Killer-Zoom in der Zigarettenschachtel
19.02.2008 (21.11.2008)
Pro:
7fach Zoom, Größe, Auflösung, Bildqualität
Kontra:
kein optischer Sucher, Lückenhafte Bedienungsanleitung, Software
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Verarbeitung
Ausstattung
Bildqualität
Akkulaufzeit
Bedienung
mehr
 Trouble52
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:10
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 34 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Samsung Digimax L77 Slim Design - Deep Vision Der folgende Erfahrungsbericht soll eine Beurteilung der Samsung Kompakt-Digitalkamera L77 aufgrund meiner persönlichen Erfahrungen mit dem Gerät in den vergangenen Wochen geben. Der vom Hersteller empfohlene Preis für die Kamera lag bei 329,00 EUR, zur Zeit (Januar/Februar 2008) kann man sie im Versand oder auch in verschiedenen Warenhäusern und Elektrofachmärkten für ca. 150,00 bis 160,00 EUR bekommen. Ich selbst habe sie nach entsprechendem Angebot in einer Zeitungsbeilage bei Karstadt für 161,50 EUR inklusive einer 2GB-SD-Karte gekauft. (Update 29.4.08 - inzwischen gibt es sie auch schon für 99 EUR! Zuschlagen!)
Der Bericht soll sich wie folgt gliedern: - Lieferumfang - Design - Bedienung (Tasten und Menüs) - Display - Fotos - Videos - Akku - Zusammenfassung
Lieferum fang Kamera (logisch!), Bedienungsanleitung (leider nur eine Art Kurzbedienungsanleitung die viele Fragen offen lässt), Trageschlaufe (echter Luxus), Software-CD (HIER ist auch eine recht ordentliche Bedienungsanleitung zum Nachschlagen und ggf. Selbstausdrucken drauf), USB-Kabel, AV-Kabel, Ladegerät mit Netzkabel, Akku (SLB-0637) Design Wie die meisten Digitalkameras in dieser Größenordnung wird das Design in gewisser Weise durch die Funktionselemente vorgegeben. Objektiv, Auslöser und rückseitig Display und Bedienungstasten lassen sich nicht beliebig an andere Stellen verschieben. Umso weniger ist das möglich, wenn man nur Abmessungen von ca. 94x57x21 mm hat, die die Kamera aber als unauffälligen Begleiter in fast jeder Situation qualifizieren. Eine Hemdtasche zieht sie zwar schon etwas nach unten, in Jacke oder Mantel bleibt sie aber bis zu ihrem Einsatz unsichtbar. Das im Verhältnis zu den Abmessungen relativ hohe Gewicht von ca. 135 g plus Akku kommt daher, dass die L77 ein robustes Metallgehäuse bewohnt.
Bedienung (Tasten und Menüs) Mulden und Vorsprünge sowie Schnellzugriffstasten an den richtigen Stellen sorgen dafür, dass nicht nur zierliche Damenhände auch einhändig und ohne Ausrenken der Fingergelenke nachjustieren und knipsen können. Das 2,5-Zoll-Display nimmt einen ausreichend großen Teil der Gehäuserückwand ein und bietet eine angemessene Auflösung von 230.000 Bildpunkten.Die Menüs sind recht durchdacht. Wenn man sich die Struktur einmal angelesen hat, findet man sich gut zurecht. Für die üblichen Aufnahmesituationen stehen Motivprogramme zur Verfügung, im Programmmodus können einige Parameter noch so verändert werden, dass man die Bildergebnisse mit etwas Erfahrung in seinem Sinne beeinflussen kann.
