Schakal, Der

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Leider viel zu wenig Tote ......

4  20.02.2004 (24.02.2004)

Pro:
gute Standard - Unterhaltung

Kontra:
Tiefgang fehlt völlig, unglaubwürdige Details

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Action:

Romantik:

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thomas_kretschmer

Über sich: Zur Zeit wenig Zeit für CIAO. Ich wünsche allen einen schönen Sommer ! Thomas & und seine Testtier...

Mitglied seit:17.12.2003

Erfahrungsberichte:194

Vertrauende:51

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 38 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Leider werden viel zu wenig Menschen getötet und die sterben auch noch viel zu schnell ! In Vietnamfilmen platzen wenigsten ein paar Köpfe oder Bauchdecken und die Gedärme quellen ...... äh ...... Pfui.
So niveaulos hat noch keiner meiner Berichte angefangen ! Aber wenigstens habe ich euch vom Wegklicken abgehalten. Richtig gute Texte findet ihr sowieso bei anderen Schreibern.
Mit dem Niveau meiner „Ouvertüre“ habe ich mich ( aber nur ein wenig ) dem Niveau des zu besprechenden Filmes angenähert : THE JACKAL .

Spaß beiseite, jetzt wird es ernst ( die Überschrift war natürlich auch nur Spaß ! ) !

Handlung

Der russische Mafiosi Terek Murad ( David Hayman ) will sich für den vom FBI verursachten Tod seines Bruders rächen, indem er „den Schakal“ ( Bruce Willis ) mit dem Mord an einer US-Politikerin beauftragt.
Nur die ehemalige Terroristin Isabella Decker ( Mathilda May ) weiß, wie „der Schakal“ aussieht – und ihr Aufenthaltsort wiederum ist nur dem Terroristen Declan Mulqueen ( Richard Gere ) bekannt, der mit diesem Wissen seine Freilassung aus dem Gefängnis erreicht. Er führt den FBI-Agenten Carter Preston ( Sidney Poitier ) zu Isabella.
Während dessen lässt „der Schakal“ sich eine transportable Super-Kanone bauen, um sein Attentat auszuführen ......

Agenten – Schmarrn

Unwahrscheinlichkeiten in Hülle und Fülle prägen den Eindruck, den ich von diesem handwerklich dennoch gut gemachten und sehr spannenden Film habe :

- kein russischer Mafiosi riskiert ein Attentat auf eine US-Politikerin
- eine Superkanone ist zwar eindrucksvoll, aber für solche Attentatsversuche ungeeignet ( zu unbeweglich, aufwendig, Durchschlagskraft überflüssig, komplizierte Fernsteuerung unzuverlässig )
- der Schakal tötet seine Gegner, indem er sein Auto heimlich mit Nervenkampfstoff einsprüht, den Wagen vor deren Augen abstellt und diese dann durch Berühren der Türklinken sterben ( aufwendig, unsicher, riskant für ihn selbst ; auffällig, wenn Unbeteiligte zu Schaden kommen )
- zwar passt sich „Der Schakal“ zur Tarnung wie ein Chamäleon seiner Umwelt an, trotzdem guckt er immer grimmig und ist wortkarg ( echte Profi-Killer sind kommunikativ und freundlich )
- Festnahmechancen werden verspielt, weil trotz möglicher Vorplanung offenbar alle FBI-Beamten beim Kaffeetrinken sind und nicht dort, wo der böse Schakal erwartet wird
- Bodyquards, die eine gefährdete Person schützen sollen, stehen bei Festbeleuchtung herum wie die Schießbudenfiguren oder latschen so dämlich durch ein Haus, dass sie den Filmtod einfach verdient haben ......

Schauspieler

Mit Diane Venora ( russische Polizistin Valentina Koslova ) tritt ein frisches Gesicht auf und auch die Filmfigur ist erfreulich entfernt von den sonst üblichen Frauenklischees.
Mathilda May, die man bereits als ATEMBERAUBEND schönen Alien in LIFEFORCE ( 1986 ) gesehen hat ( wer nicht hat, der muß unbedingt noch !!! ), macht auch hier ein gute Figur.
Insgesamt bietet das Drehbuch aber keinem Schauspieler ( außer ein bischen Diane Venora ) Entfaltungsmöglichkeiten, was besonders bei Oscargewinner Sidney Poitier schade ist, den man von hervorragenden Filmen ( IN DER HITZE DER NACHT, MÖRDERRISCHER VORSPRUNG ) kennt. Die Dialoge sind o.k., lassen aber jeden Esprit und jegliche Originalität vermissen.
Richard Gere und Bruce Willis halten ihre Gesichter routiniert in die Kamera, mehr aber auch nicht.

Das Erschütterndste ist aber, dass ausgerechnet Jack Black, der als Ian Lamont dem bösen Schakal seine Super-Wumme baut, die beste darstellerische Leistung abgibt : so was Schmieriges und Verlogenes ist zumindest ein kleines Lob wert in dieser schauspielerischen Trümmerwüste, bei der Michael Caton-Jones 1997 Regie führte.

Remmi-Demmi

Spannung und Action gibt es aber genug in diesem „Über-2-Stunden-Film“, sodaß niemals Langeweile aufkommt. Die berühmten Filmgesichter sind nett anzuschauen – mehr nicht.

Das Beste ist die Musik

Den Komponisten-Namen Carter Burwell sollte man sich merken. Seine tiefböse und bedrohliche Musik gibt dem Film die Stimmung, welche dieser sonst aus keiner anderen Quelle hätte nehmen können. Burwells Musik hat einen eigenen, charakteristischen Stil, den man schnell als Filmmusik-Fan heraushört. Seine Musik ist stets sehr ästhetisch und sehr gefällig, ohne dabei trivial oder banal zu wirken. Ein Jahr zuvor ( 1996 ) gab er mit FEAR – WENN LIEBE ANGST MACHT bereits ein famose Leistung ab.

Fazit : viel Gepenge um wenig

Es wird viel `rumgepengt ( geballert ) um eine etwas alberne Story herum. DER SCHAKAL ist ein rein kommerziell ausgelegter Thriller, den man sich prima anschauen kann, auch wenn menschenverachtende Komponenten darin enthalten sind, die man Kindern unter 12 Jahren vorenthalten sollte.

Tschüssi. Euer Thomas

P.S. : Was Caton-Jones kann, kann ich schon lange. Demnächst werde ich einen ähnlichen Agenten-Thriller mit dem Titel THE KILLERHORSE produzieren. In den Hauptrollen mein Pferd Graciano, meine 4 römischen Kampfsittiche und die Agentenkatze meiner Nachbarin ( siehe auch meine Berichte zu den Tieren ). Ob mein Kollege Richard Gere in einer Nebenrolle mitspielen wird, entscheide ich, wenn er endlich mal per Telefon zurückruft ......
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
donailena

donailena

23.02.2004 12:41

Also wenn ich richtig verstehe: für ausleihen gut, kaufen muß nicht sein? LG donailena

moeran999

moeran999

21.02.2004 21:46

Ich finde den Film super, einfach total spannend. LG Bobby

Ananie

Ananie

20.02.2004 19:38

"Leider viel zu wenig Tote ......" *sichwunderntut* hmm naja es muss ja nicht immer eine Reihe Toter geben!

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