Schoenicke Skipperteam

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Erfahrungsbericht über "Schoenicke Skipperteam"

veröffentlicht 12.08.2010 | stregha
Mitglied seit : 12.08.2010
Erfahrungsberichte : 1
Vertrauende : 0
Über sich :
Nichts für mich
Pro Man lernt zu improvisieren - und erlebt wie sich eine Mannschaft bewährt.
Kontra Schoenicke's Kunden können einige Überraschungen erleben
sehr hilfreich
Beratungskompetenz:
Zufriedenheit mit Hotel, Reise, Appartement etc.:
Kinderfreundlichkeit:
Service
Häufigkeit der Buchung:

"Man kann mit anderen besser segeln... Karibik mit Schoenicke"

Wir hatten den Karibik Törn via Internet gebucht (da wir in Nordamerika wohnen) und wollten mal wieder so richtig für einige Wochen lange und ausgiebig segeln. Angepriesen wurde der Törn online damals lediglich als 'Langstrecken-Törn' - 1400 nm in 3 Wochen (Feb-März 2010) von Martinique - Miami/FL. Da uns der Preis von unter 1000€ überraschte haben wir nachgefragt, wieso so preiswert. Antwort: Tja, weil es eben so umständlich für viele Deutschen ist ein US (B1/B2)-Visum zu organisieren (die Botschaften machen da zeitlich viel Gedöns, sodaß man Termin einhalten muss und vor Ort erscheinen)... und daher viele diesen Kosten- und Zeit-Aufwand scheuen. Also gut, wir buchten + bezahlten, erhielten aber per Post nur den Vertrag aber weder einen TörnPlan, noch eine Crewliste, noch ein Detail zum Treffpunkt, der dann kurzfristig eine neue Marina genannt. - nur auf unsere Nachfrage, weil es uns 'spanisch erschien' plötzlich eine andere Marina zu sehen. Kontakt war das Handy des Skippers (der aber sein Handy nicht checkte). Per Email erhielten wir auch die Angabe von den Inseln, die auf der Route lagen - einher mit dem Eindruck man habe eine Chance (das galt auch für Kuba als mögl. Stopp), was von dieser Inselwelt zu sehen oder zu erleben.
Ankunft in der Marina am Abend: Das Schiff war in einem desolaten Zustand. Nicht aufgeräumt, nicht sauber gemacht (nächsten Tag wurde von allen das Schiff geputzt - und dabei Glasscherben in Regalen hinter Ofen und Dreck der vergangenen Wochen weg gemacht). Ein Zettel auf dem Navitisch war ein Dankeschön eines Pärchens, dass dort noch übernachtet hatte und meinte, seine Putzpflichten wären hoffentlich so okay - und sie hätten eine tolle Zeit verbracht. Der Skipper sah das Problem wohl - machte aber nichts ausser freundlich lächeln.
Leider war es Sonntag, sodaß ein Einkauf erst am Montag folgen konnte und der Segelmacher die reparierten Segel brachte. Naja, 1 Tag Sonne tanken ist ja auch nicht schlecht - aber organisatorisch war das eben Zeit, die man hätte brauchen können -zB fürs Insel-Hopping.
Montag musste ein Taxi organisiert werden, damit wir zum Einkauf fahren konnten - endlich gegen Spätnachmittag war alles an Bord, die Segel drauf und es hätte losgehen können. Nein doch noch nicht, also noch eine Nacht in der Marina = Dienstag endlich raus.
Leider waren die ersten 6-7 Tage schwach windig, es wurde motord und immer mal wieder die Segel geheisst. Wir hatten Stops in BVI, Tortola, Antigua und dann in San Juan/Puerto Rico - und das Segelwetter wurde immer besser. Gut Wind und etwas bedeckter Himmel. Leider kam es dem Skipper nur nach Insistieren in den Sinn, endlich einen Badestopp zu machen = Grund: der Skipper konnte nicht oder hasste schwimmen....
Etwa einen Tag vor Puerto Rico kam die Donnerschlag-Meldung: Ab Puerto Rico segeln wir non-stop nach Florida/ Fort Lauderdale. Auf unsere Nachfrage wurde uns mitgeteilt, dass es sich um einen "Überführungstörn" handelte, und der Eigner nun sein Schiff in Fort Lauderdale aus dem Wasser nehmen wollte. Wir waren ALLE ÜBERRASCHT UND STINKSAUER.
Es stellte sich heraus, daß zwar die anderen Crewmitglieder (nur wir nicht) von dem "Überführungstörn" wussten, aber wir alle davon ausgegangen waren, daß wir doch auf der Strecke nach FL noch Bahamas oder sonst einige kleine Inseln ansteuern konnten. NICHTS DA: "wir müssen die nächsten 9 Tage und Nächte in Schicht segeln ohne Landgang und daher müssen wir alles gut einkaufen und bunkern"... Wir alle waren sprachlos. Aber wer will schon seine Reise abbrechen und in den nächsten Flieger? Also rafften wir uns alle - trotz diverser Dispute - auf, und taten wie uns geheissen. Leider war die Qualität der eingekauften Lebensmittel hier mehr als problematisch (bzgl Güte und Haltbarkeit) und ebenso sahen wir die ersten Probleme auftauchen (zB nicht passende Stromkabel, damit wir wenigstens in der Marina noch heftig kühlen konnten). Nach unserem Abend Bummel durch San Juan ging es am nächsten Morgen raus und unsere Schiffs-Sklaven-Tage begannen ihren 4 Std-Rhythmus zu finden: Wache, Schlaf, Pause oder Kochdienst, Wache...
Der Wind frischte stark auf und Segel wurden gerefft, dabei bemerkten wir eine Problem im Ruderschaft - heftiges Schlagen... Eigentlich kamen wir flott von der Stelle, und nach diesen Gegebenheiten hätten wir also doch noch den ein oder anderen Insel-schlenker machen können (wir kamen letztlich über 1 Tag früher an)..
Dazwischen wurde das Ruder versucht zu stabilisieren, denn der Wellengang wirkte heftig dagegen - auf dem Boot wurde gehämmert, gesägt, gebastelt um den Schaft gegen diese Ruckbewegungen zu entlasten.
Inzwischen wurden die Lebensmittelbestände merklich weniger (nachts gab es primär Chips + Cookies und tags primär Cookies + Chips) - und viele hatten wegen des aufkommenden Starkwindes und heftigem Seegang mit Seekrankheit zu tun. Glücklicherweise hatten wir einen frischen Fisch - eine große Dorade, die uns 2 Tage eine Mahlzeit war mit dem restlichen Gemüse. Das kann jeden erwischen (mich am Anfang bei Schwell/ die anderen in schwerem Wetter), umso wichtiger ist es dann, Dinge vorbereitet zu haben, damit man möglichst wenig unter Deck arbeiten muss... Unsere Mannschaft: jeder versuchte es für jeden erträglich halten und man war ein Team. Einige wurden nur zur Wache noch gesehen, kurz zum Essen und dann wieder frustriert in die Koje, denn es gab NICHTS zu sehen, kein Insel-Stopp... Der Törn hatte sich zum Arbeitstörn entwickelt, weil wir dafür eingesetzt waren, dieses Schiff für Schoenicke zum Eigner zu bringen. Damit wir aber nicht 2 Tage (oder mehr) zu früh ankamen, wurden die Segel dann aber auch mächtig gerefft und blieben so (trotz schön Wetter perioden dazwischen). In den letzten Nächten machte uns neben Schwerwetter aufkommende Kälte allen sehr zu schaffen;
da unser Skipper wohl es nicht so mit dem Aufräumen hatte, machten sich diverse Gegenstände vom Navitisch dann eines Nachts besonders heftig selbständig, sodaß ein Crewmitglied heftigst zu Fall kam, mit dem Rücken gegen die Klotür rammte und sich schwer am Rücken verletzte. Nach einer generellen Nachfrage durch Skipper (der dann von uns auf seine Ordnungsliebe nochmals hingewiesen wurde), war die Angelegenheit für ihn damit erledigt.

