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Der schmale Grat (DVD)

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Töte einen, und du bist ein Mörder!!!

4  07.09.2001 (14.02.2007)

Pro:
nicht "amerikanisiertes" Kriegsepos eines Amerikaners

Kontra:
Störfaktor :  Rückblicke, langwieriger Filmeinstieg

Empfehlenswert: Ja 

animal.m.o

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:41

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 20 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Töte einen, und du bist ein Mörder! Töte Tausende und du bist ein Held!

- Chinesisches Sprichwort -

Der einzelne Soldat als solches ist für die militärische Führung entbehrlich, jedoch nicht wertlos. Ein einzelner Mann kann nur großartigen Ruhm erlangen, indem er den Feind zerschlägt,doch
das gelingt ihm nur im Schutz des Platoons.

- animal.m.o -


*-* *-* Vorgeplänkel *-* *-*

Der Krieg im Pazifik begann am 07.12 1941, als
ein großangelegter Überraschungsangriff den amerikanischen Kriegshafen Pearl Harbor (auf der Hawai-Insel Oahu) in Schutt und Asche legte.

Kriegstechnisch gesehen eine absolute Meisterleistung der Japaner, die den weisen Lehren des Sun Tzu zu folgen schienen, jedoch von Roosevelt (Präsident von 1933 - 1945) als "Tag der Schande" bezeichnet.

Bei diesem Angriff zerstörten 354 japanische Bomber, Stukas, Torpedoflugzeuge und Jäger die komplette dort befindliche Pazifikflotte der Amerikaner.

Verlust der Amerikaner: es wurden vier Zerstörer, drei Kreuzer, zwei Zerstörer beschädigt und 177 Flugzeuge vernichtet.Es sind 2177 Amerikaner gefallen.

Somit war der Krieg zwischen Japan und den USA offiziell erklärt!

Einen Tag nach Pearl Harbor starteten die Japaner den nächsten Großangriff auf die Philippinen, die den mächtigsten Stützpunkt der Amerikaner im Pazifik ausmachte, und nahmen diese im April 1942 endgültig ein.

Hieraus entwickelte sich der große nun nicht mehr nur europäische Zweite Weltkrieg und in den endlosen Weiten des Pazifiks wurde in den kommenden Jahren der erste massierte amphibische Krieg in der Militärgeschichte ausgetragen.

Die Japaner nahmen verbreiteten ihren Einflussbereich kontinuierlich! Indochina, Burma, Laos und Kambodscha, Thailand und vor allem Singapur, als unabdingbare Vorraussetzung für eine standfeste Präsenz im Pazifik.

Allerdings gelang es den Amerikanern ihre Seestreitkräfte neu zu bilden und zu konzentrieren um einen massiven Angriff auf die japanische Flotte
durchzuführen, was ihnen auch gelang, denn bei den Midway-Inseln erhielten die Japaner einen vernichtenden Rückschlag, dass sie nun nur noch auf dem Festland taktisch gesehen gefährlich waren, denn ihre Seestreikräfte waren fast völlig zerstört.

Es folgten erbitterte Abwehrkämpfe der Japaner, die dem "Inselspringen" der Amerikaner trotz ihrer Aufopferung nicht standhalten konnten.

Letztlich gingen die USA 1945 als Sieger aus diesem hervor, allerdings erst nach heftigen und erbitterten Kämpfen und Seeschlachten, die etliche Menschenleben forderten.

*-* *-* Der Film *-* *-*


Es ist 1942, wir befinden uns auf der Salomonen Insel Guadalcanal, die eigentlich nur eine kleine unbedeutende und verträumte Südseeinsel wie alle anderen ist.

Dem ist allerdings nicht so, denn die kleine scheinbar idyllische Insel entpuppte sich in einer der "heißen Phasen" des Zweiten Weltkrieg als
strategisch enorm Wichtiges Eiland.

Auf ihr befand sich nämlich ein enorm wichtiger Flugplatz, der die Luftherrschaft im Umkreis von ca. 1000 Meilen sichern würde, für die entsprechende Kriegspartei, die diesen besäße. Außerdem
liegt Guadalcanal in der Reichweite von Port Moresby, welches die Japaner wegen der nicht aufgegebenen Eroberung Australiens auf jeden Fall in ihrem Besitz haben wollten.

Da nun die japanische Flotte größtenteils zerstört war (am 04.06.1942 Untergang der Flotte), würden die Amerikaner keine Flakgeschütze seitens der Japaner befürchten und könnten gleichzeitig Nachschub auf dem Luftweg transportieren, gleichzeitig natürlich den Nachschub der Japaner unterbrechen.

Um den Südpazifik nun von den Japanern zu "säubern" war es unabdingbar diese Insel Guadalcanal zu erobern!

*-* *-* Die eigentliche Story *-* *-*

Im August 1942 landeten die Amerikaner auf der Südseeinsel Guadalcanal, die von Japan besetzt ist und einen für den Nachschub eminent nutzbringen Flughafen besitzt.

