Erfahrungsbericht über "Schecter Diamond C-1 Classic V3TS"

veröffentlicht 11.09.2006 | Almstedt
Mitglied seit : 12.07.2004
Erfahrungsberichte : 81
Vertrauende : 1
Über sich :
Ausgezeichnet
Pro Genialer Sound, genialer Look, geniale Verarbeitung
Kontra Andere Gitarren verblassen leider ein wenig in ihrem Schatten...
sehr hilfreich
Verarbeitung
Bedienkomfort:
Zuverlässigkeit
Besitzen Sie das Produkt?

"Ein Traum ist mir erschienen und geblieben..."

Meine Schecter Diamond Classic

Meine Schecter Diamond Classic

Wie gut, dass sich jetzt bei mir inzwischen 16 Gitarren angesammelt haben, da gehen mir noch auf längere Zeit nicht die Themen aus... ;o))

Hallo liebe Gitarrenfreaks und Musikfreunde, schneller als geplant kommt mein nächster Gitarrenbericht und gibt euch hoffentlich wieder genug Informationen, um eine Kaufentscheidung treffen zu können. Solltet ihr vor dem Ende des Berichtes aufspringen, das Sparschwein schlachten und euch auf den Weg nach Hannover machen, dann habt ihr mein volles Verständnis! ;o))

****************
Vorwort:
****************
Es näherte sich mal wieder der Geburtstag meiner Mutter und da ich gerne das Angenehme mit dem Nützlichen verbinde und es immerhin eine knapp 570km lange Reise ist meine Eltern zu besuchen, graste ich im Internet nach "Ereignissen" um den Ort meiner Jugend herum. Welch ein glücklicher Zufall: PPC Music in Hannover feierte just an dem geplanten Besuchswochenende eine Hausmesse und da ich inzwischen gelernt habe, dass man auf solchen Messen sehr gut einkaufen kann, weil die Chancen auf ein ungewöhnlich günstiges Angebot oder ein ungewöhnlich außergewöhnliches Instrument recht hoch sind war die Entscheidung also schnell getroffen und ich machte einen etwas (ungeplant) längeren Zwischenstop (zum Leidwesen meiner Mutter) in Hannover...
Wie üblich bei so einer Messe ging es auch in Hannover hoch her und Live-Acts und separate Vorführzelte nebst den unvermeidlichen Getränke- und Verpflegungsständen lockten die Leute von überall her an: eigentlich ist es ein gewohntes Bild aber ich staune immer wieder, welche Strapazen Musiker auf sich nehmen um aus Österreich, der Tschechei, Polen, Holland und sogar Schweden auf so eine Veranstaltung anzureisen.
Die Zeit verging wie im Fluge und ich hatte bereits einige interessante "Objekte der Begierde" ausprobiert als mein Blick dann zufällig auf diese Gitarre traf:

**********************************************************
Schecter Diamond C-1 Classic in 3-Tone-Sunburst
**********************************************************
Laßt euch bitte jeden einzelnen Buchstaben mit geschlossenen Augen auf der Zunge zergehen... ;o))
Ich stand mal wieder wie vom Donner gerührt da, mit großen Augen und plötzlich trockenem Hals. Hätte ich vielleicht doch vorhin ein Radler trinken sollen??? Nein, es war einfach nur diese unglaubliche Gitarre...

