Perfekte Alternative zu Canon S90/S95 und LX3/LX5
29.10.2010
Pro:
Bildqualität, Lichtstarkes Objektiv, Verarbeitung, AMOLED - Display, schwenk/drehbares Objektiv
Kontra:
Jpeg - Engine, Größe
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 working_foto
Über sich:
Mitglied seit:27.10.2010
Erfahrungsberichte:2
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 33 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ich hatte bereits beide genannte Kameras (Canon S90 und Panasonic LX3) und kann deswegen auch einen WIRKLICHEN Vergleich ziehen. HAPTIK: Von der Haptik und Wertigkeit schlägt die Samsung die S90 sehr klar, ist ungefähr auf gleichem Level wie mit der Panasonic, ich würde sie leicht darüber einstufen. Das Gehäuse ist aus Metall, liegt wesentlich besser in der Hand als die S90 (die zwar klein, aber auch unhandlich ist) und auch besser als die LX3.
BEDIENUNG: Bedienung ist insgesamt als "nur" gut zu bezeichnen, da die Menüs doch sehr verspielt und nicht ganz so aufgeräumt wirken. Wenn man sich da aber eingearbeitet hat, ist das auch kein Problem - da gefiel mir die Canon S90 noch am besten. Dafür hat die EX1 aber zwei Drehschalter und macht so die Bedienung - gerade für diejenigen, die auch mit einer SLR arbeiten - wesentlich angehemer. DISPLAY: Das tollste gegenüber aber den beiden anderen Modellen ist das schwenk- und DREHBARE AMOLED Display - abgesehen davon, dass man damit Aufnahmen machen kann, die man mit anderen Kompakten nicht machen kann (aus anderen Aufnahmenwinkel), ist das Display momentan so das beste LC-Display, was ich bei einer Kamera gesehen habe. Es wurde ja schon viel darüber in Tests etc. geschrieben, aber der Kontrast und die Farben kommen hier richtig richtig gut rüber. Im Sonnenlicht nicht ganz so doll, aber damit haben die meisten Displays ihre Probleme.
BILDQUALITÄT: Jetzt zur Bildqualität: warum habe ich mich überhaupt weg von der S90 und der LX3 "bewegt"? Ich hatte vorher in verschiedenen Tests mir auch Raw-Dateien zum Vergleich herangezogen und diese miteinander verglichen. Jetzt könnte man meinen, im RAW-Modus sollten alle mehr oder weniger das gleiche Ergebnis liefern (da es anscheinend der gleiche Sensor ist) - so ist es aber nicht. Ich betrachte hier gerade Aufnahmen mit höheren Iso-Werten, also so ab Iso 400. Und da hat die Samsung einen klaren Vorteil. Entwickelt wurden alle Bilder mit Lightroom 3 und bei der Canon S90 sind diese bei Iso400 okay, aber mit kleinen Artefakten, die man nur herausbekommt, wenn man sehr stark die Rauschunterdrückung einsetzt, bei Iso800 verliert sie schon erheblich an Farbumfang, Iso1600 ist kaum zu gebrauchen. Bei der Panasonic LX3 sind die Farben insgesamt kräftiger, aber selbst bei Iso400 sind im Raw störende Artefakte zu erkennen, die ein anderes Muster haben als bei der S90. Wer sich nicht daran stört, der kann mit der LX3 auch Iso800 Aufnahmen noch verwenden, aber für eine 1:1 Betrachtung haben beide Modelle unschöne Störungen in den Bildern, die man entweder nur "zumatschen" kann oder halt damit leben muß. Das hat mich halt auch immer gestört und Iso800 konnte ich so nur sehr selten bis überhaupt nicht nutzen. Bei der Samsung ist das zum Glück anders, auch sie "rauscht" natürlich bei Iso400 und höher - aber was Lightroom daraus machen kann, ist um einiges besser und "sauberer" als bei den anderen Modellen. Es ist schwer zu beschreiben, wo genau der Unterschied darin liegt, weil das auf's Pixelpeeping hinausläuft und man müßte Beispielfotos zeigen können, um zu verdeutlichen, was ich meine. Aber meiner Meinung nach hat die Samsung einfach die besten Bildqualität von allen drei Kameras.
ABER: wer nicht im Raw-Modus fotografiert, wird mit der Samsung weniger Spaß haben, da die Jpeg-Engine nicht so gut ist, d.h. die Bildqualität, die bei nur Jpeg-Bildern herauskommt spiegelt nicht die wirkliche Bildqualität wieder. Das macht Canon mit ihrer S90 einfach am besten. Hinzu kommt, dass die EX1 rund eine halbe Blende Lichtstärker ist als die beiden anderen Kameras - und nicht wegen ihrem lichtstärkerem Objektiv, sondern weil der Sensor lichtempfindlicher eingestellt ist - was meine ich damit: Nehme ich ein Bild mit der S90 mit 1/20s Belichtungszeit und Blende f2.0 auf und das gleiche mit der EX1 und mit 1/20s und Blende f2.1 (Blende f2.0 kann man nicht einstellen), so muß ich bei der EX1 -0,5 bzw. bei der Canon S90 +0,5 Belichtungskorreketur durchführen, um die gleiche Ausleuchtung zu erhalten. Das gleiche Ergebnis ist bei der LX3. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, dass die EX1 noch ein lichtstärkeres Objektiv hat (f1.8 gegenüber f2.0), dann ergbist sich ein Vorteil von fast einer GANZEN BLENDE bei der EX1.
