Im Januar 2007 brachte Sanyo eine weitere Digitalkamera auf den Markt, welche eher an eine Videokamera erinnert und auch als eben solche fungieren soll. Bisher war es ja eher üblich, eine Digitalkamera mit Videofunktion zu bauen, hier hat Sanyo den Spieß umgedreht und bietet mit der Xacti ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Supercookie über Sanyo Xacti VPC-CG6 / DMX-CG6 14. Februar 2007
Produktbewertung des Autors:
Bildqualität:
schlecht
Klang:
befriedigend
Bedienung:
gut
Ausstattung:
mittelmäßig
Verarbeitung:
gut
Zuverlässigkeit:
gut
Akkulaufzeit:
ok
Pro:
Foto - und Videoauslöser getrennt / schickes Design
Kontra:
schlechtes TFT / schlechte Rauschwerte / schlechter Auto - Weißabgleich / keine Videoleuchte
Empfehlenswert?
nein
Kompletter Erfahrungsbericht
Im Januar 2007 brachte Sanyo eine weitere Digitalkamera auf den Markt, welche eher an eine Videokamera erinnert und auch als eben solche fungieren soll. Bisher war es ja eher üblich, eine Digitalkamera mit Videofunktion zu bauen, hier hat Sanyo den Spieß umgedreht und bietet mit der Xacti VPC-CG6 ein recht schickes Modell an, welches den Videofreak von heute überzeugen soll. Ob Sanyo das mit der Xacti VPC-CG6 gelungen ist, wird in diesem Bericht deutlich.
Archivierungs- und Bildoptimierungs-Software Ulead Photo Explorer 8.5 SE Basic Moviesoftware Ulead DVD MovieWriter 4.0 SE Moviesoftware Motion Director SE 1.1 Panorama-Software Apple QuickTime 6.5
Optionales Zubehör ist zum jetzigen Zeitpunkt (Februar 2007) nicht erhältlich, aber der obige Lieferumfang kann sich durchaus sehen lassen. Wie der Trend aber auch hier zeigt, wurde keine Speicherkarte mitgeliefert, diese müsste man sich also noch selbst zulegen.
Ist der Preis heiß?
Nun, ein Onlinepreis von rund 350€ erachtete ich zuerst als angemessen für diesen Hybriden - jedoch hat die Kamera einige Schwächen, weswegen mich letzten Endes der Preis von 350€ nicht sonderlich positiv stimmte, diese Kamera vielleicht als "Immer dabei"-Kamera zu kaufen.
Die Ausstattung
Die Kamera muss leider interpolieren, um eine möglichst große Pixelreichweite zu bekommen. Hier sind die Daten im Detail:
3.680 x 2.760 Bildpunkte (interpoliert) 2.816 x 2.112 Bildpunkte 2.048 x 1.536 Bildpunkte 1.600 x 1.200 Bildpunkte 640 x 480 Bildpunkte
Interpolation - etwas, was es in meinen Augen heutzutage in einer aktuellen Digitalkamera nicht wirklich mehr geben muss, kommen alle anderen Hersteller doch auch ohne Interpolation auf diese Auflösungsgröße - und das zum kleineren Preis. n der Bildbearbeitung verwendet man Interpolationsverfahren, um gerasterte Bilder zu vergrößern (digitaler Zoom). Da diese Bilder aber nur eine begrenzte Bildauflösung haben, führt die Wiederholung von Bildpunkten zu einem Treppen-Effekt. Das Phänomen ist allgemein auch als Alias-Effekt bekannt. Interpoliert man stattdessen die hinzugefügten Bildpunkte aus den bekannten Nachbarpunkten (Antialiasing), so werden die Kanten glatter, was aber zu Lasten der Bildschärfe geht. Die optische Auflösung des Bildes wird durch die Interpolation nicht vergrößert. Der Sensor ist ein 1/2,5" RGB-CCD-Chip mit 6 Megapixel - sollte ja ausreichen, zumal ich mir davon ein geringeres Bildrauschen erhofft hatte. Die Bilder werden dann ausschließlich im JPEG-Format abgespeichert, Videos im MPEG4-Format. Gespeichert wird auf einer SD Card (inkl. der recht neuen SDHC-Medien). Meine 2 GB-Karte wurde problemlos angenommen (ist von Transcend).
Als Schnittstelle wird Highspeed USB 2.0 geboten - sollte heute auch Standard sein. Wer noch auf USB 1.1 setzt, gehört gefoltert. An weiteren Anschlüssen kann die Cam einen Anschluss für ein Netzgerät, einen PAL/NTSC-Videoausgang (umschaltbar) sowie einen Audioausgang vorweisen. Die Stromversorgung geschieht über einen mitgelieferten Li-Ionen Akku mit leider nur 720 mAh bei 3,7 V.
