Weiblich, Ledig, Jung sucht... Thron
27.01.2003
Pro:
Sex, immer und überall .
Kontra:
Das ist auf Dauer auch nicht unterhaltsam .
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Niveau
Unterhaltungswert
Spannung
Wie ergreifend ist die Story?
mehr
 Michi78
Über sich:
Kulturwissenschaftler, Bücherwurm, Vampirbesessen, Tätowiert, Kurzsichtig und leicht verrückt.
Mitglied seit:05.05.2002
Erfahrungsberichte:145
Vertrauende:44
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 68 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Weiblich, Ledig, Jung sucht... Thron Oder: „We must have more sex!“Merry Gentry lebt in LA und arbeitet in einer Detektei. Doch Merry ist keine gewöhnliche Frau. Sie ist „sidhe“ - eine alte Rasse von überirdisch schönen, magisch begabten Wesen, die ursprünglich in Europa lebten (Der Sidhe Mythos existiert tatsächlich und hat seinen Ursprung bei den Kelten) und mittlerweile nach Amerika ausgewandert sind. Merry selbst in eine Prinzessin, die vor drei Jahren vom königlichen Hof (dem Unseelie Court) geflohen ist, weil ihre Tante, Königin Andais, ihr nach dem Leben trachtete. Doch dann plötzlich wird sie wieder an den Hof geholt und zur Thronfolgerin ernannt: Entweder sie oder ihr Cousin Cel (Andais leiblicher Sohn) erben den Thron, je nachdem, wer ihr zuerst ein Enkelkind schenkt. Andais gibt Merry drei Jahre Zeit und schickt ihr den ansehnlichsten Teil ihrer Leibgarde mit, denn irgendwie muß ein Kind ja gezeugt werden... Das ist die Ausgangssituation von „A Caress of Twilight“. Merry und ihre Mannen sind wieder in LA und bewohnen ziemlich eng gedrängt ihr kleines Einzimmerapartement. Nach einem alphabetisch geordneten Zeitplan dürfen die Männer sie abwechselnd beschlafen, doch Merry wird einfach nicht schwanger, obwohl sie von drei verschiedenen Fruchtbarkeitsgöttern abstammt. Merry stellen sich nun mehrere Probleme: Da sie plötzlich im Mittelpunkt der Sidhe-Politik steht und jederzeit mit Attentaten auf ihr Leben rechnen muß, versucht sie, innerhalb der Fey (ein Sammelbegriff für alles nicht ganz Menschliche) Verbündete zu finden. So hat sie die Goblins auf ihrer Seite und schleppt als Beweis dafür immer einen kleinen Goblin namens Kitto mit sich herum, der ununterbrochen an ihren Beinen klammert oder ihre Füße krault. Um ihren Lieblingsbodyguard Galen zu heilen (der bei einer Folter an einigen delikaten Stellen bös verletzt wurde), geht sie ein Bündnis mit den recht bluthungrigen Demi-Fey ein. Auch dieser Stamm von barbiegroßen Schmetterlingen (erinnert frappant an Tinkerbell) schickt einen Abgesandten, der an Merry herumknabbern darf. Gleichzeitig meldet sich in der Detektei ein Mann, der ein Treffen für Merry mit der früheren und jetzt vom Hof verbannten Sidhe Prinzessin Maeve Reed arrangieren soll. Es ist zwar verboten, mit ihr Kontakt aufzunehmen, doch Merry läßt sich natürlich nicht abhalten. Sie sieht sich einem verzogenen Hollywood-Star gegenüber und will das Gespräch schon abbrechen, als sie erfährt, was Maeve von ihr will... Auch im Sidhe Hauptquartier in St. Louis gibt es Probleme. Irgendjemand hat den Namenlosen freigelassen, eine Kreatur, die mit der Magie aller Sidhe kreiert wurde und die hochzerstörerisch wirkt. Könnten die Amerikaner nachweisen, daß einer der Sidhe den Namenlosen freigelassen hat, so könnten alle aus dem Land verwiesen werden - so zumindest steht es in der Vereinbarung mit Thomas Jefferson. Niemand weiß, wer für diese Tat verantwortlich zeichnet, Königin Andais ist außer sich vor Wut. Doch am Ende fügen sich natürlich alle losen Ende mehr oder minder glücklich zusammen. Nur Merry ist immer noch nicht schwanger.„A Caress of Twilight“ ist Laurell K. Hamiltons zweiter Band aus der Merry Gentry Serie. Sie versucht hier, ihren in Amerika extrem erfolgreichen „Anita Blake, Vampire Hunter“ Romanen eine neue Serie entgegenzusetzen - ähnlich wie es Anne Rice mit den Mayfair Witches versucht hat. Wie auch schon der Erstling der Serie, „A Kiss of Shadows“ (dt. „Schattenkuss“) krankt der Roman an den logischen Löchern und dem extremen Sexkonsum. Darüber hinaus geht sich der Roman auch noch sehr langsam an. Die ersten hundert Seiten sind nur Geplänkel - unwichtige Gespräche, Nichtigkeiten und Details, die man hätte komprimieren oder ganz weglassen können. Mein Bericht trägt daher den Untertitel „We must have more sex“. Es ist nicht so, als hätte ich mir das ausgedacht. Dieser Satz liest sich so im Roman selbst, an einer Stelle allerdings, an der man schon so