Schattenkind / Blumenthal, Valerie

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Schattenkind / Blumenthal, Valerie

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Es sind die Unsicherheiten, die ...

3 17. Jun 2005

Pro:
Angenehm zu lesen

Kontra:
nicht kritisch genug, stellenweise vorhersehbar

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Niveau:

Unterhaltungswert:

Spannung:

Humor:

Aufmachung:

mehr


Babbel

Über sich: Das Leben ist schön... lalala

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Vertrauende:62

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 44 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

.... uns gestatten weiterzuhoffen." (Besonders Zitat des Buches )

Ich entdeckte "Schattenkind" von Valerie Blumenthal als Schnäppchen-Angebot beim Bertelsmann Club und habe es auch gleich für EUR 5,90 bestellt. Das Buch hatte eine besondere Faszination auf mich ausgeübt, als ich den Inhalt des Buchrückens las. Naja, dachte ich mir, versuch es doch einfach. Für diesen Preis kannst du wirklich nicht viel verkehrt machen. Gesagt, getan.

Das Cover:

Da es sich um eine Club-Ausgabe handelt, sieht das Cover etwas anders aus, ist in diesem Fall aber sehr passend gelungen. Es zeigt den Schatten einer Frau und eines kleinen Kindes vor einem großen Gewässer. Die Farben des Buches sind weiches Creme, Orange- und Brauntöne. Die Club-Ausgabe umfasst 382 Seiten. Obwohl es das Buch bei Bertelsmann nicht mehr gibt (Erscheinungsdatum war November 2000), kann man es doch noch im Netz finden, wenn man lange genug danach sucht. Dort hat es meistens zwar ein anderes Cover, liest sich aber bestimmt genauso gut.


Die Story:

Isabella Mercogliani ist Übersetzerin, eigenwillig und mit ihrem Leben eigentlich sehr zufrieden. Ok, ihr derzeitiger Liebhaber denkt darüber nach, die Beziehung zu beenden, aber das beruht wohl auch auf Gegenseitigkeit. Doch dann sieht Isabella dieses Kind. Alleine in einem Kinderbuggy vor einem Laden stehend. Zunächst denkt sie sich nichts dabei, doch dann bemerkt sie, dass sich niemand über längere Zeit um das Kind kümmert. Schließlich geht sie zu der Kleinen - ein ca. 2 Jahre altes Mädchen - und betrachtet sie genauer. Da geschieht das unfassbare: Das Kind lächelt Isabella an und um sie ist es geschehen. Sie nimmt das Kind, packt es in ihren Wagen und verschwindet.

Natürlich weiß sie, was sie getan hat, doch erst zu Hause wird ihr das Ausmaß ihrer Tat bewusst. Doch dann entdeckt Isabella, dass das Kind ausgesetzt und von ihrer Mutter misshandelt worden ist. Ein Zettel auf dem steht, dass das Kind Hannah heißt und dass die Mutter Angst hat, die Kleine umzubringen, lässt sie zu einem folgenschweren Entschluss kommen.

Sie färbt der Kleinen die Haare, packt einige Sachen ein und fährt nach Cornwall, wo sie sich ein Haus mietet, es herrichtet und jeden in dem Glauben lässt, sie sei die Mutter des Kindes. Die zunächst misstrauischen Einwohner des Ortes nehmen sie nach und nach an. Dann verliebt sich Isabella auch noch. Und gerade, als sie glaubt, nichts könne sie mehr aufhalten, geschieht etwas ganz Furchtbares.

Das Buch:

Zunächst verwirrt das Buch etwas, beginnt es doch mit der Frage einer Person an Isabella, warum sie "es" getan hat. Noch weiß man als Leser ja nicht genau, was "es" zu bedeuten hat, doch das wird ein bis zwei Seiten später bereits klar. Dann beginnt nämlich die eigentliche Geschichte. Die Geschichte einer Frau, die ihre eigene Kindheit verarbeiten muss, um endlich zu lernen glücklich zu sein. Die Geschichte einer Frau, die ein Kind entführt, nur weil es sie angelächelt hat.

Dieses Kind jedoch ist der sprichwörtliche rote Faden, der sich kontinuierlich durch das Buch zieht, wenn es auch manchmal etwas in den Hintergrund rückt. Die tiefe und innige Liebe Isabellas zu dem Kind und dem Mann, den sie in Cornwall kennen lernt, ist keinesfalls kitschig. Valerie Blumenthal beschreibt jede Szene aus der Sicht eines objektiven Beobachters, so dass man nicht gleich kistenweise Taschentücher benötigt. Auch wenn es hier und da Ungereimtheiten gibt, klären diese sich alsbald auf oder greifen in andere Szenen über, die sich dann wie ein Puzzle fast von selbst lösen.

