Sakristei des Todes / Harding, Paul

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Sakristei des Todes / Harding, Paul

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Es duftet nach Fleischpasteten

5 31. Mar 2004

Pro:
Historisches und Poetisches aus London

Kontra:
nichts

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

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Bavaria123

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 82 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Ich lese gern und viel - vor allem auch historische Romane. Ganz besonders mag ich solche, die im alten England spielen, da mir dieses Land durch verschiedene Reisen sehr ans Herz gewachsen ist.
Der Roman "Sakristei des Todes" (Originaltitel : Murder must Holy, Erstausgabe erschienen 1993), über den ich heute schreibe, ist Teil einer bisher neun Titel umfassenden Reihe und soll laut Verlag im April als Neuauflage erscheinen. So wird er aktuell in den Buchhandlungen präsent sein.


= Romane dieser Reihe =

Die Galerie der Nachtigallen
Das Haus des roten Schlächters
Sakristei des Todes
Der Zorn Gottes
Tod auf der Themse
Das Parlament der Toten
Tödliches Rätsel

= Allgemeines zum Taschenbuch =

Autor...........................Paul Harding
Übersetzer................Rainer Schmidt
Dt. Erstausgabe.......1994
Neuauflage................04.2004
Verlag.........................Droemer Knaur
ISBN...........................3 - 426 - 62626 -8
Preis...........................7,00 €
Seiten.........................272


= Der Autor =

Die Geschichte wurde geschrieben von Paul Harding, das ist ein Pseudonym des Historikers Paul Charles Doherty. Er wurde 1946 in Mittelsbrough geboren und studierte Geschichte in Liverpool und Oxford und unterrichtete später auch. 1981 wurde er zum Leiter der Trinity Catholic Highschool ernannt.
Er veröffentlicht seine meist mittelalterlichen Krimis auch unter den Namen Michael Clynes, Celia L. Grace, Ann Dukthas und Anna Apostolou.


= Die beiden Hauptpersonen der Geschichten =

Die zwei Serienhelden sind Coroner Sir John Cranston und Dominikaner-Mönch Athelstan.
Der dicke und vulgär-fröhliche Sir John Cranston ist Untersuchungsrichter im London des 14. Jahrhunderts. Er ist verheiratet mit der sittsamen, verständigen und zierlichen Lady Maude und Vater zweier Söhne. Cranston ist kein Unschuldslamm und nach dem Genuss von reichlich gutem Essen und ordentlich Alkohol schläft er schon mal bei einer Vernehmung ein - aber zu unterschätzen ist er auf keinen Fall. Wenn man ihm und seinen Eigenarten - er rülpst, flucht, schreit - anfangs auch erst zweifelnd gegenübersteht, merkt man bald, dass er ein netter, verträglicher offenherziger Mensch ist.
Bruder Athelstan ist sein herzensguter, bodenständiger und logisch denkender Schreiber. Den jungen sympatischen Priester trifft man nachts mit seinem Kater Bonaventura vorwiegend auf dem Kirchturm an, wo er die Sterne studiert. Er hat vor geraumer Zeit sein Gelübte gebrochen, als er mit seinem Bruder in den Krieg zog - und nur er wieder zurückkam. So wurde Athelstan strafversetzt nach St. Erconwald, einer Kirchengemeinde Londons. Hier hat er sich gut eingelebt...und hegt eine platonische Liebe zur Witwe Benedicta.


= Handlung des Romanes =

In London steht der Frühsommer 1397 auf dem Kalender.
Im Kloster Blackfriars wird kaltblütig gemordet. Da Coroner Sir John Cranston und Bruder Athelstan sich bereits einen Namen im Lösen von blutigen Rätseln gemacht haben, werden sie vom Pater Prior dringend um Hilfe gebeten. Die beiden Gerufenen sind jedoch ersteinmal ratlos. Zumal sie auch gefangen sind von eigenen Problemen.
In der Kirche von St. Erconswald wurde beim Heben von Steinplatten ein Skelett mit einem Holzkreuz in den Händen gefunden, welches die ganze Gemeinde in Aufruhr versetzt. Bei genauem Hinsehen entpuppt sich der Fund als höchstens 15 Jahre alte Frauenleiche, die wahrscheinlich durch Ersticken ermordet worden ist.
Sir Johns Problem ist eine Wette, die er leichtsinnigerweise angenommen hat. Er war auf Einladung von Herzog John Gaunt, dem Onkel des jungen König Richard, auf einem Bankett und dort wurde ihm ein schwieriges Rätsel gestellt, welches er nun innerhalb von zwei Wochen gelöst haben muss. Auch hier geht es um mysteriöse Morde. Der Wetteinsatz von 1000 Kronen steht nicht allein auf dem Spiel, sondern auch die Ehre von dem Coroner.
Somit ergibt sich Einiges, das im Roman geklärt werden muss:
Schafft es der Coroner mit Hilfe seines Schreibers das gestellte schwierige Rätsel zu lösen?
Was hat es mit dem Skelett auf sich? Wer war die Frau? Weshalb wurde sie erstickt?
Wer mordet unter den Ordensbrüdern von Blackfriars?
Nun, wer das Buch liest erhält auf alles eine Antwort... aber mehr verrate ich nicht.


= Meine Eindrücke =

Nachdem ich die beiden Hauptfiguren bereits durch "Die Galerie der Nachtigallen" und dem "Haus des roten Schlächters" begleitet habe, war es wieder ein großartiges Vergnügen, auch in der "Sakristei des Todes" dabei gewesen zu sein. Wobei es nicht so ist, dass man die Bücher unbedingt in der chronologischen Reihenfolge lesen muss.
Die beiden Hauptpersonen sind beide auf ihre eigene Art liebenswert und ergänzen sich wunderbar. Mit ihren Stärken und Schwächen wachsen sie einem ans Herz.
Paul Harding schreibt fesselnd und geschichtsgetreue Rahmenhandlungen werden eingebaut. Man schnuppert förmlich den Dunst über den alten Strassen von London und geniesst aber auch das Aroma der allgegenwärtigen Fleischpasteten, die oft auf dem Speiseplan des Coroners stehen. So wird das alte London lebendig, mit allem Charme, Dreck und dem mordenden Gesindel.
Man freut sich schon auf die nächste Zusammenkunft mit dem Coroner und dem Mönch.

 

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Carmelita2905

Carmelita2905

17.07.2007 20:30

Historisches ist nicht so ganz mein Fall... :-(

Miss_Piper

Miss_Piper

08.04.2005 17:13

Diese Serie liest meine Mutter voller Begeisterung. ;-) Sollte vielleicht auch mal eins davon lesen.

carmen

carmen

30.08.2004 15:58

Ich bin ja amüsiert, daß dieser Autor gleich unter 4! Pseudonymen schreibt und dabei auch noch weibliche Namen dabei sind. gruß, carmen

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