Schlosshotel Lübbenau

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Schlosshotel Lübbenau

Das Hotel Schloss Lübbenau ist idyllisch im ruhigen Park gelegen, nur 5 Gehminuten von dem großen Kahnfährhafen am Rande der Altstadt entfernt, von de...

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Erfahrungsbericht über "Schlosshotel Lübbenau"

veröffentlicht 17.07.2017 | Raileigh
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Über sich :
Hier erwarten Euch Texte ersonnen aus subjektivem Verbraucherempfinden.
Ausgezeichnet
Pro Stilvolles Schlosshotel mit bestem Service
Kontra Badezimmer ist etwas eng.
besonders hilfreich
Preis-/Leistungsverhältnis
Anbindung
Service
Essen & Trinken
Atmosphäre

"Ein Schlosshotel mit Spreeblick"

Schlosshotel Lübbenau

Schlosshotel Lübbenau

Es ist Februar. Der Zeitpunkt für eine kleine Wochenendreise ins Brandenburgische ist vielleicht nicht ideal gewählt. Aber was soll’s. Resturlaub muss weg und das graue Berlin mal für ein paar Tage zu verlassen ist immer eine Option. Der Spreewald ist, selbst im matschigen Spätwinter eine gute Wahl. Vielleicht so gar gerade dann, denn die Heerscharen von durch die Fließe geschipperten Tagestouristen fehlen. Es eiern kaum Radfahrer über die schmalen Wanderwege. Es herrscht einfach nur Ruhe.
Und: Lübbenau besitzt ein schönes Schlosshotel. An diesem Haus stimmt einfach alles. Der Service, das Ambiente, das Essen. Aber der Reihe nach.

Das Schlossviertel und Geschichte

Das Schlosshotel befindet sich im Schlossviertel. Klingt erstmal logisch. Wie fast alles in Lübbenau, wird auch dieses Viertel vom Wasser der Spree in seinen zahllosen Fließen umspült und ist damit eine Insel. Das Schloss glänzt im aristokratischen Stil des Adelsgeschlechts, das hier einst lebte. Schlossherren waren und sind wieder die Grafen von Lynar, die sich hier schon vor Jahrhunderten ansiedelten und das Schloss nach und nach erweiterten. Der letzte bekannte Sproß des Adelsgeschlechts, der hier lebte, hieß Wilhelm Graf zu Lynar und gehörte zur Schar der Adligen um von Stauffenberg, die 1944 das Attentat auf Hitler vergeigten. Das Reich enteignete nach der Hinrichtung des Schlossbesitzers das Gelände. In der DDR war hier alles Mögliche drinnen. Krankenhaus, Pflegeheim, Mütterheim, Schulungszentrum. Irgendein Bürgermeister hatte sogar die Idee, das Haus abzureißen und auf den Resten ein Rodelberg für sozialistische Kinder aufzuschütten. Im schneesicheren Spreewald wäre das bestimmt eine Attraktion gewesen.
Dazu kam es aber nicht. Zu teuer, zu viel Arbeit und für eine sozialistische Verwaltung reichte das vergammelte Schloss allemal. Nach der Wende konnten die von Lynars ihr Eigentumsrecht wieder geltend machen, denn, die Familie wurde ja von den Nazis enteignet und nicht von den Kommunisten. Das ist ein feiner, aber wichtiger Unterschied bei der Rückabwicklung fremdveräußerten Eigentums. Die Lynars entschieden sich für eine Rekonstruktion im Stile der vergangenen Pracht und machten nach dieser Rettungsmaßnahme ein Schlosshotel aus der Immobilie.