Ausstattung Bedingt wahrscheinlich durch die Größe der Kamera und den Platzbedarf der Bauteile im Gehäuse war für einen optischen Sucher wahrscheinlich kein Platz. Ebenso vermisst man in der heutigen zeit schon einen optischen Bildstabilisator, der unter den neueren Kameras meist angeboten wird, sich allerdings auch im höheren Preis niederschlägt. Der Bringer der Digimax L77 ist ganz sicher das Objekiv, das einen für diese Gehäusegröße riesigen optischen 7fach-Zoom bietet. Der Zoombereich geht (im Kleinbildäquivalent) von 38mm bis 266mm. Wer schon mal mit einer analogen Spiegelreflexkamera fotografiert hat und weiß, was für eine Tonne man bei einem so großen Zoombereich durch die Gegend schleppt, kann sich eigentlich nicht vorstellen, das man so etwas in weniger als einer Zigarettenschachtel unterbringen kann. Noch erstaunlicher ist, dass selbst bei maximalem Zoom das Objektiv sich nicht einen Millimeter aus dem Gehäuse heraus bewegt.
Im Wiedergabemodus steht eine komplette Bildbearbeitung zur Verfügung. Diese wird man sicher vor allem dann nutzen, wenn man Bilder nur ungern am PC bearbeitet, wo schon einfache Programme wesentlich komfortablere und umfangreichere Funktionen bieten. Fotos Die L77 macht insgesamt gute Bilder, die meist ohne Umwege zum Entwickeln auf Fotopapier gegeben werden können. Wie bereits erwähnt, fehlt ein optischer Bildstabilisator, vor allem im oberen Zoombereich, wo die Lichtstärke des Objektivs in die Knie geht und wegen der langen Achsen, der längeren Belichtungszeiten sowie des geringen Gewichts der Kamera gerne verwackelt wird. Der elektronische Bildstabilisator, den die Kamera hat, bearbeitet die Bilder von dem Speichern nach und so dauert es einige Sekunden, bis man das nächste Bild machen kann.
Im Vollautomatikmodus mit Blitz kommt ebenso automatisch die "Rote-Augen-Reduktion" (RAR) ins Spiel. Diese funktioniert mit einem Vorblitz, dadurch benötigt der Motivblitz etwas länger als ohne RAR. So hat man eine sehr lange Auslöseverzögerung von (gefühlt) etwa einer halben Sekunde. In dieser Zeit schaut eine fotografierte Person in einer Nicht-Studio-Situation schon wieder in eine andere Richtung oder das Lächeln hat sich in einen neutralen Ausdruck verwandelt. Schnappschüsse werden damit sehr schwierig. Fotografiert man dagegen im flexibleren Programmmodus - hier kann man den Blitz manuell zu- oder abschalten oder auch einen Automatikblitz wählen - ist die Auslöseverzögerung auch mit Blitz unproblematisch. Die Motivprogramme sind soweit vollständig bis auf ein "Sport-Programm", wie man es von anderen Kameras kennt, und bei dem der Schwerpunkt auf möglichst kurzer Belichtungszeit ohne Blitz liegt. Insgesamt neigt die Kamera dazu, auch bei perfekten Lichtverhältnissen die Belichtung relativ lang zu halten. Ist das LIcht eher schlecht, geht es zu schnell mit dem Hochschrauben des ISO-Wertes, so dass man oft grobpixelige Bilder bekommt, auch wo man sie noch nicht erwartet. Das Objektiv überrascht auch im oberen Zoombereich mit sehr guten Bildergebnissen. Soweit man die eigene Hand unter Kontrolle hat, bekommt man auch scharfe und brillante Bilder in naturechten Farben.
Zur Demonstration habe ich auch 4 Testbilder hochgeladen. Sie wurden im Format 3072 x 2304 aufgenommen, zum Hochladen auf 1600x1200 reduziert. EDIT November 2008: Software
So, nachdem ich die Kamera nun gut ein halbes Jahr benutze, möchte ich nochmal etwas nachreichen: Die L77 könnte ganz andere Bewertungen erhalten, wenn die fototeschnische Software richtig zu ihr passen würde. Eine so kleine Kamera kann einen Zoombereich bis 7x kaum ordentlich verarbeiten, wenn der Schwerpunkt der Software bei allen Automatikprogrammen auf Blende anstatt auf kurze Belilchtung gelegt wird. Selbst unter extrem hellen Bedingungen wie konkret einem Sommertag am Meer mit fast weißem Sand ging die Belichtungseinstellung praktisch nie unter 1/500s, wo 1/1000 locker möglich gewesen wäre. Die Minimaleinstellung 1/2000s habe ich noch nie gesehen. Unter sehr hellen bis hellen Bedingungen draußen ist das kein großes Problem, aber sobald es etwas dunkler wird und die Belichtung sich bei 1/100 bis 1/80s einpendelt, ist das oft schon zuwenig, wenn man die leichte Kamera in der Hand hält und so Zitterbewegungen praktisch unvermeidlich sind. Andererseits wird viel zu schnell der ISO-Wert hochgedreht wird und es kommt zu Körnereien.