Kam sie mir aus der Wandhalterung entgegengeschwebt oder habe ich sie doch nur einfach vom Haken genommen? Ich erinnere mich nicht mehr... Auf den zweiten Blick war die Gitarre unglaublicherweise sogar noch aufregender: ein durchgehender dreistreifiger Ahornhals mit 2 schmalen Nußbaumholz-Streifen dazwischen sowie einem feinzelligen Palisander-(Rosewood)-Griffbrett mit unglaublich aufwändigen "Vine of Life" Perlmutt-Einlagen - echtes Perlmutt wohlgemerkt! Seitlich an den durchgehenden Hals wurden zwei massive Mahagoni-Musikhölzer geleimt und das Ganze wird oben mit einer atemberaubend gemaserten Decke aus Wölkchen-Ahorn gekrönt. Die gesamte Hardware ist sauber vergoldet, die Original-Grover Mechaniken laufen wie gewohnt bei diesem Hersteller absolut satt und weich, Kopf und Hals sind mit einem Vintage-White Binding eingefasst, den Korpus hingegen ziert ein so genannten "Fake-Binding", d.h. das die aufgeleimte Decke an der Seite nur mit Klarlack abgedeckt wird und die originale Holzfärbung wie bei einem normalen Binding sichtbar wird. Edel!!! Die Saiten werden durch den Korpus (i.e. durchgehenden Hals) geführt, in stabilen Metallhülsen bombenfest verankert und laufen dann über einen Sustain-fördernden TonePros TOM Steg zu einem anscheinend leicht graphithaltigen Sattel, der überaus sauber abgerichtet und gekerbt wurde.
Die Bundierung mit 24 Jumbo-size Bünden ist perfekt, sauberst ausgerichtet und penibelst poliert.
Die Humbucker sitzen unter vergoldeten Abdeckkappen und werden über einen bei so einem Gitarrentypus sehr ungewohnten 5-Wege-Schalter angesteuert, dafür gibt es "nur" einen Lautstärke- und Tonregler. Das versprach einen sehr interessanten Hörtest...

***********************************
Die Nagelprobe: der Klang
***********************************

Auf meinen Wunsch führte mich ein freundlicher PPC Mitarbeiter (Danke sehr an Thomas Maiwald an dieser Stelle!) in einen ruhigen Raum der Ausstellung (kein Wunder, außer mir befanden sich nur teure Nobelgitarren ab 2000€ aufwärts darin), schloß die Gitarre an einen hochwertigen Marshall Vollröhrenkombi an (für Fans: ein JCM2000 TSL122...) und ließ mich alleine mit der Gitarre. Bereits die ersten Akkorde hauten mich um, Leadsounds über den Hals-Pickup sangen mit unglaublicher Dynamik, wahnsinnig viel "Luft" zwischen den Tönen und derart festen unteren Mitten, dass mir ganz schwindelig wurde.
Der Steg-Pickup erwischte mich genauso heftig. Da er bereits Clean ein ausgewogenes und ungewöhnlich sympathisches straffes Klangbild bot, erwartete ich von HighGain-Einstellungen eigentlich nicht mehr viel aber weit gefehlt - das Ding drückte und schob und rotzte einen so frechen Sound raus, dass ich ins Grübeln kam. Sollten da etwa die legendären Gibson-Burstbucker verbaut worden sein? Zwei Meter weiter hing eine Gibson LesPaul mit eben diesen Tonabnehmern. Schnell mal zur Kontrolle angeschlossen und ein dummes Gesicht gemacht - ohne Frage ein geiler Sound aber doch nicht mit der Macht und "Verbissenheit" wie der Humbucker der Schecter Diamond. Sollte etwa der mir unbekannte Verstärker Schuld sein? Nach einem prüfenden Blick erspähte ich einen mir gut bekannten Fender Twin Reverb 65 in einer Ecke. Nach ein paar Minuten warmlaufen (während ein neugierig hereinplatzender Herr seine Runde durch den Ausstellungsraum machte und dann doch schnell wieder ins Getümmel außerhalb entschwand) des Verstärkers wurden beide Gitarren über den Fender abgehört und es blieb dabei, die Schecter hatte die dynamischeren Tonabnehmer. Die LesPaul klang ähnlich offen in den Höhen, aber deutlich kompakter und langsamer in den Mitten und Bässen, ansonsten nahmen sich beide Gitarren fast nichts. Auffällig war, dass die Schecter aber sogar im Sustain (dem Ausschwingen der Saiten) dem Platzhirsch von Gibson das Revier streitig machte - anscheinend ist der durchgehende Hals mit dem "strings-thru-body" Prinzip der Schecter Diamond sogar noch etwas resonanter als die ohnehin in dieser Disziplin schon sehr gute Gibson.
Anders als eine typische LesPaul oder andere Gitarren mit zwei Humbuckern verfügt die Schecter Diamond nicht über einen normalen 3-Wege Wahlschalter sondern einen eher von Fender Modellen bekannten 5-Wege-Schalter, der in den Zwischenstellungen jeweils nur eine Spulenreihe der Humbucker mit dem jeweils anderen Humbucker verschaltet und so ungewöhnlich "stratige" Sounds ermöglicht - brummfrei, versteht sich.
Dafür aber gibt es leider nur einen Lautstärke- und Tonregler - was zwar aus technischer Sicht bei den Split-Sounds durchaus Sinn macht, ich hätte aber trotzdem gerne mal gewußt, wie die zusammengeschalteten Single-Coils der Humbucker geklungen hätten, wenn man sie individuell regeln könnte.