Das Schlosshotel
Sobald man den für die Schlossgäste reservierten Parkplatz verlässt, wendet man sich rechts dem Gartenweg entgegen und durchschreitet das Tor zum Schlosshof. Der Eingang zum Hotel ist nicht zu verfehlen, denn er fängt über eine eindrucksvolle Treppe mit ihm seitlich flankierenden Säulen den Blick zwischen den im stumpfen Winkel aufeinander stoßenden Seitenflügel ein. Die Tür besteht aus schwerer Eiche und ist so hoch, das man aus symmetrischen Gründen die Türklinke ebenfalls sehr weit oben angebracht hat, was für kleinere Menschen eine Herausforderung ist.
Direkt hinter dem Eingang empfangen freundliche Rezeptionisten den Gast. Das Einchecken geht zügig und ist informativ genug, dass fürs Erste keine Fragen offen bleiben.
Das Schloß ist nicht komplett barrierefrei, besitzt aber genügend Angebote, Hürden zu umgehen. Einen Fahrstuhl zum Beispiel. Restaurant und Frühstücksraum befinden sich im Erdgeschoß. Im Hof wurden der alte Marstall mit barrierfrei erreichbaren Wohnungen und Appartments ausgestattet.
Mir genügt die große Holztreppe, die den gesamten Raum des Turmaufgangs einnimmt. Das alte Holz der Treppen stöhnt unter den Schritten, wie jemand, der das schon sehr lange aushalten muss. Die großen Fenster reichen vom Erdgeschoss bis unter das Dach und wirken wie aus einem Stück. Selbst an grauen Tagen ist das Treppenhaus hell. Die Wänden hängen mit große Porträts der Schlossherren und -damen voll, die sich hier einst zu Hause fühlten. In den Fluren, die zu den einzelnen Zimmern führen, schmücken Schwarz-Weiss-Fotos aus den frühen Dreißiger Jahren die Wände.
Im ersten Stock führt die breite Schlosstreppe auf die großflügeligen Holztüren des Balkonzimmers zu. Ein Schild mit dem Hinweis, bitte nicht zu stören, steht vor der Tür. Derzeit findet in dem Raum eine standesamtliche Trauung statt.
Der Gang zum rechten Flügel, den ich neugierig inspiziere, besitzt keine Wohnräume, sondern ist in verschieden große Seminarräume aufgeteilt. Wer Grund zum Tagen hat, kann das hier in unterschiedlichen Größenordnungen tun. Von kleinen Gruppen bis zu einer überschaubaren Kongressgröße, können sich hier Leute versammeln, um Probleme zu lösen, Produkte zu präsentieren oder ihre Wichtigkeit zu feiern. Neben den Räumen im ersten Stockwerk, steht diesen Zwecken auch der große Ballsaal im so genannten dritten Flügel, dem Anbau unterhalb der beiden Türme zur Verfügung. Dieser Saal kann bis zu 250 Personen Platz bieten. Rings um das Parkett herum gehen große Terrassentüren auf den Park hinaus.

Zimmer

Unser Zimmer besteht aus zwei geschmackvoll eingerichteten Räumen und einer Nasszelle. Das Bad ist sehr klein. Ein Manko. Ich bin nicht sehr groß und auch noch nicht besonders ausladend. Aber gewichtigere Leute als ich dürften sich schwer aus der Nische zwischen Klopapierrollenhalter und Dusche wieder heraus hieven können, wenn sie sich auf dem Toilettensitz erstmal eingeklemmt haben. Der Rest der Suite ist allerdings angenehm. Das Schlafzimmer ist funktionell und wirkt nicht beengend. Der zweite Raum, eine Art kleiner Salon besitzt eine Couch, die in ihrer Form auch in den frühen Dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts hätte hier stehen können. Das gleiche gilt für zwei kleine Sessel und einen Couchtisch. Die Minibar ist gut bestückt, der Fernseher modern, aber uninteressant für mich. An der Wand zum Bad steht ein ausreichend großer Schreibtisch, der vor einem großen Spiegel steht. Der Vorteil ist, das der Spiegel genau gegenüber des Fenster steht und das Tageslicht auf den Schreibtisch reflektiert. Es ist bei Tage ausreichend hell im Raum. Die Fenster sind hoch, doppelflüglich und gehen zum Hof hinaus. Ich kann von hier oben auf die Orangerie sehen und den großen Spreefließ am Hafen erkennen.


Die Gewölbesauna

In der Gewölbesauna im Keller vermisst man nichts, was einen entspannenden Wellnessgang attraktiv macht. Man kann man eine Dampfsauna und eine Holzsauna nutzen, sowie in zwei Ruheräume tatsächlich Ruhe finden. Getränke, von kostenlosem Wasser oder Tee, bis zu bezahlbarem Weizenbier stehen zur Verfügung. Als Lesestoff für den erhitzten Ruhesuchenden gibt es das Magazin National Geografic zu entdecken. Nicht gerade das Fachmagazin, das sonst in Kosmetikecken für geistlose Entspannung sorgt, sondern durchaus anspruchsvoller Lesestoff. Auch wenn die Saunabelegschaft darauf hinweist, die hoteleigenen Handtücher so ökonomisch wie möglich zu nutzen, liegen auf einem Tisch vor den Duschen so viele strahlend weiße Handtücher, das sie an einem Tag nicht aufgebraucht werden können. Die Fliesengestaltung ist auch außerordentlich stilvoll und verwöhnt das Auge. Oberhalb des Fliesenspiegels kann man die Arbeit früherer Architekten bewundern. Gewölbemauerei war vor Jahrhunderten handwerklicher Standard.

Schlossgarten

Vorbei am Fachwerkbau des Marstalls, der heute mit kinderfreundlichen und barrierefreien Urlaubsapartments ausgestattet ist, gelangt man zur Orangerie. Im barocken Gartenbauensemble war die Orangerie ein wichtiger Ort, um die mediterranen Pflanzen, die im Sommer den Schlossgarten aufhübschen sollten, über den strengen deutschen Winter zu retten. Heute ist dieser imposante klassizistische Bau ein Veranstaltungsort für Feste und Feiern mit gehobene Gastronomie. Zwölf dorische Säulen stützen das Dach auf der dem Hof zugewandten Seite.
Der Schlosspark entspringt einer Idee Lennés, dem Popstar der Garten- und Landschaftsplanung im frühen 19. Jahrhundert. Um 1820 wurde der Park zwischen Spreewaldflussläufen und weiten Wiesen im Stil des englischen Landschaftsgartens angelegt. Zu dieser Zeit bekam das ehemalige Wasserschloss auch einen grundlegenden Umbau verpasst.

