Schwalbe Fat Albert/Fahrradreifen

Erfahrungsbericht über

Schwalbe Fat Albert/Fahrradreifen

Gesamtbewertung (4): Gesamtbewertung Schwalbe Fat Albert/Fahrradreifen

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Wenn es hart auf hart kommt...

5  14.02.2005

Pro:
breit und griffig, ideal für Extrembiker

Kontra:
nicht für Rennräder geeignet  :  - )

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

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Deltatron

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:8

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 32 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

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++ SCHWALBE FAT ALBERT LIGHT ++
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Heute werd´ ich etwas über einen Reifen berichten, der mein Leben verändert hat....
Nein, ganz so schlimm ist es nicht. Aber es hat mich schon gewundert, dass noch niemand hier einen Bericht über den Schwalbe Fat Albert verfasst hat, obwohl es den Reifen schon längere Zeit gibt und ich ihn auch schon seit 1 1/2 Jahren fahre. Nun denn, dann gebe ich als Erster mein mit dem Reifen gesammelten Erfahrungen weiter.
Kleine Anmerkung: Im Bericht beziehe ich mich auf die "Light"-Version des Reifens. D.h. der Reifen ist, wenn er nicht auf der Felge ist, faltbar und lässt sich packungsgünstig zusammenrollen.


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++++++ Technische Daten +++++++
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Bevor ich loslege, gibt es noch ein paar technische Details, damit man sich die Reifen-Dimensionen vorstellen und den Reifen ggf. mit anderen vergleichen kann.

Firma: Schwalbe
Modell: Fat Albert (light)
Einsatzgebiet: Freeride, Dirtjump, Downhill
für 26 Zoll Räder
Breite: 2,35 Zoll (entspricht 5,97 cm)
Gewicht: 720 gr in der "light"-Version
Maximale Last: 150 kg
empf. Luftdruck: 2-4,5 bar
Farbe: schwarz (wie fast jeder Reifen)
Preis: ca. 30-35 € pro Reifen


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++++++ Kaufentscheidung +++++++
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Nach einigen Trail-Erlebnissen auf den örtlichen renaturierten Kohlehalden, einem Besuch der Dirtline in Willingen im Sommer 2003 und einige abgenutzte Bremsbeläge und ebenso mit Achten versehene Felgen stand eines fest: Das alte "Bulls"-Mountainbike reicht für den harten Geländeeinsatz nicht mehr aus!
Also musste ein neues Fahrrad her. Nach ein paar Beratungsgesprächen mit meinem jüngeren Bruder, der zu dem Zeitpunkt im Bereich Dirtjump und Downhill schon mehr Erfahrung hatte (inkl. Knochenbrüche, Schürfwunden und Prellungen) kam ich zu dem Schluss, kein speziell angepriesenes Bike aus dem Katalog zu erwerben, sondern mir mein Fahrrad aus Einzelteilen und Sets selber zusammenzusetzen. Das hatte auch gleich den Vorteil, dass man bei bestimmten Angeboten und Modellen vom Vorjahr gut und gerne mal 20-30% sparen, oder zum Rahmen die Federgabel gleich dazubekommen hat.
Nach Auswahl von Kurbeln, Sattel, Tretlager und so weiter warf sich die Frage nach den geeigneten Reifen auf.
Um hier eine die richtige Wahl zu treffen, hab ich mich in den entsprechenden Foren mal ein wenig kundig gemacht und mir auch mal die Herstellerseiten angeschaut. Zum Schluss hatte ich zwei Modelle näher ins Auge gefasst: den "Maxxis

Bilder von Schwalbe Fat Albert/Fahrradreifen
Schwalbe Fat Albert/Fahrradreifen Bild 114130 tb
Schwalbe Fat Albert
High Roller" und den "Schwalbe Fat Albert".
Was macht man, wenn man dann nicht mehr weiterkommt? Den Bruder fragen. Seine Favourit ist ganz klar der Fat Albert gewesen. Er und seine Freunde hätten mit ihm die besten Erfahrungen gemacht. Der Reifen solle weniger Rollwiderstand besitzen als der "High Roller" und echt "phat" aussehen.
Alles subjektive Aussagen, naja .... bei einem der diversen Online-Händler gab es den Fat Albert gerade im Angebot, die Testergebnisse in einigen Zeitschriften sahen auch sehr gut aus, also habe ich zugeschlagen und mir 2 davon bestellt. Schließlich will man ja nicht nur auf dem Hinterad fahren.


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+++ Aufziehen auf die Felge +++
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Da ich Angebote von verschiedenen Anbietern genutzt habe, sind auch nicht gleich alle Bauteile zur selben Zeit angekommen. Rahmen, Kurbellager, Steuersatz und Felgen waren schon da, was fehlte? Klar: Schläuche, Felgenbänder und auch die Reifen. Aber die sollten laut Lieferant schon unterwegs sein, so dass ich schon an ein großes Paket mit allem Drum und Dran dachte.
Während ich gerade dabei war, das Kurbellager auf den Rahmen zu pressen, klingelte es an der Tür und der Postbote übergab mir ein eher kleines Päckchen. Laut Aufkleber war es auch der Reifenversand. Komisch, dachte ich. Hat der etwa die Reifen vergessen? Okay, erstmal aufmachen, wer weiß, was drin ist. Und siehe da, welch freudige Überraschung: Die Reifen waren mit im Paket. Allerdings entgegen meinen Erwartungen nicht so, wie sie später auf die Felgen kommen sollten, sondern schön klein zusammengerollt und mit einem Gummiband und Aufkleber versehen.
Im ersten Moment überlegte ich mir, ob die überhaupt was aushalten, wenn man die so zusammenrollen kann. Aber meine Vorurteile sollten später noch verblassen.
Gut, Felgenbänder und Schläuche sind mitgeliefert worden, also hab ich den Reifen gleich fahrbereit gemacht. Vom Prinzip her genauso, wie bei jedem anderen Fahrradreifen auch: Felgenband aufziehen, Schlauch in den Reifen, leicht aufpumpen, Reifen auf Felge ziehen. Ganz einfach war es zwar nicht, aber ich hab´ es auch ohne Reifenabzieher geschafft.
Laut Herstellerangaben sollte der Druck, je nach Körpergewicht und Fahrgefühl, zwischen 3,5 und 4,5 bar liegen. Ich habe entsprechend meinem Gewicht erstmal 4 bar auf den Reifen gegeben. An der Garage wurde ich dann auch prompt von Bruder und Kumpanen belächelt. Dort sagte man mir, 2-2,5 reichen aus; damit macht man die Tricks. Ich ließ mich aber nicht beirren und fuhr los.


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+++++++++ Fahrgefühl ++++++++++
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Nach dem Einfahren der Bremsen und ein wenig "Gewöhnungsradeln" sollte es auch schon ins harte Gelände gehen. Da die entsprechende Halde nicht gleich um die Ecke war, musste natürlich auf Asphalt dahin geradelt werden. Und im Vergleich zu meinem alten Fahrrad, das viel dünnere MTB-Reifen hatte, konnte man schon feststellen, dass der Rollwiderstand sich bemerkbar macht. Höhere Tretfrequenzen haben nach einiger Zeit ungewohnt stark auf die Puste gedrückt. Zum Glück ging es öfters mal bergab und schnell war die Halde erreicht. Dort angekommen, bin ich dennoch abgestiegen und hab das Bike den Berg rauf geschoben.

Von oben bin ich natürlich mit ordentlich Tempo die Halde wieder runtergedüst und war positiv überrascht. An bestimmten engen Kurven und aufgerissenen Wegen habe ich ordentlich gebremst, in der Erwartung wie gewohnt wegzurutschen. Aber nichts geschah. Bei erneuter Fahrt von der Halde habe ich dann bewusst etwas weniger gebremst, um mich an die Grip-Genze der Reifen ranzutasten. Und ich muss sagen, ich war beeindruckt. Mit vorher gefahrenen Reifen bin ich nie so gut in der Spur geblieben. Ich musste teilweise richtig in die Eisen gehen, um einen gewollten Drift hinzulegen.
Nach einem langen ersten Tag, war ich dann aber auch k.o. und fuhr wieder nach Hause und freute mich über mein neues Fahrrad.

Im Laufe der Zeit, ich besitze den bzw. die Reifen (vorne und hinten) ja schon an die 18 Monate, konnte ich die Fahreigenschaften der Reifen bewusst und unbewusst immer wieder testen.
Nach der langen Zeit und regelmäßiger Nutzung, ich fahre so durchschnittlich 10 km am Tag damit, kann ich schon ein detailiertes Bild über die Fahreigenschaften wiedergeben. Zumal ich auch bei Wind und Wetter mit meinem Fahrrad unterwegs bin.
Ich bewege mich auf Asphalt, Schotter, Schlamm, nasser und trockener Straße mit den Reifen und bin wirklich zufrieden mit ihnen. Ja sogar auf Schnee kann man sich damit trauen. Habe ich kürzlich ausprobiert. Es hatte geschneit und ich war verabredet, aber das Familienauto nicht da. Okay, dachte ich mir, versuch ich es doch mal mit dem Fahrrad. Die Reifen sollen ja so toll sein, kann man ja gleich mal testen. Im Hinterkopf kam schon die Erinnerung von der letzten Schlidderpartie mit dem alten Fahrrad hoch und ich stellte mich auf ein Fahren wie auf rohen Eiern ein, aber nix da. Der Schnee knirschte unter den Reifen, aber der Fat Albert ist treu in seiner Spur geblieben. Sehr angenehm.

Ebenso bei Regen. Mit meinen alten Reifen bin ich in Kurven schon stark vom "Gas" gegangen und habe auch immer damit gerechnet, dass ich jeden Moment das kurveninnere Bein austrecken müsste, um einen Sturz zu vermeiden (Besonders auf nassem Laub, hatte ich schon ein paar unangenehme Erfahrungen gesammelt.). Mit den Fat Albert ist nichts passiert. Der Reifen vermittelt noch nicht einmal das Gefühl, dass er eventuell unter einem wegrutschen könnte. Auch hier muss man schon ordentlich in die Kurve gehen und dabei stark bremsen, um zu sliden.

Also vom Fahrgefühl und von den Fahreigenschaften her absolute Spitzenklasse.


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+++++ Fakten und Technik ++++++
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Zwischendurch ist mir auch der eine oder andere Test in Fachzeitschriften in die Hände gekommen, der meinen positiven Eindruck immer nur bestätigen konnte.
Als Beispiel sei hier die Zeitschrift "Bike" genannt, die in ihrer August-Ausgabe 2004, dem Fat Albert im Bereich "Allrounder" die Note "Super" gegeben hat. Auch im Mountainbike-Rider-Magazin wird der Reifen hochgelobt.

Wie aber kommt es zu den guten Eigenschaften?
Das liegt ganz klar am Profil, aber auch an der Bauform.

Das Profil: Die Stollen besitzen einen großen Abstand zueinander, so dass sich kein Dreck zwischen den Stollen ansammeln kann, der das Fahrverhalten beinflussen würde.
Dann sind die Stollen bidirektional angeordnet. D.h. auf eine Reihe in Fahrtrichtung folgt eine Reihe entgegen der Fahrtrichtung. Das hat den Vorteil, dass man nicht auf die Drehrichtung beim Aufziehen achten muss und kann den Reifen vorne und hinten gleichermaßen benutzen. Außerdem wird so gewährleistet, dass die Kraft vom Reifen auf den Untergrund beim Bremsen und Beschleunigen in gleicher Höhe übertragen wird.
Weiterhin ist der Reifen durchgehend profiliert, es gibt keine komplett durchgezogene Zone auf der Lauffläche. So wird Aquaplaning, also ein Rutschen auf dieser Fläche stark vermindert.

Die Bauform: Laut Herstellerangaben ist der Reifen an der Seitenwulst speziell verstärkt, so dass er bei Kurvenfahrten beim Lowriden (bei Drücken um 2- 2,5 bar) nicht verrutscht oder von der Felge springt. Entsprechend der Herstellerstudie soll das Fahrverhalten im Lowriderbereich bis zu 60% besser sein, als bei Konkurrenzprodukten. Hört sich alles gut an, da ich aber immer mit 4 bar fahre, kann ich das nicht bestätigen.

Material: Was man aber sagen kann, ist, dass der Reifen lange hält. Bei mir zumindest. Die Abnutzung hält sich in Grenzen. Das kann aber auch an meiner Fahrweise liegen. Ich versuche immer möglichst ohne Quietschen und schwarze Bremsstreifen auszukommen.
Auch wenn der Reifen nicht diese blaue Schutzschicht besitzt, die bei anderen Schwalbe-Reifen eingesetzt wird, habe ich bisher mit Löchern oder Ähnlichem keine Probleme gehabt. Auch Sprünge, Bunnyhops und solche Spielerreien verträgt der Reifen ohne Murren. Ich bin auch schon hin und wieder (unbeabsichtigt) durch Glas gefahren, was bisher aber kein Problem darstellte.

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++++++ Wichtige Hinweise ++++++
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Neben all den guten Eigenschaften sollte man natürlich eines bedenken. Dieser Reifen ist für den offroad-Einsatz gemacht. Einen vergleichsweise geringen Rollwiderstand wie beim Rennradreifen sollte man nicht erwarten. Dafür gibt es aber guten Halt auf Schotter- und Geröllpisten.

Was auch wichtig ist: Bevor man den Reifen kauft, sollte man vorher am Rahmen ausmessen, ob der Reifen überhaupt zwischen die Seitenstreben und die Gabel passt. Ich fahre ein CMP-Firestorm-Rahmen mit einer Marzocchi Dirtjumper III . Beide sind speziell für diesen Geländeeinsatz konzipiert. Aber selbst ich habe an der engsten Stelle zwischen Seitenstrebe und Reifen gerademal 8mm Platz. Das ist nicht viel. Besonders, wenn man sich eine "8" einfängt, kann das problematisch werden. Auch bei den Gabeln sollte man vorher prüfen, ob der Reifen durchpasst. Auch die Höhe ist zu überprüfen. Es könnte sein, dass der Reifen, obwohl er für 26-Zoll-Räder ausgelegt ist, am Tretlager aneckt.
Der Reifen ist aufgepumpt ungefähr 6cm breit und ebenfalls ca. 6cm hoch. Mit nur 2,5 bar, wird der Reifen sogar noch etwas nach außen gequetscht. Das sollte man alles beachten, damit man kein unnötiges Hinundher beim Händler hat.


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++++++++++++ Fazit ++++++++++++
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Wer einen sehr guten Reifen für den offroad-Einsatz sucht, ist mit dem Schwalbe Fat Albert bestens beraten. Solide Bauform und exellente Bodenhaftung bei allen (Un-)Wettern und Untergründen sprechen für ihn. Der Rollwiderstand ist zwar nicht mit dem eines Rennradreifens zu vergleichen, aber nach meinem Empfinden geringer als bei ähnlichen Reifentypen. Von meiner Seite her eine klare Kaufempfehlung.


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++++++++ Post Scriptum ++++++++
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Obwohl ich den Text mehrfach durchgelesen habe, können natürlich immer wieder Buchstabendreher oder kleine Fehlerteufel auftreten. Wer welche findet, sollte sich nicht scheuen, ich werd´ die Fehler entsprechend ausbügeln.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
crazy-spy

crazy-spy

20.02.2005 17:35

Sehr schöner Bericht, sehr ausführlich. Ich fahre selbst aktiv, jedoch im Streetsektor. Dort taugt der Reifen überhaupt nicht, da er absolut keinen Durchschlagsschutz bietet. Für nen Tourer reicht er jedoch mehr als aus.... gruss basti

Hoernchen123

Hoernchen123

14.02.2005 14:43

Fat Albert? Was für ein lustiger Name ;). Ich muss gestehen, dass ich nicht mal weiss, was für Reifen mein uralter Drahtesel hat....

Traumi26

Traumi26

14.02.2005 11:07

ein schöner Bericht

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