VINCENT CORMAN / JAN HÜBLER - SCHOTTLAND
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Wie der ein oder andere hier weiß bin ich ein absoluter Schottland – Fan und nichts was mir zu diesem Thema vor die Nase kommt kann meinen „ Jäger – und Sammlergen“ entgehen. Und da ich in der nahen Zukunft keine Möglichkeit sehe meine Füße in den Highlands zu parken bin ich gerade fleißig auf der Suche nach Büchern zu diesem Thema. Beim letzten Hosenkauf – der klassisch in die Hose - ging bin ich halt wieder im Bücherladen meines Vertrauens gelandet. Mit vollen schweren Taschen kam ich dann heim, zwar ohne neue Hose aber einem schicken Bildband von Schottland. Und von diesem möchte ich dann heute auch mal berichten! Er ist so was wie ein Überraschungsei Bildband, Reiseführer und Geschichtsbuch in einem mit dem Titel „ Schottland“ schlicht und einfach wie das Land selbst so scheinen sich die Autoren Vincent Corman und Jan Hübner gedacht zu haben als sie sich auf die passende Suche nach einem Titel machten.
Aber nun genug geplappert – es soll ja um das Buch und nicht um mich gehen!
ECKDATEN
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Ich habe hier die gebundene Ausgabe des Bildbands vor mir liegen, welche beim KOMET Verlag, Köln im Jahre 2008 erschienen ist. 152 Seiten mit zahlreichen Fotos von Landschaft, Bauwerken und den typischen schottischen Motiven versehen soll das Buch Lust auf Schottland wecken. Es weißt die Maße: 22,2 x 27,5 cm für Bildbände auf und hat damit natürlich die richtige Größe um die zahlreichen Bilder auf tollste bewundern zu können – oder?????.
ISBN-10: 3898367185
ISBN-13: 9783898367189
Der Preis des Buches liegt bei Weltbild um die 10 €, wer es sonst noch anbietet und was der Spaß dort kostet kann ich nun nicht verraten!
ÜBER DIE AUTOREN
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Ja über die Autoren – diesen Abschnitt des Berichtes muss ich dann mal weiß lassen. Entweder sind die beiden völlig unbeschriebene Blätter oder man hält es für unwichtig eine Minibiografie von ihnen im Buch zu erwähnen – auch im Internet ist nichts zu finden!
INHALTSANGABE AUF DER BUCHRÜCKSEITE
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Dudelsäcke, Kilt und Seeungeheuer diese Schottland-Klischees kennt jeder. Doch das Land der Burgen und der unberührten Natur hat viel mehr zu bieten als das. Seine landschaftliche Schönheit brachte Reisende bereits vor Jahrhunderten ins Schwärmen, und heute locken die einzigartigen Naturschönheiten jedes Jahr mehr Reisende in den Norden Großbritanniens.
Ob die raue Bergwelt der Highlands, die Burgen und Klosterruinen des Südens oder die sturmumtosten Inseln der Hebriden, Schottland ist ein reizvolles Reiseziel. Doch nicht nur Naturfreunde und Liebhaber historischer Gemäuer kommen auf ihre Kosten. Die Großstädte Edinburgh und Glasgow gehören heute zu den beliebtesten Städten der Insel, sie sind berühmt für ihren kulturellen Reichtum und besonders Glasgow gilt mittlerweile als modernes Shoppingparadies. Dieses Buch lädt Sie ein au eine Reise durch Geschichten und Landschaften, illustriert mit stimmungsvollen Fotos.
EIGENE INHALTSANGABE
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Ich werde die Buchbeschreibung heute mal mit dem ersten Abschnitt dieses Buches beginnen – denn ich denke er sagt viel über den Wunsch seiner Autoren und auch das große Problem vieler Schottland – Bücher aus!„ Burgen, Disteln, Dudelsack, Karomuster und ein Ungeheuer, das niemand je wirklich gesehen hat – wer nach Schottland reist, wird all diese lieb gewonnenen Klischees finden. Die Schotten verstehen es vorzüglich, tatsächliche oder vermeintliche nationale Eigenheiten publikumswirklich zu pflegen und zu inszenieren. Doch Schottland ist natürlich viel mehr als das.“
So aber nun zu dem Buch und seinem Inhalt. Beginnend mit einer Einleitung über sage und schreibe sechs Seiten mit ganz wenigen Worten dafür einem wunderbaren auf die Halbinsel Skye und einige Worte dazu, bekommt der Leser als erstes mal einen Überblick über Schottland. Und den guten Ratschlag in Schottland nie zu sagen er sei in England – damit hat man sich schlagartig nämlich alle Sympathien auf den Mond geschossen.