Restaurant

Später besuchen wir das Restaurant. Es wirkt erstaunlich klein für ein solch großes Haus. Trotzdem ist es nicht überfüllt. Nun ja. Es ist Mitte Februar und die Gästezahl hält sich in Grenzen, aber das Restaurant ist auch Besuchern zugänglich, die nicht im Hause wohnen und bei der Qualität der Speisen hätte ich einen größeren Zulauf erwartet. Ich bin aber ganz zufrieden, dass es angenehm leer ist. Wir setzen uns an den reservierten Tisch und studieren die Speisekarte.
Die Chefkellnerin ist eine große Frau in mittleren Alters. Die Tracht, die sie und ihre Mitarbeiter tragen, sieht so aus, wie man sie sich von Bediensteten einer Schlossküche vorstellt. Ein etwas derbes grünes Kleid und eine Schürze darüber. Rustikal, doch auch hier stilvoll ausgewählt. Die Kellnerin besitzt diese seltene Mischung aus respektvoller Zurückhaltung und bodenständiger Vertraulichkeit. Weder unterwürfig, noch von oben herab. Sie merkt sich alle Bestellungen, vom Getränk bis zum Dessert, ohne irgendwas zu notieren und das auch am Nachbartisch. Das Essen, das man uns serviert, wird zunächst unter einer Edelstahlglocke versteckt gehalten. Beide Hauben werden zum selben Zeitpunkt gelüftet. Die Anrichtung der Speise ist gourmetküchenmäßig übersichtlich. Der Teller quillt nicht über und trotzdem wird man satt.

Bar

Gut gesättigt begeben wir in den Nachbarraum, wo sich Roccos Bar befindet, um uns einen gehobenen Absacker zu genehmigen. Roccos Bar ist eine Cocktailbar von der Größe eines kleinen Varitétheaters. Aber anders als im Berliner Chamäleon, das räumlich gesehen, die gleichen Ausmaße aufweist, stehen hier weniger Stühle und Tische. Stattdessen kann man in Ledersesseln sitzen oder in kissengetränkten Coucharrangements versinken. Neben der Treppe, die von der Hotellobby in die Bar hinabführt, steht in einer Nische ein Piano, das heute leider nicht bedient wird.

Frühstück

Nach einer angenehm durchgeschlafenen Nacht in Dunkelheit und Ruhe, widmen wir uns dem Frühstücksbüffett im Raum neben dem Restaurant. Es ist reichhaltig. Liebevoll sind Obst, Käse, Müsli, Wurst und Marmelade angeordnet. Frischkäse und Kräuterquark stehen zur Verfügung. Wahlweise auch mit Leinöl. Eilfertig wird uns Kaffee angeboten. Satt wird man hier auf jeden Fall.

Preise

Im Winter bietet das Schlosshotel Aktionspreise an. Man kann zwei Nächte für um die 80 € pro Person buchen. Im Sommer sind die Preise für die Zimmer etwas teurer. Der Besuch lohnt sich aber in jedem Fall, denn hier ist Freundlichkeit und diskreter Service Standard. Zudem verwöhnt einen das Ambiente und das Gefühl in einem anderen Zeitalter ab zu steigen, ohne den Komfort der Gegenwart abzulegen. Die schöne Umgebung des Spreewaldes, der zu jeder Jahreszeit eine angenehme Umgebung ist, trägt ein übriges zur Erholung bei.

Community Bewertungen

Dieser Erfahrungsbericht wurde 78 mal gelesen und wie folgt bewertet:
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • nicki28 veröffentlicht 18.07.2017
    BH
  • Modelunatic veröffentlicht 18.07.2017
    BH & liebe Grüße
  • Rocko321 veröffentlicht 18.07.2017
    bh
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Produktdaten : Schlosshotel Lübbenau

Produktbeschreibung des Herstellers

Das Hotel Schloss Lübbenau ist idyllisch im ruhigen Park gelegen, nur 5 Gehminuten von dem großen Kahnfährhafen am Rande der Altstadt entfernt, von dem die schönsten Kahnfahrten starten.

Haupteigenschaften

Land: Deutschland

Long Name: Hotel Schloss Lübbenau

Typ: Hotel

Klassifikation: Mittelklassehotel

Zimmer: 46

Adresse: Schlossbezirk 6, 03222 Lübbenau

Straße: Schlossbezirk 6

Postleitzahl: 3222

Stadt: Lübbenau

Region/Bundesland: Brandenburg

Kontinent: Europa

Ciao

Auf Ciao gelistet seit: 07/10/2003