Es folgte ein erbitterter und mörderischer Angriffs- und Abwehrkrieg,da beide Parteien versuchten mit Geleitzügen Truppen und Nachschub auf die Insel zu bringen.

Mit einer dieser Truppenlandungen gelangen unsere Filmhelden unbeschadet auf die Insel, kurze Zeit später wird ihr Truppenschiff von den Japanern
versenkt.

Anfangs werden die Soldaten nicht in irgendwelche Gefechte verwickelt, da die Japaner sich im Hinterland auf mehreren Hügeln verschanzt haben,
um einen wirksamen Abwehrkampf durchführen zu können.

Deshalb müssen die Männer der US-Schützenkompanie erst einen schwerlichen Vorstoß durch den Dschungel auf sich nehmen, um an das eigentliche Ziel den Flughafen zu kommen. Jedoch ändert sich schlagartig die Situation, denn an den scheinbar uneinnehmbaren Hügeln kommt der Vorstoß der Amerikaner erstmals zum Stillstand und nur nach heftigen und blutigen Kämpfen gelingt es den Soldaten die Hügel einzunehmen, und später auch den Flughafen.

Dies ist die Rahmenhandlung, doch splittet sich diese in zahlreiche einzelne Storys auf! Hierbei erlebt man, wie die einzelnen Soldaten mit der Kriegshölle fertig werden, die psychische und physische Belastung
ertragen, ob sie sie ertragen und wie sie dem Krieg moralisch gegenüberstehen!!!!

Sie erkennen sehr bald, dass ein einzelner Mann für die militärische Führung entbehrlich ist und geopfert werden kann. Dies wird dann damit entschuldigt,
dass das Handeln der Gefallenen zum Sieg beitrug und dieser das einzige Ziel ist. Dementsprechend werden gnadenlos zahlreiche Opfer gefordert!!!

Weitere Anmerkungen erspare ich mir, da dies ja bekanntlich keine Inhaltsangabe sein soll!!!!


*-* *-* Die Darsteller *-* *-*

Mit einem fantastischen Staraufgebot ist nicht unbedingt ein absoluter Welterfolg des eigentlichen Films garantiert!!!

Vielmehr sind es die einzelnen schauspielerischen Leistungen, die von jedem einzelnen Darsteller erbracht werden und nur in der Gesamtheit wahrhaft unentbehrlich für den Erfolg eines solchen Kriegsepos sind.

Hier also kurz gefasst die Schauspieler:

Sean Penn - First Sergeant Edwart Welsh, ein mutigerund zynischer Unteroffizier, der das Charlie-Platoon befehligt

Adrien Brody - Corporal Five, der anfänglich feige und zurückhaltend ist, sich jedoch zu einem furchtlosen und loyalen Soldaten entwickelt

Nick Nolte - Colonel Tall, der ohne zu Zögern seinen Männer in den sicheren Tod schickt

Elias Koteas - Captain James Staros, wiedersetzt sich den Befehlen von Colonel Tall, um seine Männer
nicht in den sicheren Tod zu schickenn

Ben Chaplin - Soldat Bell
Jim Caviezel - Soldat Witt
Woody Harrelson - Sergeant Keck
John Cusack - Captain John Gaff

desweiteren George Clooney, John C. Reilly,


*-* *-* Hintergrundinfos zum Dreh *-* *-*

Da auf Guadalcanal die Filmcrew nicht komplett
hätte versorgt werden können, vollzogen sich die
Dreharbeiten in den Daintree Regenwäldern von
Queensland (Australien). Allerdings wurde auch
anschließend für vier Wochen auf Guadalcanal unter
schwierigen Umständen gedreht.

Jedoch war Queensland ideal für den Dreh, da dort die
Ressourcen zur Verfügung standen, die 200 Schauspieler
und Statisten von zwei Produktionsteams intensiv zu prüfen.

Desweiteren ähnelte die Graslandschaft und die übrige
Topografie sehr der von Guadalcanal, allerdings gingen auch besondere Probleme hervor, da z.B. Rinder aus einer nahe gelegenen Farm Unruhe stifteten.

"Wir mussten ständig die Rinder verstecken und verhindern,
dass sie die Sets auffraßen"

- Jack Fisk -

Für den Dreh mussten etliche historische Kostüme und
Requistien neu angefertig werden, darunter sieben Flugzeuge,zweitausend Uniformen,mit ihren militärischen Besonderheiten, Gewehre,Zelte, sowie eine Start- und Landebahn und eine Plantage.


*-* *-* DVD Bonusmaterialien *-* *-*

Die DVD hat folgende Special Features:

- interaktive Menüs mit Kapitelzugriff
- Untertitel (Englisch, Spanisch, Deutsch)
- Original Kino-Trailer
- Melanesiche Lieder

Die Sonderausstattung ist nur reiner Standart, leider
etwas mager ausgefallen.

