Erfahrungsbericht über

Saint Albray FranzösischerWeichkäse 50%

Gesamtbewertung (8): Gesamtbewertung Saint Albray FranzösischerWeichkäse 50%

 

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Unwiderstehlich aber teuer!

4  15.01.2004

Pro:
toller, cremiger, mild - würziger Geschmack

Kontra:
der Preis, riecht vielleicht etwas zu stark

Empfehlenswert: Ja 

SiebenteS

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:431

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 93 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich gebe es ja zu: Eine absolute Feinschmeckerin bin ich nicht. Das gilt auch in Sachen Käse. Ich habe MEINEN ganz persönlichen Geschmack, der ist in manchen Punkten vielleicht sehr gut, bei anderen (Lebensmitteln) mögen richtige Gourmets auch anders als ich denken. Neben meinem Standard-Frischkäse von Philadelphia gönne ich mir ab und an auch den fett- und damit kalorienreicheren Weichkäse. Bislang war in der Hinsicht Rougette (von Käserei Champignon) mein Favorit. Doch der fehlte jetzt in der Kühltheke. Also musste ein anderer her, Saint Albray mild und würzig.

VERPACKUNG:
Keine Sorge, mir geht es hier vor allem um Zweckmäßigkeit und Wiedererkennungswert: Zunächst einmal ist die Form markant, die an eine Blume mit sechs Blütenblättern erinnert, denn sechs Rundungen hat der Käse. Der untere Teil besteht aus Pappe und verleiht dem Saint Albray beim Transport etwas Stabilität, der Käse selber ist einmal vollständig mit einer Klarsichtfolie umschlossen. Die schützt den Käse recht gut und hält ihn frisch. Außerdem hat sie den Vorteil, dass sie recht klein und platzsparend zu entsorgen ist. Insgesamt, so finde ich, hat man eine recht gute Verpackungswahl getroffen.

DER KÄSE: OPTIK:
Die ist beim Saint Albray ein wenig ein Trumpf. Frisch gekauft und z.B. auf einem Buffet drappiert, macht er mit der blumigen Form etwas her. So richtig Sinn macht sie aber nicht, da die angeschnittenen Käsestreifen dann doch unterschiedlich groß sind und sich nicht optimal auf dem Brot verteilen lassen.
Die Kruste des Saint-Albray ist weißlich-gelblich, das Innere von einem sehr hellen Gelbton. Diese Mischung macht mir auf alle Fälle Appetit.

GERUCH:
Mir dringt ein sehr angenehmer, aromatischer Duft in die Nase. Es ist klar, dass da etwas Käsiges vor mir liegt, aber kein Stinkekäse, sondern, und damit komme ich auf den anderen Teil der Beschreibung zu sprechen, einer mit milder Würze. Im Vergleich zu meinem Favoriten Rougette wirkt er allerdings eine Spur kräftiger. Der Geruch hält sich auch im Raum. Ein weiterer Eindruck, der mit in den Sinn kommt, ist salzig und cremig, so würde ich zumindest die Vorahnung des Geschmacks beschreiben, die sich bei mir nun breit macht.

STREICHFÄHIGKEIT:
Es ist schon eine Frage der Philosophie, ob man seinen Weichkäse lieber frisch aus dem Kühlschrank nimmt oder (solange man ihn schnell genug aufgebraucht) bei Zimmertemperatur aufbewahrt. Ich wähle in der Regel die zweite Variante, weil ich es mag, wenn ich den Weichkäse gut auf dem Brot verteilen kann. Klar, die Streichfähigkeit ist nicht mit der von Frischkäse zu vergleichen. Doch bei Zimmertemperatur kann man zusehen, dass man eine recht gleichmäßige Schicht des Saint Albray auf der Scheibe hat, ganz nach Wunsch eher dünn, mittel oder dick. Wählt man die Kühlschrankvariante, so muss man Scheiben des Käses absäbeln. Die sind meist dicker und lassen sich nicht so gut weiter verstreichen.