Sonst finden sich halt wirklich die Grunddaten wie Fläche, Einwohnerzahl, Hauptstadt, Währung.... und die wichtigen Daten für Reisende wie Botschaftssitz, Scotland´s Tourism Board, Britische Zentrale für Fremdenverkehr und Edinburgh and Scotland Information Centre mit genauer Anschrift und Telefonnummer für eventuelle Rückfragen in diesem Kapitel.1. Geschichte
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Wilde Schlachten, heimtückische Mörder, tragische Königinnen und der Weg in die Unabhängigkeit
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Egal wo man hinreist man sollte sich in meinen Augen schon ein klein wenig über die Geschichte des Landes kundig machen, Sitten und Gebräuche natürlich auch – so gibt es den auch selten ein böses Erwachen.Und Schottland hat einiges an Geschichte zu bieten, beginnt die seine doch bereits in der Steinzeit! Und bereits früh tauchte ein Charakterzug bei der Bevölkerung auf, welcher sich durch alle Zeiten zog und herrlicher weise immer noch erhalten ist – ihre Hartnäckigkeit und der Wille nach Freiheit und Unabhängigkeit! Die ersten die mit diesem Willen ihren Spaß hatten waren die Römer – womit jene welche uns auch ein tolles Bauwerk schenkten. Um sich vor dem Ungestüm der schottischen Stämme zu schützen bauten sie den berühmten Hadrianswall, na ja und den Antoniuswall. Gegenüber dem Hadrianswall konnte der Antoniuswall jedoch nicht gerade lange gehalten werden, dafür waren die Pikten ( so nannten die Römer die Bewohner Schottlands damals) einfach zu umtriebig.
Zu den Pikten kamen dann noch die keltischen Skoten aus Irland und Kenneth MacAlpin vereinigte die Stämme – womit leider die Sprache der Pikten zwar verloren ging, aber die Kraft der nun keltisch sprechenden Stämme um einiges größer wurde. Kenneth wurde zum ersten schottischen König, aber der Unabhängigkeitswille war damit nicht vergessen. Neben ihm gab es zahlreiche Clan – Häuptlinge die mit Unterordnung nicht viel am Hut hatten, somit herrschte eigentlich immer Unruhe im Land. Doch gegen die Feinde von außen wehrte man sich gemeinsam und die militärischen Erfolge führten dazu dass Schottland bereits um die erste Jahrtausendwende seine heutige Größe erreicht hatte.
Durch das Auftauchen von Willhelm dem Eroberer im Mittelalter änderte sich das Gefüge und das Leben in Schottland radikal. Viele englische Adelige fohlen in den Süden Schottlands und mit ihrem Auftauchen erfuhr das kulturelle Leben der Schotten nach und nach eine starke englische Prägung und die keltische Religion wurde von der christlichen Kirche verdrängt. Doch nicht alles war schlecht, es fand auch eine deutlicher Modernisierung von Kultur, Verwaltung und Politik statt – nur die Highlands blieben weitgehend davon unberührt.
Apropos Kultur – kennt ihr Shakespeares Macbeth? Den gab es wirklich – nur nicht so wie uns der große Schriftsteller
Bilder von Schottland / Komet Verlag
ihn vorstellt – na ja nicht ganz so! Macbeth regierte Schottland wirklich fast zwanzig Jahre lang bis er 1057 on Duncans Sohn ermordet wurde! Wie ihr seht haben schon die alten Schriftsteller gerne historische Romane um reale Personen gesponnen – ist keine Erfindung unserer Zeit!Aber zurück ins schottische Mittelalter, welches den Schotten nicht nur ein Königreich brachte, sondern auch den Grundstein für eine schwierige Nachbarschaft mit England legte. Erst versuchte man Frieden durch Heiratspolitik zu halten, aber das ging durch die entstehenden Erbansprüche gründlich in die Hose und England sah sich eh als überlegen gegenüber Irland und Schottland. Oft genug streckte es die Fingerchen nach diesen Reichen aus, was meist verlustreich für England endete. Erst Edward I. schaffte es Kontrolle über Schottland zu gewinnen. Die Brutalität mit der Edward die Schotten unterwarf erzeugt Verbitterung und Hass gegen die Engländer. Und dieser wiederum erzeuge einen Aufstand und Unabhängigkeitskrieg, welcher die beiden Nationalhelden William Wallace und Robert Bruce hervorbrachte und bei Bannockburn seinen Abschluss fand!
