Schatzplanet, Der  (Disney 2002)

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Schatzplanet, Der (Disney 2002)

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Gestern war einer dieser unproduktiven Tage. Man hatte nichts zu tun und ging gegen Spätnachmittag zu einem Kumpel. Das herrliche Wetter sowie von der ungemeinen Faulheit angesteckt, blieben wir den Diskotheken und den sonstigen Partys fern und vergnügten uns lieber mit einem Film. Nachdem ... Bericht lesen





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Piraten müssen hart sein...
Erfahrungsbericht von blood3115 über Schatzplanet, Der (Disney 2002)
11.12.2005


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Kompletter Erfahrungsbericht

Gestern war einer dieser unproduktiven Tage. Man hatte nichts zu tun und ging gegen Spätnachmittag zu einem Kumpel. Das herrliche Wetter sowie von der ungemeinen Faulheit angesteckt, blieben wir den Diskotheken und den sonstigen Partys fern und vergnügten uns lieber mit einem Film. Nachdem wir uns auf die Suche nach einem Film machten, wurden wir in der Videosammlung meines Kumpels schnell fündig. Natürlich war ich voller Hoffnung einen guten Streifen erspäht zu haben...

*** Die Schatzinsel als Romanvorlage ***

Disneys "Der Schatzplanet" basiert auf den Roman des schottischen Autors Robert Louis Stevenson (1850 bis 1894). Das Buch wurde erstmalig im Jahre 1881/ 1882 veröffentlicht. Ein klassischer Abenteuerroman, der sich nach wie vor großer Popularität erfreut. Nicht nur, dass es etliche Verfilmungen von Stevensons Roman gibt, ebenfalls gibt es auch Umsetzungen, die an die Geschichte "Die Schatzinsel" anlehnen. Überaus bemerkenswert wie detailliert Stevenson eine treffende Beschreibung seiner Piraten abliefert, verknüpft mit einer fesselnden, abenteuerreichen Geschichte. Höchstwahrscheinlich rührt seine inhaltsreiche Darstellung von seinen Recherchen über berühmte Piraten der Vergangenheit. - Anders als Disneys Geschichte des "Schatzplaneten"...

*** Story ***

Bedroht durch einen Cyborg wird Bill Bones, ein alter Seebär, auf dem Planeten Montressor gezwungen Not zu landen. Jim Hawkins birgt Bones, der nach seinem Ableben eine Sternenkarte hinterlässt, der den Weg zum Schatz der tausend Welten weist. - Flints Schatz.
Während der Cyborg mit seiner Piratenbande das "Benbow Inn" stürmt und alles zu Kleinholz schlägt, flüchten Dr. Doppler, ein Freund der Familie, Jim Hawkins und seine Mom.

Doppler finanziert mit seinen Ersparnissen die Expedition; Hawkins heuert ebenfalls an und soll als Schiffsjunge mitreisen. Der Name des Schiffes: Die RLS Legacy. Offensichtlich sind auch einige Crew-Mitglieder von Captain Flint an Bord der Legacy, insbesondere der einbeinige Schiffskoch "John Silver" wird zur Schlüsselfigur. Hawkins freundet sich mit dem eben genannten Silver an, der ihm als sein Chef das Leben teilweise zur Hölle macht, aber ebenso seine schützende Hand über Jim legt, um ihn damit ein ums andere Mal vor Ärger zu bewahren.

Mit dem (Raum-) Schiff geht es nun auf die Reise durch die Galaxis. Silvers Beziehung zu Jim wächst stetig; es bahnt sich eine tiefe Freundschaft an, bis Jim eines Tages, in einem Fass versteckt, den Gesprächen Silvers lauscht, der mit seiner Besatzung eine Verschwörung plant, um das Schiff zu meutern. Mit ein wenig Glück gelingt es Jim, Dr. Doppler und dem weiblichen Captain vor den Piraten zu flüchten. Mit einem Rettungsschiff gelingt es ihnen sich auf dem "Schatzplaneten" zu retten...

*** Kritik ***

Märchenhaft mit welch Kreativität die Disney-Leute es schafften einen solch liebevollen Zeichentrickfilm zu kreieren. Man nehme mit "Die Schatzinsel", einen Roman mit einem spannenden Abenteuer, füge dem Ganzen einige Tröpfchen Epos hinzu, orientiert sich nur im Stamm an die Geschichte und gibt dem Drumherum ein anderes Gewand. Heraus kommt eine zerreißende, witzige und ebenso gefährliche Fahrt durch das Universum mit seinen Weltraumpiraten, Solarsurfern, schwarzen Löchern und Supernovas. Eine fantasievolle Welt, die in ihren Bildern einen eigenen Geist schafft. Neben dem Genre Sci-Fi erwarten dem Zuschauer auch klassische Elemente, denn die Raumschiffe sind in diesem Falle gleichzusetzen mit Segelschiffen. Aus diesem Grunde darf der kosmische Wind ebenso nicht fehlen wie die Druckwellen eines explodierenden Sternes. Eine intergalaktische Schatzsuche, kernige Spezialeffekte und liebenswürdige Charaktere machen diesen Animationsfilm zu einem Kinoabenteuer für Jung und Alt.

