Erfahrungsbericht über

Samsung SGH-Q100 Handy grün

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Samsung SGH-Q100 Handy grün

 

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Das erste GPRS-Gerät von Samsung

3  15.12.2001

Pro:
sehr gutes Design, tolles Display, GPRS

Kontra:
kein Viag - Support, keine echte PC - Synchronistation

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Ausstattung

Klang

Empfangsqualität

Verarbeitung

Akkulaufzeit

Design

mehr


BigBlue007

Über sich:

Mitglied seit:28.08.2001

Erfahrungsberichte:13

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 38 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Mit dem Q100 erreichte Samsung hinsichtlich der Zeitspanne Ankündigung und Lieferbarkeit schon fast Nokia-Niveau. Das Ganze erreichte für mich seinen Höhepunkt, als das Gerät Anfang Juli für genau einen Tag auf der Website der Telekom bestellbar war. Tags darauf war es wieder verschwunden, von meiner Bestellung habe ich trotz EMail-Benachrichtigung bis heute nichts gehört... Nun ja, habe es dann halt auf anderen Wegen organisiert.

Gehäuse/Verarbeitung:

Das Gehäuse ist hinsichtlich Abmessung und Material identisch mit dem N100. Faßt sich extrem hart (spröde, im positiven Sinne) an. Damit hat es eine perfekte Stabilität, keinerlei Neigung zum Verwinden sowie das Fehlen jeglichen "Knarzens" geerbt. Durch das große Display wirkt das Gerät auf Bildern deutlich größer, tatsächlich ist es (ohne Antenne) ein Gerät im 8210-Format. Die Klappe ist aktiv, wackelt im geöffneten Zustand nicht hin und her und schnappt mit einem satten Geräusch zu. Vorne prangt ein goldener Samsung-Schriftzug, hinten ein in den Kunststoff eingelassenes Samsung-Enblem, beides aus echtem Metall.

Display:

Phänomenal. Auflösung wie schon beim A300 128x128 Pixel. Menüicons und Bildschirmschoner (dazu später) profitieren hiervon ebenso wie von der 4stufigen Graustufenauflösung. Die Beleuchtung ist Samsung-typisch wieder eine vollflächige Hintergrundbeleuchtung wie bei z.B. Ericsson, d.h. man sieht keine LEDs und die Ausleuchtung ist 100% gleichmäßig. Das Display zeigt permanent Akku, Empfang, Betreiber, Datum, Zeit, GPRS-Verfügbarkeit und ggf. CB-Nachrichten an. Der Kontrast ist in 43 Stufen einstellbar, die Displaybeleuchtung in zwei (hinsichtlich der Leuchtdauer). Die unsinnigen animierten Menüübergänge früherer Modelle gibt es wohl nun endgültig nicht mehr. Besser ist das auch...
Im Standbymode kann man einen beliebigen Text, eines von drei Bildern (vom PC aus können die 3 Slots mit neuen Bildern bespielt werden) oder eine Analoguhr anzeigen lassen. Datum, Uhrzeit, Netzbetreiber und, dank fester Iconleite, Empfangsstärke und Akkuladung bleiben auf jeden Fall immer sichtbar.
Keine Frage: Hinsichtlich der Displays markiert Samsung derzeit definitiv das obere Ende des Machbaren - kein anderer Hersteller (einschl. Ericsson) hat bessere Anzeigen in seinen Geräten.

Tastatur:

Die Wertigkeit von Gehäuse und Displays setzt sich bei der Tastatur fort. Anders als bei den meisten anderen Geräten leuchten nicht nur die Zahlen und Buchstaben, sondern die kompletten Tasten (bekannt von z.B. Panasonic). Im Unterschied zum A300 ist die Ausleuchtung allerdings etwas ungleichmäßiger; die äußeren Tasten leuchten etwas weniger stark als die in der Mitte. Die Softkeys und die Cursortaste sind leider gar nicht beleuchtet. Im Vergleich zum N100, dessen Tasten ich vom Design her noch besser fand (kantig, echtes Metall), ist die Beleuchtung auf jeden Fall um Längen besser geworden.
Der Druckpunkt ist hervorragend, lediglich der Cursor ist etwas schwammig, nichts desto trotz aber problemlos zu bedienen. Mit dem 4-Wege-Cursor ist die Navigation durch Menüs ebenso möglich wie bei den älteren Samsungs mit 4 Pfeiltasten, d.h. Vorwärtsbewegen durch wahlweise Softkey "OK" oder "rechts", zurück mit Softkey "back" oder "links". Das Tüpfelchen auf dem i wäre es, wenn man den Cursor auch nach unten drücken könnte.

