Über sich:Zu viele Interessen sind der Ernsthaftigkeit Tod. Also habe ich hier Schwerpunkte gesetzt, die sich ...
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Update:
Der fehlende (wenn auch unverdiente) kommerzielle Erfolg dieses Films ist wohl verantwortlich dafür, dass "Der Schmale Grat" seine deutsche TV-Premiere bei einem der kleinen Privaten feiert: Vox. Nichtsdestotrotz auch an dieser Stelle der Hinweis und die Empfehlung: Freitag, 30.11.2001, ab 22.00 Uhr. Der Film hat (inklusive Werbepausen) eine Gesamtlänge von 180 Minuten. Ich schlage daher vor, den Video-Rekorder zu programmieren. Die Gründe: siehe nachfolgenden Text!
Für all’ diejenigen, die den II. Weltkrieg selbst nicht miterleben konnten oder mussten (ich stelle die Auswahl der passenden Vokabel jedem Leser anheim), gibt es in letzter Zeit vermehrt die Gelegenheit, das historische Geschehen anhand von Hollywood-Filmen nachzuvollziehen.
Wie in der Film-Branche üblich, gibt es bessere und schlechtere Produktionen - „Der schmale Grat“ gehört eindeutig zu den besseren Werken seines Genres, wenn nicht sogar zu den besten. Da der Film kurz nach dem Filmstart von Steven Spielbergs „Der Soldat James Ryan“ auf die Leinwand kam, wurden zahlreiche Vergleiche zwischen beiden Filmen gezogen. Dieses Vorgehensweise ist genauso naheliegend wie irreführend. Auch wenn beide Filme in der Zeit des II. Weltkriegs spielen, überwiegen die Unterschiede.
„Der Soldat James Ryan“ spielt in Europa und beginnt mit der Landung alliierter Truppen in der französischen Normandie. Der Schauplatz von „Der schmale Grat“ liegt im Pazifik.
Im weitesten Sinne behandelt der Film die Eroberung der Insel Guadalcanal, die von japanischen Truppen besetzt ist. Es handelt sich um eine Verfilmung des Romans „The thin red Line“ von James Jones, der schon die Vorlage für den Streifen „Verdammt in alle Ewigkeit“ lieferte.
Die Insel Guadalcanal hat eine strategische Bedeutung für den pazifischen Krieg, hier wollen die Amerikaner einen Fliegerstützpunkt errichtet. Und die japanische Seite hat ein großes Interesse daran, dieses Unfangen zu verhindern.
Diese Erklärung für die Ereignisse passt eigentlich gar nicht zum sonstigen Filmgeschehen, gibt sie doch dem Ganzen geradezu einen logischen Sinn. Ansonsten wird im Film die absolute Sinnlosigkeit des Krieges vorgeführt.
Daher kann die Handlungsbeschreibung auch im Groben verbleiben, denn das Erzählen einer schlüssigen Geschichte ist nicht das Anliegen dieses Films. Vielmehr werden unterschiedlichste Episoden aneinander gereiht. Allenfalls die Chronologie wurde gewahrt – obwohl man sich auch dessen nicht sicher sein kann.
Insofern wird die Geschichte aus der Perspektive von – Achtung: Bundeswehr-Jargon – Schütze Arsch erzählt. Entweder weiß man nicht, was eigentlich vor sich geht. Und wenn man es doch erfährt, weiß man sofort, dass es falsch läuft.
Zu dieser Erzählform passt auch, dass es Regisseur Terrence Malick gelungen ist, jede Menge namhafter Schauspieler vor die Kamera zu bewegen – zumindest der regelmäßige Kinogänger dürfte zahlreiche Darsteller wiedererkennen. So treten beispielsweise in kleineren oder etwas größeren Rollen auf: Nick Nolte, John Travolta, Sean Penn, John Cusack, Woody Harrelson oder George Clooney.
Der Effekt: hin und wieder tauchen Gesichter auf, mit denen man meint, etwas anfangen zu können, um dann doch wieder im Nichts zu verschwinden.
Einzige Konstante im Film ist die Figur des Soldaten Witt dargestellt von Jim Caviezel. Dieser ist einerseits zu undiszipliniert, um sich für höhere Aufgaben zu qualifizieren. Andererseits scheut ein keinen gefährlichen Auftrag und wird von seinen Mitkämpfern als Schutzpatron angesehen, da er scheinbar aus allen Gefechten heil zurück kehrt.
Der Film hat eine Freigabe „ab 12 Jahre“ erhalten. Dies erscheint angesichts der Thematik zunächst erstaunlich. Im Gegensatz zu „Der Soldat James Ryan“ wird hier die Brutalität des Kriegs jedoch nicht mit entsprechenden drastischen Mitteln gezeigt. Dass im Krieg getötet wird und Unmengen von Blut fließen, leugnet der Film keineswegs – er zeigt es eben nur nicht. Wo bei Steven Spielberg nach der Schlacht massenhaft Leichen, Verwundete oder Körperteile im Dreck liegen, bekommt man hier ganz andere Einblicke gewährt: tote Vögel oder zerschossenes Blattwerk lassen gleichfalls vermuten, was sich kurz zuvor abgespielt hat.
Statt der Brutalität des Krieges zeigt Regisseur Malick, wie die Nerven der Soldaten aufs äußerste gespannt sind und nicht wenige von ihnen sich am Rande des Nervenzusammenbruchs bewegen.
Der Film hat eine Länge von beinahe drei Stunden. Dabei setzt die Handlung mitten im Kriegsgeschehen ein und endet auch ebenso abrupt. Es hätten also auch vier oder fünf Stunden Länge sein können. Aber die Produzenten legten wohl Wert darauf, dass das abgedrehte Material auf ein akzeptables Kinoformat zurecht gestutzt wird.
Gleichfalls könnte man jeden Beitrag über „Der schmale Grat“ ins Unendliche ausdehnen – hier werden viele geradezu universale Fragen aufgeworfen, auf die jeder selbst eine Antwort finden muss. Damit dies nicht geschieht und ein leserliches Format gewahrt bleibt, will ich nun zum Schluß kommen.
Bei der Oscar-Verleihung für das Jahr 1998 war „Der schmale Grat“ der große Verlierer. Obwohl in nahezu sämtlichen wichtigeren Kategorien nominiert, ging der Film komplett leer aus. Das Ausmaß dieser Fehlentscheidung wird deutlich, wenn man bedenkt, dass ein Großteil dieser Oscars an „Shakespeare in Love“ ging, der sich nun wahrlich nicht durch besonderen Tiefgang auszeichnete.
PS
In den oben abgebildeten Beurteilungskriterien wird unter anderem der Spaß-Faktor gezeigt. Ich weiss nicht, wie man bei einem Kriegsfilm Spaß haben kann, da hier aber zwingend etwas eingetragen werden musste, habe ich dies zu einem pauschalen Qualitätsurteil genutzt.
hört sich eher nach der darstellung von den psychischen schwierigkeiten des krieges an, nicht wie bei der soldat james ryan, der mir sehr gut gefallen hat.
ich ärgere mich nach diesem bericht, dass ich den film noch nicht gesehen hab!
Nach den unsäglichen Ausstrahlung im Fernsehen (so viel Werbung! Und vor allem kein Abspann!) habe ich mir jetzt endlich die DVD geholt. Der Film geht beim zweiten Anschauen vielleicht noch viel stärker unter die Haus, weil man den Inhalt kennt und sich auf die Bilder konzentrieren kann. Ein Meisterwerk!
29.01.2004 23:40
hört sich eher nach der darstellung von den psychischen schwierigkeiten des krieges an, nicht wie bei der soldat james ryan, der mir sehr gut gefallen hat. ich ärgere mich nach diesem bericht, dass ich den film noch nicht gesehen hab!
03.10.2003 20:03
Nach den unsäglichen Ausstrahlung im Fernsehen (so viel Werbung! Und vor allem kein Abspann!) habe ich mir jetzt endlich die DVD geholt. Der Film geht beim zweiten Anschauen vielleicht noch viel stärker unter die Haus, weil man den Inhalt kennt und sich auf die Bilder konzentrieren kann. Ein Meisterwerk!
25.12.2001 00:32
Der Bericht war klasse - nur der Film in meinen Augen nicht.