Erfahrungsbericht über

Der schmale Grat (DVD)

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Der Schmale Grat-Kurz vorm Herunterfallen*UPD*

2  21.11.2004 (24.11.2004)

Pro:
Passende Schauspieler, gute Kameraführung

Kontra:
Aufdringlich, Sinnlich übertrieben

Empfehlenswert: Nein 

Corbez

Über sich: Ferien --> keine Schule --> Mehr Zeit --> Neue ciao-Berichte

Mitglied seit:22.07.2003

Erfahrungsberichte:17

Vertrauende:2

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 51 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Letztens war ich in der Videothek, ohne eine bestimmte Vorstellung davon zu haben, was ich mir ausleihen wollte. Aus dem spärlichen Sortiment ließ sich aber bald erkennen, das wohl nur ein Kriegsfilm in Frage käme. Da ich von „Der Schmale Grat“ neben „Der Soldat James Ryan“ als einzigem bemerkenswertem Film gehört hatte, lieh ich diesen aus. Der Film handelt von dem Kampf der Amerikaner und Japaner um den Guadalkanal. Hier der Bericht:

Der Film beginnt auf einer der tropischen Inseln des Guadalkanals, auf der ein paar Soldaten stationiert sind und dort mit den Eingeborenen leben. Diese Eingeborenen werden als primitiv aber freundlich dargestellt, sie helfen den unbekannten Amerikanern auf ihrer Insel zu leben und bringen ihnen allerhand nützliche Sachen bei. Besonders werden Pflanzen gezeigt, glasklares Wasser und die pure Glückseligkeit, so dass man sich wie in einem Reise-Werbefilm fühlt. Beigesteuert werden auch schon viele gedankliche Elemente eines Soldaten, der auch eine der Hauptrollen übernimmt. Diese Gedanken und Gefühle, die zeigen sollen, wie menschlich dieser Soldat ist, sind dann allerdings nach wenigen Minuten schon recht nervig – aber man will ja nichts sagen: Schließlich handelt es sich um einen Kriegsfilm, und wer da als Zuschauer an solchen Gedanken Kritik ausübt kann leicht als Unterstützer des Kriegs abgestempelt werden.
Also Klappe zu und weiter im Text: Die Soldaten werden von der Insel geschifft, um im Kampfgebiet eingesetzt zu werden. Sie befinden sich einen guten Zeitraum mit anderen Soldaten auf einem Schiff, auf dem alles anscheinend ganz locker läuft: Die Soldaten tollen sich irgendwo herum, kümmern sich um ihre individuellen Frisuren (die übrigens den ganze Film über perfekt sitzen) oder liegen einfach nur in ihren Kojen. Es werden viele weise Gespräche geführt, man ist füreinander da.
Als es dann soweit ist, sich auf die Landung vorzubereiten, bekommen sie es dann verständlicherweise doch mit der Angst zu tun. Auch durch gute Kameraführung wird die Stimmung bedrückend, besonders in den Landungsbooten. Da diese Szene aber meiner Meinung nach zu lange dauert, wirkt das ganze ausgemerzt und ein wenig flach.
Als sie dann am Strand ankommen ist dieser verlassen. Nun folgen zahlreiche Bilder von der Natur und den Soldaten, die durch diese streifen. Diese Bilder aus dem Tropenwald sind echt toll, besonders die verschiedenen Tiere. Es wird einem recht schwer zu Mute, als man im weiteren Verlauf des Films sieht, wie das alles durch den Krieg zerstört wird!
Als jetzt allerdings wieder Gedankengut nachdenklichster Weise eingebracht wird, werde ich unruhig. Man muss sich erst daran gewöhnen, sich in diesem Film viele Minuten lang Gedanken wie „Was ist Natur?“ „Warum ist Natur sooo grausam?“ und „Was ist dieses Böse in uns?“ anzuhören. Ehrlich gesagt stell ich mir so nicht die Gedanken eines verzweifelten Soldaten vor! Allerdings wird auch hier eine irre Spannung aufgebaut: Ungefähr die ersten 40 Minuten lang streifen Soldaten durch dichtes Gestrüpp, immer auf der Hut, es fällt jedoch kein einziger Schuss.

