Über sich:Ab sofort werde ich meine Lesegewohnheiten ändern.Bisher habe ich alle Vertrautenberichte gelesen, d...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 236 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Eigentlich hatte ich mir vor Kürze etwas vorgenommen, das ich leider nicht halten konnte. Ich habe einen großen Stoß ungelesener Bücher auf meinem Regal liegen, die ich nach dem Erscheinungsdatum, und nicht nach Lust und Laune lesen wollte. Immerhin las ich zuerst zwei alte Grisham Bücher aus den Endachtzigern. Aber als ich hier mehrmals auf den Roman von Nele Neuhaus stieß, und ich dieses Buch schon auf meinem Stapel liegen hatte, musste ich mein Vorhaben unbedingt brechen, ich war doch zu neugierig geworden. Die Bewertungen dieses Buch waren allesamt sehr gut, war ich derselben Meinung?
DIE AUTORIN
Cornelia Neuhaus, wie sie vollständig heißt, wurde 1967 in Paderborn geboren. Schon in frühen Jahren schrieb sie Geschichten, wenn auch die meisten in irgendwelchen Schulheften nieder geschrieben wurden. Aber zu dieser Zeit lebte sie schon im Taunus, wo sie im Alter von 11 Jahren mit ihren Eltern hingezogen war. Einige Semester studierte sie Germanistik, Jura und Geschichte, brach dann aber ab. Neben dem Schreiben von Büchern leitet sie auch noch den elterlichen Fleischerbetrieb in Kelkheim. Dort lebt sie auch mit ihrem Mann. Ihr erstes Buch „Unter Haien“ veröffentlichte sie noch selbst 2005 im Book on Demand Verlag, wo auch, auf Grund toller Kritiken, das zweite Buch „Eine unbeliebte Frau“ und „Mordshunger“ erschien. Dieses Buch handelt zum ersten Mal von dem Ermittlerduo Bodenstein und Kirchhoff. Nach dieser Erscheinung wurde der Ullstein Verlag auf sie aufmerksam und nahm sie 2008 unter Vertrag, wo dann die beiden Romane „Tiefe Wunden“ und „Schneewittchen muss sterben“ veröffentlicht wurden. Bereits 14 Länder erwarben die Lizensen für das letzte Werk, auch die Filmrechte wurden schon verkauft. Im Sog des Bestsellers wurden die anderen Bücher auch im Ullstein Verlag neu aufgelegt, so dass die Autorin mittlerweile fast 700000 Bücher verkauft hat.
DIE HANDLUNG
Tobias Sartorius kommt nach 10 Jahren Jugendarrest in sein Dorf Altenhain im Taunus zurück. Er soll zwei junge Mädchen getötet haben. Das Dorf ist überhaupt nicht davon begeistert, dass der mittlerweile Dreißigjährige in die Heimat zurückkehrt. Seine Jugendfreundin Nadja, die inzwischen in der Filmbranche als Schauspielerin tätig ist, würde ihn sofort in der Stadt bei sich aufnehmen, doch Tobias will sich um seinen Vater kümmern, der noch in Altenhain lebt. Die Eltern sind mittlerweile getrennt, den Anfeindungen der Menschen dort war Tobias Mutter nicht gewachsen. Sein Vater musste das Gasthaus aufgeben, weil er keinen Gast mehr begrüßen konnte. So lebt er fast mittellos in dem abgewrackten Haus, das er inzwischen an den Unternehmer Claudius Terlinden verkaufen musste. Dieser ließ ihn aber nicht nur darin wohnen, sondern sorgte auch dafür, dass er als Koch in Eschborn eine Stelle bekam. Helmut Sartorius ist seit der Tat ein gebrochener Mann. Kaum ist Tobias auf freiem Fuß überschlagen sich die Ereignisse. Zuerst wird in einem Tank auf dem stillgelegten Eschborner Militärflughafen ein Skelett gefunden, dass sich im Nach-hinein als das der vermissten Laura Wagner erweist. Fast zeitgleich wird Tobias Mutter eine Brücke hinunter gestoßen, sie überlebt allerdings schwer verletzt. Im Dorf beginnt schon die Hexenjagd auf Tobias, auf den Gemäuern des Hauses wird darauf hingewiesen, dass sich im Dorf ein Mörder befindet. Als ein paar Tage später auch noch die 17jährige Amelie Fröhlich verschwindet, vermutet man schon wieder Tobias dahinter. Diese hatte sich nicht nur mit Tobias angefreundet, sie sieht auch der getöteten Stefanie Schneeberger sehr ähnlich. Doch diese wurde auf den alten Fall aufmerksam, als ihr der verschlossene Thies Terlinden selbst gemalte Bilder übergibt, die ganz andere als Täter zeigen. Bei der Recherche und Suche nach Amelie stoßen die beiden Ermittler Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver Bodenstein auf viele Fragen und Menschen, die anscheinend etwas verheimlichen. War Tobias doch nicht der Mörder? Er selbst war sturzbetrunken und kann sich an nichts mehr erinnern. Damals wurde er zum letzten Mal mit den Mädchen gesehen, danach fand man die Tatwaffe in seinem Mülleimer vor dem Haus, außerdem wurden auch noch Blutspuren in seinem Kofferraum gefunden. Doch Pia kommt der Fall seltsam vor, denn zeitlich dürfte es Tobias nicht gelungen sein, die Leiche zum Flughafen zu schaffen. Bemerkenswert ist auch noch, dass Lars Terlinden, der Sohn des Unternehmers ganz plötzlich nach den Morden aus dem Dorf verschwand. Außerdem scheint der jetzige Minister Gregor Lauterbach ein Verhältnis mit der minderjährigen Laura gehabt zu haben. Hat er etwa mit den Morden zu tun? Kirchhoff und Bodenstein recherchieren in einem Dorf, in dem keiner etwas wissen will. Doch nach und nach brökelt die harmlose Fassade ab und es kommen Dinge ans Tageslicht, die man lieber im Verborgenen gelassen hätte.