Muß man bei der S90 mit Iso800 aufnehmen, kann man mit der EX1 bei gleichen Belichtungszeiten schon Iso400 nehmen - das ist ein echter Vorteil für diejenigen, die im Low-Light Bereich Aufnahmen machen wollen oder einfach generell eine bessere Bildqualität haben möchten, ich kann fast immer eine Iso Stufe sparen und habe somit immer weniger Bildrauschen... FAZIT Für mich ist die EX1 momentan die beste Kompakte (wenn auch die größte) und kann sie nur jedem wärmsten empfehlen.
NACHTRAG für Oberlisbler (dein Kommentar ist nicht korrekt!) zum OBJEKTIV: die Samsung fängt im gleichen Weitwinkligen Bereich wie die LX3/LX5 an, also mit 24mm, die Canon hat leider nur eine 28mm Anfangsbrennweite (ebenso der Nachfolger S95 mit gleichem Objektiv). Auch beim Zoomende hat die Samsung mit Ihren umgerechneten 72mm immer noch eine Lichtstärke von 2.4, was für ein 3x Zoom Objektiv erstklassig ist. Die Canon hat zwar einen etwas größeres Zoomende (105mm), dafür aber mit einer Blende von f4.8 schon wieder sehr lichtschwach. Die Pansonic bietet im Weitwinkel ebenfalls 24mm mit einer Blende f2.0, hat dafür einen kleineren Zoombereich (nur 2,5fach -> 60mm) und ist im Telebereich mit einer Blende von f2.8 auch noch schlechter als die Samsung EX1. Der Nachfolger der LX3, die LX5 hat auch etwas mehr Zoom (90mm), dafür aber auch wieder schon rel. lichtschwach mit f3.3. Der Tele-Effekt ist aber nicht so gravierend, wie die Zahlen es vielleicht erscheinen lassen, d.h. 70mm zu 100mm sind nicht so dramatisch wie 24mm zu 28mm...also es ist auf jeden Fall besser, mehr Weitwinkel zu haben also den etwas kleineren Teleeffekt (meiner Meinung nach).
Von der Abbildungsleistung ist die Samsung mit f1.8 etwas schlechter als die LX3 mit f2.0, aber besser als die Canon (die von allen das schlechteste Objektiv hat). Abgeblendet auf f2.1 (2.0 gibt es bei der EX1 nicht) ist das Auflösungsvermögen gleich der LX3 zu setzen. Beide Objektive sind hervorragend! Das Objektiv der Canon ist im Weitwinkel gerade im Randbereich etwas "unscharf" und im Telebereich kann es auch nicht so überzeugen (zumindest nicht im Vergleich zur LX3/LX5 und EX1) - wobei man hier sagen muß, dass es auch konstruktionsbedingt ist, weil es halt ein 3.7x Zoom ist - den nicht wirklichen Vorteil in der Brennweite kauft man hier halt mit dem wesentlich unschärferen Objektiv. JPEG-Engine: Es kann sein, dass der Begriff JPEG-Engine nicht ganz bekannt ist - deswegen erkläre ich das hier noch einmal. Jpeg ist NICHT GLEICH Jpeg, das Bild wird mit einem Algorythmus aus dem Raw "entwickelt", hier hat jeder Kamerahersteller seine eigene Routine, es gibt keine allgemeingültige Jpeg-Speicherung. Das BIldformat von Datenaufbau ist identisch, aber wie diese Daten erzeugt werden nicht. Ein Jpeg in höchster Qualität mit Photoshop ist auch nicht gleich einem Jpeg in höchster Qualität z.B. mit Photoline. Samsung hat hier einfach die schlechtere Bildaufbereitung und Canon überzeugt in diesem Punkt. Man muß bedenken, dass die Raw-Bilder interpretiert werden müssen - da hat Canon einfach viel mehr Erfahrung - Canon hat z.B. auch seinen eigenen Raw-Konverter, Panasonic und Samsung nicht, sie liefern beide jeweils SilkyPix eines Drittanbieters mit. So ist gerade die Aufbereitung der Raw-Dateien das Problem dieser beiden Kameras. Deswegen besser IMMER im Raw fotografieren und nachher dann "entwickeln" lassen, entweder mit SilkyPix oder besser noch mit Lightroom 3 - hier habe ich bei allen Kameras die besten Ergebnisse erzielen können.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Mehr über dieses Produkt lesen
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Samsung EX1
|
|
05.11.2011 12:58
Hallo! Vielen Dank. Ich werde demnächst meine in die Tage gekommene G6 ersetzen. Bin mir allerdings nicht sicher, ob die Sams mir entgegen kommt. Als Alternative habe ich mir bisher die G11 ausgesucht (keine G12, der Unterschied ist marginal!). Wichtig sind und waren mir immer eine hohe Lichtstärke (die G6 hat trotz ihrem Alters 2.0!) und ein Klappdisplay. Ein RAW-Modus ist nett, aber nur wichtig wenn er auch schnell arbeitet. Denn dafür besitze ich noch eine DSLR. Wie würdest du diese beiden Modelle einschätzen? Also EX1 und G11? Panasonic fällt raus, da ohne Klappdisplay.
30.10.2010 09:16
Gut. Weiter so ! LG Yo
29.10.2010 20:56
Naja, ich habe kürzlich eine Olympus E-LP1 erworben, aber ich fotografiere in der Regel im JPG-Modus (aber niedrigste Kompressionsrate - also 8 MB im Schnitt pro Bild, bei RAW sind es dort 14 MB). RAW ist für die Profies sicherlich nützlich, aber für den Amateur wohl weniger. Schon weil die Umwandlungen selbst vorgenommen werden müssten. Die Olympus bietet allerdings die Möglichkeit, bei Formate gleichzeitig auf der Karte zu speichern. Wenn die JPG bei dieser Kamera tatsächlich so schlecht ist, dann ist sie wohl für den Amateur weniger geeignet! Aber Danke für die Ergänzung im Bericht! LG Günter :-)