************************************
Die Kaufentscheidung:
************************************
...war mal wieder keine, die Gitarre hatte mir die Kaufentscheidung schon lange abgenommen. Selten habe ich mich so frohlockend von 800 sauer verdienten Euro getrennt. Einen Preisnachlass gab es bei PPC mal wieder nicht, sogar die neuen Saiten von D'Addario mußte ich selbst bezahlen (siehe mein Bericht über meine Ibanez Artcore AG75). Ich verstehe zwar, dass man heutzutage als Händler "geizig" sein muss, trotzdem kann ich fast überall auf ein wenig preisliches "Entgegenkommen" hoffen, egal ob bei Thomann Music in Burgebrach, MusicTown in Magdeburg, Musik Produktiv in Ibbenbüren und (vor allem!) Wien oder Sound Aktuell in Regensburg. Das ist wohl auch der Grund, warum ich noch nie ein "Standard-Gerät" (Effektpedal, Soundprozessor, Amp, Keyboard, etc.) bei PPC gekauft habe oder kaufen werde. Die guten Preise von PPC bieten andere Stores auch, geben aber dann noch (teilweise nahezu ungefragt) 3% bis 5% Rabatt oder legen kleine Goodies bei (kostenlose Saiten, Plektren, Koffer oder Gigbags zum halben Preis, etc.). Da fühlt man sich als Kunde dann deutlich besser aufgehoben...

Der Rest des Wochenendes war ich mal wieder nicht unbedingt "die Freude" der Familie, in Gedanken malte ich mir nur aus, wie die Gitarre wohl zu Hause an meinem Equipment klingen würde. Entsprechend unangemessen für einen Geburtstagsbesuch machte ich mich am Sonntag dann auch schon gleich nach dem Frühstück wieder auf den Weg nach Hause.

**********************************
Wer ist Schecter???
**********************************
Nun, diese Frage stellte ich mir vor auch! Ich hatte den Namen zwar schon ein paarmal gehört, aber erstens sind diese Gitarren in Deutschland fast nirgendwo zu kaufen (außer bei PPC Music in Hannover) und auch sonst habe ich darüber bisher wenig gelesen und gehört.
Also ab ins Internet und ein wenig googlen, was allerdings auch zur anstrengenden Beschäftigung ausartete - sehr wenig ließ sich über die Firma aus den USA in Erfahrung bringen. Die Früchte von drei mit Recherchen verbrachten Nächten sind wie folgt:

1976 wurde die Firma von David Schecter in VanNuys in Kalifornien gegründet und vertrieb hochwertige Gitarrenbauteile und -ersatzteile in den USA. Berühmt wurde die Firma, als der "The Who" Gitarrist Pete Townshend seinen Lieblingsladen "Rudy's Music" in New York aufforderte, ihm eine Gitarre aus Schecter Teilen zu bauen, die dann im MTV Video zu "Emminence Front" 1982 nicht nur von Pete Townshend, sondern auch von deren Sänger Roger Daltrey gespielt wurde.
Danach nahm die Welt irrtümlich an, dass Schecter komplette Gitarren bauen würde, was die dann auf Grund der immensen Nachfrage auch umgehend begannen...