Die Neuzeit oder neuere Geschichte der Schotten ist ja mal wieder in fast aller Munde und die Familie Stuart den meisten ein gängiger Begriff im Zusammenhang mit Schottland. Oder doch wohl eher die bekannteste Dame aus diesem Hause die tragische Königin Maria Stuart.
Sechs Tage auf der Welt wurde sie bereits zur schottischen Königin gekrönt, mit sechzehn dann auch noch nach der Heirat mit Frankreichs König zur Königin über Frankreich und Schottland. Doch bereits zwei Jahre später verstarb ihr Ehemann und die noch nicht mal in Schottland aufgewachsene Königin kam in ihre Heimat – konnte nicht wirklich gut gehen. Denn sie kannte weder Schottland wirklich noch die Sitten und Gebräuche des Landes, dazu noch hatte sie ein Talent sich immer in den falschen zu verlieben und sich mit den falschen Ratgebern zu umgeben. Aus ihrer zweiten glücklosen Ehe entstand James I., für den sie auch 1567 den Thron aufgab.
Nachdem Maria durch ihre dritte Ehe den schottischen Adel nun komplett gegen sich aufgebracht hatte floh sie zu ihrer Cousine Elisabeth I. nach England – was bekanntlich dann auf dem Schafott endete.Unter ihrem Sohn James I. erfolgte dann eine Abwertung des schottischen Hofes und eine Wendung an die Themse. Aber es war auch eine große zeit des Umbruchs, die europaweiten Auseinandersetzungen infolge der Reformation führten auch auf der Insel zu blutigen Verfolgungen von Katholiken. Wobei es hier nicht allein dabei blieb – in der sogenannten Killing Times des 17. Jahrhunderts bekämpften sich Presbyterianer, Angelikaner und Katholiken bis aufs Blut. Schottland geriet auch in den blutigen Strudel des Bürgerkriege und wurde schließlich von Cromwells Truppen überrannt!
Unter James I., dem gestürzten und geflohenen katholischen König und nachher seinem Sohn Charles Edward Stuart ( Bonnie Prince Charles) versuchten die Schotten noch einmal ihre Unabhängigkeit zu erringen. Dieses Vorhaben endete blutig in Culloden und die Bevölkerung musste sehr lange Zeit unter den Folgen leiden – das Land blutete fast aus und viele verließen es um in Amerika ein neues Leben zu beginnen.
Nach dieser Katastrophe brachte das 18. Jahrhundert dann wieder Modernisierung und einen Aufschwung mit sich. Doch paradoxerweise wurde der richtige Aufschwung durch die englische Krone angeleiert! Königin Victoria machte Schottland als Reiseland populär, erst folgten ihr die englischen Adeligen, dann die Künstler und nun auch wir!
Seit 1999 gibt es nun wieder einen Silberstreif am schottischen Horizont – es gibt wieder ein schottisches Parlament. Schottland hat eine Teilautonomie und ist in London mit 59 Abgeordneten im Unterhaus und 16 im Oberhaus vertreten. Das teilweise autonome Parlament in Edinburgh übernimmt legislative Aufgaben in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft und Justiz – auch bei der Steuer darf es mitreden. So endet nach 300 Jahren, seit dem Act of Union die Abhängigkeit von England – doch die inneren Differenzen werden noch ein paar Tage länger brauchen.
Im restlichen Teil des Kapitels gibt es dann noch einen Miniüberblick zu den kulinarischen Spezialitäten, den Symbolen des Schottentums und ihrer Sprache – Entschuldigung ihren drei Sprachen!2. Grenzregion und Schlachtfeld: Südschottland
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Umkämpfte Klöster, hochzeitswillige Teenager und ein Dichter, der sein eigenes Denkmal baute
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Schottland und England hatte wie bereits eine sehr bewegte gemeinsame Vergangenheit und nirgends ist das so deutlich zu sehen und fühlen wie in der Grenzregion, den Borders, Melrose, Kelso und Jedburgh.
