unsere Heizungsanlage
03.12.2005
Pro:
angenehmes Wohnklima, keine Abhängigkeit mehr vom Ölpreis, keine Wartungskosten
Kontra:
noch relativ teuer
Empfehlenswert:
Ja
 WM_2006
Über sich:
Tipp: Lest bitte meinen Benefind-Bericht, damit auch bei Suchmaschinen das Geld bei den Hilfsorgan...
Mitglied seit:04.02.2005
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Im letzten Jahr haben wir unser Traumhaus gebaut und schon im Vorfeld haben wir uns lange überlegt, welche Heizungsanlage wohl die richtige und auch zukunftsweisende sein mag. Bei den Installationskosten aber auch die Folgekosten einer Heizung haben wir die verschiedenen Systeme einander gegenübergestellt und uns letztendlich für die Installation einer Wärmepumpe entschieden. Am Anfang war der finanzielle Aufwand zwar immens, aber ich denke, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben. Der entscheidende Gesichtspunkt war uns vor allem, dass wir unabhängig vom Gas- und Ölpreis sein werden. Eine Wärmepumpe benötigt nämlich keinen Rohstoff aus der Natur, sondern benötigt nur etwas Strom für die Steuerungs- und Regelungstechnik. Für alles andere sorgt die Mutter Natur. Was ist eine Wärmepumpe? ------------------------------------------- Eine Wärmepumpe arbeitet im Prinzip wie ein Kühlschrank, nur entgegengesetzt. Viele werden sich jetzt fragen, wie man die Funktionsweise eines Kühlschrankes umkehren kann, aber das Prinzip ist relativ einfach. Die Wärmepumpe entzieht der Umwelt Wärme und durch eine geringe Energiezufuhr von elektrischem Strom wird hier Wärme erzeugt. Es ist ein geschlossenes System, so dass kein CO2-Ausstoß vorhanden ist und dass man als Eigenheimbesitzer sogar etwas für die Umwelt tut. Der Umwelt wird dabei die Wärme aus dem Erdreich oder der Luft entnommen und über einen Wärmetauscher in Wärmeenergie umgesetzt. Schon in einer Tiefe von einem Meter stellt das Erdreich über das gesamte Jahr hinweg eine konstante Temperatur zur Verfügung, die genutzt werden kann, um das Haus zu erwärmen.
Welche Arten von Wärmepumpen gibt es? ------------------------------------------------------------ Je nach Prinzip gibt es unterschiedliche Arten von Wärmepumpen. Wir haben uns für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe entschieden. Bei dieser Wärmepumpe wird entweder eine Bohrung ins Erdreich vorgefunden oder aber man verlegt diese als Erdkollektoren in einer Tiefe von etwa 1,50 m im Erdreich. Wir haben uns aber für eine Erdsonde entschieden, die eine Gesamtlänge von 100 Meter hatte und bei der zwei Bohrungen von 50 Meter notwendig waren. Bei den Erdkollektoren haben wir uns schnell verabschiedet, weil wir noch nicht wussten, was wir in einigen Jahren auf unserem Grundstück pflanzen werden. In der so genannten Sole wird dann das Kältemittel eingeführt, die für den Wärmekreislauf verantwortlich ist. Der Vollständigkeit halber möchte ich noch die anderen Wärmepumpensysteme kurz erwähnen: - Wasser-Wasser-Wärmepumpe - Luft-Wasser-Wärmepumpe - Luft-Luft-Wärmepumpe
Wie sind wir auf die Wärmepumpe aufmerksam geworden? ----------------------------------------------------------------------------------- Es fing eigentlich alles damit an, als unsere Hausbaufirma einen Tag der offenen Tür veranstaltete und ein bekannter Hersteller von Heizungen eine kleine Ausstellung vorstellte. Hier konnten wir uns schon über die verschiedenen Systeme informieren. Schon damals vor gut einem Jahr war uns klar, dass wir uns für eine Heizung entscheiden werden, wo wir unabhängig von den Öl und Gaspreisen sind. Dies schränkte die Auswahl natürlich ein, denn damit fielen schon Erdöl, Erdgas und auch Fernwärme aus, die alle vom jeweiligen Ölpreis abhängig sind. Im Endeffekt gab es zwei Alternativen, die für uns interessant waren: Holzpellets und Wärmepumpe. Zunächst favorisierten wir die Holzpellets, weil wir über dieses Systeme einige TV-Berichte gesehen hatten und es uns als sehr sinnvoll vorgestellt wurde. Diesen Gedanken haben wir aber wieder beiseite gelegt, da für die Lagerung der Holzpellets ein eigener Lagerraum nötig ist. Es blieb also nur die Wärmepumpe übrig, die nur sehr wenig Platz benötigt. Und als kleine Beigabe wurde unsere Wärmepumpe sogar mit einer kompletten Fußbodenheizung ausgerüstet, ohne dass wir einen Cent dazubezahlen mussten. Es war alles schon im Festpreis enthalten.