MEINE MEINUNG
Leider wurden meine Erwartungen nicht ganz erfüllt, was vermutlich auch daran liegt, dass ich mit Sicherheit schon eine vierstellige Zahl Bücher gelesen habe, und manches nicht mehr so begeistern kann, wie man es sich wünscht. (Was mir übrigens auch bei Filmen so geht) Keine Frage Neuhaus schreibt gut, aber mir ist der Stil zu nüchtern, auch wenn sie durch Beschreibungen versucht, etwas lebendiger zuschreiben. Aber mir fehlt einfach etwas. Ich glaube, ohne zu wissen, von welchem Autor das Buch ist, hätte ich selbst ohne die Personen- und Ortsnamen sofort auf typisch Deutsch getippt. Und ich kann leider nicht einmal erklären, woran das liegt. Habe ich vielleicht zu viele skandinavische Bücher in letzter Zeit gelesen? Die Story selbst ist eigentlich recht interessant, doch am Ende überschlägt sich alles, und es sind mir zum Schluss einige Personen zu viel, die an diesem Fall Dreck am Stecken hatten. Das Ende wirkt auf mich auch etwas konstruiert, um noch mehr spektakuläres Geschehen in den Roman zu bringen. Der Tod einer vertrauten Person am Ende des Buches halte ich für etwas überspannt, und auch unglaubwürdig, dass sich die Hauptperson Tobias am Ende an etwas wichtiges erinnert, mit dem er den sogenannten Bösewicht zur Strecke bringen kann. Ich glaube im Übrigen sowieso nicht, dass sich so ein Fall auf diese Weise ereignen würde. Für mich ist der Plot nicht realistisch genug. Viele Personen sind zu Beginn recht sympathisch, entpuppen sich aber im Lauf der Handlung als verräterisch und verlogen. Ein bisschen zu viel des Guten, finde ich. Das Ermittlerduo ist mir ehrlich gesagt zu langweilig. Sie treten weder durch besonderen Spürsinn, Humor oder Antipathie in Erscheinung. Eigentlich klärt sich die Tat fast schon von alleine auf. Auch zu den anderen Charakteren fand ich keinen besonderen Zugang, allenfalls noch zu der flippigen Amelie. Neuhaus wechselt oft die Schauplätze und Personen, wobei sie hin und wieder auch etwas ausschweift. Ich habe im Vorfeld gelesen, dass da viele Leser ihre Probleme damit hatten. Ich selbst empfand dies aber nicht unbedingt als negativen Aspekt und hatte da keine Probleme damit. Ich betrachte dieses Buch als gut lesbaren Krimi, recht solide, aber für mich persönlich war es leider kein Highlight. Es ist auch nicht langweilig, aber richtig gefesselt hat es mich dennoch selten. Wenn möglich, würde ich dem Buch 3,5 Sterne geben, was ja leider nicht möglich ist. Ich erhöhe deshalb auf vier.
cke auf die Straße gestoßen. Die Ermittlungen führen Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein in die Vergangenheit: Vor vielen Jahren verschwanden in dem kleinen Taunuso...
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23.02.2013 11:38
Eine wirklich hervorragende Rezension :-) bh
29.10.2012 19:59
Hab ich zwar schon gesehen, aber noch nicht gelesen. LG
03.09.2012 14:55
Hab das Buch vor kurzem gelesen, mir hats super gefallen!