Diese Regionen sind besonders reich an Klosterruinen oder sagen wir sie ist die prächtigste und größte Ruinenlandschaft allgemein. Diese Region war immer umkämpft und beliebt bei Plünderern, welche sich zwischen den zahlreichen regulären Kriegen dort herumtrieben. Einst mächtige Abteikirchen wurden mehrfach zerstört und oft bis zum nächsten Angriff wieder aufgebaut, bis man die Sinnlosigkeit des Unterfangens einsah. So bilden gerade die Ruinen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in dieser Region und können so die Geschichte der Schotten und damit auch Engländer besser erzählen als jedes Geschichtsbuch! Auch auf den Bildern hier in diesem Buch kommt das gut rüber!
Näher beschäftigen tun sich unsere Autoren hier mit Jedburgh Abbey, Kelso Abbey und Melrose Abbey.
Nun aber zu dem Dichter, der sich sein eigenes Denkmal baute – Sir Walter Scott. Ein Dichter, der das Mittelalte – sagen wir mal das was man sich in seiner Zeit darunter vorstellte sehr populär machte!
Seinen Wohnsitz „Abbotsford House“ –legte der große Mann in die Nähe von Melrose Abbey, und beschwor damit die mittelalterliche Vergangenheit der Gegend ( abbot – Abt). Auch wenn besonders die englischen Autoren dafür bekannt sind oder waren ihre Häuser mit Architektur und Namen dem Mittelalter anzugleichen – Scott toppt sie alle!
Sein Haus am Ufer des Tweed imitiert den baronial style der schottischen Herrenhäuser – ohne seine Künstlichkeit zu verleugnen, mit Fragmenten älterer Gebäude an verschiedenen Stellen eingefügt scheint es aus einem seiner Bücher entsprungen in die Realität zu sein!
Kennt ihr Gretna Green – nein?? Na ja unsere Zeiten haben sich auch geändert – klar!
Es gab mal eine Zeit da durfte niemand unter 21 ohne die Einwilligung der Eltern heiraten – aber das galt nicht in Schottland! Die ganze Geschichte begann eigentlich n England und zwar 1753, damals gab die englische Regierung die Order raus für Heiratswillige unter 21 mussten die Eltern ihre Zustimmung vorgelegen oder es war Essig mit der trauten Zweisamkeit!
Also ging es ab nach Schottland wo dieses Gesetz nicht galt und da man in Gretna Green auch nur zwei Zeugen zur Eheschließung brauchte war hier schnell der Bund für´s Leben geschlossen. Auch musste nicht mal der Segen der Kirche erteilt werden – der Schmied konnte auch trauen, womit Schmied und Amboss zu den Symbolen für die Gretna Green Ehen wurden.Wie gesagt Schotten wissen wie man einen Trend nutzt, also verfügte man rasch dass die Trauung hier zwar durchgeführt werden darf, aber die heiratswilligen sich mindestens 21 Tage im Land auf aufhalten mussten! Die Tourismusbranche boomte, auch heute noch – doch heute ist die Heirat in Gretna Green zu einer Mock Marrige, eine Scheinehe geworden.
3. Die Städte: Edinburgh, Glasgow, Dundee, Perth
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Stolze Burgen, moderne Shopping – Paradiese und ein Weltwunder der Technik
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So von der Ruinenlandschaft Südschottlands geht’s dann in die großen und geschichtsträchtigen Städte – angefangen mit Edinburgh!
Die schottische Hauptstadt darf auf eine 2000 Jahre alte, oftmals blutige und bewegte Geschichte zurückblicken und so mit vielen alten Erinnerungen erfreuen. Der alte Name der Stadt Dùn Èideann bedeutet Festung am Hügelhang und das ist absolut treffend gewählt. Hoch über der heutigen Altstadt thront auf dem verloschenen Vulkan die Burg die der Stadt ihren Namen gab!
Ein weiteres Highlight der schottischen Geschichte ist Holyrood Palace, die Residenz der schottischen Herrscher! Im 16. Jahrhundert begannen die schottischen Herrscher das alte Kloster zu einem für sie passenden Wohnsitz umzubauen. Heute dient es der britischen Königin als offizieller Sitz in Schottland.