Menüführung:
Im Wesentlichen unverändert. Sehr ähnlich zu Nokia = einfach, intuitiv und ohne HB zu erfassen. Folgende Details sind erwähnenswert:
Im Hauptmenü gibts pro Bildschirm drei Menüpunkte, jeweils mit netten, animierten Graustufensymbolen.
In den Untermenüs keine Bilder mehr, pro Seite 5 Punkte, zu lange Menüpunkte werden automatisch durchgescrollt. Sobald der Cursorbalken auf einen Menüpunkt kommt, in welchem es verschiedene feste Auswahlmöglichkeiten gibt, wird sofort und auch ohne erst in diesen Punkt reinzugehen, die aktuell aktive Option in einen popup window angezeigt.
Unten rechts wird permanent die Menünummerierung angezeigt, z.B. 3-1-2. Diese kann man natürlich auch verwenden, um direkt einen Menüpunkt anzuspringen.

Features:

Der Umfang an gebotenen Funktionen ist der Hauptschwachpunkt des Gerätes. Während man beim A300 noch sagen konnte "Sch*** drauf, das Ding soll einfach nur gut aussehen", ist das Q100 ein Gerät, welches eigentlich doch eher den Businesskunden ansprechen sollte. Vielleicht aber auch nicht, denn leider fehlen dem Gerät einige hierfür notwendige Voraussetzungen. Man merkt, daß sich Samsung im Wesentlichen auf Äußerlichkeiten sowie kleine Spielereien wie Bildschirmschoner konzentriert hat, ansonsten jedoch bietet das Gerät, abgesehen von GPRS, eigentlich kaum mehr als Samsungs vor einem oder zwei Jahren auch schon. Im Gegenteil, die Sprachwahl und -Steuerung, die es z.B. beim N100 schon mal gab, ist wieder weggefallen. Umgebungsprofile sucht man weiterhin vergebens, ein vernünftiges Telefonbuch mit mehr als einer Nummer pro Name fehlt ebenso. Die fehlende IR-Schnittstelle (welche es sogar am Designzwerk A300 gibt), wird immerhin durch ein mitgeliefertes serielles Datenkabel kompensiert. Der nicht mehr ganz frische WAP-Browser läßt im Gegensatz zu Siemens oder Ericsson einiges an Komfort vermissen. Unter aller S** ist für heutige Verhältnisse die mitgelieferte Software (dazu später mehr).

Nun gut, erstmal genug gemeckert, hier die positiven Seiten:
Die Anrufliste zerfällt in die üblichen 3 Kategorien und faßt jeweils max. 10 Nummern. Jeder Eintrag erhält einen time/date stamp.
Das SMS-Setup gestattet 4 Parametersets, desweiteren kann man 5 SMS-Texte vordefinieren, die man öfters so oder ähnlich verwendet. Natürlich hat das Gerät T9, welches auch in anderen Feldern (z.B. Kalender) aktiv ist. Ob und wenn ja, wieviel Speicher das Gerät für SMS hat, weiß ich noch nicht.
An Ruftönen stehen insges. 18 Stück zur Verfügung, hauptsächlich Melodien, wenige normale Töne. Dazu kommen zwei komponierbare Töne, die man mit dem integrierten Editor erstellen oder via PC in das Gerät schicken kann.
Das interne Telefonbuch faßt 100 Einträge. Leider gibt es wie gesagt nicht die Möglichkeit, mehrere Nummern pro Name oder gar weitere Angaben zu speichern. Dafür gibt es bis zu 5 Anrufergruppen, denen man eins von insges. 7 Symbolen sowie jeweils einen eigenen Ruf- und SMS-Ton zuweisen kann.
Die Kalenderfunktion hat wieder eine schöne Monatsansicht, bei der unter der Kalenderansicht ein Feld frei bleibt, in welchem die Einträge des oben ausgewählten Datums direkt angezeigt werden. Mit 128x128 Pixeln und bei dieser Displaygröße ist derartiger Komfort leicht realisierbar, gute Augen/eine gute Brille sollte man dennoch haben. Es gibt eine Aufgabenliste (Aufgaben ohne Datum, nur mit Priorität) sowie normale Kalendereinträge samt Alarmoption. Auch hier weiß ich leider noch nicht, wieviele Einträge möglich sind.
Ansonsten gibt es noch einen Wecker (auch wenn ausgeschaltet) mit täglicher, wöchentlicher usw. Option, während der Rechner leider dem Rotstift zum Opfer fiel.
Alle 4 Richtungen des Cursors und die C-Taste lassen sich wieder mit Menüpunkten belegen. Der WAP-Browser wird mit der Taste neben dem Display.
Das eingebaute Hardwaremodem unterstützt 14.400 bps.

