Pro und Contra bei der Geburt abwägen

3  19.03.2002

Pro:
Gute Diagnostik und Kinderklinik

Kontra:
Schreckliche Zimmer

Empfehlenswert: Nein 

+

Über sich: Ich les das... was mich interessiert und mir gefällt. Kein pedantischer Gegenleser, aber wenn es sic...

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Die St. Elisabeth Klinik liegt im Herzen von Saarlouis. Sie hat 10 Stockwerke inkl. einer Kinderklinik. In der 9. Etage sind die Abteilungen Diagnostik, Kinderintensivstation,
Frühgeborenen- und Säuglingsstation untergebracht. Insgesamt sind in der 9 Etage 50 Betten vorhanden, wobei 13 Betten in der Kinderintensivstation stehen.

Kreissaal: Es gibt 4 verschieden Räumen, in denen entbunden werden kann, wobei
ein Zimmer (welches im Landhausstil eingerichtet ist) mehr als Wehenzimmer fungiert.
Ausserdem gibt es einen Raum mit einer modernen, großen Geburtswanne.
Die Räume sind gut und gemütlich eingerichtet, in den drei eigentlichen Kreissälen
befindet sich ein verstellbares Bett. Ausserdem gibt es Pezi-Bälle, den Geburtshocker,
allerdings kein Roma-Geburtsrad. Auf dem Gang bedindet sich die „Rezeption“ –eine
offene Theke an der Schwestern bzw. Hebammen als Ansprechpartner zu finden sind.

Vorsorge: Die Vorsorge wird sowohl von der in der Klinik angestellten als auch freiberuflichen Hebammen vorgenommen. Eine Vorstellung in der Klinik vor der
Geburt ist notwendig. Es gibt ein High-End-Ultraschallgerät zur fetalen Diagnostik und eine ambulante Fruchtwasseruntersuchung kann ebenso durchgeführt werden. Die Hebammen bieten Akkupunktur und Hömeopathie an. Im Krankenhaus selbst existiert eine Aula in
Der vor der Geburt einige interessante Vorträge gehalten werden. Wir waren dort z.B.
auf einem Vortrag zur Schmerzlinderung mittels PDA, der mir allerdings zu Einseitig
diese Methode befürwortete. Die Geburtsvorbereitungskurse finden in einem, nach meinem
Empfinden, nicht gerade ansprechendem Raum statt, wobei der Kurs in den wir 1 x gegangen sind, auch ziemlich überfüllt war.

Entbindung: Diese ist wie schon oben beschrieben, in den 3 Räumen oder in der Geburtswanne möglich. Wer eine freie Hebamme hat, kann diese rufen. Diese Hebamme ist dann die ganze Zeit während der Geburt dabei. Die angestellten Hebammen haben Dienst nach Plan, sprich 8-Stunden, d.h. bei einer längeren Geburt kann man schon mal 2-3 verschiedene Hebammen haben. Bei der Geburtswanne gilt, wer zuerst kommt, der sitzt drin.
Insgesamt fand ich die Station zu hektisch, weswegen wir uns auch nicht für dieses Krankenhaus entschieden haben. Das Hin- und Her zwischen den angestellten und freiberuflichen Hebammen fand ich während der Besichtigung recht verwirrend. Zudem hat nur eine angestellte Hebamme Dienst, eine ist in Rufbereitschaft. Wenn allerdings alle 4 Räume belegt sind und eventuell noch die Wanne, ist eine Betreuung rund um die Uhr gar nicht gewährleistet. Ausserdem hatte die diensthabende Ärztin, die sehr nett war, auf Fragen geantwortet, dass immer gerne ein Einlauf gemacht wird, damit es für alle schneller geht und bei der PDA wurden von ihr keine Nachteile aufgezeigt. Da ich beiden Sachen kritisch gegenüber stehe, hätte ich gerne sowohl pro- als auch contra-Argumente erfahren.