Verbunden ist Holyrood Palace übrigens durch die Royal Mile mit der Burg – so gesehen kann man die heutige Prachtstraße und Hauptschlagader der Stadt – auch gut als Pendelstraße der alten Herrscher ansehen um von ihrer Wohnung zur Arbeit zu gelangen! Pendler gab es also auch unter den Königen! Aber nicht wundern wenn ihr den Namen Royal Mile selten auf den Straßenkarten ( eher überhaupt nicht) findet – offiziell tragen die verschiedenen Abschnitte nämlich alle einen eigenen Namen – Canongate, High Street, Lawnmarket und Castel Hill.So nun noch ein paar Kleinigkeiten vom Autor über die Stadt und dem Hinweis aufs Museum of Edinburgh, wo man sich weiteres Wissenswerte über die Geschichte der Stadt gemeinsam mit einer guten Portion Kunst im einverleiben kann, geht’s weiter nach Glasgow.
Glasgow ist genau das Gegenteil von Edinburgh! Edinburgh glänzte seit jeher als Residenzstadt Schottlands und Glasgow war schon immer eine Arbeiterstadt. Aber mit seinen 600.000 Einwohnern ist es auch die größte Stadt Schottlands und sogar des Vereinigten Königreichs. Seine Nähe zur Clyde – Mündung hatte die Stadt über alle Zeiten sehr begehrt als Handelsstadt gemacht und es hatte sich auch eine starke Schiffsbauindustrie hier niedergelassen.
Heute wird Glasgow nicht mehr allein durch die Industrie geprägt. Es ist eher das reiche Kulturleben und seine drei Universitäten die der Stadt ihren Stempel aufdrücken. Man bezeichnet es auch als Kulturhauptstadt Europas. Zwar findet sich außer der St. Mungo´s Cathedral und dem Provand´s Lordship kaum noch was aus der alten schottischen Zeit in Glasgow, aber seine Museen und sonstigen Ausstellungsräume bieten für jeden Geschmack etwas an. Und sein Geld wird man in den zahlreichen Geschäften und kleinen Läden sehr schnell los! Wohlgemerkt das Mittelalter findet man nicht mehr aber die historische Altstadt ist herrlich renoviert und der Glanz der alten Zeit erstrahlt noch hell genug.Empfohlen wird auch der Besuch der berühmten viktorianischen Necropolis mit ihren prächtigen Grabmälern, Säulen und Obelisken! Es ist nicht nur ein Ort zum neugierig ansehen, sondern auch ein wunderschöner Ort zum spazieren gehen und erholen. Wem das zu langweilig ist findet im Umland reichlich Ausflugsziele, wie Kilchurn Castle, dem einstigen Stammsitz des Campbell – Clans.
Nun aber nach Perth und Dundee – beide liegen im Süden des Hochlandes am Firth of Tay. Und keine der Städte wäre wohl wirklich ins Bild der Öffentlichkeit gerückt, wenn nicht in ihrer Nähe das sagenumwobene Scone liegen würde. Scone war oder ist der mittelalterliche Krönungsort der schottischen Könige! Als 1100 hier eine Augustinerabtei errichtet wurde existierte der Krönungspalast bereits und man nimmt an, dass dieser Ort bereits bei den Pikten eine große Rolle gespielt hatte. Die Schotten bewahrten hie den Stone of Scone auf – den Krönungsstein der Schotten. Edward I. ließ diesen Stein nach London bringen um so die Unterwerfung der Schotten ein für alle mal klar zu machen ( der Stein kam übrigens erst 1996 zurück nach Schottland). Auch wenn beide Städte hier nicht ausführlich beschrieben sind, die Bilder in dem Buch sprechen den Satz „ absolut sehenswert und mach mal einen Abstecher dorthin aus“. In beiden und ihrer Umgebung sind besonders viele prächtige Bauwerke, aber auch Gärten und wunderschöne Landschaften zu finden.
4. Aberdeen, Inverness und die Highlands
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Der Whisky – Trail, die Royals im Hochland und ein Tier, das berühmt dafür ist, das es nicht existiert
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Den nächsten Städtetrip machen wir dann nach Aberdeen, der Granite City. Den Namen hat sich die Stadt zu recht eingehandelt, denn das Stadtbild wird auch heute noch von dem in den Nähe abgebauten silbrig -schimmerndem Granit geprägt.