Als es dann an die Front geht, merkt man sofort, das der Film in keinster Weise vor der Darstellung von Brutalität zurückschreckt. Wir sehen Menschen, denen der Unterleib abgerissen wurde und die Zahl der Menschen, die im Verlaufe des Films vor der Kamera sterben geht meiner Schätzung nach an die zweihundert. Hier bemerkt man auch Qualitäten der Schauspieler: Sie wirken verzweifelt, am Rande des Nervenzusammenbruchs und müde. Man bekommt sofort Mitleid und fragt sich nach einem Sinn für dieses ganze Leiden.

Besonders das psychische Leid der Soldaten wird beinhart dargestellt, wobei in der ersten Hälfte des Films auffällt, dass so nur die Amerikaner dargestellt werden, die Japaner bieten nur laufende und schreiende Ziele. (Dies ändert sich glücklicherweise später noch.) In den Nächten ist meistens wieder Nachdenken und beten angesagt. Damit jeder versteht worum es geht, sind einige Hilfen eingebaut: Beim Beten wackelt oder flackert die Kerzenflamme, wenn Gott den Soldaten versteht.
Besonders einer der Soldaten erinnert sich gern und häufig an seine Frau zurück, die er verlassen musste, weil er eingezogen wurde. Erst wecken die Szenen, die immer zwischen 20 Erschossenen eingeblendet werden, Verständnis in mir, aber nach einigen Malen kann ich es einfach nicht mehr sehen, wie dieser Soldat in seinem früheren anscheinend perfekten Leben mit seiner Frau Liebkosungen austauscht. Wenn einmal nicht eine solche Szene verwendet wird, dann kommen wieder Bilder von der Natur, eine Stimme brummt uns so lange weitere tiefgründige Fragen in die Ohren, bis wir uns gar nicht mehr Fragen, was er eigentlich gesagt hat, sondern nur noch nicken und sagen „Jaja, der Krieg, das ist schon eine schreckliche Sache“ ohne dass wir genau wissen warum.

***Fazit***
Bis auf die geschichtlichen Änderungen, die die einzelnen Schiessereien mit sich bringen, passiert eigentlich recht wenig. Es handelt sich eigentlich nur um einen stetigen Wechsel von Schiessereien – Erinnerungen an die Frau – Schiessereien – Naturbildern (tiefschürfende Gedanken!), ein Schema, das mit der Zeit langweilig wird. Was ich jedoch herausheben möchte ist, dass der Film toll zeigt, wie sich alle Soldaten während des Kriegs verändern, und dass sie, falls sie nach Hause kommen, ein vollkommen anderer Mensch sind, und sich wahrscheinlich nicht mehr in ein normales Leben eingliedern können. Und abschreckend ist der Film sicherlich auch – nachdem er ihn gesehen hat, kann eigentlich kein Mensch mehr etwas positives an Krieg finden. Von daher hat der Film sicherlich eins seiner Hauptziele erreicht.

Über einen Kommentar wurde ich darauf hingewiesen, dass es als Pro zu sehen ist, dass die Amerikaner nicht als Helden des Krieges zu sehen sind. Das stimmt. Allerdings denke ich, dass dies die Vorraussetzung dafür ist, einen realistischen Kriegsfilm zu machen. Der Film zeigt, wie es allen Beteiligten im Krieg dreckig geht und macht dabei keinerlei Unterschied zwischen Japanern und Amerikanern.

---Ich freu mich wie immer sehr über jeden (kritischen?) Kommentar!---

P.S. Da ich die DVD nur ausgeliehen hatte, fand sich leider keine Zeit mehr, die Specials anzusehen, deswegen sind sie hier nicht erwähnt, auch die restlichen Angaben über die DVD sind nur nach bestem Wissen und ich kann nicht versichern, dass sie richtig sind.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Lianchen666

Lianchen666

08.12.2004 22:25

hab noch nicht mal was von dem film gehört, vielleicht auch besser so^^ lg lianchen

lemming_de_de

lemming_de_de

08.12.2004 21:32

ich kenne den Film super bericht, volle Punkte von mir, gruß lemming

Bushflash88

Bushflash88

08.12.2004 17:29

Endlich mal ein objektiver Testbericht, der meiner Meinung nach die Wahrheit darstellt. Gelungen ist dieser Film wahrlich nicht, von einem Meisterwerk ganz zu schweigen. Als spannenden Actionfilm mag er ja durchgehen, aber keiner kann erzählen, dass der Film realitätsnah ist.

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  1. The-Ghostrider
  2. Looser1
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