GESCHMACK:
Meine Vorahnung hat mich nicht im Stich gelassen: Der Saint Albray ist dem Rougette auf alle Fälle ebenbürtig im Punkto Geschmack: Mild und würzig, cremig, eine Spur salzig, sehr delikat und, wie ich ja schon in der Überschrift erwähnt habe, auf jeden Fall unwiderstehlich. Da es sich ja um eine recht reichhaltige Käsesorte handelt (60 % Fett in der Trockenmasse), schwanke ich dazwischen, ihn als leicht mächtig zu empfinden, ihn aber wegen seines gewissen Etwas zugleich als fast schon süchtig machend zu beschreiben.
Die optimale Mischung, um den Saint Albray so richtig zu genießen, ist für mich, ihn auf einem sehr guten, körnigen Vollkornbrot zu essen. Weißbrot oder Graubrot bietet für mich einen zu matten, laffen Hintergrund. Das körnige des Vollkornbrotes dagegen unterstützt aus meiner Sicht die Würze und bringt die gerade beschriebenen Qualitäten richtig zum Vorschein.

ZUTATEN:
Französischer Weichkäse aus pasteurisierter Milch 60 % Fett in der Trockenmasse.
Farbstoff Beta-Carotin, E 160 e in der Rinde.
Gerade die beiden letzten Zutaten machen mich dann nach der begeisterten Schilderung des Geschmacks doch stutzig: Schade, dass auch hier etwas Künstlichkeit ran musste, um dem Käse sein Aussehen zu geben.

HERSTELLER:
Saint-Albray, Postfach 1627, 65006 Wiesbaden, saintalbray@kaesegenuss.de
An diese Adresse soll man auch seine Meinung zu Saint Albray schicken, etwas, das ich nur in Anspruch nehmen würde, wenn ich tatsächlich Reklamationen hätte.
Fromageries des Chaumes, F-64110 Jurancon

PREIS:
Jetzt kommt der große Nachteil dieses Käses und damit auch der Punkt, aus dem heraus ich den Saint-Albray wohl eher selten kaufen werde: In dem Pack hat man 200g. Das sind immerhin 50 g oder (33,3 Prozent) mehr als beim Rougette. Doch der Preis ist gesalzen. Statt 1,59 Euro zahlt man für den Saint Albray 2,59 Euro (bei MiniMal).

FAZIT:
Der Saint Albray IST unwiderstehlich lecker, dazu stehe ich! Die milde Würze hat einen echten Suchtcharakter und ist auf frischem Vollkornbrot ein wahrer Genuß. Hier sehe ich ihn mit dem Rougette auf alle Fälle gleich auf. Da der Saint Albray sogar zehn Prozent weniger Fett in der Trockenmasse hat, würde ich ihn bis zu diesem Punkt dem Rougette sogar vorziehen. Optisch wirkt der Käse zwar nicht praktisch, aber sehr verführerisch, gerade dann, wenn man ihn (egal ob für Besuch oder für sich alleine) nett drappiert. Doch auf der Schlußgraden muss mein Testkandidat noch einen entscheidenen Minuspunkt hinnehmen: Den Preis finde ich defintiv zu hoch, rund zwei Euro oder 2,10 wären auch angemessen und würden dann ein vergleichbares Niveau im Hinblick auf den Rougette bedeuten. Wegen Preis gibt es von mir einen Stern Abzug, aber insgesamt kann ich ihn, den Saint Albray, nur empfehlen!
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
MALPAPOL

MALPAPOL

21.03.2004 23:27

Schöner Bericht über einen leckeren französischen Käse. Der kommt bei uns auch des öfteren auf den Tisch. Du hast recht, der ist wirklich etwas zu teuer...

IllEngelchenII

IllEngelchenII

16.01.2004 23:29

Kenne ich leider gar nicht. Wäre ja mal ein Pröbchen wert ;-) LG *Marion

Blackeyedforever

Blackeyedforever

16.01.2004 15:21

Gut und informativ geschrieben. Ich persönlich esse ja keinen Käse :) Lg Stella

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