Wieviel Platz benötigt unsere Wärmepumpe? ----------------------------------------------------------------- Unsere Wärmepumpe benötigt nicht weniger als ca. 4 qm, was sehr wenig ist. Den größten Anteil an dieser Fläche hat noch der Warmwasserspeicher von 300 l, der bei uns für das Warmwasser zuständig ist. In meiner alten Wohnung störte mich vor allem der Durchlauferhitzer, der immense Heizkosten verursachte, weil beim Baden und Waschen das warme Wasser nur durch Beigabe von elektrischer Energie erzeugt werden konnte. Zwar ist dies bei der Wärmepumpe ähnlich, aber allein 75 % der Energie wird aus der Umwelt entnommen und nur ein geringer Teil wird durch die Beigabe von elektrischer Energie benötigt. Die eigentliche Wärmepumpe benötigt dabei sehr wenig Platz , wobei die Steuerungs- und Regelungstechnik sehr klein geworden ist. Der Wärmetauscher ist zwar sehr laut, aber durch eine sehr gute Schalldämmung hört man die Wärmepumpe kaum noch. Manchmal erschrickt man ein wenig, wenn sich die Wärmepumpe einschaltet, aber inzwischen hört man dies fast nicht mehr. Die Wärmepumpe Carnovision von der Firma Schrag ----------------------------------------------------------------------------- Wir haben uns für ein Modell der Firma Schrag entschieden, weil diese Firma schon sehr viel Erfahrungen im Bereich der Wärmepumpe besitzt. Dies war uns sehr wichtig, denn was wollen wir mit einer Wärmepumpe von einem Hersteller, der auf diesem Gebiet nicht über die erforderliche Erfahrung verfügt. Denn diese Technik gibt es noch nicht allzu lange, aber ich bin mir sicher, dass immer mehr Eigenheimbesitzer sich für diese Art der Heizung entscheiden werden, auch wenn es zu Beginn etwas teurer ist, als eine herkömmliche Gasheizung. Was mir an unserer Wärmepumpe sehr gut gefällt, dass man sie individuell einstellen kann. So können hier Schaltzeiten eingetragen werden, wenn die Heizung anspringen soll, wann Warmwasser erzeugt wird oder aber wenn die Heizung gar nicht arbeiten soll. Als kleines Bonbon ist die Wärmepumpe auch über einen Temperaturfühler ausgestattet, so dass wir immer sehen können, wie hoch die Außentemperatur ist. Gut finde ich auch, dass eine Fußbodenheizung im gesamten Haus angeschlossen werden kann. So haben wir im gesamten Haus keinen einzigen Heizkörper. Nur im Badezimmer haben wir uns einen kleinen Handtuchhalter gegönnt, damit die Handtücher bei Bedarf schnell wieder trocken sind.
