Garten- und Landschaftsarchitektur

5  29.06.2008

Pro:
Wahnsinnig gutes Betriebsklima, gute Betreuung, interessante und abwechslungsreiche Arbeit

Kontra:
eigentlich sage ich das ungern, aber mir fällt ausnahmsweise mal wirklich nichts negatves ein .  .  .

Empfehlenswert: Ja 

GregorSamsa

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Erfahrungsberichte:50

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Einleitung

Zunächst mal etwas, was mit dem eigentlichen Thema nichts weiter zu tun hat:

Liebe CISler, Gegenleser und Abonnenten!
Ich bin untröstlich, dass ich so lange inaktiv war, keine Berichte geschrieben habe und eure Lesungen vernachlässigt habe. Aber das hat einen guten Grund, ich hatte nämlich in der letzten Zeit ein Praktikum und somit wenig Zeit für Ciao. Aber das ganze hat auch eine gute Seite:
Ich war nämlich bei Garten- und Landschftsarchitekten im Praktikum, und hatte sehr viel mit Graphik zu tun. Das heißt: Ich kann jetzt jede Menge neue Berichte über mein verwendetes Eqipment (Drucker, Scanner, Computer, etc.) schreiben.
Ich steige aber zunächt einmal mit diesem Bericht über das Praktikum selbst ein.


Zu Schulprakika allgemein

Huch, ich sehe jede Menge negative Bewertungen zu Schulpraktika allgemein! Den Leuten kann ich wirklich nur sagen: Wenn euer Praktikum unerträglicher war,. als der Schulalltag, dann habt ihr euch den falschen Praktikumsplatz ausgesucht. Wart ihr alle in amerikanischen Kriegsgefangenenlagern oder chinesischen Foltergefängnissen?
Ich halte Schulpraktika für eine der sinnvollsten Aktionen, die es in der deutschen Bildung seit langem gab!
Was hilft einem denn alle Schulbildung der Welt, wenn man nicht einmal das Berufsleben von innen gesehen hat? Genau, gar nichts.
Und außerdem:
Es macht doch auch meistens Spaß, mal etwas Abwechslung zur Schule zu haben, oder? ;-)


Mein Praktikumsbetrieb
In was für einem Laden war der kafkaeske Käfer überhaupt?

Klaus Bierbaum, Diplomingenieur und Landschaftsarchitekt, arbeitete seit 1980 in Mainz als freischaffender Landschaftsarchitekt, bevor er 1996 zusammen mit Klaus-Dieter Aichele, ebenfalls Diplom-Ingenieur und Landschaftsarchitekt, bierbaum.aichele.landschaftsarchitekten gründete.
Seit dieser Gründung plant das Büro von Jahr zu Jahr immer mehr Gelände und Gartenanlagen. Im Sitz, einem dreistöckigen Haus mit Anbauten und Kellerräumen, kooperieren heute insgesamt zehn Diplomingenieure, Landschaftsarchitekten, Architekten und Geographen.
Mit inzwischen über 30 erfolgreichen Projekten jährlich, kann sich das Garten- und Landschaftsarchitekturbüro zu einem der erfolgreichsten und größten in Rheinland-Pfalz zählen. Auch öffentliche und städtische Aufträge, inner wie außer Landes, gehen immer öfter bei bierbaum.aichele ein. Egal, ob kilometerlange Wanderroute quer durch Rheinhessen, oder künstlicher Amazonas-Dschungel in einer Priavtvilla in Nigeria, der Betrieb plant alle vorstellbaren Grünanlagen.

Meine Tätigkeit
Soso, und was macht der Käfer in diesem Büro?

