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Der schmale Grat zwischen Leben und Tod

5  21.08.2003 (22.08.2003)

Pro:
siehe Text

Kontra:
siehe Text

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Humor

Spannung

Anspruch

Action:

Romantik:

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sebala76

Über sich:

Mitglied seit:21.07.2003

Erfahrungsberichte:6

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Warum herscht dieser Krieg in der Natur ?
Warum bekriegt die Natur sich selbst ?
Gibt es eine rächende Kraft in der Natur ?
Nicht nur eine sondern zwei ?

Der Film " thin the red line", kam 1998 in die amerikanischen Kinos und ein Jahr später, als " Der Schmale Grat " in unsere Kinos. Dieser Film basiert auf einer Novelle von James Jones, mit einem Staraufgebot, wie es selbst ein Hollywoodfilm so noch nicht hatte.

Sean Penn - Sergeant Waliser
George Clooney - Kapitän Bosche
Nick Nolte - Leutnant Oberst Tall
Woody Harrelson - Sergent Keck
Benn Chaplin - Brivates Bell
James Caviezel - Privates Witt
Elias Koteas - Kapitän Staros
John Cusack - Kapitän Gaff

Regie und Drehbuch führte Terence Malick, der bei "20 CENTURY FOX" unter Vertrag stand.


Quelle:

Dieser Bericht bezieht sich auf meinen eigenen Erfahrungen aus dem Film " DER SCHMALE GRAT ".
Lediglich einzelne Monologe der Schauspieler habe ich aufgegriffen und hier niedergeschrieben.


Übersicht:

1942 landet eine US-Schützenkompanie auf der Südseeinsel Guadalcanal, um einen Flugplatz, den die feindlichen Japaner gebaut hatten, einzunehmen und für sich zu beanspruchen. Nur so können sie den feindlichen Vormarsch der Japaner in der Südsee bis Australien stoppen und dem ausufernden 2. Weltkrieg Einhalt gebieten. Auf der Insel erwartet sie eine regelrechte Kriegshölle, die gnadenlos ihre Opfer fordert.

Privates Witt, (James Caviezel):

Witt ist nach einem Landgang nicht mehr zu seiner Kompanie zurückgekehrt, sondern bei einem Eingeborenenvolk untergetaucht. Er vertraut sich schnell dem friedlichen Leben der Melanesen an und ordnet sich ihnen unter. Jedoch wird er von einem Patrouillenboot aufgegriffen und seiner Kompanie wieder zugeführt. Er macht seinem Vorgesetzten Sergeant Waliser klar, dass er eine bessere Welt, als diese erlebt hat und die Sinnlosigkeit des Krieges, wo ein einziges Soldatenleben nicht zählen würde, satt hatte. Waliser erwiedert darauf hin, dass es keine bessere Welt gibt und für Träumer, wie er es sei, keinen Platz hat. Er bestraft ihn damit, dass er in Zukunft die Verletzten und Toden von den Kriegsschauplätzen bergen muss.


Leutnant Oberst Tall (Nick Nolte):

Ich hab mir den Arsch aufgerissen.
Ich bin den Generälen in den Arsch gekrochen.
Ich hab mich zum Affen gemacht, für die, für meine Familie, für mein zu Hause.
Alles was ich der Liebe Willen hätte geben können, ... ZU SPÄT!
Sie stirbt ganz allmählich wie ein Baum.
Je näher man Cäsar ist, desto größer ist die Furcht.

Leutnant Oberst Tall ist Kompanieführer und damit beauftragt, den Flugplatz der Japaner auf der Insel Guadalcanal einzunehmen. Dies ist jedoch ein schwieriges Unterfangen, da die Japaner Bunker und Stellungen gebaut haben, aus denen sie mit Granaten, Mörser und vor allem Maschinengewehre, alles kurz und klein schießen können, was sich ihnen frontal in den Weg stellt. Der humane Kapitän Staros, der das Angriffskomando auf den Flugplatz leiten soll, sieht die Gefahr seiner Männer kommen, wenn sie frontal angreifen würden. Deshalb schlägt er vor, die Japaner von der Seite anzugreifen, da mit wesentlich weniger Verlusten zu rechnen ist. Tall interessiert das alles nicht. Für ihn bedeutet der seitliche Angriff nur eine Zeitverzögerung, die er sich nicht leisten kann, da am darauffolgenden Tag ein General eingeflogen kommt, der Erfolge sehen will. Somit beginnt beim Frontalangriff ein regelrechtes Abschlachten der Männer, die wie auf dem Präsentierteller von den Japanern umgebracht werden. Staros, der die Verluste seiner Männer auf ca. 35 schätzt, verweigert den Befehl Talls, einen weiteren frontalen Angriff zu starten. Tall überträgt das Komando an Kapitän Gaff, der die Anhöhe der Japaner einnehmen kann.
Die Kriegshölle lässt Tall zum Wahnsinnigen werden, dem Erfolg wichtiger ist als Menschenleben. Nach 15 Jahren Militärausbildung in Frieden, kann er sich endlich behaupten und somit sein Versagen im zivilen Leben, wieder ausgleichen.