Ein Spaziergang durch seine Altstadt lohnt alle mal, alles bequem per Fuß erreichbar und allenthalben stolpert man über eine Schönheit der Vergangenheit.
Sei es nun die Kirk of St. Nicholas mit seinem prächtigen Turm und einzigartigem Glockenspiel oder der Universität!
Und an wem man auch nicht in Aberdeen vorbei kommt ist Lord Byron – einer der berühmtesten Dichter im Königreich.
Leider geizen die beiden Autoren richtig dolle mit Bildern von Aberdeen und gehen fast wortlos – ähm bilderlos - auf den Weg ins Hochland zu den Burgen und Schlössern.Mir auch recht, also erst mal zu den Fraser, genauer gesagt auf dem Weg in die Highlands geht es zu Castle Fraser einer mächtigen Burganlage aus dem 16. Jahrhundert. Hier wird einem Burgliebhaber wirklich fast alles geboten was sein Herz begehrt!
Von hier aus dann einen kleinen Abstecher nach Crathes Castel und Craigievar Castle bevor wir uns mit den beiden Autoren auf den Whisky Trail machen.
Whisky Trail für viele vielleicht ein Begriff, aber was sich dahinter wirklich verbirgt ist eigentlich profan – man bezeichnet hat die Region Speyside damit. Zwar sind die Zeiten vorbei wo an jedem Bach in der Region Whisky gebrannt wurde, aber wer in dieser Region nicht auf seine Kosten kommt der muss echt blind durch die Welt laufen. Natürlich hat die Region auch landschaftlich etliches zu beten, aber man kommt an den großen Destillerien! Und schon ist der Leser auch schon nach vielen aussagereichen Bildern im schottischen Mythenland – den Highlands angelangt!
Die Geschichte der Highland, ihre Entvölkerung, ist tragisch – doch sie hat eine Landschaft zurückgelassen, die Faszination pur ausübt! Wer einmal hier war kommt immer zurück, die wütenden Naturgewalten, ihre Einsamkeit und Ruhe, ihre Tier – und Pflanzenvielfalt lassen sich nicht beschreiben. Auch Bilder du Fotos können nur einen Teil des Zaubers vermitteln, den man hier spürt!
Nun glaubt aber nicht dass die Highlands menschenleer sind – auch wenn die Besiedlung dünn ist das Leben hier pulsiert! Und besonders deutlich wird dieses Pulsieren in den jährlichen Highland – Games, die ihren Ursprung in den Wettkämpfen der Clans hatten – heute dienen sie jedoch zur Belustigung der Einheimischen über die Touristen! Oder so??!!!
Und denn anderen Teil des pulsierenden Lebens findet man in der Tier – und Pflanzenwelt. Durch die spärliche Besiedlung konnten sich hier Tier – und Pflanzenarten halten, welche sonst schon lange verschollen sind! Schlussendlich landen wir in Inverness – oder her nicht! Der Autor reist Inverness ganz kurz an und erzählt uns dass Inverness das einzige städtische Zentrum in den Highlands ist. Dann lässt er sich lang und breit über Loch Ness aus! Nein nicht nur über den See und die tolle Landschaft darum, überwiegend geht es hier um Nessie, den Rummel darum und die Fische im See!
Dann verschlägt es den Leser auch schon nach Eilean Donan Castle – die Burg die wahrscheinlich den meisten bei dem Begriff Schottland als Bild vor Augen steht! Die Ursprünge der Burg gehen bis ins 13. Jahrhundert zurück und ihre Geschichte ist die der meisten Burgen in diesem Land Erbauung, Zerstörung, Wiederaufbau, Zerstörung, Wiederaufbau...... Doch die heutige Burg ist eher eine Rekonstruktion mit deren Aufgabe sich 1911 Lieutenant Colonel John MacRae – Giltrap berufen fühlte. Und in meinen Augen hat er seine Aufgabe sehr gut gemacht – hat die Burg doch mittlerweile zahlreiche Gastauftritte in Filmen hingelegt und Schottland um eine Nummer interessanter gemacht!5. Der raue Norden, wo er am schönsten ist: die Hebriden
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Windige Naturrefugien, sagenhafte Basalthöhlen und das Stonehenge des Nordens
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Ein landschaftlich besonderes Reiseziel bietet für alle Naturliebhaber der Norden Schottlands an – die Inneren und Äußeren Hebriden – die Inseln des Nordwestens!