*-* *-* Anmerkungen *-* *-*

Filmname. "Der Schmale Grat" (Original: "The Thin Red Line" basierend auf der Novelle von: James Jones

eine Geisler Roberdeau Produktion
Schnitt: Billy Weber, Leslie Jones
Produktionsdesign: Jack Fisk
Kamera: John Toll
Musik: Hans Zimmer
ausführender Produzent: George Stevens, Jr.
Produzenten: Robert Michael Geisler, John Roberdeau, Grant Hill
basierend auf der Novelle von: James Jones
Drehbuch und Regie: Terrence Malick

Jahr: 1998
Länge des Films: 164 Minuten
Sprachen: Deutsch, Englisch,Spanisch

*-* *-* Auszeichnungen *-* *-*

"Der Schmale Grat" wurde für sieben Oscars nominiert, und zwar in den
Kategorien

- bester Film
- beste Regie
- beste Kamera
- bestes adaptiertes Drehbuch
- bester Ton
- bester Schnitt
- beste Originalmusik Drama

1999 wurde "The Thin Red Line" mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet

die TV Spielfilm urteilte wie folgt:

"Die Erwartungen an dieses Kriegsepos waren hoch, Malick übertrifft sie alle."

*-* *-* Mein Fazit *-* *-*

Der Film an sich ist das genaue Gegenteil von "Saving Private Ryan". "Der Schmale Grat" beginnt nicht mit einer atemberaubenden Landung an einem Strandabschnitt der Normandie, sondern mit der Versetzung von Deserteuren in ein Strafbataillon. Man muss ehrlich zugeben, dassman ja eigentlich am Kriegsgeschehen interessiert ist und deshalb für
die meisten Betrachter der Film anfangs langweilig beginnt und sich nur mäßig steigert! Auch sind viele (vor allem mich) störende Zwischensequenzen im
Film verwurzelt, in denen die Erinnerungen eines Soldaten an seine Frau aufgezeigt werden und die einfach im Zusammenhang mit den blutigen Gefechten und der kriegerischen Umgebung einen leider
vorhandenen Störfaktor im ganzen Film ausmachen, etwa um diesen sinnlos in die Länge zu ziehen. Sicher wäre der Film gelungener, würden diese Szenen entfallen und der Film im Endeffekt halt kürzer.

Jedoch stehen diesen negativen Faktoren die bildgewaltigen Kampfszenen gegenüber, der geniale Ton und die fantastische Realität der Psyche und Physis der einzelnen Soldaten im Krieg.

Desweiteren werden die zahlreichen zwischenmenschlichen Beziehungen treffend und ungeschminkt, allerdings teilweise wieder zu opulent, beleuchtet.

Mit zahlreichen genialen Schauspielern, die auch wirklich schauspielern und nicht nur einfach da sind, ein doch noch gutes, aber eben nicht sehr gutes, Kriegsepos, das man gesehen haben sollte.

Ciao euer animal.m.o


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Goram

Goram

18.02.2003 16:31

Sehr, sehr informativ dein Bericht ;-). Da bleiben kaum Fragen offen. Besser hätte man es kaum schreiben können, da du über alle Punkte des Films berichtest. Auch wenn die ausführliche Vorgeschichte zu dem Kampf zwischen Japan und Amerika nicht wirklich notwendig war, gibt es wirklich nichts auszusetzen an deinem Bericht ;-).

HansGruber

HansGruber

21.09.2001 10:41

Ich fand den Streifen auch etwas zäh, allerdings ungemein realistisch. Spielberg versuchte, den ultimativen Kriegsfilm zu drehen und erschlug den Zuschauer in der ersten halben Stunde. Auch Malick wollte DEN Kriegsfilm drehen, aber er lsst das ganze eher dahinplätschern, was vielleicht dramaturgisch nicht perfekt aber auch wirklichkeitsnah ist. Ich denke da z.B. an die Szene, in der die Amerikaner den Hügel einnehmen müssen, was (für Filmverhältnisse) sehr lange dauert. Auch das anscheinend willkürliche Auftauchen und wieder Verschwinden von rund 30 namenhaften Schauspielern zeigt, dass im Krieg niemand besonders ist. Dass die Academy dem Ding keinen einzigen Oscar vergeben hat, ist für mich ziemlich peinlich, aber vielleicht war bei der Verleihung nur Platz für einen Kriegsfilm. Herrausragend fand ich Sean Penn als Zyniker. Gruß, Hans PS: Ob wir es da mit einem Kriegsfilmspezi zu tun haben, der sich sehr für Geschichte interessiert...?

animal.m.o

animal.m.o

07.09.2001 23:32

Hi Strolchy, wenn man erst mal am Schreiben ist, geht das ruck zuck, aber hab trotzdem ca. zwei Stunden geschrieben.

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