Die Animationen sind flüssig und stimmig, die Effekte zeigen sich größtenteils von ihrer besten Seite und die Farbenvielfalt ist ein fester Bestandteil des Films, umso verwunderlicher, dass das Storyboard seiner weltberühmten Romanvorlage ein wenig krankt. Genauer gesagt ist die Umsetzung nicht ganz geglückt. Eine Spielfilmdauer von nur 95 Minuten trägt dazu bei ein wenig an Einzelheiten missen zu lassen, insbesondere Kenner des Buches werden nicht ganz zufrieden sein.
Es fehlt an Ideenreichtum. - Im Wesentlichen hätten die Macher die Figuren tiefer in die Geschichte eintauchen lassen sollen, um regelrecht vom schmachtenden Zuschauer verschlungen zu werden. Trotz leicht "verschnupfter Nase" muss man "Der Schatzplanet" kein Taschentuch reichen. Er wirkt unterhaltend, zu Weilen frisch und kann ohne Wenn und Aber in die Reihe der Familienfilme abgetan werden, denn die Beziehung zu Hawkins und Silver ist sehr interessant. Der Pirat nimmt allmählich eine Vaterfigur an und zeigt sich von seiner verletzlichen Seite, wohingegen Hawkins einen Vater sieht, den er nie hatte... Es stellt sich die Frage, ob Silver nicht zu weich geworden sei? Piraten müssen nun einmal hart sein und dürfen keine Gefühle wie Mitleid, Gnade, Erbarmen, etc... zeigen.

Ergänzend zur Optik spricht auch die Synchronisation für sich. Die deutsche Übersetzung ist nicht zu vergleichen mit "Ice Age". - Es geht wesentlich ernster in "Der Schatzplanet" zu, sondern vielmehr mit typischen Disney-Produktionen wie "Aladin" beispielsweise. Der Wortwitz kommt nur hin und wieder zum Tragen. Im Fokus ist die Erzählung, die wenig an ein "Hörbuch" mit visuellen Effekten erinnert. Der Schauspieler "Robert Stadlober" leiht dem jungen Jim Hawkins seine Stimme. Die Abstimmung ist in Mimik und Gestik der Figur überaus harmonisch, da gibt es nichts zu meckern. Neben Stadlober kann auch "Jochen Striebeck" einen mehr als soliden John Silver darstellen. Die übrigen Synchronsprecher runden den Film ab, entweder lustig, ernst, gefühlvoll, je nach Situation. Besonders positiv zu vermerken ist der Formwandler, ein Abbild der Romanfigur des Papageis in "Die Schatzinsel". Als kleiner Stimmungsmacher verschafft der Wandler oftmals Lacher. - Wohl ganz im Zeichen seiner speziellen Fähigkeit...

*** Fazit ***

Was bleibt ist ein klassisches Werk modern verpackt. "Der Schatzplanet" hätte durchaus das Potential gehabt ein durchaus fabelhafter Film zu werden, jedoch mangelte es gerade den Geschichteerzählern aus Disney, ein grandioses Film-Märchen auf die Beine zu stellen. Eher oberflächlich, ja fast schon ein wenig hilflos wurde Stevensons Konzept übernommen, da sind auch die genialen Trickeffekte ein schwacher Trost. Etwas mehr Liebe zum Detail bzw. eine stärkere Anlehnung zu Stevensons Roman hätte durchaus den nötigen Schub gegeben.

Alles in allem ist Disneys "Schatzplanet" kein schlechter Film und für die ganz Kleinen eine absolute Empfehlung, obgleich dieser Streifen 2002 eher floppte. Erwachsenen könnte Disneys Film unter Umständen gefallen, sofern einem die fehlenden Teile aus dem Roman "Die Schatzinsel" nicht stören. Ansatzweise zeigt Disney, dass sie im Club der Großen wie Dreamworks beispielsweise dazugehören und verspielt somit nicht alle Credits. Ansonsten bleibt das Gefühl einen "leicht überdurchschnittlichen Film" gesehen zu haben...   
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17.07.2003

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