Ein gedungener Killer plant ein Attentat auf eine hochrangige amerikanische Persönlichkeit. Das FBI, das zunächst im Dunkeln tappt, sagt sich: In der Not frisst der Teufel Fliegen und engagiert einen ehemaligen Killer der IRA (Richard Gere). Der Kampf der Giganten unter den US-Schauspielern kann beginnen.
Filminfos
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O-Titel: The Jackal (USA, 1997)
FSK: ab 16
Länge: ca. 120 Min.
Regisseur: Michael Gaton-Jones
Drehbuch: Chuck Pfarrer, basierend auf dem Drehbuch zum 1. Film, das Kenneth Ross schrieb
Musik: Carter Burwell
Darsteller: Bruce Willis, Richard Gere, Sidney Poitier, Diane Venora, Jack Black u.a.
Handlung
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Im Vorspann wird die Geschichte Russland im 20. Jahrhundert rekapituliert. Der Zuschauer wird mitten in die Moskauer Mafiaszene katapultiert, als der stellvertretende FBI-Direktor Preston (Poitier) und Majorin Valentina Koslova (Venora) von Nationalen russischen Sicherheitsdienst ein Gangstertreffen platzen lassen. Doch statt ihn festnehmen zu können, kommt der Obergangster Ghazzi Murad bei einem Handgemenge mit Koslova ums Leben. Ganz schlechte Idee.
Denn nun schwört der Bruder des Getöteten, Terek Murad, blutige Rache am FBI. Er engagiert den Schakal, einen professionellen Killer (Willis), eine hochgestellte amerikanische Persönlichkeit zu töten. Hier soll nicht verraten werden, um wen es sich dabei handelt. Es ist jedenfalls jemand ganz oben. Der Schakal bekommt sofort 35 Mio. Dollar und die restlichen 35 nach Ausführung des Auftrags. Genügend Kapital, um ordentliche Waffenausrüstung einzukaufen. Eine Schnellfeuerkanone mit 14,5-mm-Munition erscheint ihm als genau das Richtige für den Job...
Von nun spaltet sich das Geschehen in zwei Handlungen. Während der Schakal ständig seine Tarnung wechselt und sich langsam aber sicher nach Washington, D.C., vorarbeitet, ergreift das FBI eine wichtige Gegenmaßnahme. Preston gelingt es, jemanden zu engagieren, der weiß, wie der Schakal wirklich aussieht. Der Haken dabei: Es handelt sich um den Schwerverbrecher Declan Mulqueen (Gere), einen Schützen der IRA.
Aber noch jemand hat Schakals Gesicht gesehen: Isabella Celia Sancona, ehemalige Angehörige der basikischen Separatistenorganisation ETA. Sie war früher Mulqueens Geliebte und lebt jetzt verheiratet in Virginia unter dem Namen Mrs. Decker. Mulqueen besucht sie, um sie zu warnen, dass Schakal nach USA kommen werde und sie sich in Sicherheit bringen solle. Danach kann die Hatz auf den Attentäter beginnen.
Mein Eindruck: der Film
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Man kann sicher trefflich darüber streiten, was denn nun die bessere Verfilmung der Romanvorlage von Frederick Frosyth sei: die alte mit Edward Fox in der Hauptrolle oder die neue mit Bruce Willis als "Schakal". Allerdings beeindruckt heutezutage die alte Fassung in ihrer Detailverlliebtheit und akribischen Beschreibung des Geschehens nicht mehr.
Das Remake setzt daher auf dynamische Action, ohne jedoch die Geheimnisse dessen, was der Schakal vorhat und wo und wie er zuschlagen will, vorzeitig preiszugeben. Dass in der Filmmitte rund 20 Minuten der Schere zum Opfer fielen, wirkt sich durchaus positiv aus: Der Film kommt schneller zur Sache. Mit zwei Stunden Dauer ist der Streifen immer noch länger als der Durchschnittsthriller.