erotisch übersättigt ist, daß man nur noch ein schwaches „nein, danke“ zuwege bringt. Merry hat nicht nur alphabetisch geordnet mit ihren Bodyguards Doyle, Frost, Rhys, Galen und Nicca Sex (was an sich schon abendfüllend klingt). Nein, sie schafft es sogar, mit dem kleinen Goblin und dem Tinkerbell-Verschnitt erotische Handlungen zu vollführen. All dies geschieht natürlich in einem Schlafzimmer (Hamilton ist, was Sex an exotischen Orten anbelangt, recht einfallslos), das von einem großen Spiegel geziert wird. Leider dienen Spiegel bei den Sidhe als Kommunikationsmittel - unserem Bildtelefon nicht unähnlich. So kommt es des öfteren zu peinlichen Szenen, wenn mitten im schönsten Beischlaf Königin Andais per Spiegel reinplatzt. Warum Merry das Ding aber nicht einfach ins Wohnzimmer stellt (dort hat nie jemand Sex), bleibt bis zum Schluß ungeklärt und scheinbar eine Frage, die nur ich mir stelle.Das ist nur eine der vielen Ungereimtheiten, denen sich der Leser ausgesetzt sieht. Die spannenden Verfolgungsjagden aus Teil eins fehlen auch gänzlich, weswegen der Roman einen sehr behäbigen Eindruck macht und kaum zu Potte kommt. Legt man das Buch dann ausgelesen zur Seite, fragt man sich auch recht schnell, was man nun gelernt hat: Merry ist ihrem Thron um keinen Schritt näher gekommen. Sie hat ein paar Intrigen gesponnen und sich politisch fit gemacht. Sie hat mit ihren Bodyguards im Bett herumgeturnt und nebenbei einen Fruchtbarkeitsritus vollführt. Aber eine wirkliche Handlung läßt das Buch vermissen. So wird der dünne Kriminalrahmen nur am Anfang kurz eingefügt und auf den letzten zehn Seiten komplett geklärt. Ein ziemlich scheinheiliger Versuch, etwas Spannung unterzubringen. Zusammenfassend läßt sich nur sagen, daß „A Caress of Twilight“ hinter dem Erstling der Reihe noch zurückbleibt. Er bietet kaum Spannung, wenig überzeugende Charakterentwicklung und keine Progression gegenüber Band eins. Daß Laurell Hamilton schon im zweiten Buch ihrer neuen Reihe die Ideen ausgegangen sind, ist ein beunruhigender Gedanke und läßt mich mit Sorge auf ihre vielgepriesenen „Anita Blake“ Romane blicken. -----------------------------------------------------Allgemeine Infos: Laurell K. Hamilton „A Caress of Twilight“ Bantam Books ISBN 0553813846 broschiert, 449 S. 9.88 Euro (Amazon) (Zum Erstling der Reihe, „Schattenkuss“ existiert ebenfalls eine Rezension von mir unter dem Titel „Übernatürliches Sexabenteuer“. Einfach im Profil schauen!)Carpe Noctem! Michi, Januar 2003.
Preisvergleich
sortiert nach Preis
|
A Caress of Twilight - Hamilton, Laurell K.
Taschenbuch, Erschienen: 2003
|
€ 5,90
Händler kann Preis erhöht haben |
20 Bewertungen
|
Versandkosten: versandkostenf...
Verfügbarkeit: sofort lieferbar
|
zum Shop
Buch24
|
|
A Caress of Twilight, Laurell K. Hamilton
2003, Maße: 10,6 x 17,6 cm, Taschenbuch, EnglischFaerie princess Meredith Gentry ...
|
€ 6,79
Händler kann Preis erhöht haben |
177 Bewertungen
|
Versandkosten: EUR 0,00
Verfügbarkeit: sofort lieferbar
|
zum Shop
Weltbild
|
|
Schattenkuss / Nachtschwärmer - Laurell K. Hamilton
Schattenkuss / Nachtschwärmer Zwei Romane in einem Band
|
€ 8,00
Händler kann Preis erhöht haben |
3337 Bewertungen
|
Versandkosten: Kostenlose Lieferung
Verfügbarkeit: Gewöhnlich versandfertig in 24 Stunden...
|
zum Shop
Amazon.de Bücher
|
* Alle Preise inkl. gesetzlicher MwSt und ggf. zzgl. Versandkosten. Preise, Verfügbarkeit und Versandkosten können im jeweiligen Shop zwischenzeitlich geändert worden sein, da eine Echtzeit-Aktualisierung technisch nicht möglich ist. Maßgeblich sind immer die Preise und Angaben auf der Händlerseite. Alle Angaben ohne Gewähr.
Aktionen zu diesem Erfahrungsbericht
* Alle Preise inkl. gesetzl. MwSt.; Alle Angaben ohne Gewähr.
Das könnte Sie interessieren
Verwandte Tags für Schattenkuss / Nachtschwärmer - Zwei Romane in einem Band / Laurell K. Hamilton
|
|
04.02.2003 15:06
Ich frage mich wie diese Merry neben ihren ganzen Sexescapaden noch Zeit findet für irgendwelche Intrigen oder politische Betätigungen ;-) Liebe Grüße <><, Marlene
29.01.2003 23:18
Huch, watten Schweinkram *lach* Da will ich nur noch 3, 4 Berichte lesen, um mich abzulenken, und dann kommst Du mit sowas... wo meine Frau jetzt im Krankenhaus liegt und ich gleich alleine ins Bett steigen darf... *kopfschüttel* ;-)
28.01.2003 23:26
hmmmmm auch nicht wirklich der Hammer oder? Aber so wie du das beschrieben hast auf einer Seite auch wieder lustig, ich komm' aus dem Grinsen gar nicht mehr heraus! LG VL