GPRS:

GPRS unterstützt das Gerät mit 4 Downslots (Class 8), obgleich man dies bei der heutigen WAP-Geschwindigkeit nicht wirklich merkt. Die GPRS-Konfig. ist sehr einfach zu bewerkstelligen. Während einer aktiven GPRS-Verbindung wird ein entsp. Symbol angezeigt. Wirklich durchdacht ist GPRS allerdings nicht. So etwas wie "always online" gibt es nicht - wozu auch? Das Gerät würde den Empfang von Push-Diensten eh nicht supporten. Im Standbymode ist nur zu erkennen, ob GPRS verfügbar ist, nicht jedoch (wie bei Ericsson), ob man selbst auch dafür freigeschaltet ist. Immerhin können während einer laufenden GPRS-Session Rufe angenommen (nicht jedoch selber initiiert) werden.

Zubehöranschlüsse:

Der Anschluß unten dran ist mal wieder ein neuer, jedenfalls paßt vorhandenes Zubehör der Serie A-100/110 und A300 nicht. Hier muß man Samsung wirklich einen Vorwurf machen. Es gibt fast so viele verschiedene Anschlußstandards wie Handys. Wäre Samsung mit einem umfangreichen Angebot an Originalzubehör omnipräsent, dann könnte man das ja zumindest aus Sicht des Herstellers noch nachvollziehen, aber dies ist ja nun wahrlich nicht der Fall. Original-Zubehör von Samsung muß man mit der Lupe suchen... Das Headset findet über eine normale Klinkenbuchse Anschluß, so daß sich ohne Adapter auch andere Sets anschließen lassen.

Lieferumfang:

Neben dem Gerät selber gibt es ein nettes kleines Ladegerät, eine schicke FSE mit PTT-Taste, je ein Manual für Gerät, GPRS-Software und WAP-Browser, eine CD mit der Software "EasyGPRS" (dasselbe wie vormals "EasyGSM") und "Samsung GPRS Wizzard", ein serielles Datenkabel und natürlich einen Li-Ion-Akku. Anders als die Klappenminis war die Ausdauer der größeren Modelle ja schon immer etwas besser, wie lange dieses Gerät nun konkret durchhält, muß sich erst noch zeigen. Die Umverpackung ist sehr gelungen, mit silberfarbenen geprägten Aufdrucken.

Software:

Es gab Zeiten, da hatte ich mich tierisch gefreut, als ich auf der schwedischen Samsung-Seite die Software EasyGSM zur Verwaltung meines damaligen A100 gefunden hatte. Zu der Zeit war das Beilegen von Software noch weniger eine Selbverständlichkeit als heute, und das galt für Samsung natürlich erst recht. Auch für das Designerstück A300 war man geneigt, keine zu hohen Erwartungen in dieser Richtung zu hegen. Langsam wäre es allerdings an der Zeit, daß auch Samsung für seine Spitzenmodelle eine vernünftige Software bereitstellen würde. Dem Q100 liegt nun erstmals ein Datenkabel und eine CD bei, allerdings kann Samsung mit seiner Soft heutzutage kaum noch jemand hinter dem Ofen hervorlocken. Man merkt ihr an, daß sie praktisch seit Anfang ihrer Existenz kaum renoviert wurde. So kann sie nach wie vor nur mit Outlook Express synchronisieren (freilich beherrschen die meisten anderen Programme gerade OE nicht), die Bedienung orientiert sich nicht an Windows-Standards, eine Konfiguration von Telefoneinstellungen ist nicht möglich (es geht nur Tel.-Buch- und Anruflistenverwaltung, Kalender- und Terminverwaltung), und der größte Bug: Im Namensfeld eines Tel.-Buch-Eintrages können nur 13 Zeichen eingegeben werden, obwohl das Gerät deutlich mehr könnte. Da ist manuelles Nacharbeiten am Gerät angesagt. Natürlich ist es schon mal ein Fortschritt, daß Samsung überhaupt eine Software beilegt, allerdings sollte diese hier generalüberholt werden.