Die laufenden Kosten --------------------------------- Auch wenn die Wärmepumpe den größten Teil der Energie aus dem Erdreich fördert, ist doch ein gewisser Anteil an elektrischer Energie notwendig. Bei unserem Stromlieferanten, die Stadtwerke Glückstadt bezahlen wir einen gesonderten Wärmepumpentarif, der folgende Kosten enthält: - Während der Hauptzeit 14,41 Cent pro Kilowattstunde (HT) - Während der Nebenzeit 9,77 Cent pro Kilowattstunde (NT) Während der HAT-Tarif etwas teurer als der normale Stromtarif ist, ist der NT-Tarif etwas günstiger. Im ersten Jahr haben wir etwa 4000 KWh für unsere Heizung verbraucht, wo ich noch anmerken muss, dass ein großer Anteil hier auch die Estrich-Aufheizung ausmachte, damit der Estrich schneller trocknet, aber als ein erster Ansatz sagt dieser Wert schon einiges aus. So haben wir im ersten Jahr gerade mal 500 Euro für unsere Heizung aufgewendet. Dies macht im Mittel etwa 45 € pro Monat aus. Und Kosten für den Schornsteinfeger gibt es bei einer Wärmepumpe auch nicht, da eben kein CO2-Ausstoß vorhanden ist. Dies sollte man bei dem Kauf einer Wärmepumpe nicht außer Acht lassen. Und ich glaube nicht, dass man mit 500 Euro pro Jahr bei Gas oder Öl in 12 Monaten auskommt. So hat sich die Investition schon nach wenigen Jahren amortisiert. Bei den Kosten möchte ich übrigens auch noch erwähnen, dass wir für unser Paket etwa 16.000 Euro investiert haben. Auf den ersten Blick bestimmt ein grosser Betrag, aber auf Jahre hinaus ist man auf jeden Fall nicht mehr vom Ölpreis abhängig, was man in den letzten Monaten leider leidvoll miterleben musste. Und irgendwann sind die Ölreserven auch erschöpft. Deshalb sollte man sich frühzeitig um Alternativen kümmern.
Der Hersteller --------------------- Die Firma Schrag ist über die folgenden Adressen zu erreichen:
SCHRAG Heizungs-Lüftungs-Klima Technik GmbH & CO. KG Hauptstraße 118 73061 Ebersbach/Fils Telefon: 07163 17-0 Telefax: 07163 17-155
http://www.schrag.de E-Mail: schrag@schrag.de Meine Meinung ------------------------ Eine Wärmepumpe ist zwar noch relativ teuer, aber auf Dauer gesehen ist diese Art der Heizung bestimmt immer mehr auf dem Vormarsch. Doch leider interessieren sich noch relativ wenig Eigenheimbesitzer für diese Art der Heizung. In unserer Nachbarschaft haben bestimmt 90 % entweder Erdgas oder Fernwärme. Wir sind die einzigen, die sich für eine Wärmepumpe entschieden haben. Das Wärmegefühl ist völlig anders, wenn man auf angewärmte Fliesen gehen kann. Wir haben die Investition jedenfalls nicht bereut und die Installation dieser Wärmepumpe ist auch sehr interessant, wenn die Brunnenbohrer ein tiefes Loch bohren müssen, um die Rohre zu verlegen. Und die Wärmepumpe von der Firma Schrag bietet viele Zusatzfunktionen, um die Heizungsregelung den eigenen Bedürfnissen anpassen kann und sie über eine Schaltuhr zu programmieren. Da wir einen relativ großen Warmwasserspeicher haben, ist eine Funktion besonders wichtig: Der Legionellenschutz. Hier heizen wir das Wasser einmal im Monat über einen Heizstab immer auf 65 Grad auf, damit Legionellen keine Chance haben.
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26.01.2011 16:19
Sehr Interessant und gut beschrieben. Ein wenig mehr Inhalt hätte ich mir gewünscht. ciu dilue
01.02.2007 00:18
Ich finde Deinen Bericht auch ganz toll und sehr interessant. Leider gibt es zu diesem Thema noch zu wenig Informationen bei Ciao...
28.01.2007 15:15
Sehr guter Bericht. Ich versuche nun seit 2 Jahren meinen Kunden die Technik vorzuschlagen.......aber Pfälzer sind da etwas traditionsverliebt....Traditionell gibt es hier Gas und Heizöl.......aber ich gebe nicht auf....LG Harald