Aber auch die Tatsache, dass Isabella, bereits um die 40, innerhalb von wenigen Tagen feste Freundschaften in dem kleinen Ort findet, obwohl sie aus London kommt, wo die meisten Leute lieber für sich sind (O-Ton Buch), halte ich für etwas weit hergeholt. Womit ich auch die übertriebene Anziehungskraft Isabellas auf Männer meine. So scheint es doch, dass mindestens fünf Herren ihr mehr oder weniger eindeutige Avancen machen, obwohl sie fast ständig mit dem Kind zusammen ist.

Leider gibt sie das Kind im Laufe der Zeit in eine Kindergartengruppe und der Leser hat kurz den Eindruck, insgeheim wäre Isabella froh, die Kleine wieder loszusein. Schließlich kann sie sich jetzt mehr und mehr auf ihre Arbeit als Übersetzerin und ihren Liebhaber konzentrieren.

Besonders spannend wird es dann, als Isabella merkwürdige Dinge in ihrem Haus feststellt. Natürlich ist dem Leser insgeheim klar, wer dafür verantwortlich ist, doch mit der letztlichen Wendung der Geschehnisse rechnet man nicht wirklich.

Und schließlich kommt man sogar darauf, was der kurze Anfang zu bedeuten hat, der sich nämlich inmitten des Buches wiederfindet. Dort sind die letzten Worte des Prologs als Beginn eines neuen Kapitels eingebaut. Dieses "Phänomen" findet man derzeit häufiger in bekannten Kinofilmen, die mit Rückblicken arbeiten.

Die Autorin:

Valerie Blumenthal wurde in 1950 in England geboren. Ihre Bücher wurden bisher ins Deutsche und Französische übersetzt. Sie schrieb viele Artikel für das YOU Magazin und die Oxford Times. Derzeit lehrt sie unterrichtet sie kreatives Schreiben, lehrt Englisch als Fremdsprache und hält diverse Workshops unter anderem auch in einer Männer-Hochsicherheits-Haftanstalt ab. Von ihr ist unter anderem das Buch "Mein Bruder Ben" erschienen.

Fazit:

Das Schattenkind ist kein herausragender Roman, doch er ist auch keinesfalls schlecht. Stellenweise wird versucht, sozial-kritisch an die Themen Kindesentführung, Vergewaltigung, Kindesmissbrauch und Snobismus im Reichtum heranzugehen. Doch um wirklich tiefgründig zu wirken, hätte die Autorin näher auf diese Bereiche eingehen müssen und nicht nur kurz anstreifen dürfen. Dennoch ist es kein schlechtes Buch, auch wenn man einige Entwicklungen, wie bereits oben erwähnt, durchaus erahnen kann. Man muss einfach zugeben, dass Valerie Blumenthal geschickt bestimmte Personen in Szene gesetzt hat, um das Ende so "hinzubiegen", das es einfach passt.

Ich werte daher das Buch als gutes Mittelmaß. Es ist durchaus als leichte Sommerlektüre zu gebrauchen. Es gab nicht eine Stelle, an der ich als Frau ein Taschentuch gebraucht hätte, auch wenn ich dies zunächst - beim Kauf z.B. erwartet hätte. Ich kann allerdings aus meiner Sicht behaupten, dass es kein Buch für einen Mann wäre, da es doch einige komplexe Szenen der Gefühlswelt Isabellas gibt, die wahrscheinlich "nur" eine Frau (oder Mel Gibson in "Was Frauen wollen") verstehen kann.

In diesem Sinne kann ich das Buch nur eingeschränkt weiterempfehlen. Wer jedoch einen Versuch wagen möchte, sollte sich nicht davor scheuen. Herausgeworfenes Geld ist es bei diesem Preis in keinem Fall.
 
Bilder von Schattenkind / Blumenthal, Valerie
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Schattenkind by Bertelsmann
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
VanessaKellermann

VanessaKellermann

04.08.2005 09:37

das ist doch mal wieder neuer Lesestoff für mich...LG, Vanessa

dieseiteimnetz

dieseiteimnetz

17.06.2005 18:18

Sozusagen etwas für die Bahnfahrt.... ;o)

Keks500

Keks500

17.06.2005 14:44

Gut zu wissen, wollte ich mir auch zulegen, aber lass ich lieber. LG

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