Der optische Zoom fängt bei 38mm an (somit hat man leider keinen Weitwinkel mehr) und endet bei immerhin 190mm, das ist als ein optisches 5fach Zoom. Man kann noch ein 12fach digitales Zoom hinzuschalten, aber über den enormen Qualitätsverlust bei Digitalzoom muss ich hier sicher nicht sprechen. Auf einen Bildstabilisator wurde leider verzichtet. Der Fokus arbeitet automatisch, kann aber auch manuell benutzt werden. Er ist recht treffsicher und ausreichend schnell (bei Fotoaufnahmen; bei Videoaufnahmen dauert die Scharfstellung schon länger). Der Schärfebereich liegt bei 10 cm bis unendlich im Weitwinkel- und 80 cm bis unendlich im Telebereich. Makroaufnahmen beginnen ab guten 1cm bis hin zu maximal 80cm Entfernung. Die ISO-Werte sind sicherlich nicht uninteressant, sind aber realistisch geblieben, wenn man mal in die restliche Technik dieser Kamera schaut. ISO 50-400 (automatisch) und ISO 50/100/200/400/800 (manuell) sollten ausreichen. ISO 1600 wären hier überdimensioniert. Die Belichtungssteuerung funktioniert leider nur über Programmautomatik, manuelles Eingreifen ist leider nicht möglich.
Die Belichtungszeiten sind leider ein echter Lacher:
1/2 s bis 1/2.000 s 1/30 s bis 1/2.000 s (mit Blitz) 1/30 s bis 1/10.000 s (bei Videoaufnahmen)
Damit kann man nicht wirklich gut arbeiten, erst recht keine ansprechenden Nachtaufnahmen machen - von DRI ganz zu schweigen. Auch die Lichtstärke liegt nur im Mittelmaß: F3,5 (Anfangslichtstärke bei Weitwinkel) und F4,7 (Anfangslichtstärke bei Tele) sind keine Galawerte. Auch die manuelle Belichtungskorrektur geht nur bis +/- 1,8 in 1/3 Stufen - nicht unbedingt zeitgemäss.
Das TFT-Display ist 2,5" groß, leistet leider aber nur mickrige 110.000 Pixel (mit Tageslichtbeleuchtung) - das merkt man leider. Ich frage mich, wieso Sanyo hier so extrem gespart hat. Dafür ist es schwenkbar, was Videoaufnahmen erleichtert.
Ein Blitz ist dankenswerterweise mit an Bord, hat natürlich die Funktion zur Vermeidung roter Augen und bietet zudem eine Langzeitsynchronisation. Jedoch kann man keine "Videoleuchte" einschalten oder nachträglich hinzufügen, was bei Aufnahmen in dunkleren Räumen zu echten Problemen bei mir geführt hat. Dazu später aber mehr. Auch die Reichweite ist lächerlich, maximal 2 Meter sind möglich im Weitwinkelbereich -> damit leuchtet man nicht wirklich weit. Der Selbstauslöser kann nach 2 oder 10 Sekunden auslösen, eigene Einstellungen sind nicht möglich. Gut ist, dass man die Xacti VPC-CG6 vom Rechner aus fernsteuern kann (aber nur eingeschränkt) - ein Webcam-Betrieb ist damit übrigens problemlos möglich!
Die Menüsprachen sind einstellbar, zur Verfügung stehen Deutsch, Englisch, Französisch, Holländisch, Italienisch, Russisch und Spanisch.
Die Videofunktion, auf die Sanyo ja soviel Wert legt, ist leider nur "durchschnittlich":
640 x 480 Bildpunkte (30 Bilder pro Sekunde) bei 320 x 240 Bildpunkte (30 Bilder pro Sekunde) 176 x 144 Bildpunkte (15 Bilder pro Sekunde)
Bei Videos sind folgende ISO-Werte möglich: ISO 450/900/1.800/3.600/7.200. Das ist enorm viel, was man leider auch an der Bildqualität sieht. Dazu aber später mehr.
Die verschiedenen Belichtungsautomatiken für verschiedene Aufnahmesituationen können helfen und ersparen eigene Einstellungen am Weißabgleich und ISO (zur Verfügung stehen Sport/Action, Porträt, Landschaft, Nachtaufnahme, Feuerwerk, Innenaufnahmen sowie Strand/Schnee). Es stehen verschiedene Verfahren zur Belichtungsmessung bereit: Matrix- bzw. Mehrfeldmessung, mittenbetonte Integralmessung, und die Spotmessung. Die Lupenfunktion ist nicht schlecht, maximal 58-fach kann man seine Bilder vergrößern. Aufnahmen vom Stativ sind auch möglich.
Das Handling ist okay, wenn man normal große Hände hat... wer aber echte Pranken hat, wird mit dieser Cam nicht sonderlich gut zurecht kommen. Die Bedienung der Knöpfe ist das geringste Problem, die sind groß genug. Aber die Cam ist nur 10cm hoch, das ist echt nicht viel Grifffläche. Die Menüführung an sich ist einfach, könnte aber gerne etwas schneller gehen. Die (wenigen) Tasten lassen sich gut drücken, wobei die getrennten Tasten für Foto und Video direkt auffallen; jedoch auch negativ, stören sie doch ein wenig das sonst ansprechende moderne Design.