Entsprechend den vielfältigen Tätigkeiten der Mitarbeiter, wurde auch ich als Praktikant mit allen Aufgabenbereichen vom Design über das Rechnungswesen bis hin zur Baustellenkontrolle bekannt gemacht.
Überwiegend arbeitete ich mit dem angestellten Zeichner zusammen, wobei meine Aufgabe hauptsächlich darin bestand, dessen handgezeichnete Entwürfe zu digitalisieren, sie durch Bildbearbeitung am Computer in ausgewählte Umgebungen zu platzieren und mit einigen Details, wie zum Beispiel Pflanzen oder Menschen, lebhafter zu machen.
Solche Bilder sind nötig, um dem Auftraggeber des Bauauftrags vorzuschlagen und zu präsentieren, wie sein Bauprojekt zukünftig aussehen könnte.
Wenn alle Vorschläge die Zustimmung des Bauherrn finden, wird ein Übersichtsplan des gesamten Projekts erstellt. Ist dieser, meistens nach mehrfacher Überarbeitung und Rücksprache mit allen Beteiligten des Projektes, abgesegnet, wird in der so genannten Ausschreibung festgehalten, welche Arbeiten zu erledigen sind und wie viel welcher Baustoffe benötigt werden. Nun können sich Bauunternehmen um den Auftrag bewerben, indem sie die Ausschreibung anfordern und angeben, was die Umsetzung kosten würde. Die beauftragten Architekten entscheiden sich nun für das wirtschaftlichste Bauunternehmen, woraufhin mit der Umsetzung begonnen wird. Während meiner Praktikumszeit nahm ich auch oft an Visiten der Baustellen teil, die der Architekt regelmäßig unternehmen muss, um zu überprüfen, ob beim Bau alles nach Plan verläuft, oder ob weitere Änderungen nötig sind. Nach dem Bau wird im so genannten Aufmaß noch einmal genau festgehalten, welche Arbeiten unternommen wurden und was das Projekt letzten Endes gekostet hat. Das wird mit der anfänglichen Ausschreibung verglichen, nachgerechnet und korrigiert. Auch in diese Bereiche des Rechnungswesens konnte ich während dem Praktikum einige Einblicke erhalten.
Mein Hauptprojekt, welches ich Anfang der zweiten Woche anging, als ich mich schon eingearbeitet hatte, und welches mehrere Tage in Anspruch nahm, war die komplette Neuplanung meines eigenen Hausgartens. Von den ersten Bleistiftskizzen, über den
Vektor-Übersichtsplan, bis zu einem perspektivischen Computer-Design, konnte ich den kompletten Garten nach eigenem Ermessen neu gestalten. Hierbei standen mir die Mitarbeiter selbstverständlich immer gerne mit Rat und Tat zur Seite.


Eigene Einschätzung
Ach, und was denkt der Käfer über seine Aufträge und deren Geber?

Natürlich denke ich besser über meine Arbeit, als der immer gestresste Käfer Gregor Samsa:
Zugegebenermaßen hatte ich mich in erster Linie um gerade diesen Praktikumsplatz beworben, weil ich in der Planung und dem gezielten Einsatz von Bepflanzung interessiert war.
Entgegen meiner Erwartungen allerdings, spielt die Bepflanzung bei der Planung einer Landschaft oder Gartenanlage mitunter die geringste Rolle. Für mich persönlich ist diese Abweichung von meinen Vorstellungen allerdings keineswegs als Malus zu sehen, im Gegenteil: Die Bereiche, mit denen ich konfrontiert wurde, nämlich virtuelle Bildbearbeitung und Design, sowie auch die Baukontrollen, bei denen die interessanten Unterschiede zwischen DIN-A1-Plan und Realität deutlich wurden, zeigten mir neue, positive Aspekte im Beruf des Garten- und Landschaftsarchitekten. Dass den Hauptteil des Planungsaufwandes nicht die Bepflanzung ausmachte, sondern Design, Elementplanung (zum Beispiel Treppenanlagen oder Gartenhäuser) und Kontrolle, war im Nachhinein keine allzu tragische Enttäuschung.
Für mich ist inzwischen eindeutig eine berufliche Zukunft in einem Garten- und Landschaftsplanungsbetrieb überlegenswert. Aufgrund des insgesamt sehr positiven Arbeitsklimas und der Größe des Betriebes würde ich mich nach einem eventuellen Landespflege- oder Ingenieurs-Studium sogar sehr wahrscheinlich für den Betrieb bierbaum.aichele.landschaftsarchitekten entscheiden.
Zukünftigen Praktikanten möchte ich meine eingeschränkte Empfehlung aussprechen:
Der Praktikumsplatz ist vor allem für diejenigen geeignet, die in Design und Planung interessiert sind und entweder virtuell oder auf Papier ihre Ideen umsetzen können.
Ob dies nun im Garten- und Landschaftsbereich oder im Hochbau geschieht, spielt keine Rolle. Ein solches Praktikum kann also durchaus als Alternative zu einem Hochbau-Architekten-Praktikum gesehen werden.
Wer allerdings beim Praktikum gerne viel mit Pflanzen zu tun hätte, sollte sich von der Bezeichnung "Garten- und Landschaftsarchitekt" nicht trügen lassen.

So, das war mein Senf zu Schulpraktika, wobei ich mich zugegebenermaßen hauptsächlich meinem Praktikumsplatz gewidmet habe, nicht Schulpraktike allgemein. Ich hoffe, ich konnte zukünftigen Praktikanten dennoch die Angst nehmen oder so.
Schönen Abend noch und viel Spaß beim Fußball gucken!
Flo

P.s.: Schön, wieder hier bei Ciao zu sein!
Bilder von Schulpraktikum
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Schulpraktikum Design...
Ich beim virtuellen Überarbeiten einer Hand-Skizze
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
jaros

jaros

11.07.2008 10:57

toller Bericht, Gruß!

Finetta12

Finetta12

09.07.2008 19:59

das sind so die ersten eRfahrungen klasse beircht

sultanbinaber

sultanbinaber

08.07.2008 01:03

Interessant beschrieben, aber für mich wär das nichts ;) LG Jonathan

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