Saqqaq, Saqqaq

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Saqqaq, Saqqaq

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Erfahrungsbericht über "Saqqaq, Saqqaq"

veröffentlicht 09.11.2017 | dik1609
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Ausgezeichnet
Pro Phantastisches Farbenspiel zwischen Wasser und Eis
Kontra Absolut nichts
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Öffnungszeiten
Spaßfaktor

"Wir sind von Eisbergen umgeben"

Auf geht`s: Die ersten Zodiacs steuern den Eisbergen bei Saqqaq entgegen.

Auf geht`s: Die ersten Zodiacs steuern den Eisbergen bei Saqqaq entgegen.

Es war der fünfte Tag einer Kreuzfahrt entlang der Westküste Grönlands im August diesen Jahres, als es einen weiteren Höhepunkt zu erleben gab. Unser Schiff, die MS Hamburg, ankerte vor Saqqaq an der Halbinsel Nuussuaq. Dieses Mal aber war nicht der Ort selbst Ziel unserer Ausflüge, vielmehr ging es aufs Meer hinaus, denn die Kreuzfahrt stand ja unter dem Mitto "Eisberg voraus!". Und hier gab es Eisberge, reichlich davon. Wir durften einen Eindruck davon gewinnen.

Allgemeine Informationen

Saqqaq ist eine Siedlung in der Gemeinde Ilulissat in der Qaasitsup Kommunia. Die Siedlung ist eine gut funktionierende Fischerei, Siegel- und Walfanggemeinschaft, aber auch ein touristisches Ziel. Verbindungen zwischen Saqqaq und der benachbarten Siedlung Qeqertaq sind vorhanden. Saqqaq liegt etwa 100 Kilometer nördlich von Ilulissat am südwestlichen Teil der Halbinsel Nuussuaq. Neun Kilometer nordöstlich liegt der Berg Aappaluttoq, zehn Kilometer nordöstlich der Berg Palungataaq, wiederum zehn Kilometer nördlich liegt der Berg Sulussugutit Qaqqa. 16 Kilometer westlich von Saqqaq liegt der Punkt Atanikerluk, 17 Kilometer westlich Qassutit. Der Tourismus, der die wichtigste Einnahmequelle ist, hängt mit den Wanderungen zu Seen und Flüssen sowie anderen Naturerlebnissen im Hinterland zusammen, darunter auch Schlittenhundefahrten zum lokalen Gletscher. Zudem gibt es archäologische Stätten. Die Siedlung hat eine eigene touristische Vereinigung. Saqqaq hat etwa 200 Schlittenhunde. Im Ort selbst stellt eine hübsche Kirche aus dem Jahr 1908 eine Sehenswürdigkeit dar. Eine Besonderheit sind Gewächshäuser im Ort, in dem Gemüse gezogen wird.
Unser Ausflug

Die Reiseleitung an Bord der MS Hamburg hatte uns am Abend vor Erreichen von Saqqaq überrascht. Der Fahrplan hatte wegen schlechten Wetters und Eisgangs verändert werden müssen - eigentlich sollte dieser Ort erst zwei Tage später angelaufen werden. Angeboten wurden Fahrten mit Zodiacs aufs Meer hinaus, was von einigen Reisenden zunächst skeptisch beurteilt wurde. Die Mitteilung, dass diese Schlauchbootfahrten keine zusätzlichen Kosten bedeuten würden, steigerte das Interesse allerdings enorm. Und nachdem die Reiseleitung auch in Einzelgesprächen deutlich gemacht hatte, dass diese Fahrten einerseits ungefährlich und andererseits absolut lohnenswert seien, nahmen letztlich nahezu alle Reisenden daran teil.

Natürlich hatten auch meine Partnerin und ich uns für eine Zodiacfahrt angemeldet, wobei wir schon am Abend zuvor mitgeteilt bekamen, mit welchem Boot wir uns aufs Meer begeben würden. Die Zodiacs wuden dann jeweils über Bord-Lautsprecher aufgerufen - und wir begaben uns an Deck 1, wo die Einstiegsstelle war. Allerdings bekam jeder Zodiac-Fahrer zunächst noch eine Rettungsweste angelegt, die erfreulicherweise von niemanden wirklich gebraucht wurde. Und dann ging es in die Schlauchboote, wobei das Personal Hilfestellung beim Einstieg leistete, so dass auch Menschen, die nicht so gut zu Fuß sind, problemlos Platz in einem der jeweils mit zwölf Passagieren besetzten Boote nehmen konnte. Und dann ging's los.