Zu guter Letzt die Maße: 68 mm x 100 mm x 35 mm bei einem Gewicht von etwa 170 Gramm inkl. Akku und SD-Karte.
Bildqualität: Foto
Zuerst zur Auslöseverzögerung: Diese ist okay, dürfte aber gerne schneller sein. Auch geht die Xacti VPC-CG6 gerne in 1/30s Belichtung, wenns etwas dunkler wird - die Gefahr, Bilder zu Verwackeln ist hier groß. Zum Thema ISO: Die Xacti VPC-CG6 geht leider sehr schnell direkt in ISO 200 über im Automodus, bei Blitz versucht sie es zuerst mit ISO 50. Doof nur, dass man bereits ab ISO 200 ein Bildrauschen sieht, wenn auch noch nicht extrem störend. ISO 400 wird dann langsam kritisch, bei ISO 800 muss man definitiv nochmal ran ans Bild und bei ISO 1600 (die laut Herstellernangaben nur im Videomodus existieren!) ist dann die Freude vollends vorbei. Die Farben und Kontraste können bei Tages- und Kunstlicht gefallen, die Schärfe ist auch befriedigend. Die Farben neigen eher zu warmen Tönen als zu kalt zu werden. Die Darstellung von Textaufnahmen ist gut, wobei ich auch hier einige Bilder aufgrund der 1/30s. verwackelt habe. Ist halt doof, 5fach optisch zu zoomen, 190mm Brennweite zu haben und dann nur 1/30s. Belichtungszeit zu bekommen im Automodus. Die mangelnde Blitzreichweite hat mir echt Sorgen gemacht. Im dunkleren Raum wollte ich eine Entfernung von etwa 3 Metern zurücklegen... nix war. Mehr als 2 Meter sind nicht drin und das ist echt zu wenig im Weitwinkelbereich.
Zusammenfassung des Fotomodus: Bis ISO 100 ists okay, aber leichtes Rauschen bereits ab ISO 200. Der Bildstabilisator fehlt definitiv, der Automodus ist manchmal zu radikal und sorgt so dafür, dass man Bilder verwackelt - echt ärgerlich.
Bild- und Soundqualität: Video
Die Videoaufnahmen mit 640 x 480 Bildpunkten (30 Bilder pro Sekunde) sind okay - mehr aber auch nicht. Wer jetzt hofft, seine Videokamera mit diesem Hybriden ersetzen zu können, sollte nochmal drüber nachdenken. Versteht mich nicht falsch, brauchbar sind die Videos... wenn sie denn bei Tageslicht aufgenommen werden. Ich habe Testvideos auf einem Reiterhof gemacht.
- Einmal in der Halle (seitlich offen bei Tageslicht): Die Videos wurden gut. Auch schnelle Bewegungen hat die Xacti VPC-CG6 hier gut verkraftet, ein zoomen ist während der Aufnahme problemlos möglich. Der Sound ist okay, störende Nebengeräusch wie Wind usw. waren kaum vernehmbar. Das Fehlen des Bildstabilisators macht sich jedoch bemerkbar, wenn man keine ruhige Hand hat. Meine Videos wurden gut; als ein Mädel vom Reiterhof zum allerersten Mal die Cam in der Hand hatte, wurden die Videos arg verwackelt.
- im Raum ohne Fenster bei etwas weniger Licht (keine Festbeleuchtung): Diese Aufnahmen wurden gar nichts. Die Personen auf den Bildern waren kaum zu erkennen, solche Videos würde ich im Leben keinen Freunden oder Verwandten zeigen. Da die Personen auch leiser gesprochen haben, war dies ein guter Test für das Mikrofon. Und auch dies hat hier nicht sonderlich überzeugt. Die Personen waren etwa 2 Meter von mir entfernt und sprachen etwas leiser; da hatte die Xacti VPC-CG6 durchaus ihre Schwierigkeiten.
- im Raum mit Kunstlichtquellen: Hier war´s dann vorbei mit der Freude, die ich noch in der Reiterhalle hatte. Das Bild wurde im Autoweißabgleich enorm rotstichig und echt nicht mehr ansehnlich. Die Augen meiner Frau (sonst blau-graue Augen) waren schwarz wie Knöpfe - das Video könnte das Gegenstück zu Horrorfilmen werden (aber nicht wegen meiner Frau, sondern wegen der Bildqualität ;-)). Dafür war der Ton hier sehr gut, da es praktisch keine Störgeräusche gab.
Zusammenfassung des Videomodus: Outdoor bei genügend Licht brauchbar, aber keinesfalls so toll, dass man seine Videokamera auf Reisen zu Hause liegen lassen kann. Aufnahmen bei Kunstlicht waren grausam, in etwas dunkleren Räumen war echt nichts mehr zu erkennen, eine externe Videoleuchte hätte hier dringend Not getan.
Fazit
Gut gemeint und schlecht umgesetzt - so würde ich die Xacti VPC-CG6 bezeichnen. Bildqualität zu schlecht, kein Bildstabilisator, Probleme mit Kunstlicht, kein Licht bei Videos möglich - das reicht leider nicht aus.