Über sich:Wunderbar, jetzt weiß ich, was los ist - Achillessehne halb durchgerissen und nein, keine OP, kein...
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Und zum neuen Jahr wird natürlich angestoßen! Mit Sekt! Sonst trinke ich oft das ganz Jahr keinen Sekt, aber zu Silvester gehört er einfach dazu. An ein Silvester ohne Sekt kann ich mich nicht erinnern - auch wenn ich an den ersten 15 Silvester meines Lebens nur zusehen durfte *g.
Auerbach
war es diesmal. Mein Mann holte ihn aus dem Schrank, gekauft wurde er irgendwann in den letzten zwei Jahren. Beim Aldi. Einkaufszettel ist nicht mehr vorhanden, aber ein hoher Betrag dürfte es nicht gewesen sein. Zwar hat Aldi auch Hochpreisiges im Angebot, aber da greife ich selten zu.
Eine Suche im Internet führte mich auf eine Seite, die einen Preis von 2,59 Euro angab. Und eine Userbewertung. Schulnote 4, Begründung: "Schmeckt nach nichts." Hm, entweder hat dieser User etwas gänzlich anderes probiert oder ist starker Raucher *g. Geschmack ist ja bekannt individuell, aber dass man bei diesem Sekt überhaupt nichts schmeckt, kann ich mir nicht vorstellen.
Silvester
stellte mein Mann den Sekt auf den Tisch, kommentiert von einem empörten: "Ihr seid gemein, gönnt euch was Gutes und wir dürfen wieder nichts haben!" von Jasmin. Die beruhigte sich allerdings schnell, als mein Mann auch eine Flasche Karamalz als Sektersatz für Minderjährige auf den Tisch stellte *g.
Natürlich setzte sich mein Mann auf den neuen Sessel zum Öffnen. Ich sah mich Neujahr schon mit Polsterschaum an dem guten Stück herumarbeiten. Erst recht, als mein Mann auch noch mit dem Messer zu Werke ging. Allerdings machte nicht der Korken, sondern die Folie darum Probleme. Der Korken löste sich dann doch gut und ohne Springbrunnen. Den Polsterschaum durfte ich an Neujahr statt am Sessel am Sofa einsetzen, wo Falko das Glas umgekippt war :-(
Was ich vermißte, war die kleine Nebelwolke, die sich sonst aus der Flasche löst beim Öffnen. Vielleicht muss der Sekt dazu aber kälter sein. Prickel jedenfalls war ausreichend vorhanden, um das Bild vom Einschenken leicht zu vernebeln *g.
Perlen
soll ein Sekt. Möglichst kleine, regelmäßige Perlen. Nun, das war hier der Fall. Im Glas landete eine gelbliche Flüssigkeit, nur wenig heller als weißer Wein, die mit gleichmäßigen Perlenschnüren durchsetzt war. Bis die anderen Gläser gefüllt waren, beschäftigte ich mich mit diesem schönen Schauspiel - bin halt noch verspielt, aber es sah echt faszinierend aus.
Trocken
ist der Auerbach laut Aufschrift. Außerdem spritzig, elegant und rassig. Spritzigkeit hatte er bereits bewiesen. Eleganz und Rasse erwarte ich eher bei Katzen oder Pferden, nicht beim Sekt *g. Da muß ich also andere Worte zum Beschreiben finden.
Schon der erste Schluck zeigte deutlich: Trocken stimmt! Was mir bei Wein und Sekt auch am liebsten ist. Mein Mann mag Wein eher lieblich, Sekt jedoch ebenfalls trocken.
Der Auerbach erwies sich zwar als trocken, jedoch süffig. Bei manchen trockenen Weinen und Sekten hat man ja den Eindruck, dass sie im Hals kratzen, das war hier nicht der Fall. Auch die berühmte Säuerlichkeit der Sektes, die dazu führt, dass niemandem sein erstes Glas schmeckt - und man dann doch ein zweites trinkt, weil es halt dazugehört *g - war hier nicht so extrem ausgeprägt wie bei so einigen, die ich zu probieren das zweifelhafte Vergnügen hatte.