Als dann auch noch das Dire Straits Mastermind Mark Knopfler anfing, seine Gitarren mit Schecter Pickups und anderen Schecter Bauteilen zu veredeln brachen die Dämme und ein erster Hype setzte ein.... - leider wie so oft mit fatalen Folgen.
Mitte der 80er Jahre wuchs Schecter aus den alten Räumlichkeiten hinaus und siedelte nach Dallas, Texas um. Leider verzettelte sich die junge Firma immer mehr und zerbrach an ihrem eigenen Anspruch.
1991 wurde die Firma Schecter von Hisatake Shibuja gekauft, dem damals wie heute auch das "Los Angeles Musicians Institute" in Los Angeles gehörte und der wirklich vom Fach war. Shibuja sorgte dafür, dass die Firma wieder nach Los Angeles zurückkehrte und sich auf die Herstellung von wenigen aber hochwertigen Custom Gitarren (also Spezialanfertigungen nach Kundenwünschen) spezialisierte.
Erst 1998 kehrte Schecter wieder ins Rampenlicht zurück und präsentierte auf der Summer-NAMM (der größten Musikmesse der Welt) das neue Diamond Modell und vor allem die revolutionäre 7-saitige Version wurde umgehend ein Renner unter den Heavy-Bands dieser Welt. Schnell fanden sich die ersten Endorser und Jerry Horton von "Papa Roach" und andere Bands liefen die MTV Charts rauf und runter und machten die Firma über Nacht populär (kein Wunder, dass ich vorher nicht viel von der Firma gehört habe, ohne Fernseher kein MTV - Gott sei Dank!!!).

Bis heute hat die Firma ihre Modellpolitik behutsam erweitert und bietet nicht mehr nur Heavy-Metal-Axes an, sondern auch Nobel-Modelle wie meine Gitarre oder sogar Jazz-Gitarren. Allen Gitarren gemein ist eine sehr gute Verarbeitung und ein (noch) günstiger Preis. Allerdings werden heute nur noch die Custom-Shop Modelle in Amerika gebaut, die anderen Gitarren werden überwiegend in Korea gefertigt und in den USA nur noch feinjustiert, was allerdings nicht immer ein Vorteil sein muss, wie mancher Kenner der amerikanischen (Un-)Qualität sicher bereits erfahren haben dürfte... ;o))

***********************************************************
Erfahrungen mit meiner Schecter Diamond Classic
***********************************************************
Zuhause angekommen verbrachte ich etliche Stunden (genauer gesagt 5 Abende) damit, die Gitarre ins Duell mit meinen anderen Gitarren zu schicken und über diverse Komponenten zu testen (von meinem Laney Vollröhren-Amp angefangen über Line6 POD xt, BOSS GT-PRO, VOX Tonelab SE, BOSS-GT6 bis zu meinem alten Line6 POD 2.0...). Egal, welche Amp-Simulation ich auf welchem Gerät einstellte, immer brachte die Gitarre ihren eigenen Charakter nach vorne und brachte immer wieder einen interessanten, mitreißenden oder sogar begeisternden Sound hin, selbst bei Einstellungen, die bei den meisten meiner Gitarren nicht mehr so gut klangen...
Inzwischen hatte ich sogar per Internet in Erfahrung gebracht, was das für Tonabnehmer waren, die da so unverschämt gut klangen und danach war die Überraschung deutlich geringer geworden...
Mehr dazu in den...

***************************************
Technische Daten:
***************************************
Konstruktion: durchgehender Hals mit angeleimten Seitenteilen aus Mahagoni
Hals: 5-streifiger Hals mit 3 Streifen Ahorn und 2 Streifen Nußbaumholz
Griffbrett: feinporiger Palisander (Rosewood)
Mensur: 648mm (25,5" => Fender typisch)
Bundierung: Jumbo Format, 24 Bünde
Inlays: "Vine of Life" aus Perlmutt
Regler: 5-Wege-Switch, Lautstärke- und Tonregler
Steg: TonePros TOM
Mechaniken: Grover (gekapselt und dauergeschmiert)
Tonabnehmer: neee... - das gehört in ein Extra-Kapitel! ;o))

*****************************************
Die Tonabnehemer:
*****************************************
Die Pickups dieser Gitarre stammen vom erfolgreichsten Tonabnehmer-Hersteller der Welt: Seymour Duncan. Seit Ewigkeiten im Business hat es dieser Hersteller geschafft, sich beharrlich mit hervorragenden Pickups nach oben zu arbeiten und inzwischen die absolute Weltspitze erklommen. Seymour Duncan entwickelt, baut und vertreibt nicht nur eigene Pickups sondern entwickelt auch im Auftrag führender Instrumentenbauer der Welt (u.a. Ibanez, Fender, Yamaha, u.a.) spezielle Custom-Designed Tonabnehmer für Gitarren und Bässe. Die Krönung sind aber immer noch die klassischen eigenen Entwürfe wie der legendäre "Jeff Beck" Humbucker oder der nicht minder beliebte "Jazz" Humbucker.
Als ich erfuhr, dass Schecter in meiner Gitarre ein speziell abgestimmtes Paar dieser beiden oben genannten Original-Tonabnehmer verbaut, war mir alles klar... - und jetzt ist es auch für mich endgültig kein Wunder mehr, dass diese Pickups legendär sind!