Schon von Bord der MS Hamburg hatten wir all die kleinen und etwas größeren Eisberge sehen können, nun aber ging es mit den Schlauchbooten quer übers Wasser und sehr nahe an die Eisberge heran, wobei in jedem Zodiac auch ein Lektor saß, der Erläuterungen dazu gab und vom Entstehen sowie Abschmelzen der Eisberge berichtete. Bald schon waren wir so weit von der Hamburg entfernt, dass die sehr klein wirkte, die Eisberge dagegen wurden immer größer. Zwar mussten auch die Zodiacs einen Sicherheitsabstand zu ihnen einhalten, weil ja bekanntlich der weitaus größte Teil eines Eisbergs unter Wasser ist, was an der Oberfläche nicht immer sofort zu erkennen ist. Aber wir kamen sehr nahe an sie heran. Und wir fischten sogar etwas Eis aus dem Wasser - um daran zu knabbern. Niemals im Leben habe ich derart schmackhaftes gefrorenes Wasser zu mir genommen! Übrigens wurde auch von der Besatzung Eis eingesammelt, das später am Abend den Drinks an der Bar beigegeben wurde. Das stellte schon etwas ganz Besonderes dar. Rund eine Stunde bewegten wir uns auf dem Wasser und zwischen den Eisbergen, wobei wir enorm viel über diese Phänomene erfuhren und weitaus schlauer wieder an Bord der MS Hamburg gingen als zu dem Zeitpunkt, da wir das Schiff verlassen hatten. Den eigentlichen Ort Saqqaq übrigens konnten wir vom Schiff aus sehen, besucht wurde er von uns nicht: Anlandungen wären wegen des enormen Eistriebs zu gefährlich gewesen. Aber: Ich denke, dass wir da auch nicht besonders viel verpasst haben, die gute Stunde auf dem Meer auf jeden Fall stellte einen echten Höhepunkt unserer Kreuzfahrt dar.

Meine Meinung

Natürlich herrschte an Bord der MS Hamburg zunächst keine Begeisterung, als unser Fahrplan geändert wurde. Aber: Bei solchen Dingen hat stets der Kapitän, und nur der, die Entscheidungsgewalt. Und wenn der Teile der Strecke für zu gefährlich hält, dann wird eben anders gefahren. Und natürlich wurde das letztlich auch akzeptiert. Und mir persönlich war's im Grunde genommen egal, denn ich hatte so gut wie keine Grönland-Vorkenntnisse und war mir sicher, dass wir die interessantesten Dinge des Landes schon sehen würden - unabhängig davon, wie die Reiseroute aussah.

Natürlich sollte ich Recht behalten, denn nach dem Tag vor Saqqaq sprach niemand mehr über die geänderte Route. Vielmehr herrschte überall Begeisterung über die Zodiac-Ausflüge. Wir alle hatten doch Eisberge sehen wollen - und nun waren wir denen ungeahnt nahe gekommen. Die Besatzung eines jeden Zodiacs, die wieder zurück auf die Hamburg kam, steigerte die Vorfreude derjenigen, die ihre Tour noch vor sich hatten, denn es wurde viel erzählt von dem, was zu sehen und zu fühlen war. Wir gingen mit einem der letzten Zodiacs aufs offene Meer hinaus und hatten entsprechend schon eine Menge davon gehört, wie wunderbar dieser Ausflug sein würde. Eine gute Stunde später konnten wir uns der allgemeinen Meinung nur anschließend. Ja, das war nun wirklich das richtige Grönland-Gefühl, das wir vor Antritt der Kreuzfahrt erwartet und erhofft hatten. Es ist wirklich unglaublich, wie viele Eisberge, klein und groß, hier auf dem Meer zu finden sind. Das Farbenspiel zwischen flüssigem und gefrorenem Wasser, das Anfassen des Eises, das Knabbern daran, das Spüren des über Jahrhunderte darin eingeschlossenen Sauerstoffs - das waren unglaubliche Erfahrungen. Und wir hatten das Glück, gemeinsam mit Lektor Dr. Ludger Feldmann in einem Zodiac zu sitzen - der Mann gab wirklich phantastische Erklärungen ab und hatte auch zu jeder Frage eine Antwort parat. Zudem lotste er den Steuermann unseres Zodiacs so nah an die Eisberge heran, wie das eben nur möglich war.

Am Abend waren wir uns einig: Dieser Tag vor Saqqaq war der bislang aufregendste der gesamten Kreuzfahrt gewesen. Und dass es dann auch noch das Eis in den Drinks gab, das wir zuvor auf dem Meer hatten schwimmen sehen, rundete einen ereignisreichen Tag ab, den wir so schnell nicht vergessen würden - auch wenn in Aussicht gestellt war, dass der noch eine Steigerung erfahren würde. Aber das ist eine andere Geschichte, die demnächst noch folgen wird.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • Ciaochsi veröffentlicht 27.11.2017
    sh - bh käme zu spät
  • Camilla23 veröffentlicht 26.11.2017
    bh
  • KingSparko veröffentlicht 21.11.2017
    lg
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Produktdaten : Saqqaq, Saqqaq

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