Haarige Unlogik

1  11.07.2002 (10.02.2003)

Pro:
Ein Stern für Veronas Haare

Kontra:
Ein haarsträubender Spot

Empfehlenswert: Nein 

Details:

Originalität:

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sprox

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Vertrauende:30

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 153 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

"Seit wann ist Werbung logisch?", höre ich natürlich
sofort den einen oder anderen Leser fragen. Stimmt,
aber zu diesem Thema komme ich später in meinen
Auführungen über den neuesten Werbespot von Frau
Feldbusch, der eine wirklich haarsträubend
konstruierte Geschichte um das (allseits bekannte)
Haarshampoo von Schauma präsentiert. Man könnte
tatsächlich meinen Frau F. hätte allmählich genug
Werbemilliönchen auf ihrem Konto, aber weit gefehlt.
Nun muß es also ein Spot für die Haarpflege sein.

Die Story:

Der geneigte Zuschauer sieht wie Frau F. in einem
Filmstudio an einem Fallschirm hängend scheinbar
zu Boden schwebt. (Daraus könnte man auch den Schluß
ziehen, daß sie ihre gescheiterten Ausflüge ins
Filmgeschäft immer noch nicht verkraftet hat *g*, aber
ich schweife vom Thema ab). Jetzt meldet sich der
Regisseur zu Wort, der eine kleine Pause für das Team
ankündigt. Daraufhin schwenkt die Kamera auf Frau F.,
die zugegebenermaßen ziemlich zerzaust aussieht und
die den Regisseur in eine schwere Krise stürzt, als
sie verkündigt, daß sie unbedingt sofort eine Dusche
für ihren Luxusbody benötigt, inklusive Haarwäsche.

Der Regisseur reagiert verzweifelt und meint, daß das
doch viel zu lange dauere und das er dringend seine
voegegebenen Termine beachten müsse, aber eine echte
(Möchtegern)-Fimdiva läßt sich von solch lausigen
Argumenten natürlich nicht beeindrucken. Sie besteht
auf ihre Dusche und betont, daß sie mit dem Shampoo
von Schauma ruckzuck fertig sei.

Der Regisseur läuft derweilen wie ein Tiger in seinem
Käfig auf und ab, während er wahrscheinlich im Geiste
seinen Termin schon den Bach herunter gehen sieht, als
plötzlich Frau F. wie durch ein Wunder nach Sekunden
(!) frisch wie der junge Frühling vor ihm steht und
verkündet: "Ich bin schon fertig". Die Haare sind
selbstverständlich gestylt bis in die Spitzen.

Zuletzt verrät uns Frau F. das Geheimnis ihrer
wundersamen Verwandlung in 3 Sekunden, wobei sie uns
nur mit Handtüchern an den richtigen Stellen strahlend
den Slogan an den Kopf schmeißt:"Bis in die Spitzen".
Es folgen noch ein paar schlaue Sprüche einer Stimme
aus dem Hintergrund über die sensationelle Wirkung
dieses Produkts und die kurze Einblendung weiterer
Produkte dieser Pflegeserie.

Die Negativliste (oder 4 Flops und 1 Top):

1. Prominentenwerbung nervt.

Es wird mir auch weiterhin ein Rätsel bleiben, ob es
wirklich nötig ist, anstatt guter Werbeideen lieber
zum tausensten Mal eine (inzwischen echt
werbetechnisch gesehen ausgelutschte Person) auf den
Bildschirm zu bringen. Offenbar scheint es die
Umsatzzahlen zu steigern, ansonsten habe ich wirklich
keine logische Erklärung für diesen Schwachsinn. Es
muß doch möglich sein, den sicher nicht geringen
Werbeetat (abzüglich der Kosten für den Prominenten)
in eine einigermaßen originelle Idee zu investieren.
Ich denke nicht, daß die Zielgruppe von Schauma nur
aus Rentnern besteht, die nicht mehr in der Lage sind
eine neue Idee zu akzeptieren.

2. Die Story:

Ich sage nur *gähn*. Selten habe ich soviel gepflegte
Langeweile auf einen Schlag gesehen. In dieser
Geschichte steckt ungefähr der Kreativitätsfaktor
einer Amöbe (wobei ich die Amöbe nicht beleidigen will
*g*). Sie ist dermaßen dümmlich, daß es schon fast
erschreckend ist, da eigentlich alles komplett auf
Frau F. und ihre angeblichen Starallüren gemünzt ist.

3. Die Originalität:

Dieses Wort scheint für die Verantwortlichen dieses
Spots ein Buch mit sieben Siegeln gewesen zu sein.
Werbung muß sicher nicht zwangsläufig originell sein,
sie kann z.B. auch informativ sein, aber auch diesen
Aspekt suche ich hier vergeblich. Dabei hätte ich mir
durchaus vorstellen können, daß die penetrante
Verona-macht-jede-Werbung-Nummer durch eine absurde
Situation oder eine schöne Übertreibung vielleicht
doch noch einen Überraschungseffekt bekommen hätte.

4. Die fehlende Logik:

Dieser Punkt knüpft eigentlich nahtlos an den vorherigen
an: Wieso um alle Welt ist dieses Shampoo dazu geeignet
sich in 3 Sekunden die Haare zu waschen, zu föhnen
(viele Leser werden wohl wissen, wie lange das gerade
bei langen Haaren dauert) und zu stylen, nicht zu
vergessen das perfekte Make-up. (Das Wundermittel müßte
wirklich mal jemand erfinden). Wie ich finde paßt
diese aus der Luft gegriffene Expresswirkung in keinster
Weise zu der unendlich einfallslosen Geschichte.

Der einzige positive Punkt:

Die Haare der Frau F. (Das lasse ich jetzt einfach mal
so stehen), obwohl diese vermutlich auch eine
stundenlange Prozedur hinter sich haben.

Fazit:

Dieser Werbespot ist weder informativ noch originell.
Dem potentiellen Käufer werden unlogische Aussagen
vorgegaukelt. Die überbezahlte Prominente, die sich
selbst schon in unzähligen anderen Spots verheizt hat,
besticht durch eine äußerst farblose Darstellung
ihrer Rolle, die eigentlich gar keine ist. Eine echte
Story ist nicht existent und die Produktpräsentation
findet eigentlich auch nur am Rande statt.

Mein Vorschlag: Verona sollte sich ihren
Iglo-Rahmspinat samt Schwartau-Konfitüre in die Haare
schmieren und dann versuchen die Mischung mit Schauma
Shampoo wieder auszuwaschen. Falls der Versuch
mißlingt, kann sie dann die Auskunft anrufen, um einen
fähigen Friseur zu finden, bei dem sie hoffentlich
geholfen wird.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
SeptemberSun

SeptemberSun

26.04.2004 23:08

Tja, wenn Schauma das könnte, würde ich es auch kaufen *g*

Arti25

Arti25

18.03.2004 00:07

Super Bericht. Und wirklich treffend. Finde den Spot auch nervig. :-) lg, arti

Schwaben-Elch

Schwaben-Elch

12.03.2004 08:04

Den Spot kenne ich nicht (hab wohl auch nix verpasst). So ein 3-Minuten-Shampoo such ich auch ;-) Der Vorschlag am Schluss von Dir ist übrigens klasse! *lach*

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