Mit Richard Gere, der verwunderlich Weise als Bösewicht auf der Seite der Guten mitwirkt, und Oscar-Preisträger Sidney Poitier weist die Darstellerriege zwei hochkarätige Namen auf. Doch Diane Venora spielt die beiden Stars durchaus an die Wand. Sie ist eine der überzeugendsten Polizistinnen, die je auf der Leinwand zu sehen waren.
Dass der Showdown einen ordentlichen Feuerzauber vorweisen kann, dafür sorgen schon die anglo-amerikanischen Macher des Films. Allerdings folgt noch ein zweiter, weitaus persönlicherer Showdown zwischen den beiden Erzrivalen Mulquuen und dem Schakal (dessen Namen wir nie erfahren).
Unterm Strich
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Mit diesem Film erwischt man einen recht passabel gemachten Actionthriller (von ein paar Pannen und Längen abgesehen) - auf der DVD gibt's zudem auch recht umfangreiches Bonusmaterial. Die Macher und Schauspieler verraten dort alles Mögliche über das Projekt und ihre Arbeit daran. Filmkenner bekommen sogar Auskunft über die zahlreichen Pannen des Streifen (dass dies alle sind, darf bezweifelt werden).
Michael Matzer (c) 2005ff
Zehn Pannen, die beim Filmdreh oder beim Schnitt passiert sind - alle werden auf der DVD und im Internet auf Imdb.com erläutert.
Panne #1: Der Schakal bestellt eine Kanone für das Kaliber 14,5 mm, verwendet aber Munition vom Kaliber 20 mm.
Panne #2: Im Hintergrund des 1. Gesprächs zwischen Declan und Isabella wechseln Ebbe und Flut binnen weniger Minuten.
Panne #3: Valentina Koslovas Gesichtsnarben sind plötzlich ganz verschwünden.
Panne #4: Der Kastenwagen des Schakals hat zuerst keine Nummernschilder, später aber werden welche ausgetauscht.
Panne #5: Der Laptop des Schakals (der eine zentrale Bedeutung hat): Fernmeldetechnik von 1997 war nicht in der Lage, so hoch auflösende Videobilder zu übertragen, wie sie auf dem Bildschirm des Laptops zu sehen sind.
Panne #6: Die Regatta vor Chicago: In Wahrheit verläuft sie in umgekehrter Richtung als im Film gezeigt, nämlich von Chicago nach Mackinac Island.
Panne #7: Als sich Declan und der Schakal im Jachthafen von Chicago direkt gegenüberstehen, werden beide von der Sonne geblendet, nicht nur einer, wie es normal der Fall wäre.
Panne #8: Declan ist plötzlich glatt rasiert, als er aus dem Hafenbecken in Chicago wieder auftaucht. Kurz zuvor hatte er noch Bartstoppeln.
Panne #9: Der Marinehelikopter, mit dem Declan in Washington, D.C., einschwebt, wechselt mitten im Flug seine Nummer: von 28 zu 29.
Panne #10: Der Blutfleck bei der Schießerei in der U-Bahn, bei der der Schakal angeschossen wird, verschwindet plötzlich kurz danach (ca. 1 Sek. später).
26.03.2005 11:34
hm....also Filmpannen fallen mir leider immer wieder kaum auf. Sollte ich mir später nochmal anschauen den Film Fande den sehr, sehr gut. Die ältere Verfilmung des Buches von Forsythe habe ich nicht gesehen, aber wie Du sicherlich auch den Roman gelesen, der war auch gut. Schöne Idee mit den Filmfehlern. Lieben Gruß Michael
23.03.2005 23:41
Ich galube Pannen fallen mir garnicht auf, da ich oft nur mit einem Auge Fernseh schaue. Super Bericht. Gruß S
23.03.2005 19:27
Solche Pannen sind doch das beste - muß ich direkt mal drauf achten beim nächsten Mal. Der kommt ja doch öfter. grüße, carmen