Gemeinsam ist den beiden eine Landschaft, die noch karger als die Highlands ist und von den übers Meer fegenden Stürmen geprägt ist. Zwar kommen die Baumbestände so langsam zurück, aber die Hebriden werden nie ein Paradies für Menschen sein – es ist die Welt der Tiere!
So ist es auch nicht verwunderlich, dass von den etwa 500 Hebriden – Inseln lediglich ein Fünftel von Menschen bewohnt wird! Wer also völlig von dem Trubel der Welt abtauchen will ist hier willkommen.
Die Isle of Skye – Insel der Wolken – ist die größte Insel der inneren Kette und lockt der Besucher mit recht standhaftem Wetter gegenüber Schottland allgemein! Schottland hat sein wechselhaftes Wetter, Skye dann schon eher seine wochenlang anhaltenden Regengüsse! Für die Natur toll – die Touristen kommen zwar vermehrt her, aber bleiben tun nur die Harten! Zu bieten hat Skye einiges – Luft, Ruhe, Seeadler und Dunvegan Castle – das 30 km von der einzigen Stadt Portree entfernt liegt!
Vor 250 Jahren war das Castle noch von Moor umgeben, heute kann man hier in einer wunderschönen Parklandschaft lustwandeln! Sie ist der Stammsitz der MacLeods und birgt mehr als eine geheimnisvolle Geschichte, die auf neugierige Zuhörer wartet!
Auf die Äußeren Hebriden lockt die Insel mit den Namen Lewis und Harris – richtig gelesen eine Insel mit zwei Namen! Und so unterschiedlich wie die Namen, so unterschiedlich auch die Insel! Harris der südliche Teil ist bergig und schroff, während Lewis eher flach und sanft ist!
Während man in Harris die Landschaft und Natur genießen darf, findet man in Lewis mehrere Zeugnisse der prähistorischen Zeit! Callanish Standing Stones ist ein solcher Ort – ein Ort der nicht von dieser Welt scheint und das Leben der heidnischen Völker der alten Zeit zurückruft.Auch die beiden Außenposten Staffa und St. Kilda legen und sie Autoren noch kurz ans Herz, bevor sie das Buch mit einer wahren Bilderflut enden lassen!
EINDRÜCKE UND FAZIT
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So nun zu meinem Fazit – und ich fürchte wenn ich alle Wörter des Buches und die meines Berichtes zählen würde – auweh, die Frage wer gewinnt möchte ich nicht beantworten!
Aber nun zum Buch! Die beiden Autoren haben es schon geschafft Neugierde auf das Land hinter der Geschichte und hinter den Klischees zu wecken. Es wird ja schon in der Einleitung klar, dass sie den Leser locken wollen sich anzusehen was sie sehen! Und so haben sie aus einem einfachen Bildband dann auch ein Geschichtsbuch und einen Reiseführer gebastelt.
Der Geschichtsteil vermittelt so in groben Zügen was Schottland eigentlich ausmacht und warum seine Geschichte so verlaufen ist – gut wer genaue Informationen haben will oder von der Geschichte des Landes nun gar keinen Plan auf andere Literatur nebenher angewiesen – aber so die groben Züge sind da. Der Leser wird nicht von Daten, Zahlen und Namen erschlagen sondern bekommt eher einen Blick für den Charakter des Landes und seiner Bewohner – den Stolz, den unbändigen Willen der Freiheit und ihre Fähigkeit immer wieder aufzustehen! Neben dem großen Abschnitt über die Geschichte Schottlands sind bei den zahlreichen Fotografien noch viele Informationen die dem Leser dann auch bildlich zeigen wie die Geschichte dieses Land und Volk geprägt hat – also den Blick hinter die Kulissen lenken!Nun zum Reisebuch – auch hier haben die Autoren meiner Meinung nach eine elegante Kurve hingelegt. Bei vielen Reisebüchern die ich gelesen habe legt der Autor wert darauf dem Leser seine Sicht der Dinge zu vermitteln und ihn an die von ihm als besonders schön empfundenen Orte zu leiten. In dem Buch hier ist das nicht ganz so der Fall. Die Autoren stellen zwar die ein oder andere Ruine, Burg oder Stadt näher vor, aber nicht so intensiv dass man sagen würde – da muss ich hin! Gerade bei den Städten hatte ich beim Überfliegen des Inhaltsverzeichnisses die Befürchtung hier würde man sich dann lang und breit über die Architektur, Gründungsdaten und besondere Bewohner etc. auslassen.