Zimmer: Die Zimmer hab ich nicht nur gesehen, sondern musste diese auch 7 Wochen nach der Geburt leider, leider nutzen. Da das Krankenhaus sehr alt ist, sind die Stationen auch nicht das Modernste – zumindest in der 9. Etage. Ich war zwar auf der Frühgeborenenstation, aber direkt vis-a-vis ist die Säuglingsstation, auf der es ganz genau so aussieht. Die Zimmer sind bis auf insgesamt 4 Mutter-Kind Zimmer auf beiden Stationen GLASKASTEN. Wirklich wahr, ca. 6-8 m², man fühlt sich wie bei Big Brother (das sagen auch die Krankenschwestern). Puh! Die Begleitpersonen, die bis zum 7. Lebensjahr kostenlos untergebracht werden, schlafen auf einer Liege auf dem Boden, welche sie selbst zusammenbauen dürfen und beziehen. Das Essen, welches nicht gerade der Hit ist, wird auf der Wickelkomode serviert. Die Waschbecken haben aus hygienischen Gründen Fusshebel, die man aber nicht per Pedal bedient, sondern umständlich mit dem Fuss rumhebeln muss )-: Die Baby’s selbst schlafen in Gitterbettchen. Durch die Verglasung (die Rollos sind zur Zeit kaputt) bekommt man jeden Lichtstrahl beim Stillen bzw. versorgt werden mit. Ausserdem hört man jeden Pieps und natürlich auch das Weinen. Das Mutter-Kind-Zimmer ist o.k., aber länger als 2 Tage im Glaskasten und man dreht am Rad, gerade wenn man von der Geburt erschöpft ist oder eh
fertig, weil das Baby krank ist. Die jeweils beiden Bäder befinden sich auf dem Flur, ebenso das gemütliche Stillzimmer.

Betreuung: Die Schwestern waren größtenteils sehr nett, wenn auch vor allem in der Nacht total im Stress. Da betreuen 2!!! Schwestern beide Stationen, zu meinem Aufenthalt waren 17 Kinder mit nur 6 Eltern dort. D.h. die Kinder werden im Zeitplan gefüttert, wenn ein Baby
Zwischendrin weint, bleibt vielleicht mal kurz Zeit nach einer halben Stunde des Schreiens,
hinzugehen und ein Kirschkernsäckchen reinzulegen, mehr aber nicht. Tagsüber sah die ganze Sache etwas besser aus und die Schwestern waren auch wirklich nett zu den Baby’s – alles in allem blieb aber viel zu wenig Zeit, gerade für Problembabys. Wenn man nicht stillte und eine
Flasche benötigte, musste man zum Schwesternzimmer. Die Flasche wurde, wenn die Schwestern nicht gerade auf der einstündigen Runde waren, sofort zubereitet und ins Zimmer gebracht. Die voraussichtliche Anzahl der zu nutzenden Flaschen musste vorher angegeben werden, da die Flaschen pro Tag samt Inhalt bestellt wurden.

Fazit: Die ärztliche Betreuung, die Untersuchungsmöglichkeiten und die Erfahrung sind wirklich sehr gut. Die PDA wird dort so oft gelegt, dass dort sehr erfahrene Anästhäsisten sind. Die Wassergeburt wurde schon einige hundert Mal praktiziert und die Geräte sind
Auf dem neusten Stand. Die Diagnostik-Abteilung ist gerade für kranke Baby’s prima. Trotzdem würde ich dort nicht entbinden oder nochmal hingehen, weil ich diese Zimmer, das Essen und auch die weinenden, wartenden Baby’s einfach furchtbar gefunden habe. Wer aber ambulant entbindet ist dort sehr gut aufgehoben. Tipp: Vorher eigene Meinung zur PDA / Schmerzbekämpfung machen, abwägen ob Kaiserschnitt in Frage kommt und ob ein Einlauf sinnvoll ist.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Arinicia

Arinicia

21.06.2002 01:23

Insofern unser kleiner Fynn nicht an Gelbsucht leidet, werde ich dort ambulant entbinden. Welches KH auch immer- ich stehe skeptisch gegenüber und dass was Du beschreibst habe ich auch im Krankenhaus bei meiner ersten Geburt erfahren müssen. Krankenhaus bleibt eben Krankenhaus :o(

Sethanon

Sethanon

20.06.2002 05:51

Ich hoffe in den nächsten 10 Jahren "muss" ich mich noch nicht mit diesem Thema beschäftigen *G*

J.Kupke

J.Kupke

19.03.2002 16:00

HI! Du hast dir aber einen netten Namen ausgesucht ;-) Ein echt super Bericht. Einen schönen Dienstag noch. Mfg

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