind zwar zu spüren, werden aber so weit gedämpft, dass sie nicht als störend empfunden. Der Fahrer behält das Gefühl für das Fahrzeug und bekommt über die Sitzfläche vermittelt, was sich zwischen Reifen und Fahrbahn abspielt. So soll es sein! Der Fahrer sollte spüren können, wo in Kurven die Grenzen der Reifenhaftung beginnen.
Auch bei hohem Tempo bleibt der Wagen nicht zuletzt auch wegen der leichten und präzisen Servolenkung immer im neutralen Bereich – zumindest solange nicht die physikalischen Gesetze vom Fahrer auf die Probe gestellt werden.

SICHERHEIT:
In heiklen Situationen ermöglicht schon das Fahrwerk gemeinsam mit dem elektronischen Stabilitätsprogramm auch noch dort im grünen Bereich zu bleiben, wo andere schon „im Grünen liegen“ mögen. Doch das ist nur einer von mehreren Aspekten der Sicherheit, für die Saab wohl am Bekanntesten ist.
Crashtests aller bekannten Institute bescheinigen ihm Bestnoten. Alleine schon die Konstruktion des Chassis bietet viel Schutz. Hinzu kommen Fahrer- und Beifahrerairbags, Seitenairbags (Oberarmhöhe), Dachholmairbags vorne und hinten (Kopf/Schulter), Seitenaufprallschutz und Lastenaufprallschutz in den hinteren Sitzen damit beim Aufprall der Kofferrauminhalt nicht vorschießt.
Damit es erst gar nicht zum Crash kommt, ist neben dem schon üblichen ABS auch ein mechanischer Bremsassistent (MBA) integriert, der die Bremskraft verstärkt, wenn das Bremspedal schnell betätigt wird. Die Kombination ABS und MBA ermitteln somit die maximal mögliche Bremsleistung in kritischen Situationen, ohne dass die Räder blockieren.

ZUVERLÄSSIGKEIT:
Während der 16 Monate und 85.000 km hatte ich keine Fehlfunktion des Fahrzeuges erlebt. Nichts ging kaputt, nur Verschleißteile waren beim Service (erstes Service bei 30.000 km – Kosten Euro 492,-- inkl. MwSt) zu erneuern. Ich konnte mich auf die Funktionstüchtigkeit verlassen.

SONSTIGE VORFÄLLE:
Italien, Ende August, an einem Donnerstag 15:30 Uhr. Der Saab ist seit dem Vorabend am Parkplatz gestanden. Rückfahrt aus Unterinn am Ritten Richtung Wien: die ersten Kilometer über Serpentinen den Berg hinunter Richtung Bozen, danach über die Brennerautobahn Richtung Norden. Schon beim Auffahren auf die Autobahn und Beschleunigen merke ich einen Leistungsverlust. Ein paar Kilometer später leuchtet die Motor-Check-Alarmleuchte auf und der Bordcomputer regelt den Motor auf Notbetrieb herunter. Nächste Abfahrt hinunter bis zum nächsten Parkplatz um 16:15. Ich rufe meine Werkstatt in Wien an und bekomme telefonisch die Anleitung: „Hinter dem Motor liegt der Turbolader. Hinten am Turbolader geht ein schwarzer Gummischlauch weg. Ist der dran?“ Dran war er wohl, doch ein südtiroler Marder hat ihn mehrmals durchbissen. Die nun undichte Länge des Schlauches war schnell abgeschnitten und das verbleibende dichte Schlauchstück wieder am Turbolader aufgesteckt. Fertig! Fast… Der Motor lief wieder mit gewohnter Leistung, doch die Motor-Check-Alarmleuchte leuchtet unverdrossen weiter und der Bordcomputer regelte mehrmals ab. Laut Aussage der Werkstatt sollte nach ein paar Minuten Fahrt die Sache auch für den Bordcomputer als erledigt erkannt werden und die Alarmleuchte erlischen. Da die Werkstatt inzwischen schon dicht gemacht hat, fahre ich zum nächsten Pannenhelfer-Servicestützpunkt (ÖAMTC) bei Innsbruck, denn ich hatte gelesen, dass der Club von sämtlichen Autoherstellern die Software gekauft hat, um auch bei elektronischen Problemen helfen zu können. Doch ins Saab-System kam auch der Pannenhelfer nicht hinein. Es gibt keine Saab-Software erfuhr ich später bei Saab-Wien, weil selbst die Fachreparaturwerkstätten von Saab nur online ins schwedische Computersystem einsteigen können… (das wurde mir aber geschickt als großer Vorteil verkauft: sollte mir das Fahrzeug einmal ungefragt abhanden genommen werden, so muss auch der unverdiente Nachbesitzer beim Service ins schwedische Saab-System einloggen und online würde man dann sofort den Wagen orten können, wenn er bei Saab als gestohlen gemeldet wurde…)
Der Fachmann vom ÖAMTC konnte mir also auch nicht helfen. So beschloss ich das Elektronikproblem wie gewohnt zu beheben: Stecker raus und neu hochfahren, also Autobatterie abklemmen und wieder anklemmen. Der Bordcomputer macht einen Systemcheck, erkennt endlich das Turboladerproblem als gelöst und die Motor-Check-Alarmleuchte bleibt dunkel.

Ende September in Wien hatte ich wieder einen Leistungsverlust bemerkt. Diesmal blieb ich stehen, noch bevor die Motor-Check-Alarmleuchte anging. Es war wieder der gleiche Schlauch an exakt der gleichen Stelle von einem Marder durchbissen. Ich löste das Problem wieder selbst, ließ mir aber am nächsten Tag in der Werkstatt einen Panzerschlauch darüber ziehen und zur doppelten Sicherheit auch noch einen Meter Reserveschlauch mitgeben (erhielt ich kostenlos) da ich nun schon zwei mal jeweils gut 10cm wegschneiden musste.

Ich werte diese beiden Vorfälle nicht als Manko in punkto Zuverlässigkeit – Marder sind eben Vandalen. Aber das Service über Telefon fand ich gut. Und wenn man sich dazu noch ein wenig selber helfen kann, fährt man mit Saab weiter, wo andere Fahrzeuge in die Werkstatt abgeschleppt werden müssen.

FAZIT:
Auch wenn das Fahrzeug in der oben beschriebenen Konfiguration als Neuwagen nicht mehr erhältlich ist, soll dieser Bericht doch einen Eindruck vermitteln, dass Saab einiges verbessert hat, um von seinem bisherigen Image loszukommen. Zuverlässigkeit, Fahrkomfort, Sicherheit und komplette sowie durchdachte Ausstattung sind in diesem Fahrzeug gut vereint.

Somit kann ich einen guten Tipp an dieser Stelle weiter geben: einfach selbst mal probefahren – aber Vorsicht: Suchtgefahr!


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
trenker26

trenker26

13.06.2009 20:04

Fast 12000 Auswärtslesungen sprechen da für sich

Testkommando

Testkommando

27.02.2009 22:09

Klasse, so wünsche ich mir einen Auto-Bericht. Guter Aufbau, flotter Schreibstil, umfassende und detaillierte Informationen, nützliche Zusatzinfos und eine gelungene Persepktivübernahme des Lesers. Klasse!

Sand38

Sand38

18.10.2006 01:20

Top Bericht.

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Mittelklasse - Limousine - Diesel
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