Hätten wir von Beginn an gewußt, daß es sich um eine Überführung handelte und wir verplant waren, 9Tage + Nächte zu segeln hätten wir
a) nie diesen Törn gemacht
b) anders gepackt.
Der Skipper setzte alle Taktiken ein, um nach Schoenickes- Bürovorgaben (täglich per Satelit Telefon) zeitlich so anzukommen, daß es möglichst wenig Hafen-Gebühr kostet und keine 'Verzögerung' wegen Inselausflügen aufkommen.
Nachdem wir dann nach teilweise Sturm endlich Fort Lauderdale erreichten, hatten wir alle - glaub ich - die Schnauze voll. Weil wir anderthab Tage früher waren, rasten alle ans Telefon um ihren Flug früher umzubuchen und einfach Ruhe zu finden.
Die Mannschaft war prima, alle haben versucht, das Beste aus der Situation zu machen und haben zusammen gehalten.
Skipper konnte gut kochen und backen und war ein erfahrener (auch witziger) - aber nicht Crew-orientierter - Segler, dem ein eignes Böötchen auf seiner Weltumseglung besser gestanden hätten.
Schoenicke Büro:
neben der Tatsache, daß wir verheizt wurden als Arbeitskräfte hat sich das Büro besonders hervorgetan mit dem Handling der Reklamaion(en). Wir wurden als unwissend, unerfahren, und "rüstiger Rentner, die Urlaub auf einem Bananendampfer" hätten buchen sollen hingestellt. Selbst die zusätzlichen Transportkosten zum Flughafen nach Miami haben wir (wahrscheinlich die anderen auch) bislang nicht gesehen. Jede Kritik wird von den beiden Geschäftsführern mit einer frechen Antwort bestückt. Ich empfehle daher, für evtl rechtliche Auseinandersetzungen, ALLE Unterlagen aufzubewahren bis der Törn erfolgreich vorbei ist.
Wenn man wirklich gut und umfangreich, nach wahrheitsgemäßen Törnplan auf einem ordentlichen Schiff segeln (oder segeln lernen) möchte, empfehle ich mit dem DHH Kontakt aufzunehmen. Es wird zwar gedrillt (für Scheine), aber man hat wirklich ein tolles Segelerlebnis, lernt viel, gute Boote und der Spass ist dabei. Für die Supersportlichen und ggf Renn-Erfahrenen gibt es auch den britischen "Ondecksailing", das ist erste Sahne.
Nach diesem Erlebnis hab ich dann gegoogelt was es als Blogs so gibt : Schoenicke mischt sich da gerne ein, beleidigt dann die Kritiker und versucht so Leute offenbar mundstill zu machen... deshalb diese Erfahrung für alle die, die gerne mit Freude und Spass eine Handbreit Wasser unterm Kiel haben.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht

  • ida1978 veröffentlicht 08.08.2013
    Wer vor Reiseantritt den Vertrag nicht liest, ist selber Schuld...
  • Queen500 veröffentlicht 13.08.2010
    guter Einstand! LG Michael
  • SiebenteS veröffentlicht 12.08.2010
    Ich stimme zu: Versuch es beim nächsten Mal mit Gliederung und Absätzen, das macht das Lesen leichter!
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