Das Objektiv könnte von der Lichtstärke her viel kürzere Zeiten vertragen, wenn die Blende ganz aufgeht, dann könnte man auch viel mehr und öfter den tollen Zoombereich ausnutzen. Dann wären es für mich auf jeden Fall 5 Sterne für den Winzling. Videos Die Videofunktion der Kamera schöpft deren Möglichkeiten in ihren Spezialgebieten voll aus. Die schnelle Datenspeicherung ermöglicht Filme, deren Dauer nur durch die Kapazität des Speichermediums und der Stromquelle begrenzt wird. Für einen 2-GB-Chip kann man so mit über einer Stunde Dauerfilmen rechnen. Dabei startet man den Film mit einmaligem Drücken des Auslösers und beendet ihn ebenso. Man braucht nicht während des ganzen Filmvorgangs den Auslöser gedrückt halten, was bei einer Stunde zu schweren Krämpfen führen würde. Innerhalb eines Films kann der optische Zoom beliebig auf und ab verändert werden. Der Digitalzoom kann für Videos nicht verwendet werden, ist aber auch kaum noch erforderlich. Videos werden im mp4-Format abgelegt, mit dessen Tonwiedergabe ich an meinem PC derzeit noch Probleme habe. Ich gehe davon aus, dass das durch die Installation aktueller Audio- und Videocodecs behoben werden kann.
Akku Die Akkulaufzeit ist normal, sie soll für ca. 300 Bilder ausreichen. Wer viel fotografierend unterwegs ist, wird sich Ersatzakkus zukaufen, die für etwa 12 EUR erhältlich sind. Der Akku muss zum Laden aus der Kamera genommen werden, da kein Stromversorgungskabel für die Kamera mitgeliefert wird. Sonstiges Die Bedienungsanleitung der Kamera hat einige Lücken. Es wird nicht angesprochen, ob ein Akku mit einem zusätzlich gekauften AC-Kabel in der Kamera geladen werden kann. Damit sollte man nicht experimentieren und es wohl dabei belassen, dass man die Akkus außerhalb lädt. An einer Stelle wird eine Fernbedienung der Kamera erwähnt, aber nicht, welches Modell zur Kamera passt und wie es verwendet werden soll. Da sich vorne an der Kamera aber ein kleines dunkles Fenster befindet, das ein Infrarot-Sensor sein könnte, wird vermutlich eine gängige IR-Fotofernbedienung funktionieren. Sobald ich für die meiner Canon-Kamera wieder Batterien habe, probier ich es auch und trage es auch hier nach. Update 29.4.08: Es ist kein IR-Sensor, sondern nur die Blinkleuchte für den Selbstauslöser. Schade, aber nicht schlimm.
Zusammenfassung Der empfohlene Preis von 329 EUR wird für die Samsung Digimax L77 aus heutiger Sicht etwas hoch gegriffen sein. Als Lang- oder Auslaufmodell für deutlich unter 200 EUR hat man aber eine hervorragende Kamera mit zeitgemäß ordentlicher Ausstattung und einen für die Gehäusegröße auch in höheren Preisklassen unschlagbaren Zoombereich. "Slim Design - Deep Vision" - der Slogan passt!
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20.02.2008 00:44
gut beschrieben. schöner bericht. lg TOM
19.02.2008 19:00
Klasse Bericht
19.02.2008 18:52
Da ist alles drin! LG Wolfi