Dennoch schmeckte der Auerbach etwas sauer nach. Nach dem dritten Schluck war es deutlich zu spüren, aber immer nur als Nachgeschmack. Seltsam, wie sich der Geschmack noch ändern kann, wenn der Sekt gar nicht mehr im Mund ist. Aber ein bißchen sauer sein gehört nunmal zum Sekt. Und hier ergab trocken und sauer einen wirklich guten, trinkbaren Sekt. Vermutlich nicht mit Edelchampagner vergleichbar, aber so hoch wollen wir uns ja gar nicht versteigen. Meinen Schwiegereltern jedenfalls würde ich diesen Sekt ohne weiteres anbieten. Meinem Chef ebenfalls, sollte er sich mal zu mehr als "ich wollte Ihnen nur das vorbeibringen, tschüss denn!" blicken lassen *g. Auch mein Mann war sehr zufrieden mit seiner Auswahl.
Jasmin und Falko waren natürlich neugierig. Und ich dachte, einen winzigen Schluck dürfen sie mal probieren. Falko kam gar nicht so weit. Ein Näschenvoll herber Geruch und er zog eine Grimasse und lehnte ab. Jasmin ließ eine Menge von etwa 5 Tropfen auf die Zunge rinnen, kostete, schluckte und schüttelte sich. Erklärung: "Es hat gut geschmeckt, aber nach dem Gutschmecken kam sauer."
Sektfrühstück
gab es dann ziemlich spät am nächsten Tag. Zu zweit trinken mein Mann und ich nicht an einem Abend 75 Milliliter leer, zumal wir mit dem Trinken ja erst um Mitternacht begonnen hatten. Also wurde der Rest am nächsten Morgen serviert - nein, wir sind an diesem Tag nicht mehr Auto gefahren.
Auch als Nachtwächter konnte der Auerbach punkten. Geschmack und Geruch waren wie am Tag zuvor, das Prickeln hatte nur schwach nachgelassen. Es ist also nicht nötig, zu Piccolos zu greifen.
Sankt Florin
nennt sich die Sektkellerei und die hat ihren Sitz in Koblenz. Steht auf der Flasche und wird auch im Internet bestätigt. Mehr Informationen gibt es nicht, die Firma hat offenbar keine Website. Verblüfft mich ein wenig.
So habe ich auch keine Information, warum der Sekt gerade Auerbach heißt. Auch sonst wird mit Infos gespart. Dass die Kellerei in Koblenz liegt, heißt ja nicht, dass auch die Trauben für den Sekt am Rhein gereift sind. Versektet wurde laut Flasche in Wiesbaden, ob im Faß oder in der Flasche, darüber schweigt sich der Hersteller aus. Vermutlich eher Fass, da sonst der Preis wohl nicht zu halten wäre, aber das hat dann nicht geschadet.
Auch der Jahrgang liegt im Dunkeln. Das stört mich aber weniger, denn gerade bei Sekt ist es üblich, mehrere Jahrgänge zu mischen und so einen einheitlichen Geschmack zu bekommen. Demnach kann ich davon ausgehen, dass der Auerbach, den ich für das nächste Silvester kaufen werden, einen adäquaten Geschmack aufweist.
NACHTRAG:
Der winzige Schluck Sekt in Kindermund ist natürlich nicht zur Nachahmung empfohlen. In diesem Fall war es eine Erziehungsmaßnahme. Schließlich hat noch niemandem der erste Schluck Sekt geschmeckt. Jasmin hat ADS, das bedeutet, sie hat immense Probleme, Gehörtes im Gehirn zu verankern. Körperliche Erfahrungen hingegen nimmt sie sogar sehr gut auf. Dieser eine Probierschluck hat mehr bewirkt als stundenlanges Predigen von mir - und verhindert, dass sie heimlich an ein Glas geht, weil sie es "ungerecht" empfindet, dass wir dürfen und sie nicht. Auch dieses starke Gerechtkeitsempfinden ist typisch ADS und verleitet Jasmin oft zu unüberlegten Handlungen. Da muss ich mir dann so einiges einfallen lassen, um Schlimmeres zu verhindern.
11.09.2012 23:59
:-) passt ja fast, meine Uhr zeigt 23:59, aber Silvester ist noch 111 Tage hin
14.05.2012 09:01
Ich vertrag keinen Sekt...
15.03.2011 08:37
Sekt im Sitzen aufzumachen - ganz schön mutig finde ich ;-) Gruß!