Dem ist jedoch gar nicht so – es ist eher eine Reise von Süden nach Norden mit einem Blick nach rechts oder links. Da ich jetzt nicht die richtigen Worte für die Lenkung der Autoren in diesem Buch finde beschreibe ich es einfach mit meinen Gedanken „ Ich fang dann meine Reise mal in Melrose Abbey an und schau wohin mich meine Füße tragen. Und wenn ich in eine Stadt komme, dann setze ich mich erst einmal zum Kaffee hin und schau mich um – ich hab ja keinen festen Weg nur die Worte das es überall was zu sehen gibt!“
Ich hoffe dass ihr diese verquerten Gedanken nachvollziehen könnt – aber mit fehlen einfach die Worte um das Gefühl für diese Buch als Reisebuch zu beschreiben.
Nun aber zum Bildband! Es war ein absoluter Genuss in diesem Buch zu schmökern, einfach nur die Bilder anzusehen und zu träumen. Die Fotos sind herrlich großformatig und die Motive laden absolut nur zum träumen ein – na ja fast alle. Allen Bildern eigen ist ein kleiner Kommentar mit Wissenswertem über das Motiv beigefügt, nicht bloß der Name. Womit ich irgendwie besser einen Bezug zu dem Gesehenen finden konnte. Ich erinnere mich an ein Bild von Glencoe, wo eine traumhafte Landschaft zu sehen ist und ein Trauerkranz im Vordergrund. Wenn hier lediglich der Name des Tals gestanden hätte, so wäre es für mich unbefriedigend gewesen, mir wäre die Frage gekommen „ Warum liegt mitten in der Natur ein Trauerkranz, was ist hier geschehen?“ – so was finde ich für den Leser frustrierend. Die Autoren jedoch haben in kurzen Worten berichtet was hier war und so hat sich das Bild mit seiner Geschichte eingeprägt! Wie bereits oben schon gesagt – die Geschichte hinter den Bildern. Als Bildband einfach nur so zum Schmökern und Bilder ansehen kann man das Buch jedoch auch nur in die Hand nehmen, fragt mal Yvettte ;o))Und zu den Bildern allgemein wäre noch zu erwähnen – sie sind wirklich von einer klasse Qualität und superzahlreich. Die Motive sind nicht die typischen Motive der meisten Bildbände zu diesem Thema, es kommt mir eher vor also ob die Autoren hier besonderen Wert auf das Alltägliche gelegt haben. Manche der Bilder könnten von mir bei einem Stadtbummel oder Spaziergang stammen – och cool gefällt mir, ich mach mal ein Bild! Auch hier wieder nicht die Leitung des Autors auf bestimmte, klassische Objekte sondern geh deinen Weg und du stolperst über Schönheit!
Nun aber zum Schluss meines Berichtes! Das Buch ist wirklich eine Bereicherung meines Bücherfundus und ich nehme es gerne zur Hand um darin zu lesen oder einfach mir die Bilder anzusehen. Und für jeden der Interesse an diesem Land und seiner Schönheit hat, sich aber nicht gerne in bekannte Bahnen lenken lassen möchte, sondern eher die Geschichte hinter den Menschen sehen will, dem spreche ich eine Kaufempfehlung aus. Und den anderen die gerne träumen würde ich da Buch auch empfehlen!
Leichte Lektüre am Abend und schöne Träume sind garantiert!
Falls ich etwas vergessen habe - bitte kurz melden und mir den Kopf gerade rücken!
LG Schlumpf
30.08.2011 05:44
Ein faszinierendes Land, ich muss unbedingt mal wieder hin...
25.11.2010 14:21
2007 war ich in den schottischen Highlands unterwegs...ein wunderschönes Fleckchen von der Welt. Liebe Grüße
16.10.2010 16:47
Wünsche Dir auch ein schönes Wochenende. LG Thomas