Fazit:

Wenn ich aussehe wie Jennifer Lopetsch (Grüß Ditsch, Bronko!), dann kann ich dumm wie Stroh sein, trotzdem wollen mich alle. Wenn ich aussehe wie ich, dann muß ich mir schon ein wenig mehr einfallen lassen, um auf mich aufmerksam zu machen. Okay, dieser Vergleich A300 - Q100 hinkt, denn auch das Q100 sieht wirklich klasse und edel aus. Es ist einmal mehr der Beweis, daß Samsung in etwa auf einer Ebene mit Ericsson toll designte Handys für den anspruchsvolleren Kunden baut. Keine abstehenden Akkudeckel, keine klappernden Tasten - einfach eine hervorragende Qualität. Während sich aber der wirkliche Designfreak eher am A300 erfreuen dürfte, tendiert die mit dem Q100 angesprochene Klientel IMHO doch eher in Richtung Businessclass. Und hier fehlt es dem Gerät leider an mehreren Ecken. Wäre es preislich besonders interessant... - aber das gilt für Samsung-Geräte ja irgendwie auch nie. Stellt sich also die Frage, wer die potentiellen Käufer des Q100 sein werden. Abgesehen von echten Samsung-Fans wird's schwierig. Das A300 ist wie gesagt die Designkonkurrenz im eigenen Hause, GPRS ist inzwischen, wo alle anderen großen Hersteller GPRS-Geräte auf dem Markt haben, auch kein zwingender Kaufgrund mehr. Und da hört es dann langsam aber sicher auf. Und wenn ich mir anschaue, was Samsung in der Pipe hat - abgesehen von Samsung-Fans und Designfreaks wird man da zumindest hierzulande auch nicht den großen Staat machen können. Das Pininfarina-N400 mit der automatisch ausfahrenden Antenne wird meins sein, sobald es irgendwo auftaucht - aber wieviele andere sehen das noch so?
Für Samsung ist Deutschland bzw. EMEA nur ein Sekundärmarkt, und das merkt man den Produkten inzwischen auch an. Das, worauf es hierzulande ankäme, spielt für die Koreaner keine große Rolle. Überhaupt werden GSM-Geräte für die Jungs nur ein sehr kleiner Geschäftszweig sein. Wenn man sich anschaut, was es von Samsung in den Staaten an Analoggeräten gibt - von den farbenfrohen I-Mode-Geräten in Fernost ganz zu schweigen, dann kann man aus Sicht des Herstellers freilich auch Verständnis haben. Schade ist es trotzdem. Mit nur ein bißchen mehr Features könnten die Geräte auch bei uns deutlich erfolgreicher sein, so jedoch werden sie wohl auch in Zukunft eher ein Nieschendasein führen. Wobei, so schlecht ist das ja nun auch nicht. Ich würde mich bedanken, wenn plötzlich jeder mit einem Samsung rumliefe...


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Coolrunnings-Berlin

Coolrunnings-Berlin

27.05.2002 20:40

Triff den Nagel genau auf dem Kopf! :-)

BigBlue007

BigBlue007

15.12.2001 12:34

@maneuvres: Bevor Du solche Meinungen postest, mach Dir doch bitte wenigstens die Arbeit und schaue Dir mein Profil an. Dort beschreibe ich, warum ich das ganze auf ciao mache. Wenn Du Dir dann noch die in den Berichten verlinkten URLs von handykult.de anschauen würdest, würdest Du feststellen, daß die Berichte dort z.T. vor Wochen bzw. Monaten gepostet wurden. Ich habe sie einfach nur gestern abend alle zusammen bei ciao online gestellt.

manoeuvres

manoeuvres

15.12.2001 10:00

5 verschiedene Handyberichte innerhalb weniger Stunden, alle 5 Handy erst seit einem Monat im Besitz. Entweder du veräppelst uns oder du benötigst eine Therapie ( Kaufsucht ) Die Berichte sind ja gut geschrieben, aber weil es so viele in kurzer Zeit waren, leider jetzt auch nicht mehr glaubwürdig

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