Hier die Daten:

SSH-2n "Jazz" Humbucker:
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Wiederstand: 7,7kOhm
Magnete : Alnico V Bars
Frequenzspitze: 8kHz
Splitbar: Ja
Gewicht: 120g
Part-Nr.: SKU13802
Gespielt von: Jerry Horton (Papa Roach), Dave Mustaine (Megadeth), Doug Pettibone (Lucinda Williams)

SSH-4 "Jeff Beck"
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Wiederstand: 16,4kOhm (heiß!)
Frequenzspitze: 5,5kHz
Magnete : Alnico V Bars
Splitbar: Ja
Gewicht: 120g
Part-Nr.: SKU13804
Gespielt von: Ben Harper, Robben Ford, Mike Einzinger (Incubus), Robert Smith (The Cure)

Der "Jazz" Pickup klingt keineswegs so "nasal" oder "belegt" wie man sich das vom Namen her erwarten würde, eher sehr obertonreich, glatt, sanft und trotzdem unheimlich dynamisch, viel Körper und kräftige aber trotzdem straffe Bässe. Er reagiert sehr subtil auf das Spiel mit Ton- und Lautstärkeregler und erlaubt auch mühelos kuschelig-samtene Töne, kann aber auch deutlich mehr als das. Sogar im Heavy-Betrieb ist dieser Pickup erste Sahne, was die obige Liste der zufriedenen Anwender klar unterstreicht.

Der "Jeff Beck" ist das Urgestein und der Benchmark für jeden Crunch-Tonabnehmer. Er schnurrt, gurgelt, schiebt und schreit, produziert Obertöne, die nicht mehr von dieser Welt sind und läßt sich trotzdem wieder kontrolliert einfangen und bändigen. Selbst als Steg-Pickup ganz clean gespielt laßt er seinen Charme spielen (und nicht die Muskeln) und verzückt mit akzentuiertem und sauber durchhörbarem Akkordspiel.


Selbst mit den Custom58er Pickups meiner Ibanez AF-105 verglichen spielen diese Pickups in der Schecter Diamond in einer anderen Liga - oder zumindest in einem anderen Tabellendrittel... ;o))

Beide Pickups zusammen geschaltet lassen ganz große Glocken schwingen - pegelmäßig dominiert klar der JeffBeck und veredelt das solide Fundament des "Jazz" Pickups mit schillernden Obertönen. Sehr schön auch, das in diesem Modus die Lautstärke gegenüber den einzelnen Pickups nicht abfällt sondern eher sogar noch ein Pfund drauf setzt. Da wird's dann schon fast schwierig mit richtig Cleanem Sound bei manchem Röhrenamp, weil die Eingangsstufe schon gehörig ins Schwitzen kommt. Glücklicherweise läßt sich das Temperament mit dem sehr feinfühlig agierenden Lautstärkeregler gezielt dosieren ohne irgendwelche Auswirkungen auf den Klang befürchten zu müssen.

In den Zwischenpositionen werden die Humbucker gesplittet und nur jeweils eine Reihe der Spulen ähnlich wie bei einer Fender Stratocaster zusammengeschaltet. Der Sound ist natürlich trotzdem nicht so "eierschneidermäßig" wie bei einer echten Strat, trotzdem aber nahe genug dran um Assoziationen zu wecken und stellt ebenfalls sehr reizvolle und ausdrucksstarke Sounds zur Verfügung.


***************************
Fazit:
***************************
Ich habe mal wieder was gelernt: die Welt besteht eher weniger aus dem, was man schon kennt sondern hat immer wieder Überraschungen parat. Vorher hatte ich kaum etwas von dieser Firma gehört, auf einmal bin ich ein begeisterter Fan! Die Schecter Diamond C-1 Classic kann ich gar nicht genug empfehlen und es lohnt sich wirklich, ein Hannover mal einen Zwischenstopp einzulegen, wenn man mal in der Nähe weilt oder daran vorbeifährt... Diese Gitarre erhält ohne die geringsten Einschränkungen und auch ohne auf den vergleichsweise günstigen Preis hinzuweisen volle 5 Sterne von mir. Viel besser geht's einfach nicht mehr!

Keine Überraschung war dann mehr, dass die Gitarre nach dem Saitenwechsel auf meine geliebten D'Addario Saiten absolut unverändert klang. Den Grund fand ich dann auf der Homepage von D'Addario: Schecter ist einer der wenigen Gitarrenbauer, der von Haus aus seine Gitarren mit diesen hochwertigen Saiten ausstattet - logisch!

Für wen ist diese Gitarre geeignet? Hmmm... - eigentlich nur für Sammler?! Die Gitarre sieht viel zu gut aus, um sie dem strapaziösen Bühnenalltag auszusetzen und so eine Schönheit nur im Studio "einzusperren" schreit fast nach "Gitarrenrechtsverletzung"... In einem Museum für moderne Kunst wäre sie sicher perfekt aufgehoben und könnte dann von Fans dieser Kunst bewundert werden.
Klanglich ist diese Gitarre für nahezu jeden Musikstil verwendbar. Egal ob im Jazz à la Mike Stern oder John Abercrombie, egal ob im Blues à la Gary Moore oder B.B.King, im Mainstream-Rock à la Z.Z.Top oder Thin Lizzy oder sogar im Metal Bereich oder oder... Die Gitarre bietet mir ihren hochwertigen Tonabnehmern Klangfarben in Hülle und Fülle, die sich dann über die sahnig und leicht laufenden Ton- und Lautstärkeregler perfekt und sensibel auf die zu spielende Musik und den verwendeten Verstärker einstellen lassen. Viel besser geht es nicht und die einzigen Sounds, die man mit dieser Gitarre nicht reproduzieren kann sind die typisch klingelnden Gretsch-Sounds oder die sehnig-schneidenden Sounds der Singlecoil Steg-Pickups von Fender Strat und Tele.

So, dass war's mal wieder... - hoffentlich ist mir unterwegs niemand abhanden gekommen.
Ich bedanke mich mal wieder für's Lesen und wünsche noch einen angenehmen Abend

© Bernd Almstedt

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 5516 mal gelesen und wie folgt bewertet:
88% :
> Wie bewertet man einen Erfahrungsbericht?
sehr hilfreich

Ihre Bewertung zu diesem Erfahrungsbericht

Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • KruegerChristine veröffentlicht 17.02.2010
    Wo sich der @sinzheimer so rumtreibt ... :-)))
  • Constie2 veröffentlicht 29.12.2006
    Super gut geschrieben, super ausführlich. Danke :)
  • JoeSatriani veröffentlicht 23.12.2006
    Hallo, dein Bericht hat mich davon überzeugt, die Gitarre zu kaufen. Noch mehr als das, der Bericht hier wurde mir sogar direkt von PPC als Entscheidungshilfe empfohlen ;-) Naja, jedenfalls nenne ich mich nun seit 3 Tagen ebenfalls stolzer Besitzer dieser Gitarre in "antique amber" und ich muss sagen, ich bereue es wirklich nicht! Meiner Meinung nach können Ibanez in der Preisklasse mit der Qualität der Schecter wirklich nicht mithalten, dabei haben die selbst schon n gutes Preis-Leistungsverhältnis, aber die Schecter ist für den Preis wirklich ein Traum und man würde wohl den Preis auf das Doppelte schätzen ;-) Viele Grüße von Schecter Spieler zu Schecter Spieler ;-)
  • Haben Sie Fragen? Loggen Sie sich auf Ihr Ciao-Konto ein, um dem Autor einen Kommentar zu hinterlassen. Sich anmelden

beliebteste ähnlich Produkte

Produktdaten : Schecter Diamond C-1 Classic V3TS

Produktbeschreibung des Herstellers

Haupteigenschaften

Hersteller: Schecter

Typ: E-Gitarre

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 08/09/2008