Prämierter Erfahrungsbericht

SCH..... TUT DAS WEH !

1  21.09.2001

Pro:
hier gibt es nichts zu vermelden

Kontra:
tut mehr weh als eine tife Wunde

Empfehlenswert: Nein 

Papa_Santano

Über sich: Man soll ja immer positiv denken. Doch das Licht am Ende des Tunnels ist oftmals auch der entgegenko...

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Vorwort:

Verletzungen sind unangenehm, da sind wir uns wohl alle einig. Während die einen jedoch bei der kleinsten Verletzung das Leiden Christi zelebrieren nehmen andere Leute such manch heftigere Verletzung kaum zur Kenntnis.
Ich bin eigentlich nicht sehr wehleidig, da ich auch durch meinen Beruf die ein oder andere Verletzung davontrage. Meist sind es kleinere Schnittwunden, wenn ich mal wieder in Eile war und die vorhandene Sicherheitsausrüstung aus Bequemlichkeit nicht benutzt habe.
Als Kind habe ich nach Angaben meiner Mutter eigentlich immer irgendwo eine Verletzung gehabt, hyperaktiv nennt man dies wohl und nicht selten waren meine Mutter und ich Gast bei meiner damaligen Kinderärztin, die noch immer praktiziert und meine beiden Nichten versorgt.
Als Kind jammert man verständlicherweise auch bei kleinen kaum erkennbaren Verletzungen, als Erwachsener Mensch jedoch sieht man das ganze meist etwas lockerer,, es sei denn man gehört zu den wehleidigen Leuten die bei jedem noch so kleinen Kratzer eine Staatsaffäre anzetteln.
Männer habe ich mir sagen lassen sind dabei sogar viel wehleidiger als Frauen. Während sich diese einfach mit einem Pflaster zu helfen wissen will mancher Mann am liebsten einen Rettungswagen rufen. Und obwohl ich nicht sonderlich wehleidig bin ist mir eine Schnittverletzung weit lieber als eine Schürfwunde, denn die tun mir zumindest besonders weh.
In diesem Bericht möchte ich in wenig über Schürfwunden und deren Behandlung erzählen, aber auch den Grund beleuchten warum diese besonders schmerzhaft sind. Dazu sollte man aber zunächst wissen was man unter einer Schürfwunde zu verstehen hat.

Wie der Name schon sagt wird hier geschürft. Nicht etwa Gold oder anderes Edelmetall, sondern die Haut wird durch eine Reibung beschädigt und verletzt. Motorradfahrer, die einen Sturz hinter sich haben werden ein Lied davon singen können. In den meisten Fällen erkennt man eine Schürfwunde daran, dass sie sich über eine Fläche auf dem Körper ausbreitet. Während eine Schnittverletzung einen Anfang und ein Ende hat dehnt sich die Schürfwunde über manchmal große Flächen der Haut aus.
Bei einer Schürfwunde wird die Haut durch äußere Einwirkung förmlich abgehobelt und je nach Stärke stellt sich eine mehr oder weniger starke Blutung ein. Bei einer solchen Verletzung werden die oberen Schichten der Haut verletzt und kleine Blutgefäße beschädigt. Ein Grund weshalb eine Schürfwunde meist nicht so stark blutet wie eine Schnittwunde, die tieferliegende Schichten und Gefäße beschädigt.
Die Gefahr einer Infektion ist aber weit höher, da sich die Verletzung über eine größere Fläche ausdehnt und Keimen somit mehr Angriffsfläche bietet. Die größere Fläche der Verletzung erklärt auch die stärkeren Schmerzen, schließlich ist bei einer Schürfwunde weit mehr Haut verletzt als bei einer Schnittwunde.

Wie behandele ich eine Schürfwunde ?

Normalerweise ist die Konsultation eines Arztes nicht erforderlich. Eine Schürfwunde kann man solange sie nicht zu groß und tief ist selbst behandeln. Ein Arzt sollte aber auf jeden Fall aufgesucht werden falls sich die Wunde entzündet oder der Bereich um die Wunde stark anschwillt.
Die Meinungen über die richtige Behandlungsweise einer Schürfwunde gehen weit auseinander, selbst Ärzte handhaben diese Verletzungen unterschiedlich. Ich persönlich schwöre auf Luft. Soll bedeuten, dass ich die Wunde möglichst an der Luft heilen lasse und nur am ersten oder zweiten Tag ein Pflaster oder gar einen Verband verwende. Zuvor und da ist man sich wieder einig steht allerdings die Reinigung der Wunde an. Durch die Schürfwunde können eine Vielzahl von Fremdkörpern in die Wunde gelangen die unter Umständen dann eine Infektion auslösen. Blut ist hier gern gesehen, denn das Blut wirkt wie ein kleiner Fluss, der Verunreinigungen ausspült.
Nur bluten die wenigsten Schürfwunden ausreichend um sich auf diese Weise aller Fremdkörper zu entledigen. Also muss man nachhelfen was man am besten mit klarem Wasser macht. Die Wunde soll richtig ausgewaschen werden.

Da unser Leitungswasser ja bekanntlich auch nicht fei von Keimen ist steht nach der ersten Säuberung die Desinfektion an, der unangenehme Part sozusagen. Ich halte es ganz mit der Methode dass nur was auch brennt hilft und greife auf entsprechende Desinfektionslösungen zurück.
Beliebtes Mittel hierbei ist ein Produkt namens Skinman Soft, eine Lösung aus dem Hause Henkel. Dieses Mittel tötet wirklich alle Bakterien ab und kommt auch bei der chirurgischen Desinfektion zum Einsatz.
Das Produkt gilt als Arzneimittel und ist über die PZN Nummer 7356177 zu beziehen
Zertifiziert nach DGMH-Richtlinien und Teil der BGA Liste gemäß dem Bundesseuchengesetz kenne ich derzeit kein besseres Mittel.

Nach der Desinfektion gibt es nun mehrere Möglichkeiten die Wunde weiter zu behandeln. Je nach Größe reicht ein handelsübliches Pflaster oder auch ein Sprühverband. Beginnt die Wunde zu nässen, also tritt Wundsekret aus eignen sich auch Spezialpflaster. Als sehr hilfreich hat sich hier das Hydrocolloidpflaster von Fenistil bewährt. Vorteil dieses Pflasters ist dass es nicht mit der Wunde verklebt und der Wunde ausreichende Luftzufuhr gewährleistet. Zudem ist es noch antibakteriell und wasserabweisend.
Je größer allerdings die Verletzung desto schwerer hat man es sich mit normalen Produkten selbst zu helfen. Hier sollte man einen Arzt aufsuchen, der die Wunde fachmännisch versorgt.
Luft spielt bei der Heilung eine wichtige Rolle. Nachdem die Blutung gestoppt und die Wunde desinfiziert ist sorgt Luft dafür dass die feuchte Wunde zu trocknen beginnt. Man erkennt dies sehr schön an den dunkelroten Rändern die sich mit der Zeit wie Schuppen von der nachwachsenden Haut lösen.

Sobald die Wunde abgetrocknet ist kann man beginnen den Heilungsprozess zu beschleunigen. Hierzu eignen sich Cremes auf pflanzlicher Basis. Kamille hat sich hier sehr gut bewährt, aber auch Teebaumöl und Ringelblumen Präparate eignen sich hierzu. Dann gibt es noch einen Stoff namens Dexpanthenol, der sehr gute Eigenschaften mitbringt. Man findet diese Substanz als Wirkstoff in einer Reihe von Produkten. Das bekannteste dürfte hier die Bepanthen Wund und Heilsalbe sein die diesen Wirkstoff enthält.
Hat man die Schürfwunde auf eine dieser Arten versorgt kann man nur noch abwarten bis sich die nachfolgenden Hautschichten aufgebaut haben und die Verletzung verschwinden lassen. Narben bleiben nur bei wirklich sehr großflächigen und auch tiefen Schürfwunden zurück.

Wir Erwachsene wissen in der Regel wie wir eine solche Wunde zu behandeln haben und auch um deren Notwendigkeit. Ein Problem hat man allerdings dann wenn sich ein Kind verletzt hat was ja eigentlich zum Tagesgeschäft gehört. Die Tränen kullern und spätestens im Moment der Desinfektion geht das Gebrüll los. Doch es hilft alles nichts, die Wunde muss gereinigt und desinfiziert werden.
Spezielle Desinfektionsmittel für Kinder sind mir nicht bekannt, würden rein logisch gedacht auch wenig Sinn ergeben.
Hier kann man es nur so halten dass man das Kind vorwarnt dass es gleich etwas brennen wird und am besten auch eine brauchbare und verständliche Erklärung liefert warum man dies nun tun muss.
Verstehen werden es die wenigsten Kinder, die Angst vor dem Schmerz ist übermächtig, doch ein paar beruhigende Worte und
Ablenkung helfen zumindest etwas.
Ein letzter Punkt den ich ansprechen möchte ist die Frage nach dem Impfschutz. Wie bekannt sein sollte besteht wann immer man sich verletzt die Gefahr einer Infektion und auch dem Wundstarrkrampf ( Tetanus ).
Auch wenn es kleinlich oder gar lächerlich wirkt sollte man eine kleine Schürfwunde dennoch nicht einfach auf die leichte Schulter nehmen und sich der möglichen, wahrscheinlich nicht auftretenden Risiken bewusst sein.
Ausreichender Impfschutz ist kostenlos und sollte von jedem genutzt werden.

© Papa_Santano am 21,09,2001 für Ciao

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
EbayQueen

EbayQueen

12.01.2010 11:33

Mich hats auch gerade erwischt: neue Schlittschuhe ausprobiert ... es tut weh und suppt ohne Ende. Nachher gehe ich zur Apotheke und besorge mir das Pflaster von Fenistil. Zum Desinfizieren habe ich Kamillan genommen, hat schön gebrannt. Vielleicht hat die Apotheke das Skinman Soft. Oder Betaisodona ... ich habe gar nichts vernünftiges da, weil ich es so selten brauche.

xSchmiddix

xSchmiddix

02.12.2001 03:41

Was ich noch hinzufügen wollte. Der Bericht hat den Diamanten auf jeden Fall verdient, da er nicht nur allein durch seine Informationen glänzt. Einfach spitze geschrieben. lg Daniel

xSchmiddix

xSchmiddix

02.12.2001 03:40

Tja, da kann ich auch ein Lied von singen. Von Woche zu Woche spiele ich Fußball und trage als Manndecker, der sich immer voll reinhängt großflächige Schürfwunden davon, manchmal auch ziemlich tiefe. Aber da ich inzwischen nicht mehr als wehleidig gelte, spüle ich diese einfach mit Wasser ab, warte bis sich eine Kruste gebildet hat und helfe dann mit Bepanthen nach. Aber das Dumme ist wiederum, dass die Wunde noch nicht ganz verheilt ist, da die Kruste ja noch besteht. Und dann spiele ich die Woche drauf wieder Fußball und alles ist wieder auf. Auch jetzt sitze ich hier, hab ein knallrotes Knie, und es ist wirklich alles bis zum Schienbein aufgeschürft. *g* Aber zum Arzt gehe ich deshalb nicht ... lg Daniel

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