Eingeschlossen in einem Grab, man kann den Deckel nicht heben.
Ich spiele eine Rolle, die mir nie in den Sinn gekommen wäre.


Privates Bell (Benn Chaplin):

Meine geliebte Frau !
Durch all dieses Blut, Dreck und Lärm, wird einem selbst was aus dem Innersten gerissen.
Für dich möchte ich bleiben wie ich war.
Ich möchte als der Mensch zu dir zurückkehren, der ich vorher war.
Wie gelange ich an das andere Ufer, zu den blauen Hügeln.
LIEBE !
Woher kommt sie ?
Kein Krieg kann sie zum erlöschen bringen, sie besiegen.

Privates Bell denkt im Krieg unentwegt an seine Frau. Er hatte sich vor dem Krieg extra einen Dienstgrad zurückstufen lassen, damit er weiterhin heimatnah bei ihr stationiert sein konnte. Der Krieg ist für ihn nur aushaltbar, wenn er an seine Frau denkt und die Hoffnung vor Augen hat, bald wieder zu ihr zurückzukehren. Ihn trifft das Schicksal besonders hart, denn eines Tages erreichte ihn ein Brief seiner Frau, in dem stand, dass sie einen General kennengelernt hat und sie heiraten wollen. Er soll bitte die beigefügten Scheidungsunterlagen unterschreiben.


Meinung:
Dieser Film ist momentan mein Lieblingsfilm. In diesem Epos kommt die psychologische Seite des Krieges deutlich zum Ausdruck. Malick versteht es, in die Köpfe der Soldaten reinzuschauen und somit ihre Ängste, ihre Sehnsucht, ihre Hoffnung und ihre Verzweiflung an den Zuschauer zu übertragen. Die Schauspieler beweisen hierbei ihr können. Besonders die Leistung von Nick Nolte und James Caviezel haben mich sehr beeindruckt. Die Schauspieler und die Kampfhandlungen machen nur einen Teil des Films aus. Die ausgezeichnete Kameraführung lässt die grandiose Natur der Südsee ebenfalls den Zuschauer begeistern. Die Schönheit der Insel Guadalcanal steht im starken Widerspruch mit dem unmenschlichen und brutalen Krieg auf ihr. Zwischen Schönheit und Hässlichem, zwischen Leben und Tod, zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen Liebe und Hass, befindet sich ein schmaler Grat.
Viele Leute die vorher den "Soldat James Ryan" gesehen hatten, sind davon ausgegangen, dass "Der Schmale Grat" ähnlich verläuft und wurden enttäuscht von den vielen langen Monologen der Schauspieler im Film. Dabei kann man die beiden Filme nicht miteinander vergleichen. Steven Spielberg setzte bei seinem Film mehr auf Patriotismus, typisch amerikanischen Heldentum und verklärt somit, wie andere Hollywoodstreifen auch, die Geschichte im 2. Weltkrieg. Malick versucht in seinem Epos nicht, die Geschichte aufzuarbeiten, sondern stellt hierbei den rein psychologischen Aspekt im Krieg in den Vordergrund. Er sieht in den Amerikanern nicht die guten Soldaten und in den japanischen Soldaten die schlechten, wie es Spielberg in seinem Film mit den Deutschen tat. Ihm war es wichtig, dass die Soldaten, egal auf welcher Seite sie kämpfen, Menschen sind, die von Machtgelüsten ihrer Regierung und dem Erfolgsdruck ihrer Vorgesetzten,um ihr Leben gebracht und betrogen werden.
Der Schmale Grat ist ein sehr anspruchsvoller Film, der nur sehr eingeschränkt für jeden zu empfehlen ist. Da ich annehme, dass die meisten ciao-user, wie auch ich, in Friedenszeiten aufgewachsen sind, können sich viele nicht in die Lage der Soldaten reinversetzen. Dieser Film ist weder geeignet für Videoabende mit Freunden, noch für Liebhaber der leichten Kost "made in Hollywood". Auch Freunde von Kriegsfilmen, a´la Platoon oder Full Metal Jacket werden mit "Der Schmalen Grat" nicht glücklich werden. Für alle die, die auf Filme mit tieferen Sinn stehen und denen Kampfhandlungen nicht zu sehr abschrecken, kann ich den Film wärmstens ans Herz legen.

Alles eine einzige Lüge.
Alles was man hört, alles was man sieht.
So viel wird ausgespuckt.
Sie rücken einfach immer nach, einer nach dem Anderen.
Man steckt in einer Kiste, einer bewegenden Kiste.
Die wollen, dass man Tod ist oder ihre Lügen glaubt.
Da kann ein Mann nur eines tun.
Sich etwas suchen, dass ihm gehört und sich ein Refugium schaffen.
Wenn ich dir im Leben nie begegnen sollte, dann lass mich den Verlust spüren.
Ein flüchtiger Blick deiner Augen und mein Leben gehört dir.


Der Schmale Grat kostet als DVD immer noch stolze 17 Euro im Handel. Bei ebay müsste er allerdings wesentlich preiswerter sein.



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