Silberzwerg
28.03.2003 (04.05.2003)
Pro:
Klein, handlich, viel Zubehör, Bedienbarkeit
Kontra:
keine Sprachwahl, Windows Software, T9 nicht lernfähig
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Ausstattung
Klang
Empfangsqualität
Verarbeitung
Akkulaufzeit
Design
mehr
 arneries
Über sich:
Mitglied seit:27.11.1999
Erfahrungsberichte:24
Vertrauende:8
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 57 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Mein alter Vertrag von Telepassport läuft demnächst ab, und ein neuer ist fällig. Dummerweise stieß ich in einem Mediamarkt auf das Samsung SGH-S300, das dort mit 360,- deutlich billiger als der mir bekannte billigste Internethändler mit 410,- anbot (der nächste MM wollte auch 499,- haben…), so dass ich schon vor dem neuen Vertrag zugeschlagen habe. Damit habe ich mein gutes altes Nokia 6210 in die Zweitverwertung (Freundin) abgeschoben :-) Lieferumfang ------------ Das Samsung Handy kommt in einem kleinen Karton mit viel Inhalt: - Handy - Slim Akku 570mAh - Standard Akku 800mAh - Headset - Datenkabel - Reiseladegerät - Jew. 3 gute Handbücher (WAP, Software, Handy) in D und Engl. - CD mit EasyGPRS Software Vers. 2.0.7
Der Unterschied zwischen den beiden Akkus ist (außer am Aufkleber) kaum zu erkennen, sollen auch nur ca. 4g unterschied ausmachen. Kurzüberblick --------------- - 2 Farbdisplays (Innen 128x128, UFB, 65536 Farben und außen 96x64, 256 Farben) - Polyphone 40(!)-stimmige Töne - Ca. 74g / 78g (Slim/Standardakku) - Sehr klein (80x40x20mm) - Java, 300kB Java-Speicher - GPRS - Organizer Grundfunktionen - IrDA Schnittstelle - SMS/EMS (kein MMS!), Nokia Bildmitteilungen können (angeblich) empfangen werden - Vibra/LED - TriBand 900/1800/1900 MHz - Standzeit lt. Samsung 225/300h, - Standzeit lt. Connect-Test: 200h (Standardakku) - Standzeit n. Erfahrung Standardakku: mit viel Nutzung 2-4 Tage wenig Nutzung, 24h an: ca. 7-8 tage
Insbesondere das Display zieht sehr viel Strom, so dass man durch eine rege Nutzung auch ohne zu telefonieren den Akku schnell leer lutscht. Vor allem wer die Spiele nutzen will wird viel an der Steckdose hängen. Die Akkustriche scheinen auch unterschiedlich schnell zu verschwinden, der erste hält am längsten. Verarbeitung und Design --------------------------- Das silberne Gerät ist ziemlich winzig, ohne die Antenne wäre es nur etwa halb so lang wie mein altes 6210, überragt es an seiner dicksten Stelle nur mit ca. 2mm. Durch die abgerundeten Ecken sieht es elegant aus, liegt gut in der Hand und in der Hosentasche – leider stört die 2,5cm lange Antenne. Man kann aber eine Miniantenne von Fremdherstellern (ca. 12-15,-) einbauen.
Die Klappfunktion funktioniert problemlos, das Scharnier wirkt stabil. Das ganze Gerät ist erstklassig verarbeitet, nichts wackelt oder knarrzt, der Akku sitzt perfekt. Der Slimakku ist ca. 1 mm flacher als der Standardakku und wie gesagt nur 4 g leichter. Diese Ersparnis ist mir nicht die über 25% Leistungsverlust wert, so dass ich nur den Standardakku nutze. Im Innenraum findet man eine Tastatur, die auch für lange Finger gut und einfach zu bedienen ist – da fand ich die meisten anderen aktuellen Geräte (6610, S55) nicht sehr überzeugend. Mit der Tastatur des 6210 kommt es jedoch nicht mit. Die Tasten könnten noch etwas mehr aus dem Gehäuse hervorstehen, die Trennung ist aber gut zu fühlen, Druckpunkt absolut ok.
Alle Anschlüsse sind durch Gummikappen geschützt. Während das Gummi der Headsetbuchse am Gerät befestigt ist, fliegt der Schutz der Lade- bzw. Datenbuchse lose herum. Displays --------- Auffällig sind die beiden Farbdisplays, ein kleines außen (256 Farben) und ein etwas größeres innen (ca.65000 Farben). Um Strom zu sparen wird das äußere ein paar Sekunden nach dem zuklappen des Handys ausgeschaltet und verwandelt sich in einen Spiegel. Es geht erst wieder an, wenn eine Meldung oder ein Anruf hereinkommt bzw. der Wecker klingelt. Man wird dann über den Anrufer informiert (sofern er im Telefonbuch steht) bzw. seine Nummer angezeigt. Will man die große Uhr, Empfangspegel oder Batteriezustand ablesen kann man das Display auch durch einen längeren Druck auf die Lautstärkewippe am linken Geräterand einschalten. Das Hauptdisplay stellt 128x128 Pixel dar. Aufgrund der Handygröße ist es selbst leider auch recht klein geraten, aber die Farben und Schärfe sind so gut, dass es keine Ableseprobleme gibt. Die größe der Schrift wechselt je nach Funktion und Bedarf. Im SMS Modus werden fünf Zeilen angezeigt, gibt man eine Nummer ein zunächst zwei (mit riesigen Ziffern) und bei sehr langen Nummern vier.
Der Empfangspegel wird durch sechs Balken dargestellt, die Anzeige ist aber etwas klein. Der Batteriezustand wird leider nur durch drei Balken signalisiert. Oberhalb des Außendisplays sitzt noch eine Sichelförmige LED. Diese zeigt durch kurzes Blinken die Bereitschaft des Handys an. Die Farbe kann man auswählen (rot-blau-türkis-grün-lila-gelb-aus). Klingelt es, blinkt die LED bunt im Takt (s.u.).
Bedienung ------------ Gesteuert wird das Gerät vor allem über ein Steuerkreuz, in dessen Mitte die Schnellzugriffstaste für den WAP-Browser liegt, unterstützt von zwei Softkeys. Alternativ zum Steuerkreuz kann man zum hoch- und runterblättern in den Menüs auch die Lautstärketaste links benutzen oder die Menüpunkte wie bei Nokia direkt über die Zahlentasten anspringen. Neben den obligatorischen Aufnehmen- und Auflegen-Tasten gibt es noch eine eigene Taste „C“ zum löschen von Eingaben. Die Menüs sind recht logisch aufgebaut, auch ohne in die Anleitung zu schauen findet man schnell fast alles was man möchte. Im Ruhezustand kann man das Steuerkreuz als Schnellzugriffstaste für vier Funktionen nutzen. Das Telefonbuch ist leider nicht dabei, da muß man jedes Mal auf den „Name“ Softkey rechts und dann auf „Suchen“ links drücken – das ist beim Nokia viel schneller. Sehr bedauerlich ist auch, dass Samsung dem S300 keine Sprachwahl bzw. –steuerung mitgegeben hat. Wenn man sich nicht durchs Telefonbuch hangeln möchte bleiben nur noch die obligatorischen 8 Schnellzugriffstasten (Ziffer lange drücken)
Es können keine Situationsprofile (Allgemein, Sitzung, draußen,…) eingestellt werden. Durch langen Druck auf die #-Taste wird das Gerät auf Tonlos gestellt, was i. Allg. ausreichend ist. Auch SMS werden dann kurz per Vibration gemeldet. Dies kann lt. Meldungen in Foren bei anderen Firmwareversionen anders sein! Ist klingeln und Vibration eingeschaltet wird angenehmerweise erst dreimal vibriert bevor der Klingelton anfängt. So kann man meist etwas dezenter annehmen. Auf Wunsch wird das Gespräch automatisch mit Öffnen der Klappe angenommen.
Anrufergruppen können eingerichtet werden (10 Stück), wobei den Gruppen Klingel- und SMS-Töne sowie eine Grafik zugeordnet werden können. Das Telefonbuch kann im Gerät insgesamt 500 und auf der SIM-karte bis zu 250 Nummern (SIM-Abhängig) speichern. Mehrere Nummern je Name (Büro, Telefon, Haus, Email) sind dabei möglich, aber jede Nummer zählt als ein Eintrag. SMS ----- Das SMS Schreiben ist relativ flott, hat aber für starke SMS Nutzer ein paar Nachteile. Anders als das Nokia kann das Samsung leider nicht automatisch nach einem Großbuchstabe klein weiterschreiben, man fängt immer in GROSSSCHRIFT an. Ganz großer faux-pas: Das T9 ist nicht lernfähig! Für Viel-SMSer sehr schlecht, mich kratzt es bei einem dutzend SMS im Jahr aber nicht weiter.
Sprach- und Empfangsqualität ---------------------------------- Festnetz kann kaum besser klingen. Auf beiden Seiten kommt der klang gut und natürlich und fast immer ohne rauschen rüber. Das Gerät empfängt noch ein schwaches Signal, wenn das 6210 schon aufgegeben hatte – einen Vorteil muß die lange Antenne ja haben ;-)
Töne, Logos, Java und anderer Spielkram --------------------------------------- Hier kann das S300 einige Trümpfe ausspielen: Neben der Optik besticht das Gerät auch durch die bis zu 40-stimmigen (polyphonen) Klingeltöne, die dank des hochwertigen Yamaha-Soundchips sehr gut klingen. Die mitgelieferten 45 Ruftöne sind größtenteils nicht mein Fall, aber sie zeigen schon mal ganz gut was möglich ist – sogar Tierstimmen oder Sprache lassen sich als Klingelton nutzen. Mit Hilfe der Software und des mitgelieferten Datenkabels lassen sich zusätzliche Töne aufspielen.
Zusätzliche Software findet sich im Internet: Mit Hilfe z.B. des PSM Players lassen sich Midis in die notwendigen MMF-Dateien umwandeln. Damit Vibra und LED richtig angesteuert werden ist ein kleines Programm notwendig. Beide Programme sind z.B. bei aviworld.de zu finden. Leider ist es weder möglich die mitgelieferten Töne zu löschen noch eigene Töne für SMS (zu den 10 vorhandenen) aufzuspielen. Irgendwo habe ich gelesen, dass ca. 100kByte für Töne zur Verfügung stehen sollen. Der Hintergrund des Bildschirmes kann mit einem 128x97 Pixel großen (auch animierten) Bild belegt werden, die restlichen Bereiche des Displays sind den beiden Statuszeilen vorbehalten. Analog zu den Ruftönen können eigene Bilder aufgespielt werden.
Im Gerät sind 2+2 Spiele: ein langsamer Breakout-Klon und Hamster, dass ich von früher (C64) unter dem Namen Styx kenne. Im Java Bereich sind außerdem noch Bowling und ein Pacman. Leider lassen sich auch die Javaspiele nicht löschen. Hat man den WAP-Zugang konfiguriert, kann man über die i-Taste im Steuerkreuz schnell und problemlos ins „mobile Internet“ kommen. Naja, funktionieren tut’s gut, aber der Nutzen von WAP hält sich für mich eher in Grenzen. Es lassen sich per WAP weitere Javaprogramme oder –spiele herunterladen, nicht aber über das Datenkabel. Man kann auf diese Weise auch z.B. den fehlenden Mail-Client nachinstallieren.
Der Speicher ist nicht dynamisch, d.h. wenn ich keine Bilder will kann ich auf den Speicherplatz leider keine Töne laden. Taschen- und Währungsrechner sind (natürlich) auch an Bord.
Ein paar Gramm Organizer ----------------------------- Das Handy verfügt über rudimentäre Organizerfunktionen: Alarm/Wecker (einmal, täglich, werktäglich, immer), Kalender und Memo. Im Kalender läßt sich ohne Tricks nur ein Eintrag pro Tag anlegen (man kann aber einen zweiten Eintrag von einem anderen Tag verschieben). Als Palmnutzer für mich aber ohnehin uninteressant. Ein Abgleich mit Outlook ist nicht möglich. Immerhin kann man sich dank IrDA mit einem Palm oder einem ebenso ausgestatteten Computer in Verbindung setzen, im Gegensatz zum 6210 konnten die Palm-Programme nicht viel mit dem Samsung anfangen (oder ich bin zu blöd dafür). Ein Mailclient wurde leider nicht integriert, da lässt sich aber bei Bedarf dank Java schnell und einfach Abhilfe schaffen.
Windows-Software --------------------- Für die mitgelieferte Software EasyGPRS gibt es bereits ein update auf Version 2.12. Es lassen sich das Telefonbuch, Organizerfunktionen und SMS bearbeiten sowie Klingeltöne und Bilder hochladen. Insgesamt finde ich die Software eher mäßig. Hochgeladene Töne und Bilder lassen sich hiermit nicht löschen (muß man über das Funbox-Menü), die Import/Exportfunktionen für das Telefonbuch sind so gut wie unbrauchbar, keine Outlook synchro etc. Die ganze Oberfläche sieht recht etwas billig und lieblos programmiert aus. Etwas ärgerlich ist auch, dass über die Software eingegebene Telefonnummern scheinbar nicht automatisch der Anrufergruppe des Namens zugeordnet werden und man bei jeder Nummer einzeln die Gruppe eingeben muß.
Fazit ----- Da ich mit dem Handy vor allem telefoniere bin ich äußerst zufrieden. Bei der Größe fast man regelmäßig nach, um zu sehen, ob es noch da ist. Monochrome Displays kommen mir nach ein paar Tagen damit regelrecht steinzeitlich vor ;-) Das Standby kommt zwar nicht mit dem 6210 mit, ist aber für mich mehr als ausreichend. Für fünf Sterne ist aber die Liste der fehlenden Merkmale und Schwächen zu groß. Hier sollte sich Samsung dringend verbessern. Gerade als Businessgerät kommt es mit den Platzhirschen wie dem Nokia 6310i oder den Siemens S55 nicht mit:
- Sprachwahl und Sprachsteuerung fehlen - Akkustandzeit ist zwar ok, aber sicher noch verbesseruungsfähig (bin vom Nokia verwöhnt) - T9 lernfähig sollte Standard sein - Situationsprofile - Dynamischer Speicher wäre wünschenswert - SMS Töne sind nicht austauschbar - Mitgelieferte Software ist nur mäßig - Organizerfunktionen sind nur rudimentär vorhanden Unverständlich ist dabei die Produktpolitik von Samsung. Einsteiger- und Funhandys wie das A800 oder die Tx00 Geräte haben Sprachwahl, das Business orientierte S300 hingegen nicht.
Obwohl ich vor allem die Sprachwahl vermisse, ist das Gerät für mich genau das richtige :-) UPDATE: Ein kurioser Bug ist leider auch in meinem Gerät vorhanden: Schaltet man alle Töne (Tasten, Klappe, Ein/ausschalten) aus, kommen anrufe teilweise nur noch ganz leise rein. Da lasse ich die Ein/Ausschalttöne lieber an.
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29.12.2003 17:46
Guter Bericht. LG: Ruff-Ryders
27.06.2003 01:23
trage mich mit dem Gedanken, das zu kaufen...sehr sehr hilfreich, Dein Bericht!
20.06.2003 19:55
Wirklich ein sehr guter Bericht! Ich habe mir das Handy gekauft und dein Bericht gehörte zu den Gründen! :) Habe nun auch schon einen Bericht zu diesem wirklichen tollen Handy